Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle
Die Maximushöhle im Mönchsberg, Salzburg
Entkommt man dem Touristengetümmel ein bißchen durch die Flucht auf den Friedhof von St. Peter, dann stößt man an der Felswand auf eine offene Öffnung, wenn geöffnet ist. Man entrichtet (2002) einen Obulus von 1 und darf danach die "Katakomben" von Salzburg besuchen.
Erstmal sieht man eine Höllenszene neben dem Kassenhäuschen vor sich. Ein Grab, ein Kreuz und gemäß der damaligen Glaubensvorstellung, in den Höllenfeuern unter der Erde mindestens schwitzende Sünder. Auch eine Assoziation zum Thema Erdinneres.
Eine Stiege führt aufwärts, in den Felsen gehauen. Früher
sollen sie nur durch ein schmales Felsband erreichbar gewesen
sein. Eine erste Plattform wird erreicht. Dort ist die
Gertraudiskapelle. Ein Altar, 6 in das Konglomerat gehauene
Rundbogennischen und eine romanisch-gotische Säule sind da zu
sehen. Die Kirche wurde im Jahre 1178 eingeweiht.
Es geht noch höher hinauf, eine kleine Öffnung ermöglicht den Blick auf ein kleines Glockentürmchen,
dann geht es weiter der Felswand entlang hinauf
bis hinauf in die Maximushöhle. Zwei Altäre sind da aus
Tonplatten, deren Entwürfe aus dem Jahre 1860 stammen, eine
Felswanne, die mal das Grab des Maximus gewesen sein soll, andere
interpretieren sie als Büßerliegestatt.
Mir ist vor allem das enge Felsloch sofort aufgefallen, das
zwischen den beiden Altären in gut einem Meter Höhe durch einen
Felspfeiler führt. Was soll das da? War hier der Ort für einen
alten Durchschlupfbrauch?
St. Wolfgang ist nicht weit weg. Nichts spricht heute dafür,
daß da mal irgendwas hin und weg geführt hat. Aber die Größe
hätte es. Wilfried's Needle in Ripon in Yorkshire ist auch nicht
größer. Nur schlanke Leute gehen da durch, keine Prälaten mit
Bierbauch, das ist klar.
Wie alt ist die Anlage? Der Katakombenforscher DeRossi datiert sie auf das 3. Jahrhundert nach Christi. Spätestens seit dem frühen Mittelalter dürften sie aber benützt worden sein, als Kulträume und Eremitorien.
Literatur:
| Landesverein für Höhlenkunde in Salzburg, Gesamtredaktion Walter Klappacher und Karl Mais | Salzburger Höhlenbuch Band 1, Salzburg 1975 |
| Watteck, Nora | Einsiedler, Verlag St. Peter, Salzburg 1972 |
Links:
Blick aus dem
Fenster auf Salzburg
Ein Bild davon, gesehen im Schaufenster eines Salzburger
Kunsthändlers
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