Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Die Steinkirche bei Scharzfeld, Harz, D

Stahlstich von L. Richter in den "Wanderungen durch den Harz" von W. Blumenhagen


Im südlichen Harz, nördlich von Scharzfeld und 2 km westlich der Einhornhornhöhle, liegt im Dolomit in 260 m Seehöhe die seit Urzeiten bekannte Höhle.

30 m lang ist sie, die Grundfläche fast rechteckig, ganz hinten dringt durch ein Deckenloch Tageslicht ein, an der südlichen Höhlenwand liegt ein Schacht, der mit einem Gitter zugedeckt ist. Darunter verbirgt sich ein Schacht, der mittels Seil befahren werden kann. Unten münden zwei 8 bis 10 m lange Fortsetzungen. Überall finden sich Spuren menschlicher Bearbeitung an den Wänden. "Weihwasserbecken", Sitzbänke, Kanzel, Altar, alles Zeichen für eine Verwendung der Höhle als christliche Kultstätte bis ins 14. Jahrhundert.
1925-1937 hat man in der Höhle gegraben. Die ältesten archäologischen Funde weisen 10000 Jahre in die Vergangenheit zurück und machen den Ort zu einer der frühesten nachweisbaren Siedlungsplätze in Niedersachsen. Auf dem Vorplatz der Höhle hat man die Gräber eines mittelalterlichen Friedhofs entdeckt.

 

 

 


Literatur:

Luczyn, David Magisch Reisen Deutschland, Goldmann-Verlag, München 2000
Fritz, Erhard Norddeutsche Höhlenimpressionen, Mitteilungen des Landesvereins für Höhlenkunde in Oberösterreich 92 1-1989, S. 38
Pleticha, Heinrich, Müller, Wolfgang Höhlen, Wunder, Heiligtümer, Flechsig-Buchvertrieb, 2000
  Geologische Ergebnisse einer Grabung in der Einhornhöhle bei Scharzfeld am Harz, in: Der Südharz - seine Geologie, sein Höhlen und Karsterscheinungen, Jh. Karst- u. Höhlenkunde, Heft 9, München 1969
Reinboth, F, Vladi, F. Johannes Letzners Beschreibung der Steinkirche und der Einhornhöhle bei Scharzfeld, in: Harz-Zeitschrift 32, 1980, p. 77-91

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