Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Carlsbad Caverns National Park, New Mexico, USA


Mit dem Vorschlag, das nächste International Cave Photographers Meeting ICPM 2018 im Carlsbad Caverns NP abzuhalten, wird es interessant, sich auch mit diesem Teil der Erde einmal näher zu befassen. Herrliche Höhlen gibt es dort - wohl jeden Ausflug wert.

1903 seien die Carlsbad Caverns entdeckt worden von einem A. Long, sie wurde von Jim White erschlossen, in den 70er Jahren von der Cave Research Foundation vermessen - das erfahren wir aus dem ATLAS DES GRANDES CAVITÈS MONDIALES von Paul Courbon und Claude Chabert, 1986 erschienen, über die Höhle. Außerdem die Länge: 33 194 m und die Tiefe: - 313 m. In der aktuellen Aufstellung von Bob Gulden sind es derzeit (Jan 2017): 52.062 m Länge und 315,5 m Tiefe.

Bekannt war die Höhle schon lange vorher, lange bevor "der weiße Mann" dort seine Spuren erstmals hinterließ. Die frühen Indianer kannten Eingänge in die Höhle des Gebietes, hinterließen Malereien a Eingängen und eine Kochstelle gleich bei einem Höhleneingang, auch Reste von Agaven und anderen Wüstenpflanzen. Die Apachen durchstreiften ebenfalls das Gebiet, nutzten einige Höhlen als Unterstand.

1923 wurde das Gebiet als National Monument ausgewiesen, 1930 wurde es National Park, seit 1995 gehört des zur World Heritage Site.

Im Park liegen 83 voneinander getrennte Höhlen. Die meistbesuchte Höhle sind die Carlsbad Caverns, die auf verschiedenen Routen besucht werden können. Daneben gibt es noch mehrere "Backcountry Caves", die nach entsprechender Erlaubniserteilung von Interessierten aufgesucht werden können - aufgeteilt in "Vertical Caves" und "Horizontal Caves".

Nicht dazu zählt die wichtigste Höhle des ganzen Gebiets, die nur von wenigen Wissenschaftlern und Spezialisten aufgesucht werden darf. Bekannt war der Eingangsbereich schon länger, weil in ihr, ebenso wie in anderen Höhlen der Umgebung, Guano, also Dünger aus der Scheiße von Fledermäusen, abgebaut worden war (genauer gesagt am 26. März 1914 um 2 Uhr nachmittags). Dann kamen Höhlenforscher, die in einer bewetterten kleinen Öffnung gruben, das 2 Jahre durchhielten, und schließlich im Mai 1986 den Durchbruch schafften. Inzwischen ist die Höhle die tiefste Höhle der USA auf dem Festland und eine der längsten ebenso: 222, 572 m Länge, 488,9 m Tiefe. Sie birgt geologische Raritäten schier ohne Zahl. Ihr Name: Lechuguilla Cave. Und wie die wissenschaftlichen Resultate legen nahe, daß man bislang vielleicht nur einen kleinen Teil des Gesamtsystems gefunden hat!

Das Gestein, das die Guadalupe Mountains bildet, hat sich vor ca. 250 Millionen Jahren dort abgelagert. In einer Bucht des Meeres in der Perm-Zeit sammelte sich in einem Korallenriff das Grundmaterial aus Meeresorganismen. Im Norden der Lagune legte sich allmählich Schicht auf Schicht, im Süden, wo sich allmählich die Barriere zum Ozean her aufbaute, finden sich noch viele der abgebrochenen Teile der alten Korallenmauer. 

Vor etwa 15 bis 25 Millionen Jahren begann sich das Gelände zu heben. Aus dem Erdinnern drangen Wässer nach oben und mischten sich mit dem Brackwasser von draußen, was zur Bildung von Höhlen führte. Man spricht heute von der sog. "hypogenen Höhlenbildung". Je höher sich die Schichten emporhoben, desto wichtiger wurde wieder der sog. "epigene Höhlenbildungsprozeß", der von den Faktoren, die von oben, als Regen bzw. von der Landoberfläche, kommt. Komplexe Verhältnisse. Bei der Entwicklung der Innenräume spielten und spielen dann auch noch biogene Faktoren eine wichtige Rolle - ein ideales Forschungsfeld, um den Ursachen und Folgen ein wenig auf die Spur zu kommen.

 

Literatur allgemein:

Frommer's New Mexico, 10th edition, Wiley Publishing Inc., 2009

Literatur speläologisch:

Courbon, Paul, Chabert, Claude Atlas des grandes cavités mondiales, UIS FFS 1986
Crisman, Bob Cave Restoration At Carlsbad Caverns National Park, NSS NEWS May 1985 177
Folsom, Franklin Exploring American Caves, Collier Books, New York 1962
Sloane, Howard N., Gurnee, Russell H. Visiting Ameriacan Caves, Crown Publishers, Inc., New York, ohne Jahresangabe

Literatur zur Lechuguilla Cave:

Allured, Vi Lechuguilla Cave The Dig, NSS NEWS July 1988 292-294
Bridges, Richard A. The Exploration of Lechuguilla Cave, NSS NEWS October 1988 372-376
Bridges, Richard A. Major New Discoveries in Lechuguilla Cave, NSS NEWS November 1987 368-469
Cahill, Tim Lechuguilla Cave, National Geographic 3-1991 34-58
Downey, Kevin Lechuguilla: a photographers paradise, The International Caver (2) 1992 20-24
Frank, Edward Forrest Cave History, NSS NEWS October 1988 378-379
Jugnow, David H. The Geology of Lechuguilla Cave, NSS NEWS November 1988 422-425
ohne Verfasserangabe Neues aus der Lechuguilla-Höhle, Neuigkeiten aus der Karst- und Höhlenkunde Vorarlberg 49-1994 433-434
Reames, Stephen Deep secrets: The Discovery and Exploration of Lechuguilla Cave, Cave Books 2009
Vinyard, Roland Life Inside the Snowball, NSS NEWS November 1988 416-419
Widmer, Urs Lechuguilla - Jewel of the Underground, Speleo Projects, 1998

Links:

https://www.nps.gov/cave/index.htm

http://video.nationalgeographic.com/video/us_carlsbadcaverns

https://www.nps.gov/cave/planyourvisit/upload/Backcountry-Caving-2016.pdf

http://whc.unesco.org/en/list/721 Carlbad Caverns

https://www.national-park.com/welcome-to-carlsbad-caverns-national-park/

National Cave and Karst Institute


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