Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle
Erdställe um Raabs an der Thaya, Niederösterreich
"Enigmatisch anmutend" fand ein Autor die Erdställe, als er sie geologisch einmal untersucht hat. Tja, ein Rätsel sind sie noch immer. Und gängige Erklärungsansätze wie "Fluchtraum" oder "Lagerkeller" kommen einem völlig daneben vor, wenn man einmal ein paar vom "Umgangstyp" mitbekommen hat. Dazu gibt es genug Gelegenheit, wenn man in die Gegend von Raabs an der Thaya im Waldviertel kommt.
Ohne genaue Lagekenntnisse wird man überhaupt keinen dort finden. Alle, die wir im September 2010 anläßlich einer Tagung des Arbeitskreises für Erdstallforschung dort besuchen konnten, liegen in irgendwelchen Gebäuden, meistens noch bewohnt. Nirgends gibt es einen äußerlich sichtbaren Hinweis darauf, in welchem Haus sich nun ein Erdstall befindet oder auch nicht.
Oft geht es in die Kellerräume hinunter. Von dort aus führen dann kleine Gänge weiter in die Tiefe, bequemerweise meist so hoch, daß man aufrecht oder gebückt sie begehen kann. Einige Gänge sind sauber am Boden, so daß man sie mit normaler Schuhen begehen kann, aber häufig ist Schlamm am Boden oder Wasserpfützen. Das ist auch kein Wunder, weil einige immer wieder tief unter Wasser stehen und vor der Begehung erst ausgepumpt werden müssen.
Literatur:
| Bednarik, Edith | Merkmale niederösterreichischer Erdställe, Der Erdstall 31, Roding 2005, S. 79ff. |
| Bednarik, Edith | Erdstallforschung in Niederösterreich, Der Erdstall 29, Roding 2003, S. 33ff. |
| Delavigne, Raymond | Die ringförmigen Souterrains und die Hundstage (Canicule), Der Erdstall 25, Roding 1999, S. 59ff. |
Links:
2010er Tagung des Arbeitskreises für Erdstallforschung in Raabs an der Thaya
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