Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Höhlen im Weinviertel, A


Typisches Landschaftsbild


Im Band 2 der Buchreihe "Die Höhlen Niederösterreichs" ist das Weinviertel schnell abgehandelt. Ganze 7 Höhlen sind dort katastermäßig erfaßt. Beim Besuch der Erdstalltagung 2004 in Großkruth bin ich kurz mal bei zweien davon vorbekommen und hab sie mal besucht.

Immerhin war ich in der längsten, der Klafterbrunnerhöhle, mit immerhin 28 m Länge. Sie ist als Naturdenkmal ausgewiesen und liegt in einem alten, aufgelassenen Steinbruch in den Leiser Bergen. Sie zu finden war gar nicht einfach, weil mir keinen guten Karten zur Verfügung standen. Erst dachte ich, die Höhle liege im Gebiet der großen Steinbrüche, die noch immer betrieben werden. Überall war das Betreten bergrechtlich verboten, so daß allein schon die Suche danach etwas Illegales an sich hatte. Aber nirgends war was auszumachen, so daß ich schon am Aufgeben war. Der Schlüssel war dann die Angabe, sie liege "östlich der Bezirksstraße zwischen Ernstbrunn und Klement". Tatsächlich führen da Schottersträßchen weg von der Teerstraße in wieder zuwucherndes Felsgelände. Eine Steinsuchergruppe hing in der Wand und löste kleine Steinlawinen aus, um an die gesuchten Fossilien zu kommen. Auf den ersten Blick war nichts auszumachen. Nirgends auch nur eine kleine Ritze in den Felsen. Doch dann, ziemlich versteckt unter dem hochschießenden Jungholz , zeigte sich doch ein kleiner Bückeingang. Eine große Höhlenschutztafel machte es eindeutig. Immerhin 4 Eingänge hat die kleine, in "Ernstbrunner Kalkbrekzie" liegende Höhle.

Die Leiser Berge
Die Eingangsumgebung

der Klafterbrunnerhöhle

Eingänge
Höhleninneres

Aus der Ebene des Weinviertels ragt der schon von weitem sichtbare Staatzer Burgberg. In ihm liegen immerhin 2 Höhlen, von denen ich das leicht erreichbare Staatzer Loch auch noch besuchte. Es liegt gleich hinter der Kirche. Der Alpenverein hat dort einen kleinen Klettergarten eingerichtet. An einem Stahlseil ist die Erklimmung der kleinen Durchgangshöhle leicht möglich. Steht man oben, so hat man einen feinen Blick auf die Umgebung.

Der Staatzer Burgberg
Der Klettergarten

mit dem

Höhleneingang

 

Viel bedeutender als die Naturhöhlen sind in dieser Region die von den Menschen geschaffenen Erdställe. Es gibt dort eine sehr große Anzahl, die sehr häufig ihren Anfang in Weinkellern haben. Wozu sie geschaffen worden sind, das ist auch heute noch Gegenstand wilder Spekulationen.

Literatur:

Hartmann, Helga und Wilhelm Die Höhlen Niederösterreichs Band 2, Wien 1982

Links:

http://www.naturparke.at/index2.html?leiser/home.html

http://www.staatz.at/frame.html

http://www.lochstein.de/ver/erdstall/2004/2004erdstall.htm


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