Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Landschaft und Höhlen im Stiergraben, Hagengebirge

 


Der Gotzen- oder Stiergraben zieht sich als landschaftsprägende Form vom Seeleinsee bis hinunter zur Königstalalm zwischen den Steilwänden des Hochlaafelds im Süden und den grasigeren Flanken des Fagsteins durch die bayerische Seite des Hagengebirges. Er zieht sich von ca. 1900 m oben bis hinunter auf 1300 m. Ein beliebter Wanderweg zieht durch den oberen Teil, rutschig und mühsam, der von der Priesbergalm zum Seeleinsee führt. Quer durch den Graben verlaufen im unteren Teil der Untere, Mittlere und Obere "Hirschenlauf", wobei nur einer wirklich von Bedeutung ist, der Mittlere. Mit der Wegqualität "Nur für Geübte" führt er durch die steilige felsige Bergflanke der Tauernwand und ermöglicht so einen weniger mühsamen Zugang zur Gotzenalm. Die ist ansonsten auf einen sehr steilen und kräfteraubenden geschotterten Fahrweg erreichbar, der bei der Gotzentalalm anfängt und in vielen vielen Kehren nach oben führt.

Wer in ca. 1750 m Seehöhe ist, der sieht rechts vom Wege eine große schwarze Öffnung in einer Felswand mitten im Graben. Ausnahmsweise steckt einmal hinter einem solch leicht sichtbaren Loch tatsächlich auch einmal eine richtige Höhle. Man kommt so in die altbekannte Lindwurmhöhle, die inzwischen den Zusatz "Loch Ness" bekommen hat. Das ist eine lange Geschichte, die an anderer Stelle schon beschrieben worden ist. Jedenfalls handelt es sich um ein über 1,1 km langes Höhlensystem mit einem Gesamthöhenunterschied von 230 m. Das reichte dazu, in der Zeit als die neuen Forschungen dort in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts stattfanden, daß sie auf die damale 3. Stelle der Hitliste der tiefsten deutschen Höhlen rückte.

Wie sich zeigte, liegt die Lindwurmhöhle inmitten eines ganzen Höhlenparks. Fast ein Dutzend von Höhlen kennen wir heute dort, die alle davon Zeugnis davon ablegen, daß hier einst viel Wasser in der Erde verschwunden ist und sich unterirdische Abflußwege geschaffen hat. Die Spuren davon in Form von mächtigen Schotterablagerungen kann man noch an mehreren Stellen auch heute sehen.

Einige weitere Höhlen sind schon in der Fagsteinflanke und weiter unterhalb im Graben gefunden worden.

Am oberen Ende des Stiergrabens - der Seeleinsee
Vom Jenner her -

ein Blick von Süden Richtung Gotzentauern

Am Weg zur Priesbergalm
Die Priesbergalm
Ein Blick hinunter zu Königssee und Eiskapelle
Ein erster Blick in den Stiergraben
Am Weg
Von der Königstalalm -
ein Blick in den Stiergraben nach oben
Der obere Beginn des Stiergrabens
 
Ein schwarze Öffnung in der Bergflanke
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Lindwurm - Loch Ness-System

Auszug aus dem ersten Höhlenplan von Czoernig 1920
Foto Czoernig 1920 Im hohen Canyon
In "Nessies Lodge"

Im Bild: Christian Deubner

1972

 

 

Literatur:

Czoernig, W. Die Höhlen des Landes Salzburg und seiner Grenzgebiete, Salzburg 1926
Lindenmayr, Franz Wie die Münchner ds Hagengebirge wiederentdeckten, in: Münchner Höhlengeschichte, herausgegeben vom Verein für Höhlenkunde in München, München 1982
Lammerer, Peter Forschungen im westlichen (bayerischen) Hagengebirge seit 1980 (+Nachträge), Der Schlaz 78-1996, S. 27ff.
Landesverein für Höhlenkunde in Salzburg,
Gesamtredaktion Walter Klappacher und Harald Knapczyk
Salzburger Höhlenbuch, Band 3, Salzburg 1979
Landesverein für Höhlenkunde in Salzburg Salzburger Höhlenbuch, Band 6, Salzburg 1996
Deubner, Christan Die Lindwurm-Loch-Ness-Großhöhle, Deutschlands drittiefste Höhle. Die Höhlen im Stiergraben (Hagengebirge), Mitteilungen Verband der Deutschen Höhlen- und Karstforscher Jg. 22, Nr. 4, S. 174ff, München 1976
Siersch, Wolfgang Stiergraben, in: Münchner Höhlengeschichte, herausgegeben vom Verein für Höhlenkunde in München, München 1982

Links:

Landschaft und Höhlen im Bayerischen Teil des Hagengebirges


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