Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Die Schrecksattel-Eishöhle,
Reiteralm, D


Beim Aufstieg von Jettenberg her auf die Reiteralm ist der Eingang zur Höhle für jeden Bergwanderer unterhalb des Schrecksattels am Fuß der senkrechten Wände leicht sichtbar. Ein ausgetretener schmaler Weg führt den Schutthang bis zum breiten Eingangsmaul hinauf. 

Die Höhle ist entlang einer großen Störungslinie und parallel dazu entwickelten Klüften angelegt. Ein geräumiger Gang mit kastenförmigem Profil führt über große Blockhalden bergwärts. Erst bleibt horizontal, dann geht es beständig abwärts. Kommt man früh im Jahr, dann stehen hier prachtvolle Eisfiguren, für die es kaum Parellelen in der Höhlenwelt der Bayerischen Alpen gibt. 
Mit den Händen in der Hosentasche ist die Höhle nicht zu befahren. Ständig muß man auf glitschigen Felsen balancieren, sich irgendwo durchdrücken, weite Spreizschritte machen, Für manchen ist der Einbau eines Seils an einigen Stellen vielleicht unvermeidlich. Weiter innen vermindern sich die Dimensionen, wird immer schlufartiger bis es schließlich ganz zu Ende ist.

Die Höhle hat noch einen zweiten Teil, der 15 m weiter oben liegt. Dazu muß man den Riß hochklettern, um den mannshohen Gang mit Spitzbogenprofil zu erreichen, der etwa 200 m lang und an erforschten Schächten endet.


Literatur:

Klappacher, Walter, Mais, Karl Salzburger Höhlenbuch Band 1, Salzburg 1975
Klappacher, Walter Salzburger Höhlenbuch Band 6 - Ergänzungsband zu den Bänden 1-5, Salzburg 1996, S. 85
Lindenmayr, Franz Bemerkungen und Ergänzungen zu einigen Höhlen im Salzburger Höhlenbuch Band 1, DER SCHLAZ 28-1979, S. 10
Jantschke, H. Materialhefte zur Karst- und Höhlenkunde Reihe Sonderpublikationen (MKH-S) 7,1988, Heidenheim April 1988

Links:

http://www.lochstein.de/hoehlen/D/bayalpen/be/reiter/reiter.htm

Landschaft und Höhlen der Bayerischen Alpen


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