Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Das Laubensteingebiet im Chiemgau

 

 


Die Alpen beginnen im Norden mit einer Kette relativ niedriger, bewaldeter Vorgebirgsgruppen. Eine davon liegt im Südosten von Frasdorf. Seit dem 30er Jahren war bekannt, daß es dort einige Höhlen gab. Forscher vor Ort waren die ersten, die erstaunlich tief in die Höhlen unter Laubenstein und Großem Spielberg eindrangen. Die nächste Welle kam kurz nach dem 2. Weltkrieg, als man langsam wieder damit begann, in Höhlen zu forschen. Die angespannte Wirtschaftslage zwang dazu, sich Ziele in der Umgebung zu suchen, und so stießen vor allem Münchner und Frasdorfer Höhlenforscher wieder auf die fast wieder vergessenen Höhlen. Zwei Tagungen des Verbandes der deutschen Höhlen- und Karstforscher fanden in den 50er Jahren in Frasdorf statt. Ein inzwischen zum Klassiker gewordener Band über die Höhlen und den Karst im Laubenstein, herausgegeben als Jahresheft des Verbandes, dokumentierte den damaligen Forschungsstand. Dann schien über viele Jahre hinweg nicht mehr viel zu passieren, außer touristischen Touren hauptsächlich in die beiden Hauptobjekte, die Schlüssellochhöhle und die Große Spielberghöhle. Sie war zeitweise ja sogar Deutschlands tiefste Höhle mit ihren 180 Metern Tiefe.
Erst mit den Chiemgauer Höhlenbären kam wieder neuer Schwung in die Laubensteinforschungen. In der Großen Spielberghöhle konnten bedeutende Neuentdeckungen gemacht werden, die aus dem bislang einzigen Gang in die Tiefe, deren zwei gemacht haben. Mit der Vermessung hapert es allerdings ein bißchen.
Dann wurde mit der "Chiemgauer Bärenhöhle" ein weiteres erstaunliches Element der Hohlwelt entdeckt. Im Grunde war es ja nur die Aufgrabung einer Fortsetzung einer längst bekannten Höhle, die allerdings richtig groß in die Tiefe zieht, leider nicht allzu weit.


Blick von der Naunspitze/Zahmer Kaiser von Süden auf das Gebiet:

In den Höhlen des Laubensteins:

Im Bild Elke Triller

 

 

Auf dem Weg ins Laubensteingebiet kommt man auf einer Seehöhe von ungefähr 1.000 m auf eine große Verebnungsfläche. Dort liegen mehrere Almen. Eine davon, die Gumpertsbergerhütte, ist heutzutage eine unbewirtschaftete Selbstversorgerhütte, die Mitglieder des Alpenvereins München/Oberland benützen können. Sie ist in einem sehr guten Zustand, sehr "gemütlich" und ein Besuch ist empfehlenswert. Ein paar Bilder von einer Tour dorthin im Juni 2003...

 


Literatur:

Treibs, Dr. Walter
(Schriftleiter)
Das Laubensteingebiet im Chiemgau, Jahreshefte für Karst- und Höhlenkunde; München 1963
Darga, Robert, Hofmann, Artur Eine neue Bärenhöhle im Laubensteingebiet, Chiemgauer Alpen, in: Naturerlebnis Alpen : Jubilläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen der Naturkundlichen Abteilung der Sektion München im Deutschen Alpenverein e.V., hrsg. von Walter W. Jung, München 1998

Links:

untitled - 187r021.pdf Grubalmpolje

Landschaft und Höhlen der Bayerischen Alpen


Index / Englisch version / Höhlen / Kunst / HÖREPSY / Sprache / Höhlenschutz / VHM / Veranstaltungen / Links