Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle
Höhlen bei Mühlbach, Altmühltal
Zwischen
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gibt es unterirdische Verbindungen.
Das Wasser hat sie über Jahrhunderttausende hinweg geschaffen und benutzt. Ob dabei auch vom Menschen befahrbare Höhlen, womöglich mit großen Dimensionen, entstanden waren, das war Spekulation.
Eine Gruppe sehr engagierter Höhlenforscher widmete sich der Erforschung dieses Gebietes und ließ sich nicht abbringen.
Schließlich hatten sie Erfolg, großen Erfolg. Die Geschichte dazu gibt es auf einer ausführlichen und sehr besuchenswerten Internetseite:
Der Ort, wo dieses fränkische Höhlenwunder liegt, ist Mühlbach im Altmühltal. Eingebettet zwischen Wolfsberg und Sommerberg liegt es. Entstanden ist er dort, weil an dieser Stelle dauernd viel Wasser aus dem Berg kommt, das natürlich vom Menschen genützt worden ist. In dem herrlichen Quellteich mit seinem klaren, meist aquamarinem Wasser, spiegelt sich die Umgebung - die Bäume, die alten Gebäude, die bewaldeten Hänge, die kleine Mariengrotte, der Himmel. Gleich danach fließt das Naß über das Rad einer Mühle. Die Kirche ist noch im Dorf, St. Maria heißt sie, und stammt aus dem 18. Jahrhundert. "Der Dorfplatz mit dem Mühlbach und der Kirche zählt zu den schönsten Ensembles seiner Art im Altmühltal." (Schrenk 221). Es gibt auch ein richtiges "Haus des Gastes", das bei einer Fremdenbettenzahl von 200 bei 500 Einwohnern wohl auch benutzt wird.
Daß hinter großen Karstquellen oft große Höhlensysteme sind, das war schon lange aus anderen Karstgebieten der Erde eine erwiesene Tatsache. Auf der Fränkischen Alb war es vorher noch nie gelungen, in eine solche Höhle vorzustoßen. Könnte es sein, daß auch hinter der Mühlbachquelle so ein System lag? Niemand wußte es wirklich. Es gab ein seltsames Loch in der Nähe, den Sommerleitenschacht. Den Leuten aus dem Dorf war es bestens vertraut. Geschichten wurden von den Leuten aus dem Dorf erzählt, daß es tief in den Berg hineinreichen würde. Allein, wenn man in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts noch hineinging, waren nur noch wenige Gänge zugänglich. Am 8. April 1972 war ich auch schon mal mit Klaus Vater und anderen drinnen, aber alles endete in engen verschütteten Spalten. Dann kam eine neue Generation von Höhlenforschern, deren Phantasie sicherlich auch von dem angeregt wurde, was man an kalten Wintertagen am Eingang der Höhle erleben kann - es kommt nämlich warme Luft einem entgegen. Das gibts nur sehr selten bei uns und kündet einfach davon, daß sich dahinter ein bedeutsames Höhlensystem befinden muß. Jahrelang wurde dann in dieser Höhle richtig gearbeitet und geschuftet und tatsächlich das alte System wiederentdeckt und weitere Teile hinzu.
Allerdings, den großen Durchbruch schaffte man dort bis heute nicht. Es gab nicht weitere Erzählungen im Dorf, die von einer gewaltigen Überflutung des Dorfes Im Jahre 1909 berichteten, als sich plötzlich das Wasser eines 500 Hektar großen Sees auf der Hochfläche, der sich bei ungewöhnlichen Witterungsbedingungen im Winter gebildet hatte, aus der Bergflanke geschossen seien und große Verwüstungen in Mühlbach angerichtet hatten. Die Stelle am Hang wurde untersucht, an einer Stelle angefangen zu graben und viele Monde später war der Erfolg da - die große Quellhöhle des Mühlbachs wurde am 3. Januar 2001 von Steffen Hoffmann, Manfred Walter und Dieter Gebelein tatsächlich angefahren.
5. Februar 2005 |
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| Menschliches Beiwerk zum Quellteich |
Literatur:
| Karstgruppe Mühlbach | Die Mühlbachquellhöhle, 2002 |
| Schrenk, Johann | Altmühltal, Michael-Müller-Verlag, Erlangen, 5. Auflage 2001 |
| Straubl, Rainer, Walter, Manfred | Tauchforschungen in den Nordost-Siphons der Mühlbachquellhöhle bei Mühlbach im Altmühltal, Mitt. Verb. dt. Höhlen- und Karstforscher, 52 (4), München 2006, S. 114-117 |
Glaser, Stephan |
Geologische und hydrogeologische Erkenntnisse aus der Mühlbachquellhöhle, Geol. Blätter NO-Bayern 55 (1-4), 1-30 Erlangen 2005 |
| Schöffel, Christian | Die Mühlbachquellhöhle - ein neuentdecktes Naturwunder im Altmühltal, STALACTITE 58, 1, 2008, S. 48ff. |
| Glaser, Stefan | Die Mühlbachquellhöhle - erste Einblicke in das unterirdische Gewässernetz der südlichen Frankenalb, Laichinger Höhlenfreund 2007, S. 61ff. |
| Schöffel, Christian | Die Mühlbachquellhöhle bei Mühlbach (H 100), in: Karst und Höhle 2008-2010 Südliche Frankenalb - Region Altmühl- und Donautal, München 2010 |
| Gebelein, Dieter | Der Höhlenkundliche Weg bei Mühlbach, in: Karst und Höhle 2008-2010 Südliche Frankenalb - Region Altmühl- und Donautal, München 2010 |
Wassertropfen an Moosen im Eingang des Sommerleitenschachts
Links:
http://www.muehlbach.dnet.de/hauptseit.htm
Der neue Höhlenkundliche Weg bei Mühlbach
Landschaft und Höhlen im Altmühltal
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