Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Die Grotte de l'Observatoire, Monaco


Monaco, 26. Oktober 2003 morgens, etwa in der Bildmitte der Jardin d'Exotique


Monaco, woran denkt ein Münchner zuerst, wenn er dieses Wort hört? Gracia Patricia? Boris Becker? Monaco Franzi?

Wenn er auch einer Menschengruppe angehört, die sich, zugegebenermaßen, heute nur noch als Randgruppe unserer Gesellschaft bezeichnen kann, als "Höhlen(-mensch, -forscher, -liebhaber, spéléo, caver...), dann weiß er vielleicht auch schon von der Existenz einer Höhle, die vom Eingang einen Ausblick bietet, wie sie sicherlich nur ganz wenige andere in Europa aufweisen. Der Zugang zu ihr wird einzig und allein, und das ist paradigmatisch für unsere Zeit, nur durch den Umfang des Geldbeutels beschränkt.

Wer 6.60 € am Eingang in den Botanischen Garten von Monaco hinlegen kann, der kann auch die Höhle sehen. Wir, Alfred Schlagbauer und ich, haben auch noch ein paar EURO mehr für je einen Kaffee (3,50 €) im Cafe gleich neben dem Eingang hingelegt. Bei solchen Preisen wird ein bißchen mehr verständlich, warum überall öffentlich Bedienstete für einen möglichst reibungslosen Ablauf des Welt sorgen. Hier ein Polizist, da ein Polizist, da ein Wärter, dort ein Wärter, dort ein Führer, da noch einmal ein Aufpasser, da noch einer.........

Da ein Rollce Royce mit Chauffeur....

Kakteen am Eingang einer Alpenhöhle, ein absolut ungewohntes Erlebnis. Und das Erlebnis ist auch körpergefühlsmäßig steigerungsfähig. Während wir uns meistens Schicht um Schicht zulegen wegen der Kälte, je weiter es in die Tiefe geht, wird es hier wärmer und wärmer und wärmer.

Wir waren die zwei einzigen Besucher, als wir gerade dort waren, aber der Führer hat es uns erzählt: Die Höhle von Monaco ist die Schauhöhle Europas mit den höchsten Innenraumtemperaturen. Egal, was wirklich "richtig" ist, kein Korinthenzählen hier. Dort erleben vielleicht die meisten Europäer, was es heißt, in die Erde zu gehen, nämlich, daß es "heiß" wird.

Viele Treppen runter, viele Treppen rauf. Vorbei an einer Ausgrabungsstätte. Tropfsteine üppig und sehr farbig, hauptsächlich rot. Manch einer gräbt sie ganz wo anders aus und pflanzt sie auf seiner unterirdischen Strecke wieder ein. Hier haben sie das nicht nötig. Die Natur hat sie verwöhnt.

Der Bild vom Höhleneingang auf das Mittelmeer

Lechuguillapflanze - nach ihr wurde eine weltberühmte Höhle benannt

Kleinere Höhlen im Park - alle natürlich oder wurde mit Gips nachgeholfen?
Der Pavillion am Eingang der Höhle
Der Eingangsbereich
 

Literatur:

Aellen, V., Strinati, P. Die Höhlen Europas, München 1977

Links:

http://www.monte-carlo.mc/jardinexotique/grotte.html

http://www.frankreich-sued.de/hoehlen-server/observatoire/observatoire.htm

http://www.showcaves.com/english/fr/showcaves/Observatoire.html

http://www.monaco-mairie.mc/05_cadre_de_vie/jdexo/jdexo_bs.php

Landschaft und Höhlen in den Französischen Alpen


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