Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Landschaft und Höhlen an der Algarveküste / Portugal


Im Baedecker-Reiseführer über die Algarve heißt es schwärmend: "Weite Hänge mit Korkeichenwäldchen, Feigen- und Johannesbrotbäumen, gelbblühende Mimosenbüsche, üppige Mandel- und Pfirsichplantagen, rote Mohnwiesen - und über allem das Zirpen der Zikaden und der süßlich-aromatische Duft der Orangenblüten.." Wer würde da nicht schwach? Auch so läßt sich ein Landstrich Europas beschreiben, der in der Erfahrung, wenn man selber mal dorthin fährt, ganz anders wirkt. Der Tourismus hat dort fest zugeschlagen und sehr schnell alle Romantik unter seinem Einheitsbrei begraben. Dicht an dicht drängeln sich die Urlauber, untergebracht in Bettenburgen, sich engstens drängelnd auf dem schmalen Streifen zwischen Meer und flachem Land dahinter. Einsamkeit braucht man dort heute nicht mehr suchen.

 

Ein bißchen findet man sie aber doch noch, wenn man sich auf die Suche nach Höhlen macht. Dann findet man zwar welche auch im größten Touristentrubel, aber auch an Orten, wo sich noch nicht alle auf einem Haufen versammeln.

Schwerpunkte der Höhlenvorkommen sind die Algar Seco, 2 km östlich von Carvoeiro, wo die Meereshöhlen von Armacao de Pera liegen, und die Felsformationen bei der Ponta da Piedada bei Lagos. Dort kam man sich auch mit Booten in die Brandungshöhlen bringen lassen.

Ähnliches ist möglich bei Senhora da Rocha, wo eine sandige Felsbucht mittels eines Tunnels mit der Cova Redonda verbunden ist, die kleine Felshöhlen aufweist. Westlich davon gibt es eine Reihe von Meeresgrotten, die entweder schwimmend oder mittels Fischerbooten erreicht werden können. Westlich davon liegt Benagil, ein Fischerdorf mit kleinem Sandstrand. Auch von hier werden Exkursion mit dem Boot in die Höhlen angeboten.

Bei Carvoeiro

Senhora da Rocha
Höhle bei Albufeira

Galé
Galé

Bei Canvoeiro

  Bei Carvoeiro
 

Karten und Beschreibungen weisten auf weitere Höhlen hin:


Aus dem Internet März 2006:

21.02.2006 - Grotten und Höhlen der Algarve dem Vandalismus preisgegeben

Das Archäologiezentrum CEEAA warnt, dass die grössten Grotten durch Unachtsamkeit der Behörden und Vandalismus bedroht sind und keine der zum teil spektakulären Höhlen touristisch genutzt werden. Höhlenwände werden besprayt, Felsformationen umgestossen und Glasflaschen im Inneren zerschlagen. Die Behörden haben es u.a. zugelassen, dass der Eingang zur Höhle
Algar do Escarpão in Paderne mit Aushub aus dem Yachthafen zugeschuettet wurde.
Weitere interessante Höhlenformationen gibt es im Bezirk Olhão (
grutas da Bita e de Cerro Cabeça), am rio Arade (grutas de Ibne Ammar)und in Salir (Algar dos Mouros).

Literatur:

Thomas, C. Grottes et Algares du Portugal, 1985
Radasewsky, Werner ALGARVE - entdecken & erleben, Mairs Geographischer Verlag, München 1997
Bucher's Reisebegleiter ALGARVE, München 1992, 1993
Baedeker Algarve, Ostfildern 1996
Fürtig, Tom Die Karstgebiete Portugals, Gut Schluf 36-1996, S. 10ff.
Almeida, Carlos, Crispim, José António Tracagens com uranina no Algarao do Escarpao (Albufeira, Algarve), ALGAR - Bol. Soc. Prot. Espel., 1:9-16 - Lisboa, 1987
Calandri, Gilberto speleologia in portugal, bollettino 26-1986, S. 2ff.
Michel, J, Thiry, J.P. Plongées souterraines au Portugal, SPELEO FLASH n° 142, mars 1984, S. 10ff.

Links:

http://www.algarve-reisen.com/

http://www.boat-charter-algarve.com/default.htm

http://www.algarve-reisen.com/fontebe.htm

http://www.algarve-reisen.com/news0206.htm


 

Eine Literaturempfehlung

http://www.michael-mueller-verlag.de/cgi-local/mmv-partner.pl?id=alt03&title=algarve

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