Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Die Torrekullahöhle / Schweden


Zu den schönen Seiten des Höhlenforschens gehört es, daß man auf der Suche nach Höhlen in Gebiete kommt, die man normalerweise nie ansteuern würde, die sich aber im nachhinein als sehr lohnend herausstellen. Und manchmal entdeckt man auf der Reise ganz Überraschendes. So ging es uns auf der Suche nach der Torrekullahöhle bei Norköpping. Es war am 27. August 1980 als wir, das waren meine Frau Norma und ich, Richtung der gesuchten Granithöhle fuhren. Etwas ganz anderes zog aber zuerst mehr unsere Blicke an: Pilze. Schon vom Auto aus waren sie leicht auszumachen. Ein kurzer Stop und schon wieder waren 2, 3 Steinpilze und Rotkappen im Sack. So machte der Weg Spaß und für das Abendessen war auch gleich gesorgt.

Tell beschreibt die Lage so: "700 m WNW vom Bauernhof Remninge, 6 km WNW von Finspang". Sie ist die größte Höhle der Gegend und eine typisch schwedische Höhle, d.h. sie liegt im basaltigen Granit. Viele alte Geschichten soll es von ihr geben und der Name sei noch immer ein Rätsel. Der große Raum in Innern des Riesensteinhaufens mag vielleicht, wie so mancher andere Höhlenraum auch als Versammlungsraum der Christen gedient haben. 60 m Gesamtganglänge hat man herausgemessen, der Hauptraum ist immerhin 14 m lang, zwischen 1,5 und 9 m breit und zwischen 0,5 m und 3 hoch. Die Höhle wird viel besucht und besonders bei Pfadfindern sei sie beliebt, die, so Tell, gerne die Höhle zum Campen verwenden und ihre Würstel und Hamburger drinnen grillen.

 

Literatur:

Tell, Leander Fifty Typical Swedish Caves, Norköpping 1976
Tell, Leander Die Höhlentypen Schwedens, Akten des Dritten Internationalen Kongresses für Speläologie, Stuttgart, Sektion 11, S. 251ff.

 


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