Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Humor und Höhle


Eine Zeichnung im Hüttenbuch der Lampohütte - typischer Höhlenhumor


Humor setzt Wunden voraus. Er ist eine Vernarbungserscheinung Sigmund Graff, zitiert nach Helmut Zöpfl

Am Anfang war das Lachen.. André Heller

Die Komik befreit uns als "Lust aus der Freiheit des Denkens" von den Denkzwängen, die wir uns zur  Selbstkontrolle auferlegen. Sie bringt uns in eine Distanz zu den Gegenständen und zeigt uns ihren Sinn. Sie hält uns gleichsam den Spiegel vor." (Markus Gabriel, Warum es die Welt nicht gibt)


Ein gutes Thema für HÖREPSY 2010 und 2013


Von der HUMORFRONT: (aus dem Internet)

Zum 1. Mai 2009: (von der Homepage des Grabenstettner Höhlenvereins):

02.05.2009 | Netter Maischerz: "Vorsicht Fledermausgrippe"

GRABENSTETTEN.Einen gelungenen Maischerz hat der Höhlendienst am Mai-Feiertag an der Falkensteiner Höhle erlebt. Hier wurde vor der "Fledermausgrippe" gewarnt.

Wie Christoph Gruner und Alexander Maier von ihrem Höhlendienst berichten, wurde sie bei der Anfahrt zum Wanderparkplatz an der Falkensteiner Höhle damit überrascht, dass der Eingang zum Parkplatz und der Eingang zur Falkensteiner Höhle mit rot-weiß-gestreiften Bändern komplett abgesperrt war. An beiden Bändern, so Christoph Gruner, flatterte einem amtlichen Aufschrieb ähnlich folgender Wortlaut auf Papier:

ACHTUNG!
DIE FALKENSTEINER HÖHLE WURDE AUFGRUND DER FLEDERMAUSGRIPPE BIS AUF
WEITERES GESCHLOSSEN !
VORSICHT LEBENSGEFAHR !
ARGE-KARST
BAD URACH

 

31.03.2004 | Sensationelle Neuentdeckungen auf der Laichinger Alb

Bei diesem Bericht handelt es sich natürlich um einen Aprilscherz. Unser Vereinskamerad Andreas Schober hat sich diese "Sensationelle Neuentdeckung" einfallen lassen!

LAICHINGEN (apz) Einigen vereinslosen Höhlenforschern ist es gelungen im Felsenackerschacht (ursprünglich zwölf Meter tief), Katasternummer 7524/13, im Gewann Felsenacker bei Laichingen, neue Gänge und Schächte zu entdecken. Sie öffneten eine verstürzte Fortsetzung, hinter dem sich ein zirka 30 Meter tiefer Schacht auftat.

Relativ große Gänge im Schlüssellochprofil führen rampenartig weiter in die Tiefe. Zunächst war den Forschern nicht bewusst, was für eine Sensation sie entdeckt haben. Nach weiteren Forschungstouren stießen sie auf einen aktiven Bach (Schüttung zirka 5 l/s). Inzwischen sind zirka drei Kilometer Ganglänge bekannt und vermessen. Ein Ende ist nicht abzusehen. Es gilt inzwischen als sicher, dass es sich hierbei um einen aktiven Zufluss des Blautopfsystems handelt.

Die Entdeckung gelang bereits Mitte letzten Jahres. Nun wurden die umliegenden Vereine, sowie diverse bekannte Höhlentaucher unterrichtet. Jürgen Kelmbacher, Leiter der Gruppe, schließt eine Mitarbeit mit anderen Höhlenforschern nicht aus. „Uns wächst die Sache über den Kopf“ so seine Aussage. Doch kaum ist die Neuigkeit entbrannt, gibt es schon erste Streitigkeiten. Diverse einzelne Höhlenforscher haben ebenfalls einen „Anspruch auf Forschung“ angemeldet. Die Gemeinde Laichingen verlangt zudem ein solides Forschungskonzept. Sollte es weiteren Streit zwischen diversen Höhlenforschern oder Vereinen geben, wird die Gemeinde einen Verschluss in Betracht ziehen. Davon geht aber Jürgen Kelmbacher nicht aus. Er hofft mit seiner Gruppe weiter und tiefer in das Herz der Schwäbischen Alb vordringen zu können.

eingegeben von Admin.

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Der kleinste Höhlenforscher der Welt ist Chinese und heißt - na? wie ?
genau: Tam-Pong

Worüber lacht man da?

"In der Regel über Dinge, die nicht lustig sind" (Robert Provine). Völlig richtig. Gerade im Raum der "Höhle" haben wir eigentlich oft nichts zu lachen. Und gerade deshalb reizt es, zur seelischen Bewältigung dieses Phänomens, Witze darüber zu machen.

Ein Ding, das nicht lustig ist....

Bei der letzten Tagung von Höhle-Religion-Psyche hat mir Heinrich Kusch einen anderen Witz erzählt, der auch nur zur seelischen Bewältigung eines Höhlenerlebnisses dienen kann, das besser nie, nie eintritt.

Wer kennt noch mehr Höhlenwitze? Ich würde mich sehr freuen, wenn wir hier weitermachen würden. Denn das Leben ist hart genug, und morgen kann es schon wieder vorbei sein.

 

Höfos bei der Erkundung eines Kanalrohrs unter der Straße zum Schulerloch

Ein "erfrischendes" Bad nach einer großen Tour durchs Tennengebirge

Kopfüber in eine kleine Schachthöhle am Hirschberg/Tegernsee

Etwas zum Lachen? Eher ist das "Lächerlich" -Klaus Kinski in dem Winnetou II. Teil-Film

Alternativer Antrieb für Karbidlampen?

Höhlenforscher - Menschen mit einem Mangel an Selbstschonung (H.C.Blumenberg)

Was tut dieser "Eingeborene" erst in der Höhle?

Aus einer französischen Höhlenforscherzeitschrift unter dem Titel "Les Joies de la spéléologie"

 

 

 

Wird fortgesetzt...

S. 31: Es geht um eine Begehung der Lancasterhöhle in Yorkshire, die gerade neu entdeckt worden war, der Zugang war nur illegal möglich, und ein kleines Grüppchen "junger Enthusiasten" verschaffte sich mittels eines Nachschlüssels trotzdem den Zugang zu dem riesigen Höhlensystem. Als sie nach der nächtlichen Tour wieder die Höhle verlassen wollten, hatte jemand den Eingangsdeckel, den sie offengelassen hatten, wieder verschlossen. Da standen sie nun, eingeschlossen in der Höhle. Ein großes Stück Eisen wurde den 35 m Schacht hinaufgeschafft, man schlug gegen den Eisendeckel und konnte ihn ein kleines bißchen bewegen. Allerdings bewegte sich auch ein großer Felsblock, der erst einmal die Schulter des auch auf der Metalleiter stehenden Kameraden streifte und dann mitten in die unten stehende Gruppe der Kameraden einschlug, aber keinen verletzte. Jim Eyre und Wilf Taylor arbeiteten weiter, aber dann passierte die nächste kleine Katastrophe: "...we began bashing at the lid again. This time, we lost our grip on the girder (Haltestange). We looked down, horrified at the showers of sparks as it hit the ladders beneath us time and time again in a cacophony that suddenly ended in an ominous silence. After what seemed an eternity, a lone voice shouted up from below, 'Missed us. Try again!" Der Aufschrei der gequälten Kreatur, eingepackt in englischen Humor.

S. 55 Jim beschreibt da gerade einen sehr dramatischen Moment während einer Höhlenrettung. Wenige Wochen vorher war in dieser Höhle schon jemand ums Leben gekommen. Nur sein Helm war von ihm noch zurückgeblieben. Dann passiert da schon wieder ein schlimmer Unfall. Der dem Tod geweihte wird hinausgeschleppt. Er sieht den zurückgelassenen Helm und erkundigt sich auf seiner Trage, wo denn sein Helm sei. "Everyone hastened to reassure him. The morbid atmosphere was suddenly broken by a comedian who had offered to bring an over-zealous reporter down. 'I told him he'd be all be all right if he rolled his trouser legs up.' At this, I managed to tear my hypnotised eyes away from the pitiful helmet and joined in the laughter.'"

Der manchmal schon sehr an der Schmerzgrenze bewegende Humor zeigt sich noch an einer weiteren Stelle. Als der vorletzte Mann, Corne, die Höhle verlassen hat, wird er gefragt, ob er wirklich der Letzte sei, denn man habe vor, die Höhle nun zu verfüllen. Er antwortete: "'Yes, go on, fill it in. There's only Ers down there". Schnell kletterte Jim aus der Höhle "and looked in disgust as the last of a bottle of rum tumbled down Corne' throat. 'Well, there was only a drop, Jim, the others hadn'T left enough for two of us,' he said". Harte Zeiten.


Aus einer australischen Zeitung, 2008

 


Etwas Humortheorie:

"Humor besteht darin, dass man sich selbst verdoppelt. Und zwar, um fähig zu werden, auf sich selbst aus einer erhöhten Position herunterzublicken und über sich - d.h. über die eigenen Dummheiten, Drolligkeiten, Ungeschicklichkeiten, Verfehlungen, Geschmacklosigkeiten und andere Verletzungen der eigenen Prinzipien - liebevoll zu lächeln. Diese erhöhte Position, die uns einen solchen wohlwollend lächelnden Blick auf uns selbst ermöglicht, ist, wie Freud erkennte, die Perspektive des Über-Ich." Pfaller, S. 158


YouTube-Filme:

http://www.youtube.com/watch?v=xTYEcgQfBQs&feature=related

Literatur:

Beiter, Gasta R. Die Torfhöhlen von Hi-Mawnay (Hi-Duddify Island, Hi-lay Archipel, Der Abseiler 17 - 2004, S. 39
Böhm, Klaus Höhlensachen mal ganz anders viel zum Lachen, ohne Ort, ohne Verlag und ohne Jahr (1976)
Bosewitz, René, Kleinschroth, Robert Joke by Joke to Conversation, rororo November 1990
Butz, Steffen Hey, klasse Party! Lappan-Verlag 2002 (***Höhlencartoons)
Chabert, Jacques, Combredet Petit troglossaire, SPELUNCA n° 19-1985, S. 21
Chesterton, G.K. Die neue Weihnacht, nova & vetera Bonn 2004
Choppy, J. Spélé-humour, Spéléo-club de Paris, Paris1998
Cornwell-Smith, Nick They Words, They Words, They 'orrible Words, Bristol 1993
Czoernig, W. Ein wenig Humor. Was man in der Eisriesenhöhle begegnet, Mitt. ü. Höhlen- und Karstforschung (Berlin) 1930: 51-52
Eyre, Jim The Cave Explorers, Calgary 1981
Fitz, Lisa Flügel wachsen wieder nach, München 1995
Franke, Herbert W. In den Höhlen dieser Erde, Hamburg 1978
Freud, Anna Das Ich und die Abwehrmechanismen, Frankfurt, Fischer 1968
Freud, Sigmund Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten, Frankfurt 1981
Geier, Manfred Worüber kluge Menschen lachen - Kleine Philosophie des Humors, Reinbek bei Hamburg 2006
Gühlich, Dorette Humor: widrige Umstände gelassen betrachten, in: PSYCHOLOGIE HEUTE 8-2010, S. 30ff.
Heiko, Ernst Das Immunsystem der Seele, in: Psychologie Heute Februar 1995
Höfner, Eleonore, Schachtner, Hans- Ulrich Psychotherapie ist eine ernste Sache. Oder? in: PSYCHOLOGIE HEUTE 9/1995, S. 20ff.
Illmann, Renate Das Große Schulerloch bei Oberau, in: Gruber und Gruber, Das Große Schulerloch, Essing 1984
Lindenmayr, Franz Humor und Höhle, in: Tagungsband HÖREPSY 2010, hrg. v. Franz Lindenmayr, Gröbenzell 2011
Lorenz, Wilfried Die letzten Seiten (Höhlenforscher - eine Klassengesellschaft), Der Fränkische Höhlenspiegel 1988, S. 45
Lorenz, Wilfried Stadt gibt nach, Der Fränkische Höhlenspiegel 1-1974, S. 5
Lorenz, Wilfried Höhle und Humor, in: HÖREPSY 2013, Tagungsband zum 22. Treffen der anthropospeläologischen Interessengemeinschaft Höhle-Religion-Psyche in Feucht bei Nürnberg 2013, Gröbenzell 2013
Martin, Matthias Am zweiten Tag begann die Angst, Franz Schneider Verlag, München 1982
Morokutti, Albert 75 Jahre Landesverein für Höhlenkunde in Salzburg, Die Höhle 2-1986, S. 27ff.
ohne Verfasserangabe Eine erstaunliche Höhle im Blautal, Mitteilungsblatt der Höhlenforschungsgruppe Blaustein, 2. Jahrgang, Heft 1, 1979, S. 1
Otter, Stefan Aufruf zur Gründung der Gewerkschaft der Blitzknechte (GDB), in : Jahresbericht der Höhlenforschergruppe Rhein-Main, 1985, Frankfurt a.M 1986, S. 25-26
Paul, Jean Über den Witz, zitiert in: SZ Nr. 84, 12./13.4.1997, Seite VII,
Pfaller, Robert Wofür es sich zu leben lohnt - Elemente materialistischer Philosophie, S. Fischer Wissenschaft, Frankfurt a.M. 2011
Pirandello, L. Der Humor (L'umorismo), Mindelheim 1986
Preu, Dieter Die "Maurer-Formel", Der Fränkische Höhlenspiegel 37-1992, S.48-50
Prütting, Lenz Homo ridens. Eine phänomenologische Studie über Wesen, Formen und Funktionen des Lachens. Neue Phänomenologie Band 21. Verlag Karl Alber, Freiburg und München 2013 3 Bände
Stolper, Sandra Im Land lächelnder Führungskräfte / Performance Management, in: SZ Nr. 46, 24./25.2.1996, Seite V1/15
Vaillant, George E. The Wisdom of the Ego, Cambridge, Harvard University Press 1993
Venus, Brenda Mach's besser, Liebling - Die Kunst der Verführung, München 1993
Wimmer, Adi Vereinsmitteilungen Salzburg, verschiedene Artikel
Winkler, Robert Das unterirdische Experiment 2009 - Der Hohlpreis, Jahresheft 2008, Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Grabenstetten, S.123f.
Zöpfl, Helmut Grund zur Freude, Herbig-Verlag, München-Berlin 1981

Links:

http://www.mykarst.org/index.php?/categories/4-HUMOUR

http://www.humor.ch

http://web.ukonline.co.uk/arthur.vause/horoscope/horoscope.html
Fledermausbrotaufstrich
http://www.showcaves.com/german/explain/Humor/Mythen.html
Humor@caveman-online.de
http://cdsc65.org/index.php?option=com_content&view=article&id=29&Itemid=26
http://www.der-abseiler.de/a1/dilatationstheorie.html
http://www.speologie.ro/fun/bancuri_speo.php
SOUTERNET CLPA spéléo Montpellier : Menu déroulant
Die Zipfer'schen Gesetze der Höhlenforschung
Höhlensystem unter der LMU entdeckt! - Konvent der Fachschaften - LMU München


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