Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle
Das Erdstalltreffen 2011
in der Oststeiermark
Nach vielen Jahren, in denen die alljährlichen "Erdstalltreffen" immer in der Nähe von Roding in der Oberpfalz stattgefunden haben, durften wir 2010 unter der Führung von Edith Bednarik Raabs an der Thaya in Niederösterreich mit seinen klassischen Erdställen in der Umgebung besuchen. Ein nie mehr wiederholbares Erlebnis. Das nächste Treffen wird schon schon wieder in Österreich sein - an einem besonderen "hotspot" der unterirdischen Forschung.
Seit einigen Jahren bemühen sich Ingrid und Heinrich Kusch besonders in der Oststeiermark um unter- und oberirdische Kulturdenkmäler. In ihren Berichten fällt auffälligerweise immer wieder das Wort "Sensation". Das macht natürlich neugierig, auch in unserer Zeit, wo das Wort durch den inflationären Gebrauch schon ziemlich verschlissen ist.
Heinrich hat ja auch auf der 2010er Tagung von den neuesten Ergebnissen berichtet und uns "heiß" gemacht. Was kommt da denn noch alles zum Vorschein? Die Frage stellt sich, was all die unterirdischen Hohlräume, die da entdeckt werden, noch mit dem "Erdstallphänomen" zu tun haben. Unterirdische Gänge und Kammern, ja, geradeaus und geschlängelt, mit Einbauten und auch ohne, mit Lochsteinen darüber oder auch ohne. Das Bild einer schiefen Kapelle haben wir auch 2010 zu sehen bekommen, was höchst eindrucksvoll war. Da war ein Hohlraum darunter? Und das Karussel dreht sich....
Auf das Buch von den Kuschs hat es ja auch sehr kritische Stellungnahmen gegeben, die für sich geltend machen, daß sie, im Gegensatz zu Ingrid und Heinrich, "Wissenschaftlich korrekte Standpunkte" vertreten würden, statt "Esoterischem Klimbim". Der kurze Schlagabtausch auf dem 2010er-Treffen in Raabs war unendlich klarstellend bzw. halt auch nicht.
Ich freue mich drauf und bin sehr gespannt, was der persönliche Augenschein ergeben wird. Darum geht es ja nichtzuletzt bei den alljährlichen Treffen der "Erdstallforscher".
Termin: 16. - 18. September 2011
Diesen Text habe ich geschrieben, weil ich halt auch nur die unmittelbare Zukunft einigermaßen abschätzen konnte.
Leider?! kann ich nicht teilnehmen. Mein Sohn Michael heiratet ausgerechnet eine Woche vorherin Antalya in der Türkei. "First things first" - das habe ich 30 Jahre lang an der Schule, an der ich unterrichtet habe, immer schon in der ersten Stunde Englischunterricht an die Tafel geschrieben, mit Kreide noch. Und ich bin dann für 2 Wochen auf dem Lykischen Weg alleine zu Fuß unterwegs.
So wird es für mich nichts draus diesmal. Leider?! Schön aber, daß hoffentlich so das "Leben" weitergeht.
http://ezgimichi.blogspot.com/
Einen heimlichen Verdacht habe ich in Bezug auf die Erdställe: Haben sie etwas mit diesem großen Urereignis vielleicht zu tun? Mit dem Zusammenkommen der Geschlechter, um für das "Leben" eine Zukunft zu schaffen? Als ich an dem ausgeräumten Zugang, der runden tonnenförmigen Vertiefung zum Erdstall von Kühried stand, beschlich mich so ein Gefühl. So eine titanische Arbeit macht man nicht für Nichts! Und unten gibt es zwei Öffnungen in zwei Richtungen. Die dann unterirdisch miteinander verbunden sind, durch Schlupfe in einen gemeinsamen Raum führen, der von nirgends woher anders erreichbar ist. Mühsamst muß das gewesen sein, den zu schaffen, rational schon mal gar nicht. Das wäre viel leichter gegangen, wenn man vom Schacht aus, da gleich hinein gegraben hätte. Nein, das ist nicht so passiert. Da waren andere "Werte" wichtig.
| Karner, Lambert | Künstliche Höhlen aus alter Zeit, Wien 1903 |
| Kusch, Heinrich und Ingrid | Tore zur Unterwelt - Das Geheimnis der unterirdischen Gänge aus uralter Zeit, V.F.Sammler-Verlag, Graz 2009 |
http://www.lochstein.de/erdstall.htm
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