Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

36. HÖPHO - das jährliche Treffen aller an Höhlenphotographie und -film Interessierten

22. bis 24. April 2016 im Wanderquartier "Gesindehaus" bei Dresden, Sachsen

 

Photos Reinhard Kieselbach


Ihr glücklichen Augen,
Was je ihr gesehn,
Es sei wie es wolle,
Es war doch so schön!  J.W.v.Goethe


Kurzkommentar von Reinhard:

"Das Höpho war super. Die Auswahl der Lokalitäten war nur ideal. Ein großzügiger Vortragsraum mit großer Leinwand.
Familie Angela und Andreas Eule hatten alles vorbildlich organisiert.
Ganz überraschend kamen zwei neue aus Würzburg dazu. Sie hatten den Termin aus der Webseite vom Verband erfahren."

Ich war leider nicht dabei, weil zur gleichen Zeit in Russland ein wissenschaftliches Höhlensymposium stattfand, an dem ich teilgenommen habe. 


Wilfried Lorenz, Mitbegründer der HÖPHOs, war so freundlich und hat mir eine kurze Beschreibung geschickt, die ich gerne hier als Gastbeitrag wiedergebe:

 

Höpho 2016 in Dresden

 

Das 37. Treffen der Höhlenfotografen Deutschlands fand vom 22.- 24. April 2016 in Eschdorf, einem ländlichen Stadtteil von Dresden statt. 25 Freunde der Höhlenfotografie aus Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und der Türkei hatten sich eingefunden.

Die Organisation hatten Andreas und Angela Eule übernommen und man muss sagen, es war alles perfekt.

Tagungsort war der Gemeindesaal der evangelischen Kirchengemeinde Eschdorf. Das Ensemble aus Kirche, Friedhof, Pfarrhaus, Gemeindesaal und Gesindehaus liegen am Ortsrand idyllisch am Rand der Natur gelegen.

Auf der großen Wiese vor dem Gemeindesaal, einer ausgebauten Scheune, war genug Platz für alle Wohnmobile, wer keines hatte, schlief im Gesindehaus in einfachen Zimmern.

In der Küche darunter bereiteten Angela Eule und Reinhard Kieselbach das traditionelle Abendessen am Samstag ( Leberkäse mit Kartoffelsalat).

Das Wetter zeigte sich nicht ganz so positiv, denn es war für die Jahreszeit viel zu kalt.

Glücklicherweise blies ein Warmluftgebläse so viel heiße Luft in den Raum, dass es sehr behaglich war.

Bilder gab es wie immer in Hülle und Fülle.

Zur Eröffnung gab es einen Rückblick auf 30 Jahre Höhlenforschung in Sachsen vor und nach der Wende von Friedrich Paul.

Herausragend sind immer wieder die Vorträge von Alex und Timo, diesmal mit Bildern aus französischen Höhlen sowie einen Tonfilm über eine Befahrung der wasserführenden Teile der Postojnska Jama in Slowenien.

Reinhard Kieselbach nahm uns mit auf eine nostalgische Tour durch Höhlen des Französischen Juras und Helmut Poetsch berichtete über das zwar gefährliche aber auch faszinierende Höhlentauchen am Beispiel der mexikanischen Zenotes.

Der Samstag war bestimmt durch eine Wanderung in der Sächsischen Schweiz unter der ortskundigen Führung von Andreas. Der Pfaffenstein, ein markanter Tafelberg (434m), hat eine große Geschichte, faszinierende Felsformationen wie die "Barberine", eine 68m hohe Felsnadel, und auch etliche Höhlen. Am bekanntesten ist die Goldschmidthöhle. Es war ausreichend Zeit, alles genau anzuschauen und natürlich auch zu fotografieren.

Am Abend  ging nach dem schon erwähnten Leberkäse die Bilderschau weiter. Wilfried zeigte Uraltdias aus wenig bekannten Höhlen der Oberpfalz und schilderte seine erste Fahrt in den Französischen Jura 1978.

Unsere türkische Teilnehmerin Güvenli berichtete über eine Höhlenbefahrung in der Türkei.

Leider haben wir die Erläuterungen nicht alle ganz verstanden.

Nach dem Bilderreigen saß man noch lange beisammen und nach kurzer Nacht ging es am Sonntag nach dem Frühstück daran, aufzuräumen und einzupacken.

Ich denke, alle Teilnehmer sind zufrieden wieder nach Hause gefahren und nächstes Jahr ist das nächste Treffen wie üblich am gleichen Ort und etwa zum gleichen Zeitpunkt geplant.


 

Photos Reinhard Kieselbach
Auf der Exkursion

 


Text vor der Veranstaltung:

Es geht weiter..... in Sachsen. Angela und Andreas Eule haben sich bereit erklärt, für uns einen geeigneten Platz in der Sächsischen Schweiz zu finden und dort das nächste HÖPHO, traditionsgemäß werden dann zwei daraus, auszurichten. Wir freuen uns schon darauf.

Ein wichtiger Grund, warum wir uns immer wieder treffen, liegt wohl auch in unser aller Hirnstruktur begründet. Wer ein wenig mehr darüber, leicht lesbar übrigens, erfahren will, kann ja mal das Kapitel "Limbis Chemiebaukasten" in Werner Tiki Küstenmachers "LIMBI"-Buch nachlesen. Wenn wir nämlich zusammen sind - "am besten mit solchen Leuten, die uns sympathisch sind", produziert unser Hirn Oxytocin aus, einer der drei Neurotransmitter, die heute bekannt sind (neben Dopamin und den Endorphinen). Es gilt als "Kuschel- und Treuehormon, als Stoff für Bindung, Frieden und Ruhe", kurzum es trägt hervorragend zur Erhaltung unserer Gesundheit bei. Wissenschaftler haben z.B. festgestellt, daß der Oxytocin-Spiegel im Gehirn bei gemeinsamen Mahlzeiten messbar ansteigt. Das ist längst bei uns ritualisiert in Form des Großen Abendessens am Samstagabend, gekocht von Reinhard und Helfern. Es geht einfach darum, daß es auch gesund ist, sich immer wieder zu treffen, mit denen man etwas Gemeinsames hat. Und das tun wir, seit langem! Der Kreis ist offen.

Ich denke, wir werden wieder wirklich "staunen", was es da nicht alles unter dem meist festen Deckel der Erdoberfläche so alles zu sehen gibt - und wie meisterhaft das heute photographiert wird. "Staunen" ist gut für uns. Für Goethe war es das Höchste, wozu der Mensch gelangen kann. "Wer staunt, gibt sich dem schwer zu beschreibenden Gefühl hin, an etwas teilzuhaben, das größer ist als man selbst...Wird das Verständnis von der Welt für einen Moment erschüttert, sei es durch Erlebnisse in der Natur, mit Kunst, Musik oder Religion, rückt das Selbst in den Hintergrund. "Die eigenen Sorgen verschwinden, und das Staunen ermutigt die Menschen, sich um das Befinden anderer zu kümmern"". (Bartens 16)

Laßt uns also wieder zusammenkommen....


Gerade habe ich aus Sachsen die erlösende Mitteilung bekommen. Ort und Zeit stehen jetzt fest. Aus vagen Nebelwolken wird Handfestes.

 

Wann:  Freitag 22. April bis Sonntag 24. April 2016

 
Wo:  “Wanderquartier Gesindehaus” an der ev.-luth Kirche “St. Barbara”
          Kirchberg 3
          01328 Dresden / OT Eschdorf
          (www.kirche-eschdorf.de)

 
Kontakt:  ab sofort bei Angela und Andreas Eule
           (a.eule@outlook.de) und 0351 2682051

 

Literatur:

Bartens, Werner Demütiges Staunen - Wer sich noch wundern kann, ist sozialer und hilfsbereiter, Süddeutsche Zeitung Nr. 114, 20. Mai 2015, HBG S. 16
Küstenmacher, Werner Tiki Limbi - Der Weg zum Glück führt durchs Gehirn, campus, Frankfurt-New York 2014

Links:

Landschaft und Höhlen in der Sächsischen Schweiz

HÖPHO


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