Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Die Gutortenbrandhöhle am Schlenken, Salzburg


Die in Oberalmerkalken liegende Höhle liegt am Schlenkensüdhang. Sie den Bauern in der Umgebung sicherlich immer schon bekannt, weil bei extremem Hochwasser der Höhlenbach sogar aus dem unteren Schachtmund austritt und durch einen Graben dann oberirdisch dem Tauglbach zufließt, was sicherlich deutliche Spuren in der Landschaft hinterläßt.

Die Höhlenforschern stießen auf sie schon im Jahre 1911, als sie von G. Freytag und seinen Kameraden erstmals begangen wurde. Ein Lambert Fischer hatte ihnen von einem Loch erzählt, in dem einmal ein Hund einen Fuchs verfolgt hätte, der dann einige Stunden ausgeblieben sei. Ein Bauer habe auch einmal ein junges Pferd in den Eingangsschacht geworfen, dessen Knochen noch immer unten seien. Man fand die Höhlenöffnung im Wald und kletterte schon an einem "verfaulten Baum" hinunter. Es geht in zwei Richtungen weiter, der kürzere Teil führt zu einem weiteren verstürzten Eingang, der andere zieht sich erst als kletterbare Spalte nach unten und dann als breiter niederer Höhlengang bergwärts. Man merkt schon, daß da ab und zu es am Boden und an den Wänden einiges an Geröll und feinen Lehm erst abgelagert und dann wieder fortgespült wird. In einer Höhlenkammer findet jährlich traditionellerweise die Höhlenweihnachtsfeier des Landesvereins für Höhlenkunde in Salzburg statt. 

Danach teilt sich der Gang. Nach rechts geht es zum Wurzelkamin, in er Kluft in der meterlange Baumwurzeln herunterhängen. Nach links leitet ein Felskanal, der zu einer Schotterkammer mit Bachlauf abbricht. Bei niedrigem Wasserstand gelang es F. Kafka 1990 in einen meist wasserverfüllten engen Gang vorzudringen, der in eine große Fortsetzung mündete. Feuchte Schlieferei in engen Teilen schließen sich an, ein Teil trägt die Bezeichnung "Eierbad", was wohl eine bildhafte Beschreibung des Höhlenbegehungserlebnisses darstellt. Insgesamt sind heute 1120 m Gangstrecken bekannt bei einem Höhenunterschied von 90 Metern - für eine Tauglhöhle ganz beachtlich. 

 

     
     

Literatur:

Klappacher, Walter, Gesamtredaktion Salzburger Höhlenbuch Band 5 Salzburger Mittelgebirge und Zentralalpen, Salzburg 1992

Links:

Höhlenweihnachtsfeier2015

Landschaft und Höhlen im Schlenkengebiet, Osterhorngruppe, Land Salzburg, A


[ Index ] [ Englisch version ] [ Höhlen und Höhlengebiete ] [ Kunst ]
[ HöRePsy ] [ Höhlenschutz ] [ VHM ] [ Veranstaltungen ] [ Links ]