Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Landschaft und Höhlen um Mont-sur-Meuse, B


Zwischen Dinant und Namur fließt die Maas in einem breiten Flußtal. Links und rechts führen Straßen entlang. An den Talhängen verdeckt hoher Wald oft den Blick auf die Hänge. Vereinzelt schauen Felsen heraus. Verläßt man den Talboden und fährt aufwärts, dann stößt man auf weite, leicht gewellte Hochflächen. Dort liegt auch Mont-sur-Meuse, einen kleinen Ort, der aber speläologisch hochkarätig ist. Gleich bei der Ortskirche, mitten im Dort, liegt auf der anderen Seite der Straße der Trou d'Eglise.

Die Situation ist typisch, nicht nur für diese Gegend. Dort, wo sich eine Art Insel aus großen alten Bäumen in der Landschaft zeigt, da ist eine tiefe Einsenkung in der Landschaft. Meist geht es steil in die Tiefe, wo am Grund ein Loch klafft, das von den Bemühungen der Höhlenforscher stammt, zu erkunden, was sich darunter befindet. Und was sie finden, das sind große und großräumige Höhlen. Im Falle des Trou d'Eglise wird die Gesamtganglänge mit 1065 m angegeben und eine Tiefe von 78 m genannt. Natürlich ist der Eingang verschlossen. Eine Eisenplatte mit einem Loch drinnen, durch die das Verschlußschloß zugänglich ist, liegt über dem Zugang. Bemerkenswert ist schon der Fels direkt am Eingang, der ganz einfach vollkommen glattpoliert inzwischen ist von den vielen, vielen menschlichen Händen, die der drüber gestrichen sind. Früher waren es die Bärenschliffe, die uns aufgefallen sind, heute gibt es schon richtige Menschenschliffe. Über das in vielen bedeutenden Höhlen geltende belgische Zugangssystem zur Höhle finden sich Informationen unter den Links.

Ein Spaziergang durch den Ort lohnt sich. In der Nähe der Schule gibts noch eine Bauminsel, und auch dort wird man nicht enttäuscht. Steil geht es hinunter zum Grund der Doline und dort ist auch wieder eine Schachtöffnung, wohl der Eingang in den Trou Dury. Gleich daneben noch eine Bauminsel...

In der Umgebung gibt es noch mehr Höhlen, den Trou Bernard, das System Weron-Dellieux, den Trou d'Haquin, den Réseau de Fresnes.

Das Maastal  
Der Eingang zum Trou d'Eglise
Der Eingang zum Trou d'Eglise
Glattpolierter Fels am

Eingang

 
Aufgegrabene Doline am Ortsrand

von Mont-sur-Meuse

 


Literatur:

ohen Verfasserangabe Belgienfahrt nach Mont-sur-Meuse, 17./18. November 1984, SAGA '84, S. 5ff.
De Bie, Paul Le Systeme Eglise-Dury, Regards 19-1995, S. 16ff.
Fastres, Th. 1949-1989 Quarantieme Anniversaire du Trou Bernard, Le Pharefouilleur n° 4-1989, S. 5ff.

Links:

http://www.lochstein.de/haquin.htm


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