Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Höhlen im Silbertal bzw. Galgental, Unteres Altmühltal


Bemalte Kalksteinplatte bei Flügelsburg / Altmühltal mit dem "malerischen Felsenhäusl", Aufnahme Oktober 2016


 Silbernloch


Das Silber- oder Galgental zweigt nordseitig zwischen Riedenburg und Neuessing vom Altmühltal ab. Um dorthin zu kommen, muß man von der Schnellstraße durchs Tal abzweigen und auf die alte Straße abzweigen. Beim Felsenhäusl, das nicht zu übersehen an eine massive Kalkfelswand heranrückt worden ist, zweigt die einspurige Straße ab. V-förmig geht es langsam bergan. In den Talhängen zeigen sich kleine Felswände. Immer näher rücken sie an die Straße heran bis ein Punkt erreicht ist, wo das Sträßlein direkt hindurchführt. Da ist irgendwo eine kleine Straßenverbreiterung, wo man sein Fahrzeug stehenlassen kann, um zu Fuß die Gegend zu erkunden. Es lohnt sich. Eine ganze Reihe von Höhlenöffnungen tun sich vor einem auf und belohnen das Nasehineinstecken durch mehr oder weniger große Höhlenerlebnisse.

Die bestehen für jeden in was ganz anderem. Als ich mal mit einer Kindergartengruppe dort war, da haben sich die Kinder besonders über die vielen Spinnen an den Höhlenwänden erregt, die ich nicht einmal mitbekommen habe. Und als ich mal mit einer Gruppe von Studenten der Fachhochschule Rosenheim dort war, da fand eine Studentin in einer kleinen Nebenkammer eine ausgekeimte Pflanze, die nun ihre grünen Blätter ins Halbdunkel reckte. Wer das Glück hat, an einem passenden Wintertag in der sog. Steinzeithöhle zu sein, der wird vielleicht auch diese prachtvolle Eiskeulengruppe entdecken, die sich dort alle paar Jahre mal für wenige Tage bildet.

Gümbel erwähnt schon 1891 in seinem Standardwerk der Geognostischen Beschreibung Bayerns, 4. Abtheilung, Fränkische Alb (Frankenjura), das Silberloch: "Eine kleine Höhle, das Silberloch bei Kelheim, ist unbedeutend." (S. 316). 

 

Januar 2008

Die Straße durchs Silbertal
 
 
Leider hat der Besuch der Silberhöhle sehr sehr zugenommen. Scharenweise kommen nun die Besucher, ganze Schulklassen hatten sich schon aufgemacht. Und kommerzielle Vermarkter wollen  in die Marktlücke der Erlebnishungrigen vorstoßen und  machen entsprechende Angebote. Glücklicherweise ist die Höhle bislang noch nicht abgesperrt, aber man hat eine schlaue Maßnahme vorgenommen: Man hat die Straße gesperrt, die  durchs Galgental führt. Nun ist der kurze Zugangsweg gesperrt und es erfordert einen größeren Anmarschaufwand, um hinzukommen. Ein Grundrecht.auf möglichst autogerechten Zugang zu den Naturschönheiten gibt schließlich es noch nicht.   
Oktober 2019

Der Eingang zur Felsenhäusl-Kellerhöhle ist sichtbar

Film von der Vermessung: https://www.youtube.com/watch?v=bDR09hncqKQ&feature=youtu.be

 

 

Literatur:

Franke, Herbert W. In den Höhlen dieser Erde, Hamburg 1978 (S.231)
Gümbel, C.W. Geognostische Beschreibung des Königreichs Bayern, Vierte Abtheilung Geognostische Beschreibung der Fränkischen Alb (Frankenjura), Verlag von Theodor Fischer, Kassel 1891
Häck, Bernhard, Mayer, Bernd Höhlen im Galgental, in: Karst und Höhle 2008-2010 Südliche Frankenalb - Region Altmühl- und Donautal, München 2010
Häck, Bernhard Der Blautopf (X 514) bei Essing im Altmühltal, in: Karst und Höhle 2008-2010 Südliche Frankenalb - Region Altmühl- und Donautal, München 2010
Hirner, Rudi Die unendliche H2-Geschichte von ... na wem wohl ....richtig! Der Fränkische Höhlenspiegel 37-1992, S. 53-55
Huber, Sabrina Neuvermessung des Silberlochs (H2), Der Fränkische Höhlenspiegel 61-2017, S. 33
Plachter, Harald Das Silberloch bei Essing (H 2), 16-17Mittbl. Abt. Höhlen-u. Karstforschung 06, 1970/2
Uthmeier, Thorstn, Hattermann, Merlin, Barbieri, Alvis, Mischka, Carsten Paläolithische Jäger und Sammler in der Felsenhäusl-Kellerhöhle, Bayerische Archäologie 1/2020, 11ff.

Links:

Landschaft und Höhlen im Altmühltal und Umgebung

Landschaft und Höhlen der Fränkischen Alb

 


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