Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Landschaft und Höhlen im Ermstal

und Nebentälern, Schwäbische Alb


Eingang Schillerhöhle April 2012 / Blick auf Hohenwittlingen von den Schorrenfelsen


Die Falkensteinerhöhle und das Elsachtal


"..Uralter Efeu deckt weithin den Stein
In dicken Ranken bis hinauf zum Neste.
Rasch klettre ich hinan und steh im Horst
Des mächtgen Nachtvogels. - Er ist leer. -
Der Felsspalt aber war der Eingang einer Höhle.
Ein schmaler Gang führt mich bequem nach innen,
Dann steil abwärts nur eine kurze Strecke,
Da trat ich ein in einen weiten Saal..."

Rulaman - An meine Freunde


Die Erms ist ein gut 30 km langer Nebenfluß des Neckar. Die fließt im Norden der Mittleren Schwäbischen Alb. Der kleine Fluß hat sich in die Stirn der Kalkschichttafel eingesägt und so prägen heute die steilen Talhänge das Landschaftsbild, in dem die gesamte Schichtenfolge des Weißen Jura zutage steht.

Ihr Ursprung liegt etwa einen Kilometer südöstlich des Dorfes Seeburg im Mühltal. Durchschnittlich kommen 400 Liter pro Sekunde an die Erdoberfläche, bei starken Regenfällen können es aber auch 1000l/s werden.

In Seeburg mündet der längere Fischbach aus dem Fischburgtal und das Seetal, in dem schon von der Straße aus die kleine Höhle Hohler Fels zu sehen ist, ein. Zwischen Seeburg und Bad Urach liegt das Obere Ermstal mit seinen klassischen felsdurchsetzten Hängen des Albtraufs. Bei Urach münden zwei weitere Täler ein - von Osten das der Elsach, die ihren Ursprung im Grabenstettener Großhöhlensystem hat - und von Südwesten das Maisental, in dem der Uracher Wasserfall und der Gütersteiner Wasserfall mit ihren Höhlen liegen. Unterhalb von Urach weitet sich das von der Erms erodierte Stufenrandtal und geht dann über in das Albvorland, wo dann schon Weinberge den Flußverlauf begleiten.

Die Gegend ist sehr höhlenreich und deren Erforschung ist, wegen der guten Erreichbarkeit, schon weit fortgeschritten. Auf dem Kartenblatt 7522 Urach sind schon über 100 Objekte erfaßt, im daran anschließenden Blatt 7422 Lenningen gehören auch zwei Dutzend ins Ermstal.

Viele der Höhlen waren den Menschen immer schon bekannt, denn ihre Eingänge sind schon von weitem in den Talflanken auszumachen. Vom Schillingsloch weiß man, daß man in kriegerischen Zeiten sogar sein Vieh mit in die Höhle nahm. Ähnliches gilt für das Venedigerloch in den Schorrenfelsen, die schon im Mittelalter und später 1848 als Fluchthöhle für die Bewohner der Umgebung diente. Bis zu ihrer Flutung 1964 diente die Uracher Tropfsteinhöhle in einer Kalktuffterrasse aus Schauhöhle.
Besondere Aufmerksamkeit wurden der Schillingshöhle und dem Steffesloch unterhalb der Burg Hohen-Wittlingen zuteil, als sie in dem Roman "Rulaman" als Tulkahöhle und Staffahöhle aufgenommen wurden. Heute führt aus dem Tal kleiner Wanderpfad mit dem Namen "Rulamanweg" mit kleinen Lernstationen hinauf zur Schillingshöhle, die im Winterhalbjahr verschlossen ist.

   
Hohler Fels im Seetal
  Am Weg zur Burg Hohen-Wittlingen
  Blick von der Burg ins Ermstal
 

Eingang Schillerhöhle 1. April 2012 - frischer Verbruch
 
Juni 2012
 
 
Die Mockenrainfelsen
Am Rulamanweg
Bei den Schorrenfelsen
 
In Urach
Blick über den Tellerrand hinaus
Im Brunnen
Maisental
Auf dem Weg zum Gut Güterstein

Rund um Seeburg...

 
   

 

...wird fortgesetzt

.


 

 


Literatur:

Luz, Martin Die Höhlen des Kartenblattes 1:25000 7522 Urach, in: Laichinger Höhlenfreund 19(2) 55-88, Laichingen 1984
Gemeinschaftsarbeit der Höhlenforschungsabteilung des HHVL im Jahre 1970 Höhlen im Kartenblatt Urach 7522 1:25000, Laichinger Höhlenfreund 10-1970. S. 28-34
Binder, Hans Höhlenführer Schwäbische Alb, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart und Aalen 1977
Albrecht, Rolf Höhlen, Felsen und Ruinen, Verlag E.+S. Fleischmann, Esslingen 1980
Freier, Ute und Peter Wanderungen auf der Schwäbischen Alb, Bruckmann-Verlag München 1994
Schmidt, Werner Rundwanderungen Schwäbische Alb, Östlicher Teil, J. Fink Verlag Stuttgart 1966
Feist, Joachim Reutlinger und Uracher Alb, Stuttgart 1984
Groschof, Dr. Paul
(Schriftleiter)
Vom Wasser und von den Höhlen der mittleren Schwäbischen Alb, Jahreshefte für Karst- und Höhlenkunde, hrg. vom Verband der Deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V., München 1963
Binder, Hans Höhlen der Schwäbischen Alb, DRW-Verlag, Leinfelden-Echterdingen 1995
Weinland, D. F. Rulaman, 20. Auflage, Berlin

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