Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Die Laierhöhle bei Geislingen


22.10.2005


Wo sind bloß die großen Höhlen? Auch auf der Schwäbischen Alb stellt sich diese Frage immer wieder. Was bislang gefunden worden ist, das lag meist in den Tälern. Dort ist auch immer danach gesucht worden. Daß ausgerechnet in der Nähe des höchsten Punktes eines Hügel auf der Hochfläche der Eingang zu einer der größten und tiefsten Höhlen der Alb liegt, damit wer hatte damit schon gerechnet. Sie hatte keinen natürlichen Zugang. Erst bei den Bauarbeiten zu einer Garage für ein neues Haus stieß man auf eine Öffnung in den Felsen. 1996 war das. Der aufgeschlossene Bauherr verschüttete nicht gleich wieder die Öffnung, sondern ließ dankenswerter Weise die Erforschung durch tatkräftige und sachkundige Höhlenforscher zu.

In aufwendiger Arbeit wurde der Boden durch die Höhlenforscher betoniert, wobei man natürlich als wichtigem Teil eine Aussparung in der Bodenplatte frei ließ, durch die heute der Abstieg auf massiven Eisenleitern und mittels eingeschlagener Eisenklammern bis in große Tiefe heute möglich ist. Es wird auf eine Befahrungskultur wert gelegt, die sich u.a. durch die Einrichtung eines Führersystems zeigt, so daß immer jemand dabei ist, wenn "Fremde" die Höhle begehen. Dazu gehört auch, daß man sich an die mit Markierungsbändern gekennzeichneten Routen hält und nicht links und rechts neben dem Weg immer mehr bislang vom Menschen noch unbetretene Höhlenteile zerstört.

Die Vielfalt der Höhle macht es schwierig, eine einfache und klare Höhlenbeschreibung zu liefern. Der Gangverlauf ist sehr kompliziert. Grob gesagt gibt es einen horizontalen, weiträumigen "Schauteil" in etwa 60 m Tiefe mit der größten Halle der Höhle, dem Amphitheater. Weiter unten sind mehrere Schachtteile, die durch wiederholte Auf- und Abstiege miteinander verbunden sind.

Mit ein wenig Glück können hier noch bedeutsame Neuentdeckungen gelingen, die unser derzeitiges Bild von der Höhle völlig neu zeichnen könnten. Die Zeit wird es zeigen. Derzeit (2005) ist die Höhlen mit ihren 126 m Tiefe die tiefste der Schwäbischen Alb und mit rund 2,5 km Länge gehört sich auch schon ins Oberhaus dieser Gegend.

Am 22. Oktober 2005 hatten mal 9 Höhlenforscher aus dem Münchner und Nürnberger Raum die Gelegenheit, die Höhle mal selber aufsuchen zu können. Wir wurden von einer Supertruppe der Kahlensteiner geführt, der ich hier noch einmal sehr danken möchte. Dabei sind die folgenden Bilder entstanden:


Ganz in der Nähe: die Battenau
Der Eingang
Kellerraum mit dem Eingang zum

Schacht

Blick in die Tiefe von der Leiter aus

In der "Schleuse"
Am Ausgang der "Schleuse"

Auf dem Weg in den "Wilden Westen"
 
Ein rutschige Querung

 

In der Horizontaletage
Am Eingang ins "Amphitheater

Von den Naturkräften wieder umgeworfener Tropfstein
Ein Schacht wird auf einem Brett überquert
In der "Pyramidenhalle"
Die fossilen Reste eines Frosches
Schöne Kleinigkeiten am Weg

Ein Tropfloch

Erdpyramiden
 

Experimentelle Höhlenfotos:

 

Ein sehr praktisches Thema, einmal ausführlicher mit Bildern gezeigt: Höhlenlehm und Schuhe

 

 

Literatur:

Grupp, Matthias, Köble, Hannes Forschung aktuell: Neues aus der Laierhöhle, in: Die Kahlensteiner Mitteilungsblatt Nr. 38, Bad Überkingen, 2005, S. 63
Strasser, Marcel, Sontheimer, Annette Die Laierhöhle und die Ur-Lone - Ein landschaftsgeschichtlicher Überblick, in: Die Kahlensteiner Mitteilungsblatt Nr. 38, Bad Überkingen, 2005, S. 85
Strasser, Marcel Die Laierhöhle bei Weiler o.H. - Wasserstandsmarker vom späten Miozän bis ins frühe Pleistozän, Laichinger Höhlenfreund 2007, S. 47ff.

Links:


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