Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Landschaft und Höhlen am Ätna, I


Mompilerie


Der Ätna ist der größte Vulkan Europas und 3300 Meter hoch. Vor 500.000 Jahren tauchten in der Nähe die ersten vulkanischen Erscheinungen auf Meereshöhe über dem Wasser auf. Vor etwa 80.000 wölbte sich die Erde erstmals dort, wo der Vulkan heute die Landschaft dominiert. 

In seinen Flanken birgt er auch viele Höhlen, etwa 270 kennt man im Moment.

Wer einfach loszieht und in der Landschaft nach Höhlenöffnungen Umschau hält, der wird oft frustriert werden. Das gibt es immer wieder schwarze Portale, die aber meistens alle schon nach wenigen Metern wieder zu Ende sind. Das sind Auswitterungsnischen in der abwechselnden Schichtenlage von sehr hartem und eher brösligem Gestein. Aber es gibt schon richtige Lavahöhlen, die unter anderem durch Erkaltungs- und den damit verbundenen Erstarrungsvorgängen bei Vulkanausbrüchen entstanden sind. Die sind dann manchmal nur wenige Jahre überhaupt alt.

Gleich bei der Talstation der Seilbahn Richtung Gipfel sahen wir aus der Gondel auch ein längliches schwarzes Loch. Als wir es dem Abstieg erkundeten, da stellte sich leider heraus, daß es sich dabei leider nur um eine Art Felsdach handelte, das aber gleich genutzt worden war von den Betreiben der Anlagen. Sie haben haben dort einige Maschinen wettersicherer untergebracht.

Es gibt eine Menge von bekannten Höhlen am Ätna, zu denen auch Wanderwege führen und die leicht erreichbar sind: die Grotta delle Palombe, Grotta dei Tre Livelli, die Grotta del Lamponi, die Grotta del Gelo (eine Eishöhle) und so weiter. Ein umfangreicher Kataster der Höhlen ist im Internet abrufbar. Als längstes Höhlensystem gilt heute das der Grotte Monte Nero - Profondo Lavico, das mit einem 50-m-Direktschacht beginnt. Das höhlenbildende Gestein kam beim Ausbruch im Jahre 1923 zu Tage. Die Gesamtganglänge ist etwa 2 km.


Blicke Richtung Gipfel
Beim Rifugio Sapienza

dem Ausgangspunkt der Seilbahn Richtung Gipfel


Blick aus der Seilbahngondel

Weiter mit dem Allradbus

Es dampft auch hier aus der Erde
 
Ein Höhleneingang gleich bei der Talstation
der Seilbahn
 
Steckt der Teufel nicht im Detail, sondern im Ätna?
2021

Bilder von den Touren beim 19. Internationalen Vulkanspeläoloischen Symposium 2021:

Grotta di Pitagora
Grotte am Weg zum Valle de Bove
Höhlen am Monte Gallo

 


Ätna vom Flugzeug aus, August 2021


Literatur:

Barone, Nicola, Santi, Giancarlo Etna, grotte, viaggiatori e leggende, Speleologia 56, 2007, S. 44ff.
Brunelli, Fabio, Scammacca, Blascova Grotte Vulcaniche Di Sicilia, Catania 1975
Cavaliaro, Francesco, Reitano, Agatino Conoscere e visitare le grotte dell'Etna itineratri naturalistico-spelologici
Club Alpino Italiano - Sezione dell' Etna, Gruppo Grotte Catania Grotte Vulcaniche di Sicilia, Catania 1975
Corsaro, Rosanna, Giudice, Gaetano Quasi record ai "Tre Livelli", Speleologia 24, 1991, p 56ff
Giudice, Gaetano, Privitera, A. Giuffrida Speleologia dell'effimero, Speleologia 58, 2008, S. 10ff.
Gobetti, Andrea L'Italia in Grotta, Roma 1991
Gratzl, Karl (Hrsg.) Ätna, der höchste Vulkan Europas, Weishaupt Verlag, Gnas 2012
Lichtenheldt, Roy & Sarah Expedition auf/in den Ätna auf Sizilien, Der Schlaz 131-2020, S. 22ff.
Licitra, Giuseppe M. L'ETNA E LE SUE GROTTE, Speleologia 13-1985 p24ff
Peter, Carsten Vulkane, National Geographic, Hamburg 2013

Links:

 


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