Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Der Erdstall im Schloß Egg


Gibt es paradigmatische Erdställe? Solche, die irgendwie eine Art Uridee verkörpern?

"Erdställe", das sind Erscheinungenformen, die seit vielen Jahren Menschen Rätsel aufgeben, die sie ohne die Erscheinung nie hätten. Warum gibt es "Erdställe"? Keiner, dieser Text wurde am 26. September 2005 geschrieben, kann heute eine Antwort darauf geben, die mehr als persönliche Vermutung ist. Es wird aber danach gesucht - und das tut, eine kleine, aber höchst für diese Aufgabe qualifizierte, Mann- und besonders Frauschaft, schon lange.

Der SchloßEggerErdstall scheint mir ein solcher.

Ein Schacht (für mich mein sprachlich verunglimpfter "Bauhilfsschacht"), senkrecht und lotrecht in den Erdkörper hineingeschlagen, Trittnischen aufweistend, den Rücken an die Wand stemmend und mit den Füßen dagegen - so geht es hinunter. Am Grunde zwei Wege - links und rechts oder West und Ost oder ..... niedrige Gänge schließen sich an - kerzengerade aufgerichtet kann sich gerade nicht fortbewegen.......

Aus einem Gang kamen wir...... aus dem Schloßkeller, aber das war wohl nicht der originale Eingang. Irgendwann kam man wohl beim Kellergraben und -erweitern auf einen vorher schon vorhandenen Hohlraum.... und hat ihn heute mit einem Eisentürl in der Kellermauer unter Kontrolle.

In einen Gang gehen (besser kriechen, schlupfen, rampfen wir... Eine Bank im Gang. Es lohnt sich, dort Halt zu machen. Sich hinzusetzen.. Sich auszuruhen, still zu sein........... mal nicht nach dem Geheimnis der Erdställe zu suchen. Mal wahrzunehmen, was gerade ist. Wie da die "Jungen Tiger" einbrechen und die "Alten Lebensdurchgearbeiteten" , lichtdurchtränkt oder auch schlecht beleuchtet, schlazbeschützt, soundverunsichert oder halt auch nicht, sich da durchbewegen.

Was keiner auf einer Planaufnahme finden wird, und keiner durch seinen Blick je jemals wahrnehmen wird, dieser Ort hat, wie viele andere Erdställe, ganz besondere akustische Qualtitäten! Ich habe es ausprobiert. Dreibißchen Summen an verschiedenen Stellen des Erdstalls - einen anderen Teilnehmer trieb es sofort wieder hinaus! Er hielt die akustische Potenz des Tonpotentials dieses Ortes nicht aus. Ich "durfte" erst wieder summen, sobald Mr X wieder aus dem Erdstall war!

Durch den derzeitigen Eingang hinaus - hinein in den Keller des Schlosses.

Ein schräger Blick auf die Örtlichkeit

- durch diesen Eingang sind wir gegangen

Dieser Eingang in des Schloß von draußen

mit ein paar Erdstallerern bzw. Erdstallerinnen

Der derzeitige Haupteingang im Keller des
Schlosses - Kunsthandwerk verschließt heute
das subterrane Rätsel
Einer beim Einsteigen ins dieses bislang sich allen
hartnäckigen Erklärungsversuchen von wem auch
immer widersetzenden Phänomen, das sich innerhalb
unseres Erdballs seit laaaaaaaaaaaaaangem befindet
Ab hier gibt es nur noch Optisches.
Wir sind jenseits der "Schwelle".
 
 

Literatur:

   

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