Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Die Höhle als Hochzeitsort


Photo auf dem 2012er Kongreß der Schweizer Höhlenforscher im Muotathal


Hochzeit - Heiraten - in einer Höhle! Für manchen ist das heute schon eine Alternative zu dem bei uns üblichen Standesamt / Kirche. Die Verbindung zwischen zwei Menschen soll ja damit auf eine besondere Ebene gehoben werden. Da ist immer ein wenig Magie und Zauber im Spiel. So oft hat man schon erlebt, daß dieser Bund nicht geklappt hat. 

Üblicherweise wird er für den Rest des Lebens geschlossen - aber die Scheidungsraten sprechen dafür, daß das oft nicht der Fall ist. Da waren schon einmal die sog. Teltown-Marriages in Irland ehrlicher. Dort traf man sich jährlich wieder, um den Bund zu erneuern - und gab sich wieder die Hand durch ein Loch in der Bretterwand!

Ein magischer Ort hilft vielleicht. Warum also nicht ein Labyrinth (in der Schweiz habe ich einen geschäftstüchtigen Besitzer eines solchen Gebildes erlebt, der macht damit sein Geschäft)  oder einer Höhle?

Da gibt es einige Schauhöhlen, die haben so etwas durchaus schon im Programm, und halten für die Braut, wenn es nötig ist, auch schon ein paar Gummistiefel bereit:

- Barbarossahöhle im Harz

- Attahöhle

- Rübeländer Höhle

- Höhle bei Antalya, Türkei

- Herbstlabyrinth bei Breitscheid https://www.gemeinde-breitscheid.de/rathaus-politik/verwaltung/buergerservice/standesamturkunden-onlineservice/hoehlentrauung

- Kluterthöhle bei Ennnepetal https://www.malte-reiter.de/blog/hochzeit-in-der-kluterthoehle-ennepetal/

- Altensteiner Höhle http://www.elektroplanung-wf.de/altensteiner-hoehle/?page_id=29

und viele mehr.

 

Sogar in der Literatur hat das Heiraten in der Höhle schon Niederschlag gefunden. 

So findet die Hochzeit in der Geschichte "The Count of Chanteleine" aus dem Jahre 1864 von Jules Verne in der Altarhöhle in der Höhle von Morgat in der Bretagne statt. Dort stellt sich heraus, daß der Bräutigam ein Priester ist. So kommt die Wahrheit über seine Identität zu Tage. (Gauchon 72)

Ein wenig paßt zu diesem Thema auch der Durchkriechstein in der Kirche von Altenmarkt im Chiemgau. Dieser hat einen engen Bezug zun Felsdurchgang in der Wolfgangshöhle oberhalb des Wolfgangssees. Vielleicht wollten einige Pilger früher schon üben oder vielleicht sich den ganzen Restweg sparen, jedenfalls hat man die Kirche diesen begehbaren Lochstein direkt vor dem Altar errichtet. Und er wird heute noch benützt, besonders auch bei Hochzeiten - wohl eine letzte Prüfung.

 

 

Bevor es überhaupt zum Heiraten kommt, braucht man einen Partner. Den zu finden, ist nicht einfach - heute und nicht gestern.

Auch hier können Höhlen ins Spiel kommen. So wird von der Veledahöhle im Sauerland erzählt, sie sei der Aufenthaltsort der Veleda gewesen, einer germanischen Göttin, zu der man gerufen habe: "Veleda! Gib mir einen Mann!" Vielleicht hat es ja geholfen....

 

 

 

 

 


   

 

 


 

Literatur:

Gauchon, Christophe (1999): SPELEOLOGY AND CAVES IN JULES VERNE'S WORKS; SLOVENSKY KRAS XXXVII, Liptovsky Mikulas, S. 71-80

Lindenmayr, Franz (1999): Spiritualität, Religion und Höhle, in: Kerriwidens Kessel Feuermond 1999, S. 8ff.

Links:

https://www.freie-trauzeremonie.de/trauung-tropfsteinhoehle/

https://ihr-hochzeitsservice.de/aktuell/heiraten-in-der-attahoehle/

 

 

 


[ Index ] [ Englisch version ] [ Höhlen und Höhlengebiete ] [ Kunst ]
[ HöRePsy ] [ Höhlenschutz ] [ VHM ] [ Veranstaltungen ] [ Links ]