f98Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Das Wortfeld "Abgrund" und verwandte Begriffe



Spluga della Preta, Monti Lessini, I


"Jedes Wort ist ein Zauberwort
und läßt ein Bild entstehen
Worte definieren Bilder
und Bilder definieren Werte." (Lukas Bärfuß, Krieg und Liebe 49)


Der Abgrund, engl. abyss (a deep empty hole in the ground", franz. abîme (Abgrund, Tiefe", ist eine in der physischen Welt tatsächlich vorkommende Erscheinung und eine Metapher. 

Sich mit diesem Phänomen zu beschäftigen, das ist eine Reise mit ungewissem Ausgang und offenem zeitlichen Ende für mich.

Ich fange, wie so oft, einmal mit der Stoffsammlung an....

Mit 100 Zitaten hat es begonnen.........:und bei 500 will ich es enden lassen. Dann will ich einmal schauen, was da an "Tiefe" drinsteckt...

1 "Der Abgrund, der sich unter den Füßen des Wanderers öffnet, tut sich mithin auch in seiner Seele auf, und der See, in dem sich die Berge spiegeln (die Hugo hier anthropomorphisierend als "Gesichter von Riesen" beschreibt), ist ein Bild der psychischen Verfassung des Dichters." Reichler, Entdeckung einer Landschaft 232
2 "Jeder Mensch ist ein Abgrund, es schwindelt einen, wenn man hinabsieht." Georg Büchner, Woyzeck
3 "Die Welt oder wenigstens den Menschen an den Abgrund zu führen, war von jeher Sache der Deutschen." Friedrich Sieburg, Die Lust am Untergang
4 "Das Deutsche ist ein Abgrund, halten wir fest daran." Thomas Mann, Betrachtungen eines Unpolitischen
5 "Das Seyn ist der Ab-grund, darin erst die Not alles Grundlosen ihre Tiefe und die Notwendigkeit jeder Gründung ihre Gipfel hat." Martin Heidegger
6 "Man muss Flügel haben, wenn man den Abgrund liebt." Nietzsche, Dionysos-Dithyramben
7 "Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse
8 "Reiss mich an deinen rand
Abgrund - doch wirre mich nicht!
Stefan George, Geheimes Deutschland
9 "Wir sollten uns klarmachen, dass Menschen immer Abgründe haben, die sie nicht nur vor anderen, sondern auch vor sich selbst gern verbergen möchten. In Liebesbeziehungen ist es darum notwenidg, ein bisschen weise zu agieren. Wir dürfen der anderen Person oft nicht zeigen, dass wir ihre Abgründe bemerkt haben, denn dadurch machen wir es ihr unmöglich, sich vor sich selbst zu verbergen. Und wir sollten nicht glauben, dass wir die geliebte Person bessern oder liebenswerter machen könnten, indem wir ihre Abgründe tilgen." Pfaller 80
10 "Mit  dem Lesen habe ich die auch hier jederzeit öffenen Abgründe überbrückt, mich aus den nur auf Zerstörung hin angelegten Stimmungen retten zu können." Bernhard, Atem 101
11 "Woher habe ich diese Eigenschaft? woher jene? Meine Abgründe, meine Melancholie, meine Verzweiflung, meine Musikalität, meine Perversität, meine Roheit, meine sentimentalen Brüche? Woher habe ich einerseits die absolute Sicherheit, andererseits die entsetzliche Hilflosigkeit, die eindeutige Charakterschwäche..." Bernhard, Kälte 74
12 "Beethoven muß ein Tor gewesen sein, mit seiner ungeheueren Begabung für jene Klangpantomime, die so grenzenlose Macht über das Sympathikussystem hat und so getreulich Bewegung und Stocken, Ungestüm und scheinbar grundlos heftiges Innerhalten nacherfinden kann - das dumpfe Pochen ans Tor der Seele, Düsternis und Helligkeit im Reich der Nerven - lauter Teufeleien, die Scheinperspektiven für das Denken eröffnen, Abgründe und Ödnisse, welche leerer sind und einsamer als je in der Wirklichkeit. Man meint, der Urheber müsse das Geheimnis alles des Abgründigen besitzen, das er beschwört."  Valéry, Paul, Cahiers 6, 35
13 "Ist es am Ende so mit UNS, daß eine tiefe Langeweile in den Abgründen des Daseins wie ein schweigender Nebel hin und herzieht." Heidegger, Martin, Die Grundbegriffe, S. 115
14 "Der seiner Arbeit nachgehende und geldverdienende Vormund war als Neuling verständlicherweise noch der Ungeübteste auf diesem ständig schwankenden Familienseil, das über einen tatsächlich immer tödlichen Abgrund ohne Netz gespannt war; von meinem Großvater, der es so haben wollte."  Bernhard, Ein Kind 34
15 "Das Wort war hundertmal mächtiger als der Stock.....Vor dem Ochsenziemer hatte ich Angst, aber die Schläge, die meine Mutter mir damit zufügte, hatten keine tiefere Wirkung. Mit teuflischen Wörtern erreichte sie ihr Ziel, daß sie Ruhe hatte, andererseits stürzte sie mich damit jedesmal in den fürchterlichsten aller Abgründe, aus welchem ich dann zeitlebens nicht mehr herausgekommen bin. Du hast mir noch gefehlt! Du bist mein Tod! In den Träumen werde ich noch heute damit geplagt!" Bernhard, Ein Kind 37
16 "und dein Genick geschabt vom Mantelkragen: Kälte
zieht im Handlauf dich hinab vom Turm. Der Abgrund
eben, die Oberfläche Wort und winterhart...
Nendza, Jürgen, Mikado-Geäst, HINTERLAND 25
17 "Aus diesem Grund bildet die von den Griechen so genannte euthanasia, die Kunst des schönen Todes, die geheime Mitte der akrobatischen Revolution - sie ist das Seil über einem Abgrund, über das die Übenden zu gehen lernen, um vom Leben ins Meta-Leben zu gelangen." Sloterdijk, Leben, S. 316
18 "(Gautier/Furkapass) Ein leichter Dunst, der zunächst durchsichtig war wie ein Schleier, sich aber bald verdichtete, ließ die Tiefe des Abgrunds nur wie durch einen Traum erahnen. Nichts ist seltsamer als dieser weiße, milchige, opalfarbige Schlund, der bis ins Unendliche hinein form- und farblos scheint...Wir schienen am Hang eines Berggipfels, der aus der Tiefe des Abgrunds emporwuchs und bis in den Himmel ragte, einem engen Schlängelpfad zu folgen, der am Unendlichen aufgehängt war, über der weißen Finsternis und dem dunstigen Nicht-Sein.." Reichler, Entdeckung einer Landschaft 237
19 "Wenn ich im Gebirge den Wegweiser übersehe, dann kann ich leicht in abwegiges Gelände kommen, in dem ich auf einmal nicht mehr weiter kann oder vor einem Abgrund stehe." Grün, Pilgern S. 83
20 "Das jeden Romantiker heimsuchende Gefühl des Abgrunds hat auch in dieser späten Wiederaufnahme des Themas nichts von seiner Intensität verloren. Man könnte sagen, dass bei Gautier nicht bloß die Überwindung des Abgrunds dramatisiert wird, er selbst wird gleichsam in die Länge gezogen und durch die Kontemplation zu einem Dauerzustand." Reichler, Entdeckung einer Landschaft 237
21 "In seinen Notizen nennt er (Mörk, A.d.V.) als Ziele die Kopperbrüllerhöhle, das Kirschhagelloch....und natürlich die Eishöhle. In letzerer scheiterte allerdings der Vorstoß an Materialmangel am 50 m vom Eingang klaffenden Eisabgrund."  Klappacher, Salzburger Höhlengeschichte Teil 1, S. 11
22 "Als die Leiter hinabgehängt war und der Erste (Mörk) den Abstieg begann lauschten die Zurückbleibenden gespannt auf seinen Bericht: "Frei hängt die Leiter von der Kante weg hinab, ich sehe nichts, weder Wände noch Boden."" Wie wir heute wissen, erreichten sie aber nicht, wie von Bock geschildert, das Ende des Abgrunds, sondern nur einen Zwischenboden, von dem weitere Canyonschächte ins Unbekannte führten." Klappacher, Salzburger Höhlengeschichte Teil 1, S. 12
23 "Nicht nur für Karl Kraus bedeutete der erste Weltkrieg den Untergang einer ganzen Menschheitsepoche, auch für die kleine, verschworene Höhlenforschergemeinschaft um Alexander von Mörk bedeutete er einen Abgrund, in dem er und viele seiner Kameraden den Tod fanden und zahllose überlieferte und Jahrhunderte überdauernde Werte versanken."  Klappacher, Salzburger Höhlengeschichte Teil 2, S. 18
24 "Endlich ist die Welt versunken
in den Abgrund ihrer Qual.
Wir betrachten freudetrunken
als ihr Fazit den Verfall."
Marquard, Odo, Zukunft braucht Herkunft, Philosopische Essays, Reclam 299
25 "Der Urwille zum Guten lebt aus der fortwirkenden Wucht jenes Ur-Sprunges, in welchem der Mensch, auf den schöpferischen Ruf Gottes hin, den Abgrund überflog, der das Nichts vom Dasein scheidet. Es ist das die Wucht, mit der das Mögliche einbraust in die strahlende Frühe seiner ersten Verwirklichung: das Gefälle eines Stromes, der im hellichten Dunkel des Naturhaften entspringt und, stets gespeist von seinem Ursprung her, im Spruch des Ur-Gewissens die Schwelle zum Bereich der Freiheit erreicht." Pieper 56
26 "Es kann allzuleicht geschehen, daß der oberflächliche Hörer und Seher auf der ruhigen Spiegelfläche dieser bis zum Grunde durchsichtigen Aussagen des Thomas von Aquin einherfährt, ohne zu gewahren, über welch einem Abgrund ihre gleichgültige Klarheit ausgespannt ist."  Pieper 58
27 "Jean-Jacques wirft Steine in den Abgrund und folgt ihnen mit dem Blick, er überlistet die Angst vor der Leere, indem er Gegenstände dazu bestimmt, das Ich zu vertreten. Symbolisches Handeln und die symbolische Geste befriedigen die Neugier und umgehen die Angst. Hugo macht den Abgrund, an dessen Rand er sich gewissermaßen häuslich niederlässt, zu einem Aufenthaltsort, während andere sich hinabstürzen oder davon träumen hinunterzupoltern." Reichler, Entdeckung einer Landschaft "§(
28 "..die Seele ist eine schöne lächerliche Marotte, eine Kleinigkeit bringt meinen Hund an den Rand des Abgrunds, wie Sie, eine Kleinigkeit verstimmt ihn, bringt ihn an den Rand des Entsetzens, es beruhigt mich, daß ich sterbe, sonst beruhigt mich so, über alle Anstrengungen hinweg hat ich die Sicherheit, zu sterben, aber das Furchtbare ist doch nur, daß ich sterbe, ohne die Koloratur gefunden zu haben, von der ich mein ganzes Leben lang geträumt habe..." Bernhard, Höhe 41
29 "Ich habe sie nach Fessenheim geschickt. Und warte seit nun vier Wochen auf einen Bericht. Und selbst angesichts aller immer neuen Fessenheimer Störfälle und Schauerlichkeiten und Abgründe und Unverschämtheiten hat sich an ihrer fröhlich fidelen Schreibe schier nicht geändert...es stimmt ja, der Bau ist nicht nur schauerlich und abgründig, sonder einfach auch scheußlich....Wollen Sie in ihrem Blatt im Ernst Abgründe? Von Grund auf Schauerliches?" Lodemann, Fessenheim 33
30 "..jetzt sind Sie da,
jetzt bin ich da,
bei einem so guten Gast, sagt der Wirt,
ein vorzüglicher Zug,
eine solche Einstellung führt in den Abgrund,
was für Unsinn,
Tatsache ist, die Klerikalen machen die größten Fehler..."
Bernhard, Höhe 83
31 "..die Trostlosigkeit, die auf das Philistertum stößt, wenn sie außer Haus geht, sagt der Studienrat, führt unweigerlich in den Abgrund, in das Loch hinein:  ich weiß nicht mehr, wenn ich die D. kennengelernt habe, aber Sie müssen wissen, ich war damals noch ein ganz junger Mann." Bernhard, Höhe 103
32 "Ich war dabei, als noch da drunten siedend.
Der Abgrund schwoll und stömend Flammen trug,
Als Molochs Hammer, Felsen an Felsen schmiedend,
Gebirgstrümmer in die Ferne schlug
Noch starrt das Land von fremden Zentnermassen;
Wer gibt Erklärung solcher Schleudermacht?
Goethes Werke, Faust 306
33 "(Dumas/Impressions de voyage en Suisse) Jedoch, kein Werfen von Steinen, keine passend heranwallenden Nebelschwaden, kein grandioser Anblick, sondern ein plötzliches und unüberwindliches Gefühl, der Sog des Abgrunds, der Wunsch, sich hinunterzustürzen, der Schwindel. Dieser heftige Eindruck, der gleichsam einen Pakt zwischen Mensch und Abgrund besiegelt, offenbart ein Einverständnis mit der Tiefe, das pathetische Gefühl, ein stürzender Ikarus zu sein. Mit Verweis auf jene Figur aus Byrons dramatischem Gedicht, die sich von der Spitze der Jungfrau in die Tiefe stürzen will, könnte man dieses Gefühl, wie Gaston Bachelard gesagt hätte, den Manfred-Komplex nennen. Durch dieses Erlebnis begreift der romantische Wanderer den satanischen Charakter des Abgrunds. Er überwindet ihn nicht, er verliert sich in ihm." Reichler, Entdeckung einer Landschaft 240
34 "Zugleich enthält die Tiefendimension auch die beunruhigende Vorstellung eines Abgrunds, einer Tiefe, welche die Ordnung und den Alleinanspruch eines oberirdischen Bewußtseins unterhöhlt - der subversive Aspekt Freuds, der der psychoanalytischen Theorie in ihren Anfängen vornehmlich Ablehnung einbrachte." Platthaus 56
35 "Der Flu/ss der Zeiten in seinem Strom
trägt alle Menschwerke fort
ertränkt die Völker, Könige und Königreiche
im Abgrund des Vergessens
Und wenn - dank der tünenden Lyra und der Trompete -
doch etwas bleibt:
frisst es das Maul der Ewigkeit
Gedicht von Gawriil Deershawin, zitiert in Lodemann 137
36 "Von seinem wirklichen Standort, das heißt aus der dämmrigen Tiefe der Höhle heraus, beobachtet sich Wolf praktisch selbst, wie er dort oben nah an den Abgrund herantritt, um etwas von dem Kunstwerk der Natur im Bild festzuhalten." Röder 88
37 "Und wie Jean Paul versuchen zahlreiche weitere "nach innen" aufbrechende Forschungsreisende: Entdecker, Landvermesser, Kartographen und Kolonisatoren, zu erkunden, was sich in den Abgründen des "inneren Afrika" verbirgt." Lüdtkehaus 3
38 "Am Anfang war die Philosophie des Unbewußten, die Tiefenphilosophie. Freilich steht auch sie selbstverständlich nicht allein. Und wie die Tiefenpsychologie hat auch sie ihre "afrikanischen" Gründe und Abgründe." Lüdtkekaus 2
39 "Der Staubregen wallte kalt und schaurig unserm Emil in's Gesicht, und er wagte sich so weit vor, bis er in die Felsgrotte hineinsehen konnte, so die Fluthen in wildem Schaume übereinander tobten, und die Fantasie sich einen unermeßlichen Abgrund träumen konnte."  Röder 95
40 "Mozart, unbekannt mit großen Begebenheiten, großen Dichternnd mit dem ganzen ausgedehnten Abgrunde großer Leidenschaften, kurz dieses Kind an Verstand stört bloß sein Inneres an - und hört darin die Zauberflöte." Jean Paul, Selina, zitiert in: Lüdkehaus 81
41 "Die magische Beleuchtung der ganzen unterirdischen Brückenregion mit ihrem schauerlichen Felsgewölbe, den grotesken Felswänden und dem unten im Abgrunde rauschenden Strome, macht einen der schönsten Anblicke deren ich mir bewußt bin." J.G. Seume, zitiert in Röder 102
42 "Die Erde öffnete ihren Schooß und umfing mich. Felsen wölbten sich über mir und der Abgrund stürzte hinab in schwindelnde jähe Tiefe, neben dem enen schlüpfrigen Pfade. Ich sah die furchtbaren Schwestern, mit allen Schrecken der Hölle, mit Macht und Mißgestalt gerüstet..."  Georg Forster, Band 3, S. 418, zitiert nach Röder 116
43 "Es wurde ein Fehler gemacht, wie wir geschaffen worden, es fehlt uns was, ich habe keinen Namen dafür, wir werden es uns einander nicht aus den Eingeweiden herauswühlen, was sollen wir uns drum die Leiber aufbrechen?" Zwischen der einen und der anderen Äußerung tut sich ein Abgrund auf. Es ist der Abgrund, in dem die Körper verschwinden. In dem neuen, grausamen Licht, das von da unten heraufstrahlt, erscheint Geschichte als diese Zwischenzeit, in der das Letzte Tier dem Ersten Menschen begegnet....hat Büchner es gesehen."  Georg Büchners, Dantons Tod, zitiert in: Grünbein 78
44 "..in der Aeneis wird ein Teil des descensus nicht an Aeneas selbst unternommen sondern ihm vielmehr erzählt - von der Sybille, die von ihrem eigenen Abstieg in die tiefsten Abgründe des Tartarus berichtet; und die gesamte katabasis der Divina Commedia ist eine Erzählung in der ersten Person, in der wiederholt die Schwierigkeiten und Grenzen des Erzählens thematisiert werden." Platthaus 191
45 "Aber kurz vor dem höchsten Gipfel, was für ein Schauspiel. Plötzlich klafft da ein Abgrund, was man ja über viele Abgründe sagt, aber beim Creux du Van hat man das Gefühl, dass er es im Klaffen zu besonderer Meisterschaft gebracht hat."  Weiss42
46 "(Caspar Wolf) Er steht am Abgrund."  KATALOG, Reise 11
47 "Zwischen Bergen und Nebeln, durch Klüfte und Mondenschein ging der Weg gleichsam die Vorbereitungsstraße zu den Eleusinischen Mysterien der Schöpfung..Weiter hin schäumt der Poyk,...und stürzt sich endlich mit Brausen in den Abgrund hinunter, an dessen Seite man zu der Grotte eingeht."  Hammer-Burgstall 70, in: KATALOG Reise
48 "Zur Rechten und zur Linken toset der Abgrund; die Fackeln leuchten hinunter, daß die Finsternis sichtbarer werde. - Umsonst! - Das Auge schweifet umher auf luftigen Schattenbildern, die steigend und sinkend in einander zerrinnen; das Ohr horcht Tönen der Geister." Hammer-Burgstall 70, in KATALOG Reise
49  (John Martin: The Last Man, 1849).."Auf dem ihm gegenüberliegenden Plateau, in der Ferne fast unsichtbar, häufen sich weitere Tote, mitten darin die Karkasse eines Tiers, ein Körper hängt knapp über der Kante des Abgrunds. Vor dem Mann öffnet sich ein Abgrund, der ihn vom Betrachter, aber auch vom Rest der Landschaft trennt."  Horn 46
50  "Das katastrophische Wissen von der Zukunft entsteht so immer über dem Abgrund eines Ereignisses, das man zugleich gewusst und (doch) nicht erwartet hat." Horn 303
51 "Die desolaten Welten...ermöglichen es, ein Desaster gleichermaßen von innen - aus der Perspektive des Betroffenen - und von außen - vom Standpunkt des reflektierenden Beobachters - auszuleuchten. Sie ermöglichen zu zeigen, was von diesen jeweiligen Standpunkten sichtbar wird - und was genau durch diesen Blick verborgen wird. Sie führen vor, welches die Erkenntnisbedingungen und die kognitiven Schemata sind, die den Blick in den Abgrund des Desasters strukturieren. Dadurch eröffnen sie nicht zuletzt einen Blick auf die Kontingenz und Willkür im Inneren jener scheinbar schicksalhaften Notwendigkeiten, die im Angesicht des Desasters so oft beschworen werden." Horn 385
52 "Nämlich, wir waren nur Schüler und lebten versunken in unserer kleinen von aller Welt isolierten Nische. Prostitution war ein Wort aus dem Westen, so wie Pornographie, au seiner verbotenen Hemisphäre. Keiner von uns hatte einen Schoß je so nahe vor sich gehabt, daß er darin den Abgrund erblickt hätte wie jener arme Musiker Sauler." Grünbein, Zoo 313
53  "Nämlich ist das Losungswort, es führt einen tief hinein in das Dickicht der Sprache, hinein in die Abgründe der Schizopoesie. Nämlich ist die Überspielung der Ungewißheit schlechthin, der Widerwille gegen Antithesen, die ein schneller Geist immer vorwegnehmen wird." Grünbein, Zoo 329
54. "Der Ausnahmezustand: Eintritt ins "no man's land". Die Gültigkeit des Gewohnten: außer Kraft gesetzt. Meine zivile Existenz abgeschafft. Vereisung steigt in mir auf. Es erscheinen jähe Wachträume von Fremde und Beengung. Abgründe wie dunkle Mäuleer in der Landschaft der Freiheit: Es suchen mich diejenigen heim, denen ich nie begegnen wollte, die losgetretenen Schatten meiner selbst. Der Zustand ist weder außen noch innen, er durchwandert und durchstößt mich."  Alby Moritz 61
55. Verleger:
  Manche Künstler gehen mit offenen Augen
  auf den Abgrund zu
  und stürzen hinein

Kapellmeister
  Diese Leute ziehen das Unglück an
  Von allen Seiten werden diese Leute gewarnt
  aber sie tappen immer hinein
Bernhard, Die Berühmtesten 39
56. "Ein neues Typus des Anti-Helden war geboren: schn und dämonisch zugleich, geheimnisvoll-abgründig und von großer erotischer Anziehungskraft, von Schwermut durchdrungen und von Grausamkeit gezeichnet - ein Phänomen, das bevorzugt durch Antithesen charakterisiert und als literarischer "Byronismus" bezeichnet wird." Stölzel 19
57. "Gerade die unheimlichen Geschichten hatten ihren eigenen Reiz, zeigten sie doch die unschönen, morbiden, abgründigen Seiten des Menschen, seine Ängste und Obsessionen, seine seelischen Nöte und Abwege." Stölzel 23
58.  "Der Mönch fiel auf die emporragende Spitze eines Felsens, ward im Fall von Abgrund zu Abgrund gewälzt, bis er, zerstoßen, zerschmettert, verstümmelt am Ufer eines Flusses liegenblieb." Hoffmann, E.T.A., Die Exixiere des Teufels, zitiert nach Stölzel 27
59.  "Eichendorff warnt an anderer Stelle vor den seelischen Abgründen, die daraus entstehen könnten: vor "dem unbeherrschten Eros (Sexus), dem Narzißmus, dem Trotz der dämonischen Kreaturen, dieHo ihre Kraft nicht einem Höheren unterstellt haben." Stölzel 48
60. "Aurelie erklärte aber, daß gerade bei dem Tode der Mutter sie sich von dürstern furchtbaren Ahnungen ergriffen gefühlt, daß sie die entsetzliche Angst nicht verwinden könne, die Tote werde erstehen aus dem Grabe, und sie hinabreißen aus den Armen des Geliebten in den Abgrund (..). Kurze Zeit war vergangen, als Aurelie sich gar merklich zu änder begann." Hoffmann, E.T.A., Cyprians Erzählung, zitiert nach Stölzel 238
61. "Ich entsetzte mich, und schnell den klingenden Beutel in den Abgrund werfend, sprach ich zu ihm die letzten Worte: "So beschwör ich dich im Namen Gottes, Entsetzlicher! Hebe dich von dannen und lasse dich nie wieder vor meine Augen blicken!" Er erhub sich finster und verschwand sogleich hinter den Felsenmassen, die den wildbewachsenen Ort begrenzten." Chamisso, Schlemihl, zitiert nach Stölzel 170
62. "Nicht im Spiegel seiner selbst, sondern im Auge eines Gegenübers kann er sich auf neue Weise selbst entdecken und dem ständigen Kreisen um die eigenen Abgründe entgehen." Stölzel 357
63. "Ich weiß, auch du würdest mich nicht überleben wollen, du würdest dem voreiligen Gemahle auch im Sarge folgen, und aus Lust und Liebe in den flammenden Abgrund steigen, in den ein rasendes Gesetz die indischen Frauen zwingt und die zartesten Heiligtümer der Willkür durch grobe Absicht und Befehl entweiht und zerstört." Schlegel, 21
64. "Er sah wohl den Abgrund vor sich, aber er hielt es nicht der Mühe wert, seinen Lauf zu mäßigen. Er wollte lieber gleich einem wilden Jäger den jähen Abhang rasch und mutig durchs Leben hinunterstürmen, als sich mit Vorsicht langsam quälen." Schlegel 63
65. "Ships sailorless lay rotting on the sea,
And their masts fell down piecemeal: as they dropp'd
They slept on the abyss without a surge -
The waves were dead; the tides were in their grave,
The moon, their mistress, had expir'd before..
Lord Byron, Darkness
66. "Diese Leute schreiben seit Jahrzehnten nur eine gedankenlose Literatur..Sie tippen abgrundtiefe Dummheit in die Maschine und heimsen für diese abgrundtiefe abgeschmackte Dummheit alle nur möglichen Preise ein, sagte Reger... Bernhard, Alte Meister 137
67.  "Einen Österreicher, der immer ein gemeiner Nazi oder ein stupider Katholik ist, dürfen wir als noch so interessant und einzigartig empfinden, an das politische Ruder dürfen wir ihn nicht lassen, sagte Reger, denn ein Österreicher am Ruder steuert unweigerlich immer alles in den totalen Abgrund." Bernhard, Alte Meister 152
68. "Ich beugte mich über einen überhängenden Felsen und blickte hinunter. Meine Haare sträubten sich. Mir wurde schwindlig, als wäre ich betrunken. Die gähnende Leere hatte eine unwiderstehliche Anziehungskraft. Gleich würde ich hinunterfallen, aber eine Hand hielt mich fest....Aber so kurz ich es auch gewagt hatte, in den Abgrund hinunterzublicken, ich wußte jetzt, wie er beschaffen war." Verne, Mittelpunkt 157
69. "Er nahm ein vierhundert Fuß langes, daumendickes Seil und ließ die eine Hälfte in den Abgrund hinunter, schlang es dann um einen vorspringenden Lavablock und warf darauf auch die andere Hälfte in den Schlund. So konnte jeder von uns beim Hinunterklettern sich daran festhalten.." Verne, Mittelpunkt 157
70. "Mein Onkel fackelte nie lange. Auf seine Anordnung verpackte Hans die nicht zerbrechlichen Dinge zu einem Paket, verschnürte es fest, und dann wurde es in den Schlund geworfen. Unter lautem Getöse fiel es hinunter. Mein Onkel beugte sich über den Abgrund und verfolgte mit Befriedigung das hinunterfallende Paket. Er sah erst wieder auf, als er es aus dem Augen verloren hatte."  Verne, Mittelpunkt 158
71. "Es herrschte tiefe Stille, und man hörte nur hin und wieder Felsbrocken in den Abgrund kollern." Verne, Mittelpunkt 160
72. "Das Wort "Höhle" ist übrigens eine ungenügende Bezeichnung dieses Riesenraums, aber für den , der sich in die Abgründe der Erde hinunterwagt, genügen die Worte der menschlichen Sprache nicht mehr." Verne, Mittelpunkt 251
73. "Wahrscheinlich hat sich dann der Boden hier und dort gesenkt, und ein Teil des aus dem Niederschlag entstandenen Terrains ist in plötzlich sich öffnende Abgründe abgesackt." Verne, Mittelpunkt 258
74. "Fahren wir also auf einen Wasserfall zu, der uns in den Abgrund stürzen wird? Verne, Mittelpunkt 288
75. "Trotz der Dunkelheit, des Lärms, der Überraschung und der Erregung war mir klar, was gerade geschehen war. Hinter dem Felsen, den wir gesprengt hatten, klaffte ein Abgrund. Die Explosion hatte in dem von Spalten durchzogenen Boden eine Art Erdbeben bewirkt. Der Schlund hatte sich geöffnet, und das in einen reißenden Strom verwandelte Meer stürzte, uns mit sich reißend, hinein. Ich hielt mit für verloren." Verne, Mittelpunkt 354
76. "Die Süddeutsche Zeitung vom 9. Juli 2001 berichtete z.B. unter der Überschrift "Bahnchef Mehdorn blickt in den Abgrund" über seinen Blitzbesuch am voranangangenen Wochenende von dessen "ungewöhnlicher Höhlenwanderung". Lindenmayr, ICE 64
77. "Lauter Hohlräume im Boden, kein solider Untergrund. Jeden Moment kann etwas einbrechen. Ein Dauertanz über Abgründen." Lindenmayr, ICE 67
78. "Von Abgrund zu ewigem Abgrund geschleift
der Maulesel Mola, trübe und wirr,
dem Schiffbruch gleich, den Wog auf Woge ergreift,
von Schwefel verätzt, von Hörnern zerbrochen,
in Galle, in Kalk und Falschheit gesotten..."
Neruda, In der Hölle der Verdammten, Gedichte 1, S. 248
79. "Tote eines einzigen Abgrunds, Schatten
einer Schlucht,
der unergründlichen, es ist, als ob nur Größe
eurer Hoheit
der wahre Tod kam,
der allverzehrende und von den durchbohrten Felsen.."
Neruda, Die Höhen von Macchu Picchu, Gedichte 1, S. 315
80. "Ich hätte mich über seine Kindheit nicht zu informieren brauchen: der Zimmerergehilfenbrief war ihm mehr ein nicht von ihm, sondern von seinen Eltern in höchster Höhe angebrachtes Sprungbrett, um sich davon, von ihm aus, dem für seinesgleichen of unerreichbaren, in das Abgrundtiefe ja -tiefste fallen zu lassen, gewesen." Bernhard, Der Zimmerer 94
81. "Wieder ließen wir uns in einem großen Kreis rings um den Meister nieder und lauschten seinen Worten über den berühmten Gelehrten des Islam, der alles kannte außer die Abgründe der Liebe."  Shafak 110
82. "(Frauenmauerhöhle)..Am nächsten Morgen bot sich ein grauenvolles Bild: Der steile Zustiegsgrat war verschwunden, ein fürchterlicher Abgrund machte die Höhle unzugänglich und ringsum lagen tote Türken." Wirth 343
83. "Aber auf der Baumgartnerhöhe hatte ich icht eine Nacht durchschlafen können, auf dem Pavillon Hermann wachte ich meistens schon nach einer Stunde wieder auf, entweder schreckte ich aus dem Traum, der mich wie alle meine Träume aus dem Abgrund meiner Existenz geführt hatte, oder ich war durch ein Geräusch auf dem Gang wach geworden, wenn einer in den Nebenzimmern der dringenden Hilfe bedurfte oder starb, oder wenn man Bettnachbar die Urinflasche benützte, was er, obwohl ich ihm wiederholt gesagt hatte, wie er es anstellen solle, damit er keinen Lärm macht, niemals ohne Lärm gemacht hat, im Gegenteil, stieß er meistens mit der Urinflasche an mein Eisennachkästchne und nicht nur einmal, sondern mehrere Male, so daß er immer einen wütenden Vortrag über sich hatte ergehen lassen müssen, indem ich ihm zum wiederholten Male erklärte, wie er die Urinflasche zu halten hätte, um mich nicht aufzuwecken, aber vergeblich; auch den Nachbarn auf der anderen Seite, an der Türseite, ich lag ja auf der Fensterseite, hatte er jedesmal aufgeweckt, Herrn Immervoll, einen Polizisten, einen leidenschaftlichen Siebzehnundvierspieler, von welchem..." Bernhard, Wittgensteins Neffe 219
84. "Christus fuhr fort....Ich stieg herab, soweit das Sein seine Schatten wirft, und schauete in den Abgrund und rief: 'Vater, wo bist du?' aber ich hörte nur den ewigen Sturm, den niemand regiert, und der schimmernde Regenbogen aus Wesen stand ohne eine Sonne, die ihn schuf, über dem Abgrunde und tropfte hinunter." Jean Paul, Siebenkäs 892
85. "Über einem Abgrund hängend, fällt es mir dennoch ein, wie es anfangen sollte: ESULTATE."  Bachmann, Malina 72
86. "Wofür brauchen Sie den meisten Mut?
Schreiben geht für mich nur auf eine Art: mit Selbstreflexion. Ich muss meinem Monster ins Maul schauen. Verbirgt man als Schriftsteller etwas und taucht  nicht in den eigenen Abgrund, dann kann man das Schreiben auch ganz lassen. Dann schreibt man nur unbedachten Unsinn."
Connie Palmen über VERRAT, Interview von Anne Backhaus, Süddeutsche Zeitung, GESELLSCHAFT, 27./28.8.2016, S. 52
87. "Österreich selbst ist nichts als eine Bühne
von sechseinhalb Millionen Alleingelassenen...
..die ununterbrochen aus vollem Hals nach einem Regisseur schreien
Der Regisseur wird kommen
und sie endgültig in den Abgrund hinunterstoßen.
Sechseinhalb Millionen Statisten..."
Bernhard, Heldenplatz 73
88. "..ich denke die ganze Zeit
wie mich vor allem ekelt
der Staat eine Kloake stinkend und tödlich
die Kirche eine weltweite Niedertracht
die Menschen um einen herum
abgrundtief häßlich und stumpfsinnig
der Bundespräsident ein verschlagener verlogener Banause.."
Bernhard, Heldenplatz 83
89. "Ein natürlicher Felsensteg, nicht breiter als 2-3 Dezimeter, spannt sich über den Abgrund und gewährt einen Zugang zu der Fortsetzung des Stollens."  Hofmann-Montanus, Frauenmauerhöhle  205
90. "Ich steh an deiner Krippe hier / 4. Strophe:
Ich sehe Dich mit Freuden an..
O dass mein Sinn ein Abgrund wär
und meine Seel ein weites Meer
dass ich dich möchte fassen."
Rosa, Resonanz 445
91. "Fragt man...nach dem Grund der möglichen gegenseitigen Zugewandtheit von Gott und Seele, so tut sich der Abgrund einer Beziehungsbereitschaft auf, die tiefer reicht als alles, was sonst zwischen einander begegnenden Personen oder Wesenheiten an verwandschaftlichen oder sympathetischen Dispositionen angenommen werden kann." Sloterdijk, Sphären I/Blasen 556f. zitiert nach: Rosa, Resonanz 446
92. "Wenn Sex dem Leben und Zusammenleben den entscheidenden Sinn geben muß, folgt daraus, dass ein Sexout einen Abgrund an Sinnlosigkeit aufreißen kann, der nicht mehr zu überbrücken ist." Schmid, Sexout 125 
93. "Was wir "Schelling-Projekt" nennen, ist der Versuch, zu den Gründen, Abgründen und Un-Gründen des Werden-Wollenden zurückzugehen und es im Hinblick auf das Rätsel der sexuellen Evolution nachvollziehen, namentlich auf der weiblichen Seite."  Sloterdijk, Schelling 131
94 "Die Wikinger glaubten, vor der Entstehung der Welt existierte nur ein Abgrund namens Ginnungagap, der mit den sterblichen Überresten eines bösen Riesen gefüllt wurde - aus seinem Blut entstanden das Meer und alle anderen Gewässer, aus seinem Fleisch die Erde und aus seinen Knochen die Berge, aus den Haaren wurden die Bäume, aus dem Hirn die Wolken, seine Hirnschale wurde zum Himmel." Arnu, Teilchenphysik 46
95. "Hartz IV könnte eine ganz gute Sache sein, wenn man einfach etwa 200 Euro drauflegen würde. Im derzeitigen Zustand nötigt es die Empfänger zu einem unwürdigen Baumeln über dem Abgrund: Haare schneiden? Kino? Parmesan zu den Spaghetti? Abschminken! Und wer länger Hartz bezieht, merkt, dass er auf Kosten der Substanz gelebt hat." Groebe, Reinhard 17
96. "Trump.... Es ist ein Mann, der sich nur  noch um sich selbst schert und dem es völlig egal ist, wen er mit in den Abgrund reißt." Wetzel, Zerstörer 4
97: "Ich versteh', daß man mit gezücktem Messer auf einen Rivalen losgehn, aus unglücklicher Liebe in einen Abgrund springen kann." Schnitzler, Weites Land 238
98.  "Im Grunde war William Bligh, der cholerische Kapitän der Bounty, ein überforderter CEO. Einer von denen, die so lange nach oben gelobt wurden, bis sie hilflos mit den Armen rudernd von ihrem hohem Posten in den Abgrund blicken und noch noch versuchen, eigene Fehler durch die Fehler anderer zu kaschieren." Gastmann, S. 27
99. "Man will sich diese Gruppe hochrangiger Entscheider nicht als normale Menschen vorstellen, aber genau das sind sie. Keine Helden. Nicht mal böse Helden. Sie erkennen, daß die Bank gegen die Wand fährt und uns damit alle in den Abgrund zieht, machen aber weiter." Rühle, Veiel, S. 11
100. "Wer tief genug in den Abgrund des Unendlichen schaut, ist gegen Vereinfachungen gerüstet." Gabriel 13
101. ""Wir brennen vor Gier, einen festen Grund zu finden und eine letzte beständige Basis, um darauf einen Turm zu bauen, der bis in das Unendliche ragt, aber all unsere Fundamente zerbrechen, und die Erde öffnet sich bis zu den Abgründen." So umschreibt Pascal die Erfahrung der Neuzeit.." Brantschen 73
102. "Denn das Sinnliche, das den unbewegten Philosophen so sehr durchdrang, dass er vor ihm Zuflucht in den ewigen Einsichten suchte, war tatsächlich immer noch viel zu komplex und unterschiedlich. Alles darin war wild durcheinandergemischt, Häuser, Wälder, Bauwerke, Abgründe..Sie hätten die Welt der Erscheinungen also nicht so schnell hinter sich lassen sollen." Gros 144f.
103. "Stets wandeln wir am Abgrund dicht,
Wo Tief und Dunkel schrecken,
Aus dem ein Tod und letzt Gericht
Die Drachenhälse recken!
..."                                                                                                 Carl Spitzweg
Jensen 51
104. Wo der Mensch sich wohlfühlt..
Gestern standen wir noch vor einem Abgrund. Heute sind wir schon einen großen Schritt weiter. - Ja, so redeten die Menschen früher, in den 1970er-Jahren, wenn sie kreativ bespruchbändert zu Demos gingen. Was diese Menschen hier und heute demonstrieren, wissen wir nicht. Klar ist bloß, sie drehen sich eher im Kreis. Und offenbar folgen sie dem Prinzip: Es ist einfach herrlich, wenn die Angst aufhört."
Wo der Mensch sich wohlfühlt, WOHLFÜHLEN, Beilage der Süddeutschen Zeitung, 30.11.2016, S. 62
105. "Vom Buschelberg bei Ottobeuren führt ein Gang in die Tiefe des Berges. Der Einstieg wird "Teufelsloch" genannt. Ein Arm des Gewölbes soll bis zum Schloss nach Hawangen reichen. In seinen Abgründen hausen die Muetes. Sie sind die bösen Geister der einstigen Herren eines versunkenen Schlosses..." Reitermann, Franziskus, Die dunkelsten... 40
106. "Dem Sannyasin, der sich selbst von jeder denkbaren Form der Sünde ausgeschlossen hat, bleibt keine Chance, sich wieder zu erheben, wenn er auf dem angestrebten Weg strauchelt; ein Fall, und er stürzt unweigerlich in den Abgrund." David-Néel, 219
107. "Einmal, nach ich ihn lange bedrängt hatte, weil ich hinter meiner Amnesie etwas Abgründiges vermutete, strich er mit dem Rücken seines Zeige- und Mittelfingers über meine Wange und sagte: Das war es." Maron, Animal, 37
108. "Wenn man in allen natürlichen Dingen und Ereignissen einen solchen Abgrund an Kräften, Bestrebungen und Tendenzen vermutet, dann ist die verborgene Natur unerschöpflich, alles Natürliche ein Einzelnes, das man in endlicher Zeit vielleicht ein wenig kennenlernen, jedoch niemals vollständig erkennen kann.... (Könnte nicht das im Tode geschärfte Bewußtsein in unbekannte Tiefen eines Momentes eindringen, die den Sterbenden überraschen in ihrer Komplexität?)." Hampe, Tunguska 267
109. DICHTER: ganze Harmonien klarmachen ganze Harmonien zerstören
TÄNZERIN: an vielen Orten
DICHTER: hier
TÄNZERIN: auf dem Berge
DICHTER: im Innern des Berges
TÄNZERIN: sie bewegen sich in Worten in den Abgründen der Sprache
DICHTER: ungeschützt
..
Thomas Bernhard, Der Berg - Ein Spiel für Marionetten als Menschen oder Menschenals Marionetten, in. TB Dramen 1, Werke 15, Suhrkamp, Frankfurt a.M. 2004 S. 96
110. TÄNZERIN: ich erschaffe einen Tanz der sie alle zunicht macht sein Tod blickt aus dem Abgrund und
CHOR: schneidet Hälse ab
TÄNZERIN:; ich erschaffe eine Suite die ein Abgrund ist
CHOR: ein Abgrund
TÄNZERIN: eine Vermutung die tötet
Thomas Bernhard, Der Berg - Ein Spiel für Marionetten als Menschen oder Menschenals Marionetten, in. TB Dramen 1, Werke 15, Suhrkamp, Frankfurt a.M. 2004 S. 125
111. "Schon Jean-Jacques Rousseau erkannte allerdings, dass durch Eigentum auch Ungleichheiten zwischen den Menschen entstehen. Er sah es als Hauptursache für Krieg, Mord, Neid und andere Abgründe des menschlichen Miteinanders." Lühres, Meins 50
112. "Steht Europa am Abgrund, der Nahe Osten vor einem Weltkrieg, Afrika vor dem Kollaps?" Mayer, Christian, Wird schon 49
113. "Die Reise selbst hatte etwas Traumhaftes. Regen, Nebel und Wolken verwandelten den Urwald, Schluchten, Abgründe, Felsen und Berge in eine Welt von unheimlich wechselnden, unwirklichen Formen." Breton, David Le, Lob des Gehens 168
114.  "Zu diesem Schluß gelangt Heidegger im Wintersemester 1925/26, so dass er von Aristoteles Abstand nimmt und dafür Kant näher rückt: "Die Griechen ahnten nichts von dieser abgründigen Problematik, die sich auftut, wenn man diesen Zusammenhang einmal gesehen hat..."  Thomä, Heidegger Handbuch 29
115. "'Sie müsse vielmehr in der Enthüllung der Ursprünglichkeit des gelegten Grundes begriffen werden. Heidegger beklagt allerdings, dass Kant vor der sich mit dem Begriff der Einbildungskraft stellenden Ursprünglichkeitsthematik zurückgewichen sei: "Kant brachte die 'Möglichkeit' der Metaphysik im Radikalismus seines Fragens vor diesen Abgrund. Er sah das Unbekannte." Thomä, Heidegger Handbuch 84
116. "Das aber kann nur dann so sein, wenn das Verstehen einem Grund aufruht, der auf eine Weise anwesend ist, die die Möglichkeit seiner Abwesenheit gleichursprünglich enthält. D.h., wenn, wie Heidegger sagt, der Grund "Ab-Grund" ist: "Der Ab-grund ist das Weg-bleiben des Grundes. Und was ist der Grund? Er ist das Sichverhüllende - Aufnehmen, weil ein Tragen, und dieses als Durchragen des Zugründenden." Thomä, Heidegger Handbuch 136
117. "In das Seyn zu springen bedeutet demnach nicht, einen Grund zu erreichen, sondern einen Ab-grund zu eröffnen, einen Bereich, in dem die Erkenntnis möglich ist, dass das Seiende auf etwas verweist, das überhaupt nicht ist. Die Passagen über die "Zerklüftung des Seyns" erkunden auf unsystatische Weise die Dimensionen des Seyns.." Thomä, Heidegger Handbuch 158
118. "Als solches sei es weder ratio oder Vernunftgrund noch causa oder Ursache, aber dennoch Grund des Seienden, der selbst grundlos, ohne jeden Grund, gewissermaßen als Ab-Grund "walte"."" ( Thomä, Heidegger Handbuch 249
119. "Wenn das Sprechen denn zum dichterischen Singen avanciert, so ist dieses kein fröhliches Trällern, in ihm wird vielmehr das Bewußtsein vom Abgrund des "Ungesagten" oder "Ungesprochenen" wach gehalten. Von diesem Abgrund anzufangen - dies ist die Aufgabe, die der Dichtung in Heideggers Geschichte des Seins zugewiesen ist." Thomä, Heidegger Handbuch 264
120. "Man befinde sich, so Heidegger emphatisch, "an der methodischen Wegkreuzung, die über Leben und Tod der Philosophie überhaupt entscheidet": den Sturz in den "Abgrund...der absoluten Sachlichkeit" ode den "Sprung in die Welt"." Thomä, Heidegger Handbuch 335
121. "Der Philosoph wie der Künstler wandern hin und her auf der Brücke zwischen menschlichem Dasein und naturhaftem Wesen. "Und die Brücke, die jenen Abgrund überwölbt, aber nicht ausfüllt, gibt den Blick frei in die Tiefe." ...es ist kein Zufall, dass er sich in den letzten Seminaren ausführlich mit Heideggers Satz vom Grund befasst hat, insbesondere mit dessen Idee des "Abgrunds (des Acheron, den es zu überqueren gilt, wie Becker, Gérard de Nerval zitierend, schreibt) als Grund des Seins, als Grund auch des Gedichts und damit der Kunst, und nicht zuletzt auch als Grund sowohl von Heidegger "Dasein" wie von Beckers "Dawesen".  Thomä, Heidegger Handbuch 368
122. "Abgrund m: Der dt. und niederl. Ausdruck für "schauerliche Tiefe" ist aus den unter > ab und > Grund behandelten Wörtern gebildet und bedeutet eigentlich "abwärts gehender (Erd)boden".  DUDEN 7 Das Herkunftswörterbuch, Mannheim 1963, S. 8
123. "Nein, der große Ruhm ließ fast 40 Jahre auf sich warten. Erst mußte der 1. Weltkrieg verlohren gehen, erst Unsicherheit und Lebensdepression das scheinbar festgefügte bürgerliche Weltbild erschüttern, ehe man ihn als Maler deutscher humoriger Innerlichkeit erkannte, der in seinen Bildern ein gegen alle Abgründe abgeschirmtes, gemütvolles und menschliche Schwächen fast liebevoll abschilderndes beschränktes Reich errichtet hatte - zum Vergnügen aller." Jensen, Spitzweg 18
124. Über die Abgründe des Daseins, Selbstzweifel, Resignation, Hilflosigkeit angesichts der Welthändel und Irrwege, über die Angst vor dem Tod hilft der Humor hinweg, die "Latsche", der Baumstrunk am Felsabsturz." Jensen, Spitzweg 51
125. Das Ziel ist erreicht, alle starren in die tobende, weiße Gischt, die den Weiterweg sperrend in einen schwarzen Abgrund stürzt. Das Geschaute und Erspürte dringt förmlich in uns ein, bis wir uns endlich sattgesehen haben." Triller, Mit Kindern 26
126. "Doch wer dich antritt  ohne so zu wollen
ohne heißt zu sein von Eitelkeiten,
dem wirst du einen tiefen Blick bereiten
in braune Waldesaugen, in den lebensvollen
Abgrund, in die eigne Mitte.."
Doderer, Der letzte Abenteurer 87
127. "Meist sind wir in unserem Leben emsig beschäftigt: mit uns selbst, mit unserer Familie, mit unserem Geld, mit unserem Job. Doch manchmal bröckelt die Fassade. Und dahinter kann sich ein Abgrund auftun. Das kann die Folge einer schweren existenziellen Krise sein, ausgelöst etwa durch eine Krankheit oder den Tod eines geliebten Menschen." Spät, Ist alles für die Katz?  29
128. "Protektionismus und Versuch, die Globalisierung zu revidieren....Das letzte Mal, dass sich die Welt in diesen Abgrund gestürzt hatte, war in den 1930er Jahren des 20. Jahrhunderts gewesen. Die Folgen sind bekannt." Fischer, Die richtige Antwort 2
129. "Gottlieb las, was La Mettrie über Pascal meldete: Wenn man redend herumsaß oder beim Essen, mußte er links von sich immer einen Schutzwall aus Stühlen oder einen Nachbarn haben, nur daß er nicht in die entsetzlichen Abgründe sehe, in die zu stürzen er immer wieder befürchten mußte, wohl wissend, daß das Einbildungungen waren (..pour l'empêcher de voir des Abîmes épouvantables dans lequel il craignoit quelque fois de tomber!" Walser, Liebe 254
130. "Augustin: "Ein abgrundtiefes Geheimnis ist sich der Mensch. Selbst noch seine Haare, die Du, Herr, gezählt hast, und deren keines verlorengeht bei Dir, sind leichter zu zählen, als was sich regt und wegt in seinem Herzen." Walser, Halbzeit 312
131. "Lehnert besitzt einen besonderen musikalischen Sinn für das Wilde in der Theologie und das existentiell Abgründige im Glauben." Claussen, Lehnert 12
132. "Aus dem Unterweltkapitel der Aeneis...Uralte Brut der Erde hier, das Volk der Titanen / wälzt sich, niedergeschmettert vom Blitz, in den Tiefen des Abgrunds." Strauss, Oniritti 192
133. "Die Kraft des Lebens ist etwas sehr heikles. Um sich so lange wie möglich lebendig zu fühlen, muss man sich auf den Kammlinien der Ideen und Empfindungen halten und erreichen, dem Taumel der Lebensbejahung nicht nachzugeben und auch nicht in den Abgrund der Lebensverneinung zu stürzen." Haaf 12
134. "Dann berichteter (Esper) von der im Volke noch lebendigen Legende, die Gaillenreuther Höhle sei ein heimlicher Versammlungsort der ersten Chrsiten gewesen, die von ihren Verfolgern beim Gottesdienst überfallen und deren Leichen hernach in die Abgründe der Höhle geworfen worden seien."  Heller, 1972, S. 8
135. "Bereits auf dem Anmarsch nach Burggaillenreuth und während des Aufstieges zur Höhle muß ESPER bei der Betrachtung der Umgebung tiefe, unauslöschliche Eindrücke empfangen haben, die bei seinen späteren Versuchen, eine Erklärung für die Landschaftsgestaltung und die Entstehung der Höhlen zu finden, immer wieder aufklingen. So empfand er das Wiesenttal als einen fürchterlichen Abgrund." Heller, 1972, S. 8
136. "Durch diese wunderbare Öffnung blickt man in einen schrecklichen Abgrund hinab, oder vielmehr in einen öden Raum, den man sich noch fürchterlicher vorstellt, als er vielleicht in der That ist, weil ihn von allen Seiten die schwärzeste Nacht umgibt." Heller, 1972, S. 58
137. "Welch ein göttlicher, lieblicher Abgrund,
wo die Straße an seinem, von gewaltigen Baumgruppen überwölbten Tore
sich absenkt und dann die kleine Strecke hinaufzieht."
Waiblinger, ohne Seitenangabe
138. "(Karl Rahners) Interesse ist die unverfügbare Gnade Gottes, aber gerade diese Leidenschaft wird ja von der mystischen Erfahrung bestätigt, "daß des Menschen Grund der Abgrund ist; (...) daß er nur unser 'Glück' wird, wenn er bedingungslos angebetet und geliebt wird." Sölle, Mystik 143
139. " Und nun sehen wir, der Abgrund der Geschichte ist groß genug für alle." "..que l'abîme de l'histoire est assez grand pour tout le monde." Valery, La Crise de l'Esprit, zitiert nach Sloterdijk, Nach Gott 9"
140.  "(Luther)..Sein Bestreben, im Abgründigen festen Halt zu gewinnen, kulminiert in der 16. These, mit der er das Bußeproblem auf die Spitze treibt: "Hölle, Purgatorium und Himmel scheinen sich voneinander zu unterscheiden wie Verzweiflung, halbe Verzweiflung und Sicherheit.." Sloterdijk, Nach Gott, S. 59
141. "Direkt neben dem Weg gähnt ein kreisrunder Abgrund, einige Meter im Durchmesser. Ein hineingeworfener Stein gibt kein Echo zurück." Pfund, Gnade 37
142. "Der Anhauch des Abgrunds kann von einer Verletzung, aber auch von einer Verschmelzung herrühren: wir sterben gemeinsam an unserer Liebe: offener Tod durch Auflösung im Äther, versteckter Tod durch Verscharrung im Massengrab." Barthes, Fragmente 264
143. "Der Abgrund ist ein Augenblick der Hypnose. Eine suggestive Kraft ist am Werk, die mich anweist dahinzuschwinden, ohne mich zu töten. Daher wahrscheinlich die Süße des Abgrundes: ich habe keinerlei Verantwortung, der Akt (des Sterbens) kommt mir nicht zu: ich vertraue mich an, ich gebe mich anheim (wem? Gott, der Natur, allem, ausgenommen dem Anderen)" Barthes, Fragmente 264
144. "Ist der Abgrund also nur eine bequeme Form der Selbstauflösung? Es wäre für mich nicht schwierig, ihn nicht als Ruhe, sondern als Gefühl zu lesen." Barthes, Fragmente 266
145. "Ruysbroeck "...die Ruhe des Abgrunds" 289 Barthes, Fragmente 267
146. "Diese Selbstverdächtigung des Bürgertieres flackert auf in der romantischen Literatur - mit all ihren düsteren und geheimnisvollen Metaphern des animalischen Abgrundes nach Innen-Unten. Die Romantiker wissen, daß dem Bürger zwei Wege offenstehen, einer im bürgerlichen Licht, ein anderer in den unbürgerlichen Abgründen." Sloterdijk, Kritik 483
147. "Dies ist aber nicht so leicht, als man glauben könnte, denn die Abgründe, welche aus der Erweiterung einer Spalte durch Erosion entstanden sind, können nachträglich durch Nachbrüche alle Merkmale von Einsturzerscheinungen erhalten, weshalb man mit derlei Bezeichnungen sehr vorsichtig umgehen muß." Kraus 110
148. "Ebenfalls im Schema des operativen Narzissmus verbleibt die alternative Option, den Realitätscheck als Realitätsschock und damit als Blick in den Abgrund des Realen zu dramatisieren." Blasi 219
149. "Aber Hanna Ziegert misst seit mehr als 30 Jahren aus, welche 'Abgründe in Menschern passen: Sie ist Psychiaterin und Psychoanalytikerin und einen Großteil ihres Berufslebens hat sie der Begutachtung von Straftätern gewidmet....Die Abgründe, durch die sie sich in den acht kurzen Geschichten bewegt, reichen weit über die Täter hinaus...."Ist ja nicht normal, jemanden umzubringen", sagt Ziegert lapidar. Also muß irgendwo, tief in der Seele des Täters, weit zurück in seiner Vergangenheit, etwas passiert sein, was ihn ,,,gemacht hat." Handel R6
150. "Er war so einfach und untadelig wie seine Konduitenliste, und nur der Zorn, der ihn manchmal ergriff, hätte einen Kenner der Menschen ahnen lassen, daß auch in der Seele des Hauptmanns Trotta die nächtlichen Abgründe dämmerten, in denen die Stürme schlafen und die unbekannten Stimmen namenloser Ahnen."  Roth, Radetzkymarsch 15
151. "Was sonst noch siehst du / Im dunklen Abgrund der vergangenen Zeit?" Shakespeare, Der Sturm, Prosperos Rede Taylor, Zeitalter 550
152. "Die Kraft des Lebens ist etwas sehr Heikles. Um sich so lange wie möglich lebendig zu fühlen, muss man sich auf den Kammlinien der Ideen und Empfindungen halten und erreichen, dem Taumel der Lebensbejahung nicht nachzugeben und auch nicht in den Abgrund der LKebensverneinung zu stüurzen." Garcia, Leben 207
153. "Dies ist der Preis für das Lebensgefühl, wenn man auch ein denkendes Wesen ist. Man muss sich eine Kammlinnie in den Bergen vorstellen, sich auf dieser Linie bewegen und versuchen, weder auf der einen noch auf der anderen Seite ins ethische Vakuum abzustürzen: Zwei Abgründe erstrecken sich am Wegesrand der Existenz; da ist zum einen die Versuchung, nach dem Vorbild dessen zu denken, was wir leben (dies ist das Verlangen des intensiven Menschen), und andererseits die Versuchung, nach dem Vorbild unserer Gedanken zu leben (dies ist die Hoffnung der Weisen und der Gläubigen - und dies ist vielleicht auch die elektronische Verheißung.) Garcia, Leben 202
154. "Es war, als stünde man knapp vor einer namenlosen Gefahr und als hätte sie einen zugleich bereits verschlungen. Man stand vor einem riesigen, schwarzen Abgrund, und gleichzeitig war man bereits von seiner Finsternis überwölbt." Roth, Radetzkymarsch 99
155. ""Die rechte Phantasie", seufzte Botho Strauss 1993 in seinem "Anschwellendem Bocksgesang" mit abgrundtiefem Pessimismus, "ist immer und existentiell eine Phantasie des Verlustes"" Zielcke, Mensch 11
156. "Unter der makellosen Kulisse schlummert ein Geheimnis, eines, das der Szenerie abgründigen Zauber verleiht. Die Wiesen verbergen menschliche Umweltsünden. Wie ein Tuch decken sie Spuren von Zerstörung zu."" Herrmann, Zerwühlt 33
157. "Mosebach verweist glutvoll auf die "moralische Unterströmung" im Kronauerschen Werk sowie auf dessen Komik, die aus der Absurdität schöpfe und den "unbegreifbar bleibenden Seelenabgrund" des Einzelnen ahnbar mache." Weber, Sinn R6
158. "So singt Kolbe in seinen Psalmen von Morgen und Abend, Angst und Vertrauen, Sorgen und Gewissenszweifeln, von "Abgrund und Glück" - mal im hohen Ton, mal schnodderig, mal erstaunlich nah am Original, dann wieder auf ungewohnten Fährten, verzweifelt oder beglückt oder gelassen." Claussen, Aus der tonlosen Zeit 14 (Uwe Kolbe, Psalmen)
159. "Nur ein japanischer Buddhist kann den abgründigen Humor dieser Karikatur ermessen, denn das japanische Zen-Kloster ist genau das Gegenteil von allem Luxus, ein Ort, an dem die höchste Einfachheit, Sparsamkeit und härteste Selbstzucht auf eine puritanische Weise gepflegt werden." Benz 153
160. "VERLEGER
Manche Künstler gehen mit offenen Augen
aif dem Abgrund zu
imd stürzen hinein
KAPELLMEISTER
Diese Leute ziehen das Unglück an
Von allen Seiten werden diese Leute gewarnt
aber sie tappen immer hinein
Bernhard, Die Berühmten 141
161. "Adorno...Musik sollte mit ihren geweihten Fackeln noch grausigere Abgründe ausleuchten, in die sich selbst Schoenberg bisher nicht gewagt hatte." Ross 396
162. "Eine solche Sprache, die an die Reden Thomas Manns satirisch überzeichneter Ästheten erinnert ("Die Kunst ist die heilige Fackel, die barmherzig hineinleuchte in alle fürchterlichen Tiefen, in alle scham- und gramvollen Abgründe des Daseins"), leuchtete den jungen Komponisten, die Auslöschung und Vergessen gerade aus nächster Nähe erlebt hatten, unmittelbar ein." Ross 396
163. "Während die drei noch mit anderen französischen Gefangenen auf offenem Feld festgehalten wurden, spielte Akoka eine neue Komposition Messiaens namens Abime des oiseaux ("Abgrund der Vögel") - ein Klarinettensolo in Form präsziser, aber unverbundener Gesten, langsame, wie in Trance gesungene Melodielinien, die sich um schnelle Läufe, Triller und quäkende Töne rankten." Ross 398
164. "Nur der Aufwand an Zeit ist kleiner geworden, die Entfernung ist trotzdem dieselbe geblieben, zwischen mir und den Menschen und ihrer Landschaft, lauter schroffe Abgründe zwischen den Sprachen." Hoppe, Welt 9
165. "Konkurrenten wünschen Erika zu einer Klippe zu locken, unter dem Vorwand, ihr die Aussicht erklären zu wollen. Doch wie leicht stürzt man ab! Die Mutter schildert den Abgrund anschaulich, damit das Kind sich davor hütet. Am Gipfel herrscht Weltberühmtheit..." Jelinek, Die Klavierspielerin 30
166. "...später kam Sabine nicht darauf; nicht einmal in der langen Zeit zwischen 1995 und 2004, als Mams und Jacques offiziell zusammenlebten, hatte Sabine Verdacht geschöpft, obwohl im Rückblick die Indizien erdrückend waren; und eben diese von heute aus gesehen schier unfassbare Ahnungslosigkeit war es, die sich manchmal vor Iris und Sabine öffnete wie ein plötzliches Loch, ein Abgrund, der sie für Stunden und Tage verschluckte." Schweikert, Wie 237
167. "Selbst optimistische Menschen meinen neuerdings, die Welt befinde sich am Abgrund. Der eine fürchtet die Herrschaft der Roboter, der andere den Zusammenbruch des Finanzsystems.2 Hoffmann, Die Lust 25
168. "In der Schuldenkrise traten die Italiener in der Retter-Rolle auf, obwohl sie 2011 selbst in den Abgrund der Staatspleite blickten." Sauer, Arrivederci 26
169. " Das Hiob-Buch führt diese Weisheit in die Krise, entlarvt sie als Ideologie, macht die Abgründkeit des Allmachtsmonotheismus offenbar - und dies inzwei sehr unterschiedlichen Text-Teilen." Claussen, Ein Frömmigkeitstest 14
170. "Schweiz...Man sieht Fichten von unglaublicher Größe quer über Sturzbächen, Hütten, die über Abgrunden hängen, und wenn die Wolken aufreißen, tausend Fuß unter sich ganze Täler. Bei diesen Schauspielen muß man in Begeisterung, in andächtige Stimmung, in Ekstase geraten." Flaubert, Madame Bovary 95
171. "Die Liebe, glaubte sie, mußte plötzlich kommen, mit lautem Donnern und Blitzen - ein Orkan der Götter, der über das Leben hereinbricht, es umwälzt, den Willen wie Blätter losreißt und das ganze Herz in den Abgrund zieht. Sie wußte nicht, daß der Regen auf der Terrasse der Häuser Seen bildete.." Flaubert, Madame Bovary 117
172. "Sie war versucht, mit Léon zu fliehen, irgenwohin, sehr weit fort, um ein neues Leben zu versuchen; gleich aber tat sich in ihrer Seele ein bodenloser Abgrund voller Finsternis auf." Flaubert, Madame Bovary 126
173. "Und ohne Rücksicht auf fromme Befindlichkeiten hat die staatliche Kommission erklärt: Viele Fälle haben sehr wohl mit kirchlichen Schweigestrukturen zu tun und mit den Abgründen, in die der Zölibat führen kann." Drobinski, Matthias, Abgründe des Zöliobats 4
174. "Unerfüllt bleibt die Hoffnung des Sportreporters auf einen Fußballwitz, die des FC-Bayern-Fans auf den echten Philipp Lahm und die des herkömmlichen Theaterzuschauers, Abgründe mögen sich doch bitte schön auftun." Lutz, Lahm 8
175. "Wie war es nur geschehen, daß sie (sie, die sie so klug war!), sich wieder einmal geirrt hätte? Überhaupt in welchem erbärmlichen Wahn hatte sie ihr Leben unter ständigen Opfern in einen Abgrund gestürzt? Sie erinnerte sich all ihres Sehnens nach Luxus, all der Entbehrungen ihres Herzens..." Flaubert, Madame Bovary 212
176. "Was für ein Urteil kann mir denn plötzlich widerfahren? Es gibt keine Wüste, keinen Abgrund, keinen Ozean, die ich nicht durchqueren würde. Je länger wir zusammen leben, um so mehr wird es wie eine Umarmung sein, die täglich fester, vollkommener wird." Flaubert, Madama Bovary 228
177. "Haben Sie Ihre Entscheidung reiflich erwogen? Kennnen Sie den Abgrund, in den ich Sie hineingezogen habe, armer Engel?" Nein, nicht wahr? Vertrauensvoll und wahnwitzig gingen Sie Ihren Weg und glaubten an das Glück, an die Zukunft...Ach, Unglückliche, die wir sind! Unsinnige." Flaubert, Madame Bovary 231
178. "Sie hatte sich an den Rahmen des Dachfensters angelehnt.....Der Lichtstrahl, der von unten heraufdrang, zog die Last ihres Körpers geradezu in den Abgrund. Ihr war, als stiege der Boden des schwankenden Marktplatzes an den Mauern herauf und als neigte sich der Fußboden am Ende wie ein stampfendes Schiff. Sie stand ganz am Rande, fast frei schwebend, umringt von einem großen Raum. Das Blau des Himmels zog sie an, die Luft kreiste in ihrem leeren Kopf, sie brauchte nur nachzugeben, sich nur nehmen zulassen; und das Schnarren der Drehbank..." Flaubert, Madame Bovary 235
179. "Emma dachte an den Tag ihrer Hochzeit; und sie sah sich wieder, draußen in den Kornfeldern, auf dem kleinen Pfad, als man zur Kirche ging. Warum hatte sie sich nicht wie jene gesträubt, gefleht? Sie war vielmehr fröhlich, ohne den Abgrund zu bemerken, in den sie sich stürzte...Ach! Wenn sie in der Frische ihrer Schönheit, noch unbefleckt von der Ehe und der Enttäuschung des Ehrbruchs..." Flaubert, Madame Bovary 257
180. "Er hätte chinesisch oder grönländisch gesprochen, wenn er diese beiden Sprachen gekonnt hätte; denn er war in einer jener Krisen, wo die ganze Seele wahllos zeigt, was in ihr ist, wie der Ozean, der sich in den Stürmen vom Tang seiner Ufer bis zum Sand seiner Abgründe auftut." Flaubert, Madame Bovary 283
181. "Es fuhr ihr in die Tiefe des Herzens wie ein Wirbelwind in einen Abgrund und trug sie davon durch die Weiten einer grenzenlosen Melancholie." Flaubert, Madame Bovary 304
182. "Tatsächlich hatte jemand seiner Mutter einen langen anonymen Brief geschickt, um ihr mitzuteilen, daß er "sich mit einer verheirateten Frau ruiniere", und da die gute Dame das ewige Schreckgespenst der Familien vermutete, das heißt jenes unbestimmte verderbenbringende Geschöpf, die Sirene, das Ungeheuer, das vermutlich in den Tiefen der Liebe haust, schrieb sie sogleich dem Notar Dubocage, seinem Chef, der in dieser Angelegenheit völlig im Bilde war. Er nahm ihn sich eine Dreiviertelstunde lang vor und wollte ihm die Augen öffnen, ihn vor dem Abgrund warnen. Eine solche Liebschaft würde später seiner Etablierung schaden." Flaubert, Madame Bovary 329
183. "Außerdem wußte sie nicht mehr ein noch aus. Alles, in ihr selbst und um sie herum, ließ sie im Stich. Sie fühlte, daß sie verloren war, aufs Geratewohl unerklärlichen Abgründen zutrieb; und fast mit Freude erblickte sie, als sie am "Roten Kreuz" anlangte, den guten Hornais, der zuschaute, wie ein großer Kasten voller Arzeivorräte auf die "Schwalbe" verladen wurde; in der Hand hielt er in einem Seidentuch sechs "Eisenbahner" für seine Frau." Flaubert, Madame Bovary 339
184. "Plötzlich schien ihr, daß feurige kleine Kugeln, sich abplattend, in der Luft zerbarsten wie Feuerwerksbälle, und sie kreisten und kreisten, um schließlich zwischen den Zweigen der Bäume im Schnee zu schmelzen...Sie erkannte wieder die Lichter der Häuser, die von ferne im Nebel glänzten. Da tat sich wie ein Abgrund ihre Lage wieder vor ihr auf. Sie keuchte, als zerspränge ihr die Brust. In einem Anflug von Heldenmut, der sie fast fröhlich machte, rannte sie dann den Hügel hinab, überquerte die Planke für die Kühe, lief den Fußpfad, die Allee entlang, durch die Markthalle und langte vor dem Laden des Apothekers an. Niemand war da..." Flaubert, Madame Bovary 356
185. "Nietsche..Sein Ton ist unverkennbar. Er läßt jeden Satz bekenntnishaft zittern - auch wo er bloß Abgründe öffnet. Seine bildgesättigte Sprache hat ....den physiologischen Boden kenntlich gemacht, aus dem die Dämpfe der gedanklichen Abstraktion aufsteigen." Türcke, Nietzsche 8
186. "Wer sich seiner Denkbewegung nicht rückhaltlos aussetzt, kneift. Wer sich ihr aber öffnet, läuft Gefahr, ihr zu erliegen; sei es, daß er in ihrem Sog am Weltzustand ähnlich irre wird wie Nietzsche selbst; sei es, daß er in den Abgründen, die Nietzsches Denken aufreißt, genüßlich umhertaumelt und das Surfen in ihnen zur neuen Lebensform verklärt." Türcke, Nietzsche 12
187. "Darum klammert sich Nietzsche nun. Er deutet seinen Zustand in einen jesuanischen um - sein Balancieren am seelischen Abgrund in die "evangelische Praktik", die Jesus vorgelebt haben soll: das "das Gesammt-Verklärungsgefühl aller Dinge (die Seligkeit).  Türcke, Nietzsche 70
188. "O daß mein Sinn ein Abgrund wär'
und meine Seel' ein weites Meer,
daß ich dich möchte fassen." (Im Text des Weihnachtslieds "Ich steh an deiner Krippen hier)
Text Paul Gerhardt 1653,
Musik J.S. Bach 1736
189. "Daher kann es weder um eine gleichsam romantische Feier der Singularitäten oder das kritische Einstimmenk in den Chor der Fortschrittsoptimisten gehen, noch umgekehrt darum, einen Logenplatz im "Gran Hotel Abgrund" zu beziehen, also um eine pauschale kulturkritische Verdammung der Spätmoderne als Hort eines irrationalen und verhängnisvollen Affekts gegen das Allgemeine." Reckwitz, Singularitäten 23
190. "Die physiologische Contiguität ermöglicht eine solche disharmonia praestabilita...Aber ich bekenne, dass der tiefste Einwand gegen die "ewige Wiederkunft", mein eigentlich  a b g r ü n d l i c h e r Gedanke, immer Mutter und Schwester sind." Nietzsche, Ecce homo 268
191. "Mit Byrons Manfred muss ich tief verwandt sein: ich fand alle diese Abgründe in mir, - mit dreizehn Jahren war ich für dieses Werk reif." Nietzsche, Ecce homo 286
192. "Versteht man den Hamlet? Nicht er Zweifel, die Gewissheit ist das, was wahnsinnig macht....Aber dazu muss man tief, Abgrund, Philosoph sein, um so zu fühlen....Wir fürchten uns Alle vor der Wahrheit..." Nietzsche, Ecce homo 297
193. "Wer mir aber durch Höhe des Wollens verwandt ist, erlebt dabei wahre Ekstasen des Lernens: denn ich komme aus Höhen, die kein Vogel je erflog, ich kenne Abgründe, in die noch kein Fuß sich verirrt hat." Nietzsche, Ecce homo 302
194. "Das ganze Bild des dithyramischen Künstlers ist das Bild des präexistenten Dichters des Zarathustra, mit abgründlicher Tiefe hingezeichnet und ohne einen Augenblick die Wagnersche Realität auch nur zu berühren." Nietzsche, Ecce homo 314
195. "Das psychologische Problem im Typus des Zarathustra ist, wie der, welcher in einem unverhörten Grade Nein sagt, Nein  t h u t  , zu Allem, wozu man bisher Ja sagte, trotzdem der Gegensatz eines neinsagenden Geistes sein kann; wie der das Schwerste von Schicksal, ein Verhängnis von Aufgabe tragende Geist trotzdem der leichteste und jenseitigste sein kann - Zarathustra ist ein Tänzer -! wie der, welche die härteste, die furchtbarste Einsicht in die Realität hat, welcher den "abgründlichsten Gedanken" gedacht hat, trotzdem darin keinen Einwand gegen das Dasein, selbst nicht gegen dessen ewige Wiederkunft findet, - vielmehr einen Grund noch hinzu, das ewige Ja zu allen Dingen  s e l b s t  z u  s e i n , "das ungeheure unbegrenzte Ja- und Amen-sagen" .. "In alle Abgründe trage ich noch mein segnendes Jasagen".. Aber das ist der Begriff des Dionysos noch einmal." Nietzsche, Ecce homo 345
196. "Wohl aber gilt es festzuhalten, dass es die antidemokratischen alten Eliten gewesen waren, nicht die Revolutionäre vom November 1918, die das Kaiserreich in den Abgrund des Ersten Weltkriegs gestoßen haben." Frei, 1918, S. 5
197. "Wahrlich, als das Allererste entstand Chaos und danach
Gaia mit ihrer breiten Brust, ein immer sicherer Sitz für alle Gottheiten,
die den Gipfel des schneebedeckten Olymp bewohnen,
und die finsteren Abgründe in der Tiefe der breitstraßigen Erde."
Hesiod, Kosmogonie, zitiert in Karafyllis, Lobenhofer 5
198. "Epikur wollte am Anfang seines Philosophierens Hesiods Ausdruck "Chaos" verstehen, verbarg sich doch dahinter die Frage nach dem Urgrund allen Seins, aber auch die nach dem ewigen Abgrund.  Karafyllis, Lobenhofer 6
199. "In der Person Epikurs verbindet Diogenes das Thema des Anfangs der Welt im Chaos mit dem Anfang der Philosophie. Dies geschieht auch bildlich, denn das Staunen begegnet uns mit offenem Mund - und das griechische Wort "Chaos" meint wörtlich einen klaffenden Schlund oder Abgrund, was die Bedeutung lautmalerisch unterstreicht und an Anfang und Ende des griechischen Alphabets erinnert." Karyfyllis, Lobenhofer 5
200. "Friedrich Müller, einer der Hauptforscher im Karstgebiet, äussert sich so: Hundertfach umlauert tückisch das Verderben den Forscher, welcher auf glatter, nasser Sinterfläche über Abgründe weiter in die unbekannten Schlünde strebt." Egli, Beiträge 289
201. "Und die Malereien, direkte Spiegelbilder dieser Erfahrung, ziehen uns zwar in ihre Laufbahn und erlauben uns, sie mit der Geburt der Kunst in Verbindung zu bringen, doch sie drängen vor allem die Existenz einer Kategorie auf, zu der wir keinen Zugang haben und auf der alle Wörter, die wir bemühen - eben Kunst, aber auch "Ritual", "Vorstufe zur Schrift" und "Schamanismus" - bestenfalls nur ein paar Augenblicke haften bleiben und dann in einen bodenlosen Abgrund stürzen." Bailly, Fremd gewordenes Land 312
202. "We felt ourselves necessarily carried back to the time when the schistus on which we stood was yet at the bottom of the sea, and when the sandstone before us was only beginning to be deposited, in the shape of sand or mud......The mind seemed to grow giddy by looking so far into the abyss of time." Playfair, John (1805), in Hofbauer, Revolution 113
203. "Mir schien, wir beide kamen uns vor wie zwei sagenhafte Tiere, die, über einen abgrundtiefen Erdspalt einander zugebeugt, sich ins Gesicht starren. Und das Gesicht war ein Menschengesicht." Freund, Unterwelt, S. 12 über: Marie Luise Knott, Dazwischenzeit. 1930
204. "Lesch: ..das macht natürlich jede kosmologische Theorie der Moderne zu einem fast unverständlichen mathematischen Kunstwerk. Das einzige, woran man sich noch festhalten kann, sind Experimente. In diesen Experimenten hat man genau die Effekte gefunden, die man möglicherweise bräuchte, um das Universum in seinem Anfang zu verstehen. Ohne Experiment geht gar nichts!
Gaßner: Experimente liefern uns das Geländer, an dem wir uns am Abgrund der wissenschaftlichen Erkenntnis gerade noch festhalten können."
Lesch, Gaßner, Urknall 59
205. "Unser Existenz kommt aus dem Abgrund des Nichts hervor und endet im Nichts des Todes." Heidegger zitiert in:Holt, Nichts 34
206. "Das Licht von einem so weit entfernten Objekt kann nur deshalb unbeschadet durch diese endlosen Weiten zu uns gelangen, weil dort draußen praktisch nichts ist. Weniger als ein Hunderttrillionste der Atemluft! Wären wir umgeben von einer dicken Suppe, könnten wir keine vernünftige Astronomie betreiben. Das Universum ist ein grauenhaft leerer Abgrund von Raum und Zeit. ...Je weiter wir ins Weltall schauen, desto tiefer werden die zeitlichen Abgründe. Es gibt Galaxien, die sind so weit von uns entfernt, dass ihre Strahlung zu einer Zeit entstand, als es das Sonnensystem und die Erde noch gar nicht gab.." Lesch, Gaßner, Urknall 192
207. "Die Welt ist nicht wie ein Haus, das stehen bleibt, wenn der Baumeister es beendet hat, sondern wie ein Auto, das sich am Rande einer Klippe in einem empfindlichen Gleichgewicht befindet. Ohne die göttliche Macht, die der Welt ihr Gleichgewicht bewahrt, stürzte sie in den Abgrund des Nichts." Holt, Nichts 95
208. "Der deutsche Diplomat und Philosoph Max Scheler meinte: Wer gleichsam nicht in den Abgrund des absoluten Nichts geschaut hat, der wird auch die eminente Positivität des Inhalts der Einsicht, daß überhaupt Etwas ist und nicht lieber Nichts, völlig übersehen." Holt, Nichts 53
209. "Zum anderen habe ich nach Liebe getrachtet, weil sie von der Einsamkeit erlöst, jener entsetzlichen Einsamkeit, in der ein einzelnes erschauerndes Bewußtsein über den Saum der Welt hinabblickt in den kalten, leblosen, unauslotbaren Abgrund." Russell, Begtrand, in: Weischedel 283
210. "...als mich mein Beruf einmal in eine fürchterliche Gegend rief. Nicht daß Wildnisse, Schlünde, Abgründe, Felsen und stürzende Wasser dort gewesen wären - das alles zieht mich eigentlich an - sondern es waren nur sehr viele kleine Hügel da, jeder Hügel bestand aus nacktem, grauem Kalksteine, der aber nicht, wie es oft bei diesem Gesteine der Fall ist, zerrissen war oder steil abfiel, sondern in rundlichen, breiten Gestalten auseinanderging und an seinem Fuße eine lange gestreckte Sandbank um sich herum hatte."  Stifter, Bunte Steine / Kalkstein 49
211. "Nun lebe wohl - daß ich ein Narr bin, weißt Du ohnehin, daß ich ein Narr voll unsäglicher Liebe zu Dir und den anderen des gewesenen Rundkreises bin, wirst Du ja doch endlich auch wissen - daß ich ferner ein Narr bin, der sich nur ein einzig Mal überschwenglich mit universumsgroßen Herzen werfen möchte an ein eben solches unvermeßliches Weiberherz, das fähig wäre, einen geistigen Abgrund aufzutun, in dem an sich mit Lust und Grauen stürze - und eine Trillion Engel singen hörte - Jesus Maria! ich könnte mich mit ihr Arm in Arm in den Niagarafall stürzen --- aber sie sind Gänse, die derlei für Phantasterei ausgeben und bei Ypsilanti nette Schmiseln kaufen." Stifter mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Roedl 47
212. "Wir nennen das Alles die Welt, und heißen sie das größte Wunder. Aber auf den Dingen der Welt ist ein noch größeres Wunder, das Leben. Wir stehen vor dem Abgrunde dieses Rätsels in Staunen und Ohnmacht. Das Leben berührt uns so innig und hold, daß uns Alles, darin wir es zu entdecken vermögen, verwandt, und Alles, darin wir es nicht sehen können, fremd ist, daß wie seine Zeichen in Moosen, Kräutern, Bäumen, Thieren liebreich verfolgen...." Stifter, Mein Leben 336
213. "Wenn aber das leuchtende innere Wesen eines Menschen die Dumpfheit seiner Umgebung zerreißt und sich offenbart, dann verehrt es der eine unwillkürlich aus ganzem Herzen, während der andere es ebenso unwillkürlich abgrundtief verachtet." Tagore, Der Onkel 24
214. "Dass es eine Regierung brauche, weil das Land sonst im Chaos versinkt, ist eine alte Illusion, heute genährt durch Talkshows, in denen verläßlich das Land in den Abgrund taumelt, wenn nicht ...- ja, wenn was nicht? Endlich ein starker Mann kommt? Eine noch stärkere Frau? Oder wenigstens Friedrich Merz?"  Winkler, Ohne Regierung 11
215. "Asphodelos - Wer geliebt wird, hinter dem schließt der Abgrund des Geschlechts sich wie der der Familie." Benjamin, Einbahnstraße 71
216. "Meine Seele war ein Abgrund, aus dem nur der Seufzer nach Dir als das einzige Lebenszeichen zu meinen Ohren drang." Feuerbach , in Weischedel 239
217. "Der entscheidende Punkt der Umkehr (der Gottheit, die wieder zur Einheit mit sich selbst strebt) ist der Mensch, in ihm ist der tiefste Abgrund und der höchste Himmel." Schelling, in Weischedel 207
218. "Alle Erscheinungen der Natur wie des Geistes sind Glieder eines großen Organismus, der aus dem Abgrund der Natur, in dem er seine Wurzel hat, bis in die Geisterwelt sich erhebt." Schelling, in Weischedel 205
219. "Sosehr sie Mangel littten, niemals verzehrten sie das Fleisch dieser krüppelhaften, lebensunfähigen Tiere, die bei aller Erbärmlichkeit so furchterregend aussahen. Der Alte trug sie in den Berg und warf sie in einen Abgrund. Zum Glück ereignete sich dies nur selten." Valencak, Die Höhlen Noahs 18
220. "Was meinen wir, wenn wir das Wort "ist" aussprechen?....Diese Frage scheint zunächst ein abstraktes Problem einer bestimmten philosophischen Disziplin, der Ontologie, zu sein. Geht man ihr aber nach, dann führt sie in die Tiefe der Gründe und Abgründe des Denkens. "Mit der Frage nach dem Sein wagen wir uns an den Rand der völligen Dunkelheit."" Heidegger, in Weischedel 276
221. "Zum anderen habe ich nach Liebe getrachtet, weil sie von der Einsamkeit erlöst, jener entsetzlichen Einsamkeit, in der ein einzelnes erschauerndes Bewußtsein über den Saum der Welt hinabblickt in den kalten, leblosen, unauslotbaren Abgrund." Russel, in Weischedel 283
222. "Als sie die Schlucht hinter sich hatten, kamen sie an eine wie ein kleines Amphitheater aussehende Höhle, die von jähen Abgründen umgeben war." Irving, Rip van Winkle 65
223. "Er rief und pfiff wieder nach seinem Hund, aber als Antwort kam nur träges Krächzen von einem Schwarm müßiger Krähen, die hoch in den Lüften einen dürren Baum umkreisten, der in einen sonnigen Abgrund hineinragte, und die in ihrer sicheren Höhe über die Verwirrung des armes Mannes zu spotten schienen." Irving, Rip van Winkle 68
224. "Das alles, dieses Nahe, Vertraute, Anziehende und Beängstigende, Zarte und Mächtige verschwindet im Abgrund des Begriffs "alles Seiende". Das Viele wird in dem Plural dieses Neutrums zur Einheit, das Einzelne, Besondere löst sich auf im Allgemeinen." Schirnding, Anfang 26
225. "Der Weg, auf dem der Mensch zu sich selber kommen kann, führt beständig an Klippen und Abgründen vorbei. Daher kann Jaspers im Blick darauf sagen: Das Scheitern ist das Letzte."" Jaspers, in: Weischedel 269
226. "..Fragen nach Anfang und Ende, nach Endlichkeit oder Unendlichkeit....Stellt man diese Fragen, so gelangt man zu den "Fragwürdigkeiten der faktischen wissenschaftlichen Weltorientierung" und schließlich an den "Abgrund des schlechthin Unbegreiflichen"." Jaspers, in: Weischedel 270
227. "Wenn das Wissen um das Wirkliche die Angst steigert, Hoffnungslosigkeit mich in der Angst vergehen läßt, so scheint vor der unausweichlichen Tatsächlichkeit die Angst das Letzte zu werden; die eigentliche Angst ist die, die sich das Letzte hält, aus der kein Weg mehr ist", in der ich "in den bodenlosen Abgrund der endgültig letzten Angst versinke". As isst die Situation der nihilistischen Verzweiflung, der Blick in "das starre Dunkel des Nichts". Jaspers, in Weischedel 271
228. "...wir haben einen Strom mit einer gewaltigen Richtung vor uns...Allmählich merken wir, daß die innere Gesamtbewegung gewaltiger, fortreißender geworden ist; die zuckende Unruhe ist in die Ruhe der breiten furchtbaren Bewegung nach einem noch unbekannten Ziele übergegangen; und plötzlich, am Schluß, stürzt der Strom hinunter in die Tiefe, in seiner ganzen Breite, mit einer dämonischen Lust am Abgrund und Brandung. Nie ist Wagner mehr Wagner..." Nietzsche Auswahl 53
229. "Im Höchsten ward für euch mein Tisch gedeckt; -
wer wohnt den Sternen
so nahe, wer des Abgrunds grausten Fernen?
Mein Reich - welch Reich hat weiter sich gereckt?" (Aus hohen Bergen)
Nietzsche Auswahl 67
230. "Der Mensch, betrachtet im Zusammenhang mit der Natur, in die er eingebettet ist, "ein Nichts im Hinblick auf das Unendliche, ein Alles im Hinblick auf das Nichts"; er schwebt "zwischen diesen beiden Abgründen des Unendlichen und des Nichts"." Pascal, in: Weischedel 127
231. "So wird offenbar, daß das menschliche Leben "das zerbrechlichste Ding der Welt" ist und daß wir gleichwohl "sorglos in den Abgrund rennen"." Pascal, in Weischedel 129
232. "Wir brennen vor Begier, einen festen Stand und eine letzte, beständige Grundlage zu finden, um darauf einen Turm zu erbauen, der sich ins Unendliche erhebt; aber unser ganzes Fundament birst, und die Erde öffnet sich bis zu den Abgründen." Pascal, in Weischedel 129
233. "O Himmel über mir, du Reiner! Tiefer! Du Licht-Abgrund! Dich schauend schaudere ich vor göttlichen Begierden. In deine Höhe mich zu werfen - das ist meine Tiefe!" Nietzsche, Vor Sonnenaufgang, Auswahl 72
234. "Lieber will ich noch unter verschlossnem Himmel in der Tonne sitzen, lieber ohne Himmel im Abgrund sitzen, als dich, Licht-Himmel, mit Zieh-Wolken beflecht sehn! Nietzsche, Vor Sonnenaufgang, Auswahl 73
235. "Und oft gelüstete mich, sie mit zackichten Blitz-Goldrähten festzuheften, daß ich, gleich dem Donner, auf ihrem Kesselbauche die Pauke schlüge...- ein zorniger Paukenschläger, weil sie mir dein Ja! und Amen ! rauben, den Himmel über mir, du Reiner! Lichter! Du Licht-Abgrund! - weil sie dir mein Ja ! und Amen! rauben." Nietzsche, Vor Sonnenaufgang, Auswahl 73
236. "Ich aber bin ein Segnender und ein Ja-Sager, wenn du nur um mich bist, du Reiner! Lichter! Du Licht-Abgrund! in alle Abgründe trage ich da noch mein segnendes Ja-sagen." Nietzsche, Vor Sonnenaufgang, Auswahl 73
237. "Einen wirklichen Schutz gegen die tiefsten Abgründe der Seele gibt es nicht. Wenn jemand so verzweifelt ist oder so krank oder so verblendet, dass er seinen eigenen Tod über die Leichen anderer inszenieren will, dann wird er Mittel und Wege finden, dies zu tun." Kister, Öffentlichkeit 4
238. "Mit ungeheurem Wagemut macht er sich an eine radikale Neubegründung der Philosophie. Dann aber schreckt er vor dem Abgrund zurück, der sich vor ihm auftut, und biegt wieder in die Bahnen des alten Denkens und des alten Glaubens ein." Descartes, in: Weischedel 118
239. "Die ganze alte Chose wird den Bach runtergehen, unsere Zivilisation wird zusammenbrechen. Sie wird in ein bodenloses Loch fallen, tief in den Abgrund. Und glaubt mir, die einzige Brücke über diesen Abgrund wird der Phallus sein!" Lawrence, Chatterley 101
240. "Die Trennung von Zeichen und Bild ist unabwendbar. Wird sie jedoch ahnungslos, selbstzufrieden nochmals hypostasiert, so treibt jedes der beiden isolierten Prinzipien zur Zerstörung der Wahrheit hin. Den Abgrund, der bei der Trennung sich auftat, hat Philosophie im Verhältnis von Anschauung und Begriff erblickt und stets wieder vergebens zu schließen versucht: ja durch diesen Versuch wird sie definiert.  Horkheimer, Adorno, Aufklärung 20
241. "Loch in der A20.....Längst ist das Loch ein Wallfahrtsort. Nichts liebt der Mensch so wie den Blick in den Abgrund." Nimz, Bodenlos 3
242. "Diese Ausstellung hier wiederum will sehr deutlich eine Genusswanderung sein, mit attraktiven Ausblicken bei mittlerer Schwierigkeit. Alle Abgründe, bei denen man sich besser anschnallen sollte, weil sie dem thema das für die Wanderszenen der Romantik noch so zentrale Element des Erschauerns beitragen könnten, werden eher aus sicherer Entfernung besichtigt." Richter, Des Malers Lust 17
243. "Schirach: Können nichts endgültig beweisen. Kluge: Wir stehen in diesem Sinn nicht auf der Erde, sondern hängen an ihr und blicken in den Abgrund der Sterne." Schirach, Kluge, Vernunft 42
244.  "Einem ihn bedrohenden Schlag entgegenblicken, ohne mit der Wimper zu zucken, ist selbst dem Weisen unmöglich; und wenn er am Rand eines Abgrunds steht, kann er nicht anders, als einem Kinde gleich zu erheben." Montaigne, Kunst 173
245. "Du freier Mensch, der Meere liebt und preist!
Dein Spiegel sind sie, der die Seele zeigt,
Wo ohne Ende Brandung fällt und steigt:
Nicht minder bittrer Abgrund ist dein Geist."
Baudelaire, Der Mensch und das Meer 
246. "In jenen Tagen lief ich wie blind umher. Sturm brauste in mir. Jeder Schritt war Gefahr. Ich sah nichts als die abgründige Dunkelheit vor mir, in welche alle bisherigen Wege verliefen und hinabsanken. Und in meinem Innern sah ich das Bild des Führers..." Hesse, Demian 153
247. "Hosokawas Chöre deklassieren die wildesten Momente bei Bach und Verdi, die Schlagzeugausbrüche machen jede bekannte Unerbittlichkeit zu einer Harmlosigkeit, die Kantilenen der Sänger sind kondensierte Einsamkeiten, selbst dann noch, wenn sie sich in Duetten treffen. Hier blickt die Menschheit vom Schrecken gebannt in den Abgrund ihrer Existenz." Brembeck, Musik 11
248. "Und so rasen die Menschen in Köcks theatraler Dystopie umgebremst in den Abgrund." Welle, Abgrund R18
249. "Bist allein im Leeren,
Glühst einsam Herz,
Grüßt dich am Abgrund
Dunkle Blume Schmerz."     Hesse, H., Blume Baum, Vogel
Materialien Demian 72
250. "Auf dieser verzweifelten Reise begibt sich Aeneas sogar an den Rand der Unterwelt und schau in den Abgrund. Ein Blick, wie auch Freud ihn wagte, und so zitierte er: Flectere si nequeo superos, Acheronta movebo. - Kann ich die höheren Mächte nicht bezugen, bewege ich doch die Unterwelt." Riedl, Moderne 190
251. "Manchmal bröckelt die Fassade. Und dahinter kann sich ein Abgrund auftun. Das kann die Folge einer schweren existenziellen Krise sein, ausgelöst durch eine Krankheit oder den Tod eines geliebten Menschen." Spät, Katz 29
252. "Keineswegs bloss weil die Welt ohne Grund ist, muss sie nicht zum moralischen Abgrund werden. Das zeigt sich schon beim Elementarsten: Menschen haben Hunger - und wollen Essen." Spät, Katz 31
253. "Die große Stärke dieses Films, der im Original La Isla Minima heißt, ist nicht die packende Kriminalgeschichte, die sich nach und nach entspinnt, und in der das organisierte Verbrechen eine ebenso wichtige Rolle spielt wie die menschlichen Abgründe der Einzelnen." Peters, Bleierne Moral 15
254. "Er starrte, aus den Abgründen des Unbewußten kommend, in die feindselige Dämmerung, wußte nicht. wo er war, hatte das drückende und schuldhafte Gefühl, Wichtiges vergessen und versäumt zu haben. Wir umhertastend erfühlte er einen Drücker und dreht Licht an." Hesse, Klein und Wagner 37
255. "Die plötzliche Nähe und Wärme eines Menschen an seiner Brust, der fremde starke Arm um seinen Nacken erschütterte ihn seltsam - wie war diese Wärme ihm unbekannt, wie fremd, wie schmerzlich neu wir ihm diese Wärme und Nähe - wie war er allein gewesen, wie sehr allein, wie lang allein! Abgründe und Flammenhöllen hatten zwischen ihm und aller Welt geklafft - und nun war da ein fremder Mensch gekommen, in wortlosem Vertrauen und Trostbedürfnis, eine arme vernachlässigte Frau..." Hesse, Klein und Wagner 70
256. "Es war immer noch besser, den Schädel unter den Eisenrädern zu haben, ihn krachen zu fühlen und mit Willen in den Abgrund zu tauchen." Hesse, Klein und Wagner 73
257. "Ein Weib hielt man in den Armen, küßte ihren Mund, streichelte ihre Brust und zeugt mit ihr ein Kind, und einst würde das Kind, vom selben Schicksal ereilt, in einer Nacht ebenso neben einem Weibe liegen und ebenso aus einem Rausch erwachen und mit schmerzenden Augen in den Abgrund sehen, und das Ganze verfluchen. Unerträglich, das zu Ende zu denken!" Hesse, Klein und Wagner 85
258. "Es war ja alles einfach, es war ja alles so wunderbar leicht, es gab ja keine Abgründe, keine Schwierigkeiten mehr." Hesse, Klein und Wagner 88
259. "Hoch saßen sie in schwebender Schaukel überm Abgrund der Welt und Nacht, Vögel in goldenem Käfig, ohne Heimat, ohne Schwere, den Sternen gegenüber." Hesse, Klingsor 111
260. "Ich glaube nur an eines; an den Untergang. Wir fahren in einem Wagen überm Abgrund, und die Pferde sind scheu geworden." Hesse, Klingsor 118
261. "Cäsar wußte, daß er den Monat nicht überleben würde. Er stand auf dem Gipfel seiner Macht. Vor ihm lag also der Abgrund." Brecht, Kalendergeschichgten, Cäsar 53
262. "Mein Kleid, das ist der Rauch der Angst.
Abgründe sind meine Gründe
Wenn einer heute irgendwo nicht mehr lügt,
das nennt man jetzt die Sünde."
Aus dem Liedtext "Das System" von André Heller
263. "Zumindest im Denken der Negation finden wir zu konkreten Bestimmungen des Nichts, indem wir es das Unbekannte und Nicht-Seiende, das Undenkbare und schlechthin Unvorstellbare nennen - und uns dennoch immer etwas vorstellen. Sei es eine ungeheuerliche Sinnlosigkeit oder ein Abgrund, Nacht und Kälte und Verlorenheit, ein Schwarz oder ein Raum, wo Dunkelheit und Leere herrschen." Hutflöz, Denken 34
264. "Während die Farbe Schwarz im westlichen Denken oft mit der existentiellen Erfahrung von negativer Leere und der Angst davor verbunden wird - wie in der Vorstellung vom schwarzen Abgrund innerer Verlorenheit bis zum physikalischen Phänomen des Schwarzen Loches, wo alles, was ist, selbst das Licht, genichtet wird -, bezeugt die Assoziation von Nichts mit reinem Weiß eher die Vorstellung von reiner Potentialität und Neuanfang, religiös gewendet: von Erlösung und Auferstehung." Hutflöz, Denken 35
265. "Die Frage nach dem Nichts führt an die Ränder und Abgründe des Wissens." Hutflöz, Denken 32
266. "Vesuv...schließlich erreichten wir den Gipfel, der den Rand des Abgrunds bildet. Zuerst war er von einem dichten, aber eher weißlichen Rauch vernebelt. Bald löste er sich auf, und wir sahen diesen Schlund ganz, dessen Umfang an der breitesten Stelle ungefähr eine halbe italienische Meile sein kann...Ganz am Grund sihet man mehrere Öffnungen, die den undurchdringlichen Eingang diese Hölle anzeigen. Kaum hatten wir drei oder vier Minuten lang diesen einmaligen Ort betrachtet, da vernahmen wir aus dem Grund einer dieser Spalten ein höchst entsetzliches Brausen, begleitet von einer dicken Rauchwolke, und, kurz danach, einen Auswurf von Steinen, den der Berg unter Anstrengungen ausspie und weit über seinen Gipfel warf...Einen Moment danach beruhigte sich das Krachen, und wir hatten noch die Gelegenheit, die ganze Tiefe des Abgrundes genau anzusehen. Man sagte uns, daß man oft in der Nacht diesen Schlund ganhz in Flammen sähe." Weiss/Erdmannsdorff 220
267. "Es war der Dialekt, der in jeder Lebenslage half, die richtige Lösung zu finden, oder der einem zumindest das richtige Wort in den Mund legte; denn er war reich an Sprichwörtern und Redensarten, die in den Viehställen, auf Berggipfeln, am Rand der Abgründe oder auf den endlosen Wegen unserer Emigration entstanden waren oder auch am Kaminfeuer, wenn das Leben sanfter und heiterer ist."  Martini, Sprichwörter 155
268. "Wie die Länder, die sich darum bewerben, die Olympischen Spiele ausrichten zu dürfen, und sich nicht klarmachen, dass sie damit ihren Untergang besiegeln und in den Abgrund gezogen werden (man bedenke, wie es Griechenland mit den Olympischen Spielen 2004 oder Brasilien 2016 ergangen ist), so reißen sich unsere Bürgermeister, Kulturstadträte, Tourismusbeauftragte darum, die heiß begehrte Auszeichnung zu bekommen." Eramo, Selfie 132
269. "Im Schauspiel der Ruinen "werden die Nationen eine nach der anderen von einem wilden Strom in denselben Abgrund gerissen, und ich, ich allein, will am Rande des Abgrunds innehalten, während der Strom sich teilt und zu beiden Seiten an mir vorrüberrauscht." Diderot, Salons 372, zitiert in Eramo, Selfie 146
270. "Familien sind Abgründe, denen sich niemand ungestraft nähern kann. Ein brillantes Beispiel für diese These ist die Sippschaft des altgriechischen Fürsten Kadmos. Lieblosigkeit, Eifersüchteleien, Verleumdung und Dünkel sind noch die liebenswertesten Charakteristika dieses Klans.":  Brembeck, Dionysos verstehen 17
271. "Vor ein paar Jahren in Grado, da saßen am Nebentisch augenscheinlich zwei Brüder. Sie redeten sehr lange nichts. Ihr Schweigen war abgrundtief. Dann ergriff der eine plötzlich das Wort und sagte auf Wienerisch: "Die Erdrotation ist eine komplexe Angelegenheit. Es gibt gewissermaßen den bürgerlichen Frühlingsanfang und den astronomischen."" Beck, Gemeinsam R 13
272. "Wolf Wondratschek....Es ist nicht leicht, über Musik zu sprechen, erst recht nicht über ihre intensivsten, abgründigsten Momente, ohne sich in ausgelutschten Metaphern zu verlieren oder ins Anekdotische abzugleiten." Liebert, Am Ende 12
273. "Aber in Chemnitz gibt sich ein rechter Mob als Vorhut des kommenden Aufstandes, der Bundesinnenminister verschwand über Tage im Abgrund zwischen Regierungsamt und Parteiwahlkampf, und das Buch "Feindliche Übernahme" wird von der Sekunde der Auslieferung an diesem Donnerstag an ein Bestseller werden, wer der Koran für seinen Autor Sarrazin eine Funktion erfüllt wie der Tennisball für den Schläger." Zekri, Eugenischer Weltbürgerkrieg 9
274. "Der Rapper Trettmann, aufgewachsen im Plattenbaugebiet Fritz Heckert, reimt: "Fast hinter jeder Tür lauert ein Abgrund. Nur damit du weißt, wo ich herkomm." Über diese Abgründe zu erzählen und über sie zu klagen, kann Heima, wenn auch als etwas Prekäres, erfahrbar und fühlbar machen. Aber es lauert ja nicht hinter jeder Tür ein Abgrund. Hinter vielen Türen in Chemnitz leben Menschen, die sich für andere engagieren......Wenn es gelingt, die Abgründe und die Gräben zu verkleinern, dann gelingt es überall." Mayer, Schrei 4
275. "Man begreift nun, was uns die Erinnerung an die Bewegung einbringt - die Annäherung an einen epistemologisch abgründigen Punkt, wo eine Theorie ohne Weisheit nicht einmal mehr als Theorie etwas taugt." Sloterdijk, Eurotaoismus 54
276. "Nichts anderes geschah, scheint es, damals in der großen europäischen Renaissance, die wohl nur selten ahnte, durch welche abgrundtiefen Differenzen sie von ihren altgriechischen Leitbildern getrennt blieb." Sloterdijk, Eurotaoismus 87
277. "(Erwin Huber) Er stand 2008 als Parteichef dort, wo nun Horst Seehofer steht. Am Abgrund." Deininger, Wittl, Aufstehen 3
278. "(Peter Sloterdijk) Als Komödie betrachtet, sind geistige Entwicklungen von äußeren Zufällen bestimmt, mischen sich diverse Interessen und Gefühle in Gedankengängen ein, können aber selbst krasse Übertreibungen und Zuspitzungen jäh zu abgrundtiefen Einsichten führen." Ullrich, Gegenreden 14
279. "Die größten Exemplare (Wellen des Agulhasstroms) können auf über 30 Meter ansteigen - angesichts solcher Wellen und ihrer Täler mögen die Seemänner tatsächlich einen echten Abgrund, ein Loch vor Augen gehabt haben." Rauch, Strömungen 37
280. "Wir stehen an der methodischen Wegkreuzung, die über Leben und Tod der Philosophie überhaupt entscheidet: an einem Abgrund: entweder ins Nichts, d.h. der absoluten Sachlichkeit, oder es gelingt der Sprung in eine andere Welt, oder genauer: überhaupt erst in die Welt...Nehmen wir an, wir wären überhaupt nicht da. Nun, dann gäbe es diese Frage nicht.." Heidegger, GA, Bd. 56/57, S. 63f., zitiert in: Eilenberger, Zauberer 65
281. "Und dies nicht zufällig in einer Zeit, da die Kluft zwischen dem, was aus dem politischen Innenraum der K.-u.-k.-Monarchie nach draußen dringt, und dem, was sich im Außenraum des täglichen Lebens im Vielvölkerreich tatsächlich zuträgt, sich zu einem wahren Abgrund der Absurdität ausweitet." Eilenberger, Zauberer 87
282. "(Heidegger)..Im Gegenteil: Es zeigt sich in dem bleibenden Willen, sich in den Sturm des radikalen Fragens zu stellen: in dem suchenden Mut, gerade dort einen bodenlosen Abgrund zu gewahren, wo man einst ein sicherndes Fundament wähnte und erhoffte. Der Weg des Denkens darf kein leichter sein. Nichts ist ihm willkommener als Momente höchster Anspannung und Gefahr." Eilenberger, Zauberer 146
283. "(Heidegger) Allerdings kann der Mensch sein je eigenes Heil nicht von außen, nicht von anderswo, nichts als versprochenes oder gar offenbartes vorfinden, sondern diees nur aus dem offenen jund damit immer auch angstbelegten Blick in den Abgrund der eigenen Endlichkeit gewinnen." Eilenberger, Zauberer 212
284. "(Cassirer) Wo sich dieses geistige Erbe aber verfemt und verachtet erführe, würde sich ein Abgrund der Barbarei öffnen." Eilenberger, Zauberer 335
285. "(Heidegger) Die wahren Fragen stellen sich uns! Was für Erfahrungen aber sind das? Es sind nach H. einmal mehr Erfahrungen eminenter und intensiver existentieller Grundlosigkeit und sogar Abgründigkeit. Insbesondere Erfahrungen der Todesnähe. Insbesondere Erfahrungen der Angst. Erfahrungen des Gewissensrufes." Eilenberger, Zauberer 347
286. "Heideggers Bekenntnis zum Ereignis des Abgrunds und des Nichts als wahrer und einziger Bedingung der Möglichkeit wahren Philosophierens erzwingt mit anderen Worten auch ein neues Rollenverständnis der philosophischen Lehrtätigkeit selbst: Sie muss endgültig von Instruktion auf Performanz umstellen, von Belehrung auf Bekehrung." Eilenberger, Zauberer 350
287. "Wo Heidegger seine daseinserlösende Zuversicht in die urnatürliche Angst legt, legt sie Benjamin in den Rausch der künstlichen Paradiese; das wilde Knattern der Verkehrsmittel zur rush hour ersetzt bei ihm die Erfahrung des Sturmes im Hochschwarzwald; das ziellose Flanieren den Pistensturz in den Abgrund; das Aufgehen in den äußeren Dingen die Einkehr ins Innere; die wahllos scheinende Zerstreuung tritt an die Stelle kontemplativer Sammlung; die entwurzelten, entrechteten Massen des internationalen Proletariats an die des heimatlich verwurzelten Volkes." Eilenberger, Zauberer 379
288. "Und wo bei den Katholiken die Tabuisierung der Sexualität Tat und Vertuschung begünstigt, ist es bei den Protestanten die falsch verstandene sexuelle Libertinage. Missbrauch geschieht in der evangelischen Kirche offenbar seltener als in der katholischen; eine Ausrede, um den Blick in den eigenen Abgrund zu vermeiden, darf das nicht sein." Drobinski, Blick 4
289. (..mit der Liebe einer sittlich schönen Jungfrau zu ihrem Vater...) Die will sich zwar mit ihrem Vater nicht vereinen, taugt aber als Gegenbild zur irdischen Liebe, zur Liebe "hier", die als gemeine (pandemos) Aphrodite von der himmlichen Aphrodite abgrundtief verschieden, weil gleichsam (hoion) nichts als Hurerei sei." Marten, Zweiheit 39
290. (Du fond de l'abime von Lili Boulanger (1893-1918)...Abgrund und Erlösung, Gebet und Heilshoffnung fängt sie in polytonalen Schichtungen und rhythmischen Schärfungen ein, besonders bewegend im Tutti-Ausbruch des vorletzten Chores "Ich schrei zu dir" und dem imposanten Fortepathos der Messosoparnistin Annika Schlicht, unterstützt vom feinen Timbre des Tenors Thomas Kiechle und dem vitalen Elan des Münchner Rundfunkorchesters unter Ivan Repusic." Richter, Anziehender Abgrund  R20
291. Der starke Kaffee
Ein Mensch, der viel Kaffee getrunken
Ist nachts in keinen Schlaf gesunken.
Nun muß er zwischen Tod und Leben
Hoch überm Schlummerabgrund schweben
Und sich mit flatterflinken Nerven
Von einer Angst zur anderen werfen...
Roth, Sämtliche Menschen 27
292. Mal beschleunigt er auf einen Abgrund hin, mal ziseliert er groteske Klangfratzen, mal donnert eer wie einer der großen alten Klaviervirtuosen der romantischen Schule." Brembeck, Beschleunigung 11
293. "Das Volk, ob gläubig oder abtrünnig, ist zzu einem Rührungsfaktor geschrumpft, dazu da, den Gott seine abgründige Gerechtigkeit ausspielen zu lassen." Marten, Zweiheit 161
294. "Zweigeschlechtlichkeit...das ist poetische Treffsicherheit im Erhellen unseres Von-wo-her. Kein Schöpfer, kein Demiurg wird bemüht. Das Chaos, der klaffende Abgrund, genügt als Stätte, um aus sich ein erstes, zum Zeugen und Gebären taugliches Paar hervorgehen zu lassen: den Erebos als den männlichen Part, der die Finsternis verkörpert, und die schwarze Nacht als den weiblichen Part." Marten, Zweiheit 171
295. "Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Die Erde aber war unsichtbar und formlos, und Dunkel war über dem Abgrund." Marten, Zweiheit 172 (Genesis nach der Übersetzung der Septuaginta)
296. "Das erste Selbst, das es braucht, um nicht ohne Gerechtigkeit in einen Abgrund von Ungerechtigkeit zu stürzen, erhält es durch Belehrung." Marten, Zweiheit 194
297. "Wer Vertrauen schenkt und selber vertrauenswürdig ist, erfreut sich größerer Sympathien als jemand, der seiner Umwelt mit abgrundtiefem Mißtrauen begegnet." Ute Freuert, in: +3, Wie entsteht Vertrauen? 
298. "Die Katastrophe ist bereits geschehen. Alle Tiere sind ausgestorben, alle Böden kontaminiert. Über die gähnenden Löcher, die früher der Gehweg waren, wurden Glasplatten verlegt, durch man den Abgrund unter den Füßen sieht. In den ausgestorbenen Innenstädten sitzen Tausende "Gäste, alle mit Namen Bin-nicht-da", an den Restaurantstischen und "trinken und essen, all they can"." (Yuko Tawada, Sendbo-o-te). Schneider, Das giftige Erbe 12
299. "Wien....Diese und dieser Stadt liegt am Ungefähren.Wo das Beweisbare aufhört, fängt sie an...unvergleichlich im Spiel mit dem Feuer. Auf festen Abgrund gebaut. Herzherbst und Schluß."  Heller, Auf und davon, S. 10
300. "Jeder, der in die Abgründe seiner Seele absteigt, nähert sich dem innersten Raum seiner selbst, darin er Anteil am Leben aller, ja, an der ganzen Schöpfung hat." Roden, Sich selbst zur Heimat werden, S. 37
301. "Steilhänge, die ihre Vegetation wie eine Maskerade abgestreift hatten und  nun als kahle Felsrücken unter den Graten lagen, Abgründe, wo einmal Schafherden weideten, und Erde in trockenen Bachbetten, deren Wasser den Muren ausgewichen war und nun in trüben, verirrten Kaskaden der Meeresküste entgegensprang - je höher Cotta stieg, desto schlimmer wurden die Verwüstungen." Ransmayr, Die letzte Welt 200
302. "Deshalb wirkt es so, als ob 2018 schon der Höhepunkt gewesen sein könnte, als ob die Börsianer noch eine Party am Abgrund gefeiert hätten. Besser wird es nicht mehr, so ist die Stimmung am Ende des alten und am Anfang des neuen Jahres." Freiberger, Harald, Party feiern 25
303. "Die Dampfkraft hat dem Menschen neue und unbekannnte Wege eröffnet, aber sie scheint ihn ständig in die Lage eines Menschen zu versetzen, der an einem Abgrund wandelt und dessen kleinster Fehltritt ihn herunterstürzen könnte." Pariser Enzyclopädie der Eisenbahnen und Dampfmaschinen 1844
304. "Wie wichtig sind Abgründe im Leben?
Eine ziemlich männliche Frage! Sehr wichtig, aber ich glaube, für Männer mehr als für Frauen.
Warum?
Weil man sich in seinen Abgründen so wunderbar gefallen kann."
Felicitas von Lovenberg in einem Interview mit Thomas Haberl, Süddeutsche Zeitung Nr. 4, 5./6. September 2019, S. 52
305. "Manche Verteidiger der Geisteswelt wollen den Graben zwischen Naturereignissen und Freiheitswerken so tief wie möglich ausheben - nötigenfalls bis in die Abgründe eines ontologischen Dualismus, vorKlgeblich um die Kronkolonien des Geistigen vor naturalistischen Übergriffen zu bewahren." Sloterdijk, Du mußt, S. 24
306. "Wo ist der grausige Abgrund, in dem der Jäger Max aus Carl Maria von Webers "Freischütz" die teuflischen Freikugeln gießt?" Klein, Die Wolfsschlucht 57
307. "Es geht um eine Frage, die die deutsche Gesellschaft umtreibt wie sonst nur noch das Flüchtlingsthema, um eine Frage, die die SPD in den Abgrund gestürzt hat." Prantl, Ist das Gericht befangen? 4
308. "Kein Hitlieferant kommt ohne das Schicksal aus: zur Love Story gehört die "Schicksalsmelodie"; und "Ein Mann kehrt heim.. Er hat den Sternen sein Schicksal erzählt... Er stand am Abgrund der Zeit... Glück und Leid hielt sein Schicksal für ihn bereit": das singt auf Polydor - Freddy für die, die statt an die Sterne nun an die Sternchen glauben. Marquard, Ende des Schicksals 71
309. "Um das Schwindelerregende des Brückenschlags noch zu betonen, malte er einen Zug Reisender, gefolgt von vollbepackten Eseln, darauf, die sich ängstlich über den Abgrund bewegten." Mielsch, Hans-Ulrich, Die Alpengalerie 78
310. "Abgründe - Sharon van Etten ist die einzige Gitarrenfrau aus der Singer-Songwriter-Welt, die auch beim Traumlogiker David Lynch auftreten kann." Hentschel, Abgründe 17
311. "Er hatte geglaubt, daß ein Abgrund ihre beiden Welten trennte." Mielsch, Hans-Ulrich, Die Alpengalerie 229
312. "(Wolf) Er drang tiefer in die Eis- und Schneegegenden, wie kein Künstler vor ihm; keine Gefahr und Beschwerde hielt ihn ab, die grausenvollste Natur in ihren verborgensten Höhen oder Abgründen aufzusuchen, und selbst im Winter, mitten im Schnee, zu zeichnen und zu malen." Reichler, Entdeckung einer Landschaft 45
313. "Im Kontext der Alpenthematik des Buches von de Stael bringt Werners Stück die maßlose, unerträgliche Rückseite des idyllischen Glücks zur Sprache, den Abgrund, in den das Fest der Hirten hinabstürzt. Reichler, Entdeckung einer Landschaft 219
314. ""(Rousseau, Nouvelle Heloise) Manchmal, wenn ich gerade aus einem Abgrund herausklettere, erfreute eine liebliche Wiese meine Augen." Reichler, Entdeckung einer Landschaft 221
315. "(Bäder von Pfäfers) Der schon erwähnte Raoul-Rochette etwa schildert in seinem Reisebericht von 1820 die Erschütterungen seiner Seele und seine Angst vorm Abgrund. In seiner Darstellung wird die Tamina-Schlucht, wo sich die Badeeinrichtungen befinden, zum Höllenschlund." Reichler, Entdeckung einer Landschaft 234
316. "(Tamina-Schlucht) Der Abgrund gehört indessen per definitionem in die Kategorie der urplötzlichen Erscheinungen: mit ihm bricht der Weg ab und verschwindet mit einem Schlage unter den Füßen des Wanderers." Reichler, Entdeckung einer Landschaft 234
317. "(Rousseau, Pas-de-l'Echelle) An Stellen, wo der Hang wenig unterbrochen und das Gestrüpp licht genug war, um Steine durchzulassen, suchte ich deren ringsumher so große, wie ich nur irgend tragen konnte, reihte sie auf dem Geländer nebeneinander auf, und dann stieß ich einen nach dem anderen hinunter und ergötzte mich daran, sie hinabrollen, springen und in tausend Splitter zerschellen zu sehen, ehe sie noch den Boden des Abgrunds erreicht hatten." Reichler, Entdeckung einer Landschaft 235
318. "Erstes auffälliges Element in Rousseaus Text ist der Blick, den der Wanderer auf dem Abgrund ruhen lässt: mal faszinierte Versenkung, mal schweift er ab, um die Kluft desto intensiver erleben zu können." Reichler, Entdeckung einer Landschaft 236
319. "Ebenso wenig ist der Vergleich mit Orpheus ein Zufall, ist es doch dem Künstler deer Romantik aufgegeben, nachdem er das Innerste des Abgrund erforscht hat, auf die andere Seite zu gelangen. Er hat Zeugnis abzulegen und zu berichten. Der Abstieg in den Schlund ist eine Intitiationsprüfung, die durch die Kunst geadelt wird. In tellurischen Tiefen angelangt eröffnet sich dem Wanderer eine Verbindung mit der anderen Welt, der Welt der Furcht erregenden verlockenden und schrecklichen Mächte. Der Abgrund ist nicht bloß ein Hindernis auf dem Wege des Wanderers, vielmehr erlangt er ein Eigenleben, er verschlingt den Wanderer in seinen Tiefen. Diesem wird durch den Abgrund offenbar, dass der äußeren Tiefe eine Innenwelt entspricht und sich ihm als Eintauchen in sein eigenes Inneres offenbart." Reichler, Entdeckung einer Landschaft 241
320. "Daß zwischen mir und der Tat sich ein Abgrund auftun würde, weit genug, um mein ganzes Leben zu verschlingen, hatte ich nicht geahnt." Mishima, Der Tempelbrand 287
321. "Während der gewöhnliche Depressive durch Vereinsamung in den Abgrund seiner Bedeutungslosigkeit versinkt, kann der gut organisierte Eremit von einem Beachtlichkeitsprivilig profitieren, da ihm sein nobler Beobachter - Seneca nennt ihn gelegentlich seinen custos, Wächter - fortwährend mit der Empfing versorgt, in guter, ja bester Begleitung zu sein, freilich auch unter stranger Aufsicht." Sloterdijk, Du mußt 363
322. "Im wirklichen Leben würden wir solch einen Menschen bald unerträglich finden. In der Oper aber lassen wir uns in immer tiefere seelische Abgründe hineinziehen." Brembeck, Alptraum 14
323.  "Um dem Abgrund dieser "schlechten Unendlichkeit" zu entgehen, muss man, Hegel zufolge, die Unendlichkeit verdoppeln und sie als Gattung der beiden Arten Unendlichkeit und Endlichkeit begreifen - dann hat man die "wahre Unendlichkeit" gedacht, die nich tmehr von einem schnöden Gegenteil begrenzt und damit endlich gemacht wird." Pfaller, Wofür es sich 152
324. "Menschen können zwischen ihr Wissen und ihr Handeln Abgründe von der Dimension des Marianengrabens legen und haben nicht das geringste Problem damit, die eklatantesten Widersprüche mühelos zu integrerieren und im Alltag zu leben." Welzer, Selber denken 30
325. "Justinas hilfloser Blick kämpfte gegen die beängstigenden Laute in ihren Ohren. Ihr war, als würde sie zu einem tiefen, schwarzen Abgrund geschleppt, und sie wehrte sich, um nicht hineinzustürzen." Saramago, Claraboia 46
326. "Sie setzte sich im Bett auf, raufte sich wie von Sinnen die Haare und sah sich um. Dunkelheit und Stille. Der Klang der zerkratzten Platte kehrte aus dem Abgrund der Stille zurück. Erschöpft sank sie auf die Matratze." Saramago, Claraboia 162
327. "Glass hat inzwischen 27 Opern komponiert. "The Trial" ist Nummer 26, kam 2014 im Studio des Royal Opera House in London heraus und ist der wohl freundlichste Abgrund, in den man je blickte, wenn man sich mit Kafkas "Prozess" geschäftigte." Tholl, Freundlicher Abgrund R16
328. "Welch ein Netz von Lügen! Nichts davon stimmte. Ich schrieb es nur, um ihn so schnell wie möglich an den Abgrund des Todes zu führen und ihn hinabzustoßen." Tanizaki, Schlüssel 186
329. "Zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft in Italien 45 Tage vor den Europawahlen ein Abgrund. Der permanente Wahlkampf hält die seit zehn Monaten amtierende Regierung davon ab, sich den Problemen des Landes zuzuwenden." Sauer, Kurs 4
330. "Dabei macht es auf den ersten Blick gar nicht so viel her: ein dunkler Schatten, umgeben von leuchtend roten Wolken, alles recht verschwommen. Aber was man da sieht, ist erstaunlich: Man blickt in einen Abgrund der Raumzeit. 6,5 Milliarden Sonnenmassen sind in dem Schwarzen Loch im Zentrum der Galaxie M87 unter ihrer eigenen Schwerkraft auf einen Punkt kollabiert." Weiss, Blick 4
331. "Der erste Tag, der Karfreitag, ist das "Gekreuzigt, gestorben und begraben." Der zweite Tag ist der Karsamstag, an dem es noch tiefer hinabgeht, in den Abgrund der Verzweiflung: "Hinabgestiegen in das Reich des Todes."" Prantl, Aus der Tiefe 6
332. "Der Einzige, der Sinn und Zusammenhang stiften kann, das sind wir. Der Einzige, der uns das verweigern kann, das sind ebenfalls wir. Geschichte, die wir meinen, bleibt unvermeidlich ein Denken an diesem Abgrund der Freiheit." Stangneth, Sehen 89
333. "(Moralmaschine.mit.edu... Das Ding ist ein unangenehmer Höllenritt in die Abgründe der eigenen Seele, was vor allem daran liegt, dass Iyas Rahwan die Fragen gemeinsam mit dem Psychologen AShariff und dem Kognitionsforscher Jean-Francois Bonnefon nach dem Paradigma der erzwungenen Wahl formulierte. Dieses beruht auf dem Gedankenexperiment des Weichenstellerfalls,.... Kreye, Moralische Maschinen 9
334. "Ob es sich nun um gewisse Bürgschaften auf dem Bausektor, die urplötzlich fällig, oder um Polenkredite in Milliardenhöhe handelt, die notneidend geworden sind; ob sich in der Rentenversicherung plötzlich gähnende Abgründe aufgetan haben; ob die deutsche Elektronik am Ende, oder ob die Bundesbahn "nicht mehr finanzierbar" ist - das alles erfährt der arme Staat beim Frühstück, genau wie ich." Enzensberger, Brosamen 122
335. "Denn wenn wir den Abgrund zwischen Wunsch und Erfüllung überspringen und mit PARMENIDES die Wirklichkeit des "Einen" (wie immer es beschaffen sein möge) behaupten, dann geraten wir in den lächerlichen Widerspruch eines Geistes, der die totale Einheit behauptet und gerade durch die Behauptung sein eigenes Anderssein und die Mannigfaltigkeit beweist, die er angeblich aufgehoben hat.'" Camus, Sisyphos 20
336. "(Marquise de Pompadour) Von der höfischen Etikette zur Improvisation am Abgrund war es für sie in diesem Augenblick nicht mehr als ein Schritt." Sloterdijk, Schreckliche Kinder 32
337. "Wenn Gaia sich mit dem "Abgrund" paart, geht aus der ersten Obszönität das Ur-Monstrum Typhon hervor, dessen angestammter Wirkungsbereich die Stürme und die Vulkanausbrüche sind." Sloterdijk, Schreckliche Kinder 256
338. "Der aus Gott Hervorgegangene hält sich stets in Gottnähe auf, in der Schwebe über dem Abgrund der Ununterschiedenheit zwischen Ihm und Mir, mögen die Hüter der Orthodoxie mich noch so streng ermahnen, die Distanz zu wahren, die der Kreatur zukommt." Sloterdijk, Schreckliche Kinder 363
339. "Das Hinauf zu Gott impliziert ein Hinunter in die Selbstlosigkeit. Auf dieses Verhältnis läßt sich der von mystischen Autoren gern zitierte Satz: abyssus abyssum vocat beziehen (Psalm 41,8), ein Abgrund ruft den anderen. Freilich ist hier nicht von dem Abgrund der Griechen die Rede, dem Tartaros, der an der Erzeugung der mythischen vorzeitlichen Monstren Anteil hatte, sondern von der unergründlichen Tiefe Gottes, von der es heißt, sie spiegle sich im Innersten der Geistseele, zumal dort, wo diese am ersten Dunkel teilhat: homo non intelligit." Sloterdijk, Schreckliche Kinder 352
340. "Indem der Abgrund den Abgrund ruft, wird der Hiatus selbst dazu benutzt, ihn zu verschließen. Der Abgrund wird zum besten Freund. Indem ich ihn bewohne, mache ich ihn unsichtbar." Sloterdijk, Schreckliche Kinder 363
341. "Es sind Barrieren, Grenzmarkierungen ganz eigener Art, die im Gegensatz zu Verbotsschildern oder Warntafeln nicht als solche in Erscheinung treten. Sie zeigen kein Niemandsland und keinen Abgrund, sondern bloß die absolute Unsinnigkeit, hier weiterzugehen, hier weiterzufragen. Jenseits der Markierung ist nichts, oder eben das, was jedes Kind schon weiß, trivial und uninteressant, also so gut wie nichts." Wurm, Vergewisserung
342. "Vergewisserung....8. Mit seiner kulturellen Aufhebung in trivialen Gewißheiten verschwindet das Negative als Abgrund aus dem kulturellen Wirklichkeitsraum, ohne eine Lücke zu hinterlassen." Wurm, Vergewisserung
343. "Aber es gibt eine feine Linie, oder besser gesagt: eine feine Benommenheit, und mit einiger Übung lernt man, diese zu erreichen und zu erhalten, sich entlang der heiklen Abbruchkante zu bewegen, hinter welcher der Abgrund der Trunkenheit lauert. Die Fähigkeit, sich bis in solche Höhen aufzuschwingen und dort zu verweilen, bis dieser Zustand allmählich wieder vergeht, ähnelt am ehesten dem komplizierten Raffinement orientalischer Liebeskunst: Man hat das Gefühl zu schweben, im freien Flug dahinzugleiten." Slavitt, Alice 23
344. "Die Abgründe der Paläopsychologie beginnen dort, wo von der Verbindung zwischen dem Mörder und seinem Opfer die Rede ist: "Der Tod des Tieres hängt mindestens teilweise von ihm selbst ab: um getötet werden zu können, muß es seine Zustimmung geben, muß es mit seinem Mörder einen Vertrag eingehen." Zbigniew, Ein Barbar 12
345.  "Lasaux...Die Apsis führt in den tiefen Abgrund, Schacht genannt, zur Begegnung mit dem Geheimnis aller Geheimnisse. Zbigniew, Ein Barbar 14
346. "Obwohl ich, wie man so sagt, in den Abgrund der Geschichte geblickt hatte, glaubte ich nicht, aus einer anderen Welt zu kommen." Zbigniew, Ein Barbar 23
347. "Diese Selbstverdächtigung des Bürgertieres flackert auf in der romantischen Literatur - mit all ihren düsteren und geheimnisvollen Metaphern des animalischen Abgrundes nach Innen-Unten. Die Romantiker wissen, daß dem Bürger zwei Wege offenstehen, einer im bürgerlichen Licht, ein anderer in den unbürgerlichen Abgründen. Der erste heiratet, wird ein braver Mann, zeugt Kinder und genießt den Spießerfrieden - doch was weiß er vom Leben?" Sloterdijk, Zynische Vernunft 483
348. "Hier trafen wir auf einen an einer Schichtfuge angelegten Firstgang, in dem man sich einige Meter weit entlang des Abgrunds krabbelnd fortbewegen konnt." Glaser, Wendelstein 102
349. "Aufklärung..Wie auch Nietzsche machte er sich daher das Motto "Gefährlich denken" zu eigen und wie dieser denkt er stets alternierend auch die andere Seite mit, er blickt nicht nur in die Abgründe, sondern sieht auch die rettenden Pfade."  Dobeneck, Sloterdijk-Alphabet 33
350. "Die Welt platzt aus allen Nähten vor Problemen, Gefahren, Täuschungen und Abgründen, sobald der Blick mißtrauischer Forschung sie durchdringt. Im Universum des neuzeitlichen Wissens überwiegen die Kulissen, die doppelten Böden, die Panoramen, die täuschenden Bilder, die verstellten Mienen, die verheimlichten Gefühle, die verborgenen Motive, die verhüllten Körper - alles Phänomene, die den Zugang zur "Wirklichkeit selbst" erschweren, eben weil diese sich in zunehmender Komplexität aus mehrdeutigen, gemachten und gedachten Handlungen und Zeichen zusammensetzt." Sloterdijk, Zynische Vernunft 604
351. "Am Watzmannhaus, das mitten im Nationalpark Berchtesgaden steht, planen sie einen Anbau mit großer Glasfront direkt über dem Abgrund." Sebald, Künstlicher Kitzel R15
352. "Oder ob es sich nicht vielmehr um eine Form kultureller Ausbeutung handelt, wenn man den Tod der antifaschistischen Widerstandskämpfer für ein marktgängiges Romanprojekt einspannt, das die Diskussion um die literarische Darstellbarkeit des Abgrunds keinen Millimeter voranbringt." Stephan, Formbewußtsein 9
353. "Von nun an bekommt das Wort "Naivität" eine neue, abgründigere Bedeutung - weil man den Abgrund besser sieht, über dem sie schwebt." Sloterdijk, Zynische Vernunft 113
354. "Diese Selbstverdächtigung des Bürgertieres flackert auf in der romantischen Literatur - mit all ihren düsteren und geheimnisvollen Metaphern des animalischen Abgrundes nach Innen-Unten. Die Romantiker wissen, daß dem Bürger zwei Wege offenstehen, einer im bürgerlichen Licht, ein anderer in den unbürgerlichen Abgründen. Der erste heiratet, wird ein braver Mann, zeugt Kinder und genießt den Spießerfrieden - doch was weiß er vom Leben?
"Dem zweiten sangen und logen
Die tausend Stimmen im Grund
Verlockend' Sirenen, und zogen
Ihn in der buhlenden Wogen
Farbig klindenden Schlund." (4. Strophe aus J.v. Eichendorffs Gedicht Die zwei Gesellen (1818)"
Sloterdijk, Zynische Vernunft 483
355. "Wir kennen Sog aus Gespenstergeschichten, Sog an Bahnsteigkanten, Sog vor dem Messerwerk einer ungeschützten Maschine. Wir kennen den Sog des Abgrunds (der nicht mit dem Schwindel zu verwechseln ist), dieser Gegenmaßnahme des vom Sog Erfaßten, die, wo sie ihm vorherzugehen scheint, doch nur aus der Angst vor dem Erfaßtwerden entspringt) und den Sog des Meeres." Heinrich, Versuch 137
356. "Der gute goldene Mond, Inbegriff aller romantischen Sehnsucht und Zuneigung! Füllest wieder Busch und Tal / Still mit Nebelglanz / Lösest endlich auch einmal / Meine Seele ganz; / ....Schöner kann man doch kaum sagen, was du für mich bist!" Der Grat war fraglos dünn, auf dem ich mich da gerade bewegte. Ein falsches Schrittchen und ich würde in einen beziehungstechnischen Abgrund rutschen. Vielleich half ein Themenwechsel..." Schnorbusch, Diffuse Reflexion 65
357. "Die Abgrundseite des Seins, vor der sich ängstigt, wer noch an den zerbröckelnden Verkörperungen hängt, wird jetzt als Gnadenseite erfahren. Nur dem, der sich von Unterscheidungen wie Wollen und Nichtwollen, Aktivität und Passivität nicht freimachen kann, erscheint der Prozß als das "kraftlose Gleiten- und Treibenlassen der Dinge", als das er dem Sich-Änstigenden in Heideggers Angstanalyse in der Tat erschien." Heinrich, nein zu sagen, 144
358. "Die Müttere....Tiefe, Abgrund, Tal, Urgrund, aber auch Meer und Meeresgrund, Brunnen, See und Teich ebenso wie Erde, Unterwelt, Höhle, Haus und Stadt sind Teile dieses Archetyps. Alles Umfassende, Große, das ein Kleines enthält, umgibt, birgt, schützt, erhält und nährt, gehört zum urmütterlichen Bezirk." Neumann, Bewußtsein 24
359. "Warum also läuft die Regierung in Ankara mit offenen Augen wieder einmal auf einen Abgrund zu?" Schlötzer, Moskau 4
360.  "Fähigkeit zur Transzendenz....oft geht sie aus abgründigen Erfahrungen hervor und baut Brücken über Abgründe, indem sie die Fülle der Möglichkeiten und die schöpferische Kraft eines immer neuen Werdens vor Augen führt." Schmid, Leben Sinn geben 327
361. "Liebe zum Krieg.....In seinem Kriegstagebuch der Jahre 1914/18 hielt der Schriftsteller Ernst Jünger fest, wie wenig ihm der Tod Anderer und der jederzeit mögliche eigene Tod berührte, während er sich vom Blick in die Abgründe der menschlichen Existenz unwiderstehlich angezogen fühle. Sinn bezog er aus der Konfrontation mit der Sinnlosigkeit, und gerade unter Lebensgefahr machte er die Erfahrung höchster Lebenssteigerung. Immerhin führte ihn die Befriedigung seiner wilden Abenteuerlust zur Einsicht: "Der Mensch ist unberechenbar. Im Umgange mit ihm muss man auf Alles gefaßt sein."  Schmid, Leben Sinn geben 338
362. "Norbert Gstrein....Das Prosastück wurde einem fortan sehr erfolgreichen Genre namens "Anti-Heimatliteratur" zugeordnet, in dem sich besonders Österreicher und Schweizer hervortaten: Abgründe hinter Gebirgsidyllen, Außenseitertum in Dorfgemeinschaften, Verdrängtes in Scheunen und Klöstern, Enge versus Ungeborgenheit, die janusköpfigen Folgen des Fremdenverkehrs - ins Populäre gewendet, findet sich manches davon im noch viel erfolgreicheren Genre des Regionalkrimis." Maidt-Zinnke, Die Sache 13
363. "Hartmann...Aber die Frage nach der politischen Wirkung von Theater ist eine große und ewige und einem Schauspieler mit dem Spezialgebiet Abgrund und Ambivalenz vertraut. "Ich kann mit Theater nicht die Welt retten."" Zekri, Spiel über dem Abgrund 16
364. "Das dunkle Geschiebe scheint zum Stillstand gekommen zu sein, scheint seinen Druck auszuüben ohne magmatische Überraschungen, scheint lastend zu schweben auf dem Abgrund aus Glut ohne Raum für ein Fingerzucken, das Leben erdrückend." Görg, Die ersten Menschen 14
365. "Lewitscharoff, die 2014 mit ihrer Fundamentalkritik an künstlicher Befruchtung für kontroverse Diskussionen gesorgt hatte, berichtete von den sexuellen Abgründen des Berliner Nachtlebens." Jordan, Von NUS bis Sadomaso R16
366. "Die Wiener Philharmoniker begleiten hölzern, häufig viel zu massiv. Raffinierte Klangmischungen, Abgründe, Schrecken, Sinnlichkeit, Leichtigkeit, Vision sind sehr selten." Brembeck, Statt Seelenschau 9
367. "Die Staatengemeinschaft müsste dann mit einem Mann nach Wegen aus der Krise suchen, dem es nie um die Sache, sondern immer nur um sich selbst geht, der einfache ökonomische Zusammenhänge nicht versteht und Kooperation für ein Zeichen von Schwäche hält. In einem solchen Fall stünde die Welt wohl tatsächlich am Abgrund." Hulverscheidt, Am Abgrund 4
368. "Es herrschte völlige Finsternis, eine Verständigung war unmöglich, das Brüllen des Wassers und Donnern der mitgerissenen Gesteinsmassen verschluckten jeden menschlichen Laut; selbst die Verzweiflungsschreie, die die zwei Arbeiter ausgestoßen haben müssen, als sie in den Abgrund hinabgerissen wurden, verhallten ungehört." Petritsch, Welt ohne Licht, S. 252
369. "Wohlvertraut mit den Tücken und Gefahren, die auf sie in der Höhle lauern, wagen sie, mit Lebens- und Herzstärkungsmitteln für die Eingeschlossenen versehen, den Einstieg, gelangen zur Terrasse über dem Abgrund und können durch Pfiffe und Rufe feststellen, daß sich Mahorsich und De Vecchi auf dem Vorsprung in 130 m Tiefe befinden." Petritsch, Welt ohne Licht, S. 254
370. "Kaum war der letzte der eingeschlossenen Höhlenforscher gerettet und in Sicherheit gebracht, beschlossen Mario Appollino und der unermüdliche Cesare Pretz, der an dem Tage schon einmal den 130 m tiefen Abgrund hinab- und hinaufgestiegen war, sich noch einmal in die Tiefen der Höhlen zu begeben."  Petritsch, Welt ohne Licht, S. 255
371. ""Die Texte sind wieder in Gänze von mir", sagt der 1983 in Oberösterreich geborene Musiker, und dass diese noch ein bisschen näher dran seien an der Welt, an "den Menschen, ihren Abgründen und Hochzeiten"." Moises, Von Abgründen R20
372. "Liegt nicht in dem Verbot aller Bildnerei, die Schatten wirft, eine hohe Einsicht? Mit der Nachahmung des Schöpfers und der Schöpfung fängt jener rasende Abgrund des Menschen an, der zum Abgrund führt." Werfel, Musa Dagh 46
373. "Selbstmordreligion....Die Mutter wollte mit dem Kind im Meer sein. Kreischend sprang sie auf: "Warum redet ihr stundenlang? So kommt doch endlich!"....Die Zeit der großen Windstille herrschte. Das aufgerüttelte Meer jedoch brummte noch immer tief unten. Die Finsternis war zum Beißen. Der Lehrer tastete sich, unendlich vorsichtig kriechend, mit der Laterne ungefähr bis zum Rand des Felsens vor. Das Licht kennzeichnete, sonderbar ruhig, die Grenze zwischen Hier und Dort. Oskanian zog sich schnell zurück. Dann machte er, als ein Wegweiser und Zeremonienmeister des Abgrunds, eine höflich einladende Handbewegung gegen die Laterne hin. Die Matrone kniete ein paar Minuten lang und bekreuzigte sich immer wieder. Dann ging sie mit eiligen Trippelschritten vorwärts und verschwand ohne Schrei...Die Schwermütige rutschte auf allen vieren zum Rand. Dort schien sie sich ihren Entschluß wieder zu überlegen. Sie griff nach der Laterne, warf sie dabei um. Die Laterne rollte ins Nichts. Anstatt sich ruhig zu verhalten oder zurückzukriechen, streckte das Mädchen aber die Hände nach der Laterne aus, beugte sich vor und verlor das Gleichgewicht. Ein gräßlicher endloser Schrei, denn die Unglückliche klammerte sich noch volle zwei Minuten an irgend einen Felsvorsprung an, ehe sie hinabsauste...."  Werfel, Musa Dagh 950
374. "Dieser Bereich erscheint wegen der Verzerrung des Lichts etwa doppelt so groß wie der Ereignishorizont. Das ist der Rand jenes Abgrunds, aus dem nichts wieder entkommen kann - nicht einmal das Licht." WEIS, Raumzeit-Monster im Profil, Süddeutsche Zeitung Nr. 224, 27. September 2019, 16
375. "61. Etage des Banyan Tree Hotels..200 m über dem Lumpini Park, der Sathon Road und dem Chao Phraya River in Bangkok...Ein transparenter "Moon Walk" ins Nichts und rings um die Terrasse nur gläserne Trennwände zwischen Mensch und Abgrund verschärfen den Thrill. Wir vermuten: Die Architekten sitzen wohl nicht wegen Höhenangst beim Therapeuten." Vertigó & Moon Bar Bangkok, in: Der Feinschmecker 5-2019, S. 11
376. "Die Ibiza-Affäre war ein Blick in den Abgrund." Münch, Zweite Chance 4
377. "Diejenigen, die Bilder zu erklären versuchen, irren meistens vollkommen, hat Picasso einmal geäußert. Wobei hier wohl eher der Wunsch der Vater des Gedankens war, da eine hoch neurotische  Persönlichkeit wie Pablo Picasso vermutlich nicht sehr angetan von der Vorstellung gewesen ist, man könne ihm in die seelischen Karten und die verräterischen Abgründe seiner Psyche schauen." Naumann, Bilder 22
378. "Bibliotheken...Was haben sie genutzt? Haben sie das Rad aufhalten können, das uinaufhaltsam stürzend seinem Abgrund entgegeneilt?" Heinrich von Kleist, Bibliothek Zitat / gut zitiert
379. "Dilettant...Aber im Gegensatz zum Künstler vergisst er meistens, dass der Einfall nichts als notwendige Voraussetzung und oft nichts anderes bedeutet als eine Versuchung, die auch in den Abgrund führen kann." Schnitzler, Dilettantismus, Zitat / gut zitiert
380. "Ich habe für diese Welt nichts mehr zu hoffen noch zu fürchten, und ich bin in der Tiefe des Abgrundes ruhig, ein armer unglücklicher Sterblicher, aber unerschütterlich wie Gott selbst." Rousseau, Alter, Zitat / gut zitiert
381. "Bei uns allen gibt es zwischen den Augenblicken der Zuversicht und des Misstrauens gegen sich selbst diesen fürchterlichen Abgrund." Lindbergh Abgrund , Zitat / gut zitiert
382. "Im täglichen Vergeben an uns begangenen Unrechts vermögen wir einen Blick in den unergründlichen Abgrund des göttlichen Erbarmens zu tun und zu ahnen, dass Gott größer ist als unser Herz." Klepper, Vergebung, Zitat / gut zitiert
383. "Die meisten Menschen leben, als steuerten sie rückwärts einem Abgrund zu. Sie wissen, hinter ihnen gähnt ein Abgrund, in den sie jeden Augenblick stürzen können, aber sie richten ihre Blicke nicht auf ihn, sondern erheitern sich an dem, was sie sehen." Tolstoi, Abgrund, Zitat / gut zitiert
384. "Wir rennen unbekümmert in den Abgrund, nachdem wir irgendetwas vor uns hingestellt haben, das uns hindern soll, ihn zu sehen." Pascal, Abgrund, Zitat / gut zitiert
385. "Gipfel und Abgrund sind eins." Nietzsche, Abgrund, Zitat / gut zitiert
386. " Glücklich, wer sich am Rande des Abgrundes erkennt und den Sturz vermeidet! Soll man aber mitten im schnellen Lauf darauf hoffen, dass man innehalten kann?" Rousseau, Abgrund, Zitat / gutzitiert
387. "Den Verwegnen hüte Dich zu warnen! Um der Warnung willen läuft er in jeden Abgrund noch."  Nietzsche, Abgrund, Zitat / gutzitiert
388. "Die Eitelkeit stürzt mehr Frauen in den Abgrund als die Liebe."  Alexander Engel, Frau, Zitat / gutzitiert
389. "Ein Abgrund lockt die Frauen wie ein geheimnisvoller Brunnen: sie wollen hineinsehen."  Alexander Engel, Frau, Zitat / gutzitiert
390. "Der Narr stolpert über den Abgrund, in den der Weise regelrecht hineinfällt."  Josef Viktor von Scheffel, Narrheit, Zitat / gutzitiert
391. " Doch was dem Abgrund kühn entstiegen, kann durch ein ehernes Geschick den halben Weltkreis übersiegen, zum Abgrund muß es doch zurück."  Geothe, Karriere, Zitat / gutzitiert
392. "Es liegt um uns herum gar mancher Abgrund, den das Schicksal grub, doch hier in unserem Herzen ist der tiefste, und reizend ist es, sich hinabzustürzen."  Goethe, Dichter, Zitat / gutzitiert
393. "Bin ich der Flüchtling nicht? Der Unbehauste? Der Unmensch ohne Zweck und Ruh, der wie ein Wassersturz von Fels zu Felsen brauste, begierig wütend, nach dem Abgrund zu?"  Goehte, Mensch, Zitat / gutzitiert
394. "Wir haben diesen Boden uns erschaffen....Die Nebeldecke haben wir zerrissen, die ewig grau um diese Wildnis hing, den harten Fels gesprengt, über den Abgrund dem Wandersmann den sichern Steg geleitet. Unser ist durch tausendjährigen Besitz der Boden." Schiller, Heimat, Zitat / gutzitiert
395. "Der Mensch ist ein Abgrund. Es schwindet einen, wenn man hinabsieht."  Ludwig Büchner, Mensch, Zitat / gutzitiert
396. "Der Blick ging zurück in einen dunklen Abgrund der Vergangenheit und nach vorn in eine ungewisse Zukunft."  Richard von Weizsäcker, Aufbau, Zitat / gutzitiert
397. "Ihr Projektil, auf dessen Bahn sie nicht einwirken konnten, flog geradewegs auf diese feurige Masse zu, deren Glut stärker war, als die aus dem offenen Schlund eines Glutofens sprühende. Es schien jäh in einen feurigen Abgrund zu geraten." Verne, Reise um den Mond, 210
398. "Wir sind die Generation ohne Bindung und ohne Tiefe. Unsere Tiefe ist Abgrund. Wir sind die Generation ohne Glück, ohne Heimat und ohne Abschied." Borchert, Deutscher, Zitat / gutzitier
399. "Nichts von lebender Welt, nur eine erstorbene, wo die Lawinen, vom Gipfel der Berge herabrollend, geräuschlos in den Abgrund versanken." Verne, Reise zum Mond, 226
400. "Dieser Präsident hat es vermocht, knapp drei Jahre lang am Abgrund der Illegalität entlang zu taumeln, ohne zu stürzen." Kornelius, Raserei in Washington 4
401. "Die Empfindung, über einem Abgrund der Zeit zu stehen, das Gefühl eines Schwindels hat die Sprache der Geologen von Anfang an geprägt."  Macfarlane, Die Sprache der Sporen 9
402. "Demnach hat die Kluft seit 2008 innerhalb der Zinskrise zugenommen "wie schon lange nicht mehr". Man könnte geradezu von einem Abgrund reden. Es ist also unwidersprochen wahr: Es besitzen ein Prozent der Reichen so viel wie drei Viertel der Bevölkerung." Bejenke, "Ein neuer Lastenausgleich", Leserbrief in der Süddeutschen Zeitung Nr. 240, 17. Oktober 2019
403. "Endlich schlug ich  mir den Schlaf
Aus dem Sinn und lief zum Strande.
Mondhell wars und mild, ich traf
Mann und Kahn auf warmen Sande.
Schläfrig beide, Hirt und Schaf:
Schläfrig stieß der Kahn vom Lande.

Eine Stunde, leicht auch zwei,
Oder wars ein Jahr? - da sanken
Plötzlich mir Sinn und Gedanken
In ein ewges Einerlei.
Und ein Abgrund ohne Schranken
Tat sich auf:  - da wars vorbei!

Morgen kam: auf schwarzen Tiefen
steht ein Kahn und ruht und ruht .."
Der geheimnisvolle Nachen, in: Genealogie der Moral 268
F. Nietzsche
404. "Nie reißt er den Hörer aus dessen (Selbst)Sicherheit heraus, nie stößt er ihn an existenzielle Abgründe, aus denen ihn die ungelösten und unlösbaren Daseinsfragen seines Lebens höhnisch angrinsen. Vor solchen Gewaltakten scheut Levit zurück. Sein Beethoven wahrt die Contenance. Was angenehm, aber nicht unbedingt im Sinne dieses Komponisten ist." Brembeck, Reinhard, An Abgründen, Süddeutsche Zeitung Nr. 242, 19./20.10.2019, S. 17
405. "Indessen mit solchem Lärm und Agitatorengeschwätz richtet man nichts bei mir aus: diese Wirklichkeits-Trompeter sind schlechte Musikanten, ihre Stimmen kommen hörbar genug nicht aus der Tiefe, aus ihnen redet nicht der Abgrund des wissenschaftlichen Gewissens - denn heute ist das wissenschaftliche Gewissen ein Abgrund -, das Wort "Wissenschaft" ist in solchen Trompeter-Mäulern einfach eine Unzucht, ein Mißbrauch, eine Schamlosikeit." Nietzsche, Die Genealogie der Moral 394
406. "Die Installation "Modern Moses" von Elmgreen & Draeger stellt gewissermaßen den Gipfel einer Reihe von Arbeiten dar, die den Betrachter in einen tiefen, kalten emotionalen Abgrund zu stoßen vermögen." Vogel, Allein R22
407. "Diese bildet erst den Fuß des eigentlichen Wendelsteins. Nahe daran steigt gegen Süden eine Marmorwand am Rande eines Abgrunds empor. Ihr Außenseite ist ausgehöhlet und bildet eine prächtige Nische." Cammerer, Naturwunder
408. "Bei fast makellos beiläufiger Sicherheit in den technischen Vertracktheiten scheut sich der Pianist nicht vor den Extremen des Ausdrucks, etwa in dem verzweifelt gedonnerten "Atlas" oder dem grimmigen "Aufenthalt". Nach diesem Blick in die Abgründe der romantischen Seele wirkt die "Taubenpost" als halbironische Abspannmusik." Schäufele, Ausdruck und Abgrund, R 16
409. "Der Regisseur pflegt seit langem durchaus mit Lust am Abgrund ein düsteren Menschenbild, das unter der Oberfläche der Zivilisation stets die Barbarei und das enthemmte Tier vermutet."  Laudenbach, Blut, Boden, Bauernstube, 13
410. "Der Seiltänzer...Er sucht, über dem Abgrund die Balance zu halten, und stürzt in der Mitte des Seils ab, auf halbem Wege zwischen Tier und Übermensch." Meier, Was ist 25
411. "Als Seher in eigener Sache verheißt er sich seinen "letzten Gipfel", das, was ihm "am längsten aufgespart war" und worin "Gipfel und Abgrund" in eins beschlossen sein wird." Nietzsche, Zarathustra, zitiert nach Meier, Was war 110
412. "Zarathustras Lobpreis gilt dem Abgrund, der alles Licht in sich aufnimmt und alles Licht freigibt." Meier, Was war 121
413. "Nachdem der Rufende sich in einer vierfachen Selbstbenennung zu erkennen gegeben und den Gerufenen bei der vierten und letzten Erwähnung zum "abgründlichsten Gedanken" erhöht oder vertieft hat, werden wir Zeugen einer Opernszene. Zarathustra trifft auf seinen "Abgrund": "Heil mir! Heran! Gieb die Hand - - ha! lass! Haha! -- Ekel! Ekel, Ekel! -- wehe mir!" Alles kehrt, bis ins Kleinste gleich, ewig wieder. Meier, Was war 144
414. "Tief werde ich fallen, aber nicht groß. Plumps, und weg. Kein Aufkrachen, nicht einmal ein Platsch. Was mich überleben wird: mein dummes Gesicht über der Kante zum Abgrund. Und die Scham, daß mein Fall auch noch Zuschauer hat." Handke, Spuren 37
415. "Ein Land am Abgrund übernimmt Argentiniens neuer Präsident Alberto Fernandez, wenn er an diesem Dienstag sein Amt antritt." Gurk, Schlimmer 4
416. "Sie können gemeinsam in dieser Höhle beweisen, dass Verletzte selbst aus den furchterregendsten Abgründen noch zu retten sind." Abromeit, Rettung 75
417. "Oben am Höhleneingang treten die Helfer zum Rand des Abgrunds, an dem sie eine Seilwinde aufgebaut haben." Abromeit, Rettung 78
418. "Ohne daß es möglich wäre, einen Grund für dieses Verhalten anzugeben, finden wir die heutigen Spongien höchst launenhaft und ungleich bald im seichten Wasser, bald in den tiefsten Abgründen des Meeres, bald in außerordentlicher, bald in verschwindender Anzahl." Neischl, Wanderungen 134
419. "Dort, wo wir nicht hinschauen wollen, im Bereich unserer Triebe, in den Abgründen unserer Seele, dort, wo es in uns kalt und hart ist, dort steht in uns die Krippe bereit, in die Gott seinen Sohn legen will, damit er auch in usn geboren wird, damit er für uns zum Messias wird, der uns befreit aus dem Land der Gefangenschaft, aus dem inneren Gefängnis unserer Zwänge und unserer Idealbilder, um uns zu retten, zu befreien zu dem Menschen, den Gott sich von uns erträumt hat." Grün, Weihnachtlich 15/16
420. "Sagen umflattern den düsteren Abgrund, die dann und wann einige Körner Wahrheit aus grauer Vorzeit auf ihren Fittichen tragen." R. G. Spöcker, in: Joos, Das Hohlloch bei Raitenbuch 68
421. "Hohlloch..Zwei Möglichkeiten verbleiben alsdann noch, entweder ist das Gefäß an einem Seile herabgelotet worden in den Abgrund oder, was ebensoviel Wahrscheinlichkeit besitzt, es wurde als Paket abgeworfen und fand dann schließlich seinen Weg zwischen dem Versturz hindurch in die Tiefe." R. G. Spöcker, in: Joos, Das Hohlloch bei Raitenbuch 71
422. "Der aufrichtige Mensch versteckt seine wahren Gefühle und Begehrlichkeiten nicht, sondern stellt sich seinen Abgründen, ja, gibt noch das Peinlichste preis. Kühn schritt Rouseau seiner eigenen Theorie als Beispiel voran: "Der eigentliche Zweck meiner Bekenntnisse ist eine genaue Darlegung meines Innern in allen meinen Lebenslagen." Flaßpöhler, Abende 44
423. "So weit auf die Spitze der Positivität getrieben offenbart sich jedoch sogleich der dunkle Abgrund der Eigentlichkeit." Flaßpöhler, Abende 44
424. "Es ging an dieser dem Garten abgekehrten Hausseite tief den Felsen hinunter. Er stellte sich vor, wie er fiele udn wie der Aufprall durch die Masse seiner Bleistiftspiralen, die sich mit der Zeit und den Jahren dort unten abgelagert hätten, gemildert würde. (Öfter schon hatte er, im Halbschlaf, aus dem Abgrund einen Sog gespürt und sich dagegen an den Bettpfosten klammern müssen." Die Baumkronen erschienen vom Schnee gerundet, und der Himmel war, wie von einem Moment zum anderen, sternklar geworden." Handke, Nachmittag eines Schriftstellers
425. "Nur auf der Seite der Piazza stehen Häuser; auf der gegenüberliegenden Seite erhebt sich ein niedriges Mäuerchen über einem Abgrund, dem Bersaglierigraben, der so heißt, weil die Briganten dort einen piemontesischen Bersagliere, der sich zu jener Zeit in diesen Bergen verirrte, gefangengenommen und hinabgestürzt hatten." Levi, Christus 14
426. "Die idyllische Ländlichkeit, die ich bei meiner Ankunft zu sehen geglaubt hatte, war nicht mehr vorhanden; auf allen Seiten sah man nichts als weiße Lehmabstürze, an denen die Häuser hingen, als schwebten sie in der Luft; und ringsumher noch mehr weißer baum- und rasenloser Lehm, vom Wasser durchfurcht mit Löchern, Kegeln und gefährlich aussehenden Hängen wie eine Mondlandschaft. Fast alle Türen deer rissigen, baufälligen Häuser, die sich kaum über dem Abgrund zu halten schienen, waren sonderbar eingerahmt von schwarzen Fähnchen, von denen einige neu, die anderen von Sonne und Regen eingefärbt waren, so daß es aussah, als wäre der ganze Ort in Trauer oder zu einem Totenfest geschmückt." Levi, Christus 10
427. "Für den Bauern stellte sie wirklich das dar, was einst der Satyr gewesen ist; einen echten, lebendigen Satyr, dürr, zottig und verhungert, mit gebogenen Hörnern auf dem Kopf, krummer Nase und hängenden Zitzen oder Geschlechtsteilen, einen armen, brüderlichen und wilden Satyr auf der Suche nach Dornbüschen am Rande von Abgründen." Levi, Christus 72
428. "Im Dunkel unterschied der Alte für einen Augenblick eine Ziege, die grauenerregend in den Trümmern der Kirche herumsprang und dann verschwand. Der Teufel floh heulend in den Abgrund." "Hu! Hu!" schrie er beim Verschwinden; und der Alte fühlte sich plötzlich wieder frei und ausgeruht und erreichte mit wenigen Schritten den Ort." Levi, Christus 77
429. "Briganten...Es gibt keine Berge, Abgründe, Wälder, Steine, Quellen oder Höhlen, die nicht mit irgendeiner ihrer denkwürdigen Unternehmungen verknüpft sind oder ihnen nicht als Zuflucht oder Schlupfwinkel gedient. haben." Levi, Christus 147
430. "Ihm geht es nicht darum, Tribunal zu halten und zu urteilen. Sondern um die Mechanismen von Fake und Wahrheit und darum, was Lügen, aber auch Lügen-Vorwürfe mit Menschen machen - für Interessierte an Abgründen aller Art." red, Lüge und Weiterleben, DAV Bergpanorame 1/2020, S. 17
431. "Wer die Welt gerade am Abgrund sieht, im Flammen (buchstäblich), aus den Fugen, an irgendeinem Ende, wird womöglich irritiert sein." Vollmuth, Immer mit der Ruhe 3
432. "All diese Kinde und Jugendlichen, die von ihren Eltern mit in den Abgrund gerissen werden. Vom Leben oder - sagen wir - vom Vegetieren auf den Boden geschleudert, die Eltern." Berg, GRM 189
433. "Die Angst glich jener, die man verspürt, bevor man an einem Gummiseil in einen Abgrund springt. In Sekunden ist das Gehirn panisch mit der Suche nach einem Ausweg beschäftigt." Berg, GRM 205
434. "Die anwesenden Topmanager rief er zum Handeln auf. Sie sollten nicht in die Geschichte eingehen als diejenigen, die nichts getan hätten, als die Welt am Abgrund stand. "Ich brauche Ihre Hilfe", appelierte Charles." Brinkmann, Der grüne Prinz 20
435. "In den Abgrund schauen: Der Band "Berlin Hamlet" versammelt in kluger Auswahl Gedichte des ungarischen Schriftstellers Szilárd Borbély" Bleutge, Ich kenne 12
436. "(Sir  (Earl))...er wünscht sich eine aufgeräumte Überschaubarkeit und Sauberkeit, die er nicht mehr gegeben sieht. Schaut er um sich, dann blickt er in einen Abgrund aus Schmutz, er sieht Dreck auf den Straßen, Verfall in den Gesichtern, Menschen am Straßenrand, Frauen, die aggressiv und unweiblich sind, Männer in lächerlicher Frauenkleidung. Er sieht keine geschlossene königstreue Einheit der Briten mehr, sondern zersplitterte Gruppierungen aus Einwanderern, Feministinnnen, Schwarzen und weißen Nazis." Berg, GRM 225
437. "Wenn Dekolonisierung keine Metapher bleiben soll, dann hilft nur ein tiefer Blick in die Abgründe der Institutionen. Menschenrassen, obgleich einst von Museen und Universitäten erfunden, gibt es nicht. Doch institutioneller Rassismus ist real." Brusius, Hand in Hand 9
438. "(Esper) Dannn berichtet er von der im Volke noch lebendigen Legende, die Gaillenreuther Höhle sei ein heimlicher Versammlungsort der ersten Christen gewesen, die von ihren Verfolgern beim Gottesdienst überfallen und deren Leichen hernach in die Abgründe der Höhle geworfen worden seien." Heller, Zoolithen 8
439. "Bereits auf dem Anmarsch nach Burggailenreuth und während des Aufstiegs zur Höhle muß ESPER bei der Betrachtung der Umgebung tiefe, unauslöschliche Eindrücke empfangen haben, die bei seinen späteren Versuchen, eine Erklärung für die Landschaftsgestaltung und die Entstehung der Höhlen zu finden, immer wieder aufklingen. So empfand er das Wiesenttal als einen fürchterlichen Abgrund." Heller, Zoolithen 8
440. "In der Geschichte vom Typ Jona wird der Held verschlungen und in den Abgrund gezogen, um später wieder aufzuerstehen - eine Variante des Motivs von Tod und Auferstehung." Campbell, Mythos 172
441. "Irgendeinen Zeitpunkt hat jeder, da merkt er, dass sein Leben auf einen Abgrund zurast, der sich unter der Erde befindet. Verwechselt man dieses Gefühl des atemlosen Grauens mit der Erregung ob des Zustands unserer Welt? Ginge es uns besser, säßen wir ohne Medieneinwirkung auf freundlich temperierten Inseln? Aber wie sollte das gehen, wenn alle nachkämen, und der erste würde wieder beginnen, aus seiner Palme Profit zu schlagen, die Fischrechte zu verkaufen, die Wasserabgabe zu kontrollieren. Keine Lösung."  Berg, Wie halte 17
442. "Kam es ihnen in den Sinn, dass die beschädigten Häuser, in denen sie schliefen, aßen und Sex hatten, einen kruden Widerspruch zu den förmlichen Einladungskarten zu ihrer Feier darstellten? Oder handelten sie, als ob nicht geschehen sei, weil der Abgrund zu tief war, als dass sie hätten hineinblicken können? War ihre Ignoranz die Bedingung, um zu überleben? Gumbrecht, Latenz 21
443. "Der seltsamste Kultplatz im Höhleninnern ist vermutlich Etcheberriko-Karbia, das verloren in den Gebirgen des Baskenlandes liegt....Dort beginnt der Kultplatz. Nun wird es jedoch keineswegs einfacher, denn nach der ersten Bildkomposition muß man an einem fünf Meter hohen Stalagmiten hinabklettern, einen Abgrund umgehen und wieder einen Kamin von acht Metern aufaufsteigen; dann gelangt man an einen Felsspalt, wo man Fortsetzung und Ende der Komposition findet, die auf den Fond des Spalts gemalt ist.  Das letzte Pferd ist so nahe am Rand des Abgrunds angebracht, daß man sich den Künstler nur vorstellen kann, wie er beim Malen von einem Kollegen am Wamszipfel gehalten wurde." Leroi-Gourhan, Prähistorische Kunst 195
444. "Bei Regisseur Jeff Wadlow verwandeln sich die Fantasien der Insulaner in finstere Gedankenspiele über innere, menschliche Abgründe. Schnell entpuppt sich das magische Eiland mit Wellnessresort als sadistischer Albtraum und tödliche Falle." DRE,  Trip in den Alptraum R16
445. "Wie jüngst wieder bezüglich des Thüringer Debakels bei der Regierungsbildung, scheint immer gleich die Demekratie am Abgrund zu stehen....Die ständige Verortung der Demokratie am Abgrund könnte sich als potenziell zerstörerischer erweisen als das ursprüngliche Übel: Findet doch diese Partei mit ihrem Versprechen finaler Lösungen für alles in sich solch unheilschwangerer Atmosphäre ein nahrhaftes Biotop." Daniel, Mehrheiten 11
446. "Es war jene Antenne für die Abgründe anderer, die mich dreißig Jahre später, auf einer Terrasse im historischen Stadtzentrum von Cagliari, dazu brachte, mit einem achtjährigen Jungen zu Abend zu essen, den ich nie zuvor gesehen hatte......Detailliert und mit sichtlichem Spaß wird die Oberschicht des italienischen Kulturbetriebs geschildert, trotz der teils abgründigen Tiefe der Figuren stets mit einer Unbeschwertheit, die man italienisch nennen könnte." Freund, Anstelle für die Abgründe anderer 12
447. "Eine Frau im gelben Kapuzenpulli steht am Rande eines Daches. Der "Ruf des Abgrunds" zieht die Figur spürbar in ihren Bann. Aus diesem Sog wird sie hinausgerissen, als der Besitzer jener Dachterrasse sie entdeckt und zur Rede stellt." Neumaier, Party der Selbstdarsteller R9
448. "Die Angst sei eine Art Schwindel, meinte der Philosoph (Kierkegaard). Wer in eine gähnende Tiefe hinunterschauen müsse, der beginne zu taumeln. "Doch was ist die Ursache dafür? Es ist in gleicher Weise sein Auge wie der Abgrund - denn was wäre, wenn er nicht hinuntergestarrt hätte?" Der Schwindel gilt dem Fremden, das man nicht kennt und das man nicht in den Griff bekommt. Es stellt sich bei dem Gedanken ein, mit der Epidemie nähme es so bald kein Ende." Steinfeld, Planet der Sorgen 15
449. "Die pathetischen Sinnformeln der klassischen Sinnverwaltungsagenturen (Kirchen, politische Weltanschauungen..) klingen leer und verbraucht. Scheitern ist eine Möglichkeit, die auch unter den Bedingungen des marktwirtschaftlichen und sozialstaatlichen Kapitalismus stets. droht. Fremdheit und Identitätsunsicherheit sind Grundbefindlichkeiten, die psychische Abgründe sichtbar werden lassen." Lesch, Ein Mensch 19
450. "Camus hört zwar den Verzweiflungsschrei in den Schriften Kierkegaards, plädiert jetzt aber erst recht dafür, daß der absurde Mensch sich durch die Abgründe der Verzweiflung nicht schrecken lasssen dürfe. Das Absurce sei "die Sünde ohne Gott", ein Zustand der Zerrissenheit, der nicht durch die Zuflucht zu einer höchsten Instanz beschönigt werden könne." Lesch, Ein Mensch 27
451. "Mit erstaunlicher Devotheit schauen große Unternehmen wie mächtige Verbände zu, wie die Politik mit ihren Corona-Abwehrmaßnahmen die volkswirtschaftliche Aktivität brutal abwürgt, Gewinnaussichten und Aktienkurse in Abgründe treibt und eine Welle von Pleiten und Arbeitsplatzverlusten heraufbeschwört." Büschemann, Vom Vorzug der Unsicherheit, S. 22
452. "Alles durchdringst Du,
die Höhen,
die Tiefen
und jeglichen Abgrund.
Du bauest und bindest alles..."
Hildegard von Bingen, Sequenz an den heiligen Geist, aus: Buchholz 102
453. "Das Wort "Höhle" ist übrigens eine ungenügende Bezeichnung dieses Riesenraums, aber für den, der sich in die Abgründe der Erde hinunterwagt, genügen die Worte der menschlichen Sprache nicht mehr." Verne, Mittelpunkt 251
454. "Wahrscheinlich hat sich dann der Boden heir und dort gesenkt, und ein Teil des aus dem Niederschlag entstandenen Terrains ist in plötzlich sich öffnende Abgründe abgesackt." Verne, Mittelpunkt 258
455. "Fahren wir also auf einen Wasserfall zu, der uns in den Abgrund stürzen wird?" Verne, Mittelpunkt 288
456. "Hinter dem Felsen, den wir gesprengt hatten, klafftre ein Abgrund." Verne, Mittelpunkt 352
457. "Wenn die Lebensmittel auch noch für Monate oder Jahre gereicht hätten, was nützten sie uns, um uns aus den reißenden Abgründen wieder zu befreien?" Verne, Mittelpunkt 354
458. "Das Wasser, das den Boden des Abgrunds erreicht hat, steigt wieder und nimmt uns mit." Verne, Mittelpunkt 358
459. "Die tiefen Täler kreuzten sich in allen Richtungen. Abgründe glichen Brunnen, die Seen verwandelten sich in Teiche, die Flüsse wurden zu Bächen." Verne, Mittelpunkt 147
460. "Man mußte zwischen Eruptivgestein hindurch, von dem manches, aus seiner Ruhe aufgescheucht, in den Abgrund rollte, von wo man jedesmal ein lautes, seltsam klingendes Echo hörte." Verne, Mittelpunkt 150
461. "Er nahm ein vierhundert Fuß langes, daumendickes Seil und ließ die eine Hälfte in den Abgrund hinunter, schlang es dann um einen vorspringenden Lavablock und warf darauf auch die andere Hälfte in den Schlund. So konnte jeder von uns beim Hinunterklettern sich daran festhalten, indem er die beiden Enden des Seils, das oben befestigt war, mit der Hand festhielt." Verne, Mittelpunkt 157
462. "Mein Onkel beugte sich über den Abgrund und verfolgte mit Befriedigung des hinunterfallende Paket." Verne, Mittelpunkt 158
463. "Es herrschte tiefe Stille, und man hörte nur hin und wieder Felsbrocken in den Abgrund kollern." Verne, Mittelpunkt 160
464. "des -es, plur. die -gründe. 1) Eigentlich im Gegensatze des Grundes, ein Ort der keinen Grund hat, oder sich doch schwer ergründen läßt, eine sehr große Tiefe, so wohl auf dem festen Lande, als in dem Wasser. Der Abgrund des Meeres, in einem Berge. Der Abgrund zwischen zwey Bergen, eine große Tiefe. 2) Figürlich. (a) Eine jede große Entfernung. Meine Seele war, trotz der Abgrunde, die uns trenneten, stets bey dir, Weiße. (b) Eine unbegreifliche Sache, bey welcher sich der Verstand im Nachdenken verlieret. So reden die Gottesgelehrten von einem Abgrunde der Güte und Liebe Gottes. (c) Eine fürchterliche Gefahr, ein augenscheinliches Verderben. An welchem Abgrunde stand ich! Dusch.
Ich schaudre, ja es liegt vor uns der Abgrund offen, Weiß.

Anm. Abgrund, Nieders. Dän. und Schwed. Afgrund, beym Ulphilas Afgrunditha, beym Kero, Ottfried und Notker Abcrunt und Abgrund, ist schon von den ältesten Zeiten an in der Bedeutung eines unergründlichen Ortes üblich gewesen.

ADELUNG
465. "m. abyssus, ahd. abcrunti n., mhd. abegründe n.,

[Bd. 1, Sp. 52]
goth. afgrundiþa f., was hinab, von der erde weg reicht, die unterste tiefe, der abgrund der hölle, des meers; gerade so gebildet ist das ags. ofdäle praecipitium (ahd. abteli?), ins thal niedergehend:

den abgrund füllend und den himmel.
Weckh. 346.

dann unermeszliche tiefe überhaupt: wie kan man hie anders sagen, denn das der gott doch nichts sei denn ein abgrund ewiger liebe. Luther 6, 47b; erhebe dein antlitz aus dieses jammers abgrund. Messias 12, 753; abgrund des denkens und fühlens. Klinger 12, 271; abgrund des verderbens. Kant 6, 245; so dasz das all im abgrunde des nichts versinken müste. Kant 2, 477; blicke in das wesen der dinge, die mir einen abgrund von reichthum eröfnen. Göthe 29, 212. schön von tiefen augen: aus ihren abgründen schien ein licht hervor zu blicken. Göthe 22, 102. der blaue abgrund, die unermessene tiefe des himmels. J. Paul Hesp. 3, 84; wie furien des abgrunds (der hölle) folgen mir die schauerlichsten träume. Schiller 246."
 
GRIMM
466. "Meine Nerven entspannten sich, und ich kam aus den tiefen Abgründen der Erde wieder an ihre Oberfläche." Verne, Mittelpunkt 60
467. "Ich träumte immerzu von Abgründen. Ich war dem Wahnsinn nahe. Ich fühlte mich von der starken Hand des Professors gepackt, fortgezogen, in eine Schlucht gestoßen,  in der ich versank. Ich fiel mit der wachsenden Schnelligkeit fallender Körper tiefer und tiefer. Mein Leben war nur noch ein endloses Fallen. Um fünf Uhr  morgens erwachte ich ganz zerschlagen." Verne, Mittelpunkt 68
468. "Du mußt lernen, in Abgründe zu sehen."..fünf Tage lang machte ich sichtbare Fortschritte in der Kunst, von großer Höhe in die Tiefe zu blicken.. Verne, Mittelpunkt 80
469. "Ich schwelgte in dem Höhenrausch, ohne an die Abgründe zu denken, in die mich mein Schicksal bald führen würde." Verne, Mittelpunkt 148
470 "Das Wort "Höhle" ist übrigens eine ungenügende Bezeichnung dieses Riesenraums, aber für den, der sich in die Abgründe der Erde hinunterwagt, genügen die Worte der menschlichen Sprache nicht mehr. Verne, Mittelpunkt 251
471. "Birkl umkreist darauf das zweischneidige Verhältnis zwischen Mensch und Technik, Organischem und Digitalisiertem, und blickt dabei etwa mit dem Video zum zweiteiligen Titeltrack ebenso auf das Potential wie auf die Abgründe dieser Beziehung." Pfnür, Beatvisionen 30
472. "Nur dass Millionen Wanderarbeiter jetzt größte Nöte haben, die Verordnung einzuhalten. Diese Menschen haben nicht das geringste finanzielle Polster. Sie stehen am Abgrund. Und deshalb sind sie losgelaufen, so wie die Familie Khushwas." Perras, Auf der Straße 6
473. "Die ganz großen Dramen sollen sich andere ausdenken, viel lieber hat der Drehbuchautor und Produzent Ralf Husmann die Abgründe des Alltags im Blick. Was genau ist dort gerade los?" Pollmer, Helden 52
474. "Steinbrück kennt den Blick in den Abgrund. Er weiß genau, w" ie wichtig dann Beratung ist.....Du wirst immer wieder eingeholt von dramatischen Nachrichten. Und hast das Gefühl, du springst in den Abgrund rein." So groß sei die gewesen, daß er sich "buchstäblich hinsetzen", musste, "weil ich dachte, ich falle um". Eine Dreiviertelstunde lang habe er gehadert: "Es rinnt mir durch die Finger. Es ist nicht mehr steuerbar." Und dann? Habe er halt doch weitergemacht, sagt er. Man könne ja nicht sagen, okay, das war's, ich mache das Licht aus." Bullion, Burghardt, Deininger, Gammelin, Macht und Ohnmacht 3
475. "Nie zuvor sind Forscher dem Entstehungspunkt eines solchen Jets so nahe gekommen - das Bild erlaubt einen Blick mitten hinein ins Zentrum der Galaxie, nah an der Akkretionsscheibe, am Rand des tiefsten denkbaren Abgrunds." Weiss, Bild vom Abgrund 14
476. "So nah am "rand der furchen tiefer zeit" tut sich ein Abgrund auf, jene geologische Deep Time wird spürbar, die die Wimpernschläge des menschlichen Erinnerungsvermögens kleinlich erscheinen läßt." Hottner, Furchen tiefer Zeit 12
477. "Derselbe Autor (Strabon) weiß auch zu berichten (VI, 2, 3, C275), daß der syrische Orontes zwischen Apamea und Antiochia in einen "Abgrund", die sogenannte Charybdis, verschwindet und 40 Stadien von dieser Stelle wiederaufsteigt." Hetzer, Nachrichten 80
478. "Eine derartige nur an eine Höhlenlocalität geknüpfte Sage ist beispielsweise die von der bösen Stiefmutter bei der Höhle der Mazocha unweit Brünn, nch deren Hauptgestalt auch der Abgrund benannt wurde." Fruhwirth, Ueber Höhlen 11
479. "Gleichzeitig aber fungiert der Abstieg in die Tiefe auch als Abstieg in das eigene Bewußtsein des Erzählers, der wie später Heinrich von Ofterdingen in seinem (auto)erotischen Unterwelttraum auf der Suche nach sich selbst ist: "Je refléchis sur moi-même, je m'interrogei, je sondai l'abyme de mon coeur." (Mercier 1784: 46), heißt es bei Mercier. Der Abgrund des Herzens ist eine Funktion des Abgrunds der Erde." Wolfzettel, Signatur 262
480. "Vor allem Chaitin hat dieses Konzept seither bis in seine logischen Abgründe ausgelotet und dabei einen Satz bewiesen, dem viele Logiker den gleichen Rang attestieren wie den Erkenntnissen von Kurt Gödel und Alan Turing." Kaeser, Die Welträtsel 70
481. "Aufgabe für Kunststudenten: Zeichne ein weisses Ei, das auf einem weissen Papier vor einer weissen Wand liegt. Zeichne mit dem Bleistift auf weisses Papier. Die Aufgabe erweist sich, richtig ausgeführt als eine Expedition in die Abgründe des Banalen, des - wie Bast es nennt - "offen Sichtlichen". Je mehr sich der Zeichnet auf seinen Gegenstand einlässt, desto mehr öffnet sich der Gegenstand der Sicht." Kaeser, Die Welträtsel 169
482. "Wie Seiltänzer balancieren wir über dem Abgrund des Möglichen. Eine Bresche hat sich aufgetan in der Zeit und hat uns historisches Potenzial eröffnet." Sarr, Das Wirkliche ist dabei sich aufzulösen 9
483. "Nach sechs Wochen Shutdown blicken die Italienere in den Abgrund einer verheerenden Wirtschaftskrise. Die Haushaltsprüfer des römischen Parlaments schockten das Land gerade mit einer Horrorprognose: Für das erste Halbjahr rechnen sie mit einem Absturz der Wirtschaft um 15. Prozent." Sauer, Nichts als 17
484. "Ein 3025 Seiten tiefer Abgrund" Fünf Jahre dauerte der Prozess gegen den NSU, nach weiteren zwei Jahren liegt die Urteilsbegründung vor: Das Dokument einer beispiellosen Mordserie - das erst jetzt auch seine Revision möglich macht Ramelsberger, Ein 2025 S. 7
485. "Der Boden ist mit Steinen jeder Größe bedeckt, von denen bei meiner Ankunft ein beträchtlicher Teil den weiten Abgrund hinabkollert." Petritsch, Der Hades 105
490. "Auch wenn viele Arbeiter nun zumindest eine Aussicht haben, in ihre Heimatdörfer zurückzukehren, ändert dies kaum etwas an ihrer existenziellen Not. Millionen stehen am Abgrund. Sie hoffen, daß sie im Kreis der Familie nun besseren Schutz haben, aber Arbeit gibt es dort so wneig auf den stillgelegten Baustellen." Perras, Zug der Hoffnungslosen 7
491. "Im Zeichen von "Covid-19" mittlerweile schon im Eilverfahren in das Oxford English Dictionary aufgenommen - macht nun ein Begriff die Runde, der tief blicken lässt. In die Abgründe individueller Lebensschicksale wie auch in jene der aktuellen Gesellschaftspolitik. "Vulnerabilität"... Lessenich, Coronifizierung 11
492. "Die Herkunft der Wassermassen waren die Brunnen des Abgrunds, unteVielrirdische Höhlen und Kanäle, in die das Wasser am dritten Schöpfungstage abgelaufen war. Silberschlag, Geogenie
493. "Der weinerliche Tonfall, die Klage über "Zensur", das Pathos vom "Widerstand bis zum Tod". Aber ich sah auch einen Mann, der am Abgrund stand. Und dem nun alle zugrölten, er solle doch springen. Ich entschloß mich, meine Hand auszustrecken." Stremmel, Sie haben dich fest an den Eiern 49
494. "Aber ich muss ein anderes Geschenk finden, denn an guten Nachrichten fällt mir heute nur eine einzige ein: Die Welt dreht sich noch. Allerdings kommt einem manchmal so vor, als dreht sich Brasilinen nicht mit ihr. Viele Menschen fühlen sich hier, als sei die Erde doch eine Scheibe und wir rasten auf den Abgrund zu. Brasilien beklagt nun schon 15000 Tote durch Covid-19." Funke, Am Abgrund 11
495. "Hölderlin..Noch in den hermetischten, mit idealistischer Philosophie, pietistischer Mystik und griechischer Mythologie hochgerüsteten Texten hört man ein wirkliches, ja das fiebrigste Herz der deutschen Literatur pochen, das in sexueller Exstase glüht oder auf dem Gewaltmarsch über die Alpen an vielhundert Meter tiefen Abgründen stockt." Kermani, Nachwort 252
496. "Hölderlins Dichtung ist nicht subjektiv im Sinne der Bekenntnismystik, sie ist transsubjektiv im Sinne der Mystik. Der Abgrund, der sich auftut, ist metaphysisch, aber kann auch ein ablehnender Brief an Schiller sein. Wie die Propheten in der Wüste erlebt Hölderlin im Gebirge das Gewitter als himmlischen Zorn.." Kermani, Nachwort 263
497. "Wo aber Gefahr ist, wächst
Das Rettende auch.
Im Finstern wohnen
Die Adler und furchtlos gehn
Die Söhne der Alpen über den Abgrund weg..."
Hölderlin, Patmos 52
498. "Zuerst der abschüssig am Nordhang gelegene Wald: der "Naturwesensbereich" mit einer natürlichen Grotte, einer kleinen Quelle und mehreren Schluchten - Raum für "wesenhafte Elementarkräfte", geschaffen,  um der Naturintelligenz Respekt zu bezeugen. Besonders "stark" ein Platz am "Abgrund", der mit unterschiedlichsten Gefühlen konfrontiert. Die einen zieht es hinunter, andere "heben ab".. Luczyn, Offen der Energie 39
499. "Zu wohnen in liebender Nacht und bewahren
In einfältigen Augen, unverwandt
Abgründe der Weisheit. Und es grünen
Tief an den Bergen auch lebendige Bilder,
Hölderlin, Patmos 56
500. "Ein Abgrund tut sich auf inmitten des Mädchens, und verwirrt umkreisen sich in seinem Inneren der Schöne und das Biest." Zielcke, Die Nomaden der Lust 13

xxxxxx

501. "Rouffignac...In diesem Saal befindet sich ebenfalls ein Abgrund. die Vebindung Zeichnung und Abgrund wiederholt sich zehnmal in dieser Grotte. Das ist zuviel, um Zufall zu sein. Da es außerdem ja auch noch schwierig und gefährlich ist, über Abgründen zu malen, spricht eigentlich alles dafür, daß es eine Religion über die versteckten Kräfte der Erde gegeben hat. Wie schon in Lascaux, findet man auch hier Darstelungen eines Menschen am Rande der Abgründe. Die Abgründe führen eine Etage tiefer, wo schon 4 km Gänge erforscht worden sind." Aubarbier, Périgord 50
502. "Am 2. November 1797 schrieb er an seinen Bruder von dem "Nichts, das, wie ein Abgrund, um uns her uns angähnt." Schmid, Im Garten 1
503. "Während er vom Baum gesprungen war, während er im Rausch der Tat seine Schleuder gewirbelt und den Tod entsendet hatte, war ihm so gewesen, als lösche er auch sein eigenes Leben damit aus, als entließe er die letzte Kraft und werfe sich, mit dem tötenden Steine fliegend, selber in den Abgrund der Vernichtung, einverstanden mit dem Untergang, wenn nur der gehaßte Feind einen Augenblick vor ihm fiele." Hesse, Josef Knechts hinterlassene Schriften - Indischer Lebenslauf 489
Das Glasperlenspiel
504. "Allein im Raum Paris, so die Erhebung der örtlichen Handelskammer, sind 40 Prozent der Betriebe in Gefahr. Und der Abgrund könnte nicht nur viele Unternehmen verschlingen. Durch die Corona-Krise droht auch der Absturz eines politischen Erfolgs-Entrepreneurs: Emmanuel Macron...."Das sind schwindelerregende Zahlen", räumt Macrons Budgetminister Gérald Darmanin ein. Zahlen, hinter denen sich der Abgrund auftut...Konzerne wie Renault und Air-France...geraten in den Pleitestrudel." Klimm, Am Abgrund 15
505. "Denn der Tod war nur ie logische Verneinung des Lebens; zwischen Leben und unbelebter Natur aber klaffte ein Abgrund, den die Forschung vergebens zu überbrücken strebte. Man mühte sich, ihn mit Theorien zu schließen, die er verschlang, ohne an Tiefe und Breite im geringsten einzubüßen."  Mann, Thomas, Der Zauberberg, Frankfurt a.M, 1981, S. 386
506. "Seit einigen Jahren sind unerwartet vielfältige Lebensformen entdeckt worden, die ihren Ort tief unter Wasser gefunden haben, und zwar da, wo der Meeresboden Öffnungen aufweist. Solche Abgründe wurden in großer Zahl entdeckt, als man bei geophysikalischen Untersuchungen die Erdplatten vermessen wollte, auf denen sich die bekannten Kontinente erheben und mit denen sie verschoben werden." Fischer, Horizonte 249
507. "Friedrich Nietzsche meinte, dass unser Bewußtsein mit all seinen Illusionen, Visionen und "Lügen" uns davor schütze, einen Blick in den Abgrund der Welt zu tun. Müßten wir sehen, was uns die Gnade unseres Bewusstseins verberge, so verfielen wir augenblicks dem Wahnsinn, erstarrten zur Salzsäule oder fielen tot um."  Strasser, Gehirn 66
508. "Doch wehe, der Durchschnittsmensch würde sich seiner Situation im Ganzen schonungslos bewußt: Er weiß nicht, dass er gleichsam auf dem Rücken eines Tigers über dem Abgrund reitet, dem Weltschlund. Und wenn er doch immer wieder begierige Blicke nach unten wirft, dann rettet ihn jedes Mal die illusionierende Kraft seines Bewußtseins (es sei denn, er hieße Zarathustra-Nietzsche). Strasser, Gehirn 67
509. "Andererseits ist es dieser Drang, der seinen Ursprung, seine Quelle im Willen zur Macht hat, einem Urantrieb des Seins, der für uns Leidensfähige die Welt zu einem entsetzlichen Abgrund werden läßt." Strasser, Gehirn 67
510. "Denn Gott, der sich scheinbar angewandt hat, hat sich zum Rufenden hin abgewandt, und derart, als ein dem Rufenden Abgewandter, wendet ere, der Abgrund aller Abgründe, sich dem Abgrund des Rufenden zu." Strasser, Gehirn 86
511. "Es gibt eine intime Transzendenz, deren wir - auch wenn wir sie nicht in Begriffe zu fassen vermögen - gewärtig sind, sobald uns die Dinge anschaulich und wir des Abgrundes gewahr werden, von dem gilt: Wir sind der Abgrund, der nach dem Abgrund ruft. Das ist jener Moment, in dem der Mensch "den ´Pfeil seiner Sehnsucht über sich hinauswirft"." Strasser, Gehirn 91
512. "Wir sind umgeben vom Abgrund, der nach dem Abgrund ruft. Zugleich sind wir dieser Abgrund. Und immerfort versuchen wir, den Sinn seiner Tiefen, seiner Fluten zu erfassen. Kein Philosoph kann solches leisten, mag er Hegel oder Nietzsche oder Heidegger heißen." Strasser, Gehirn 92
513. "In der Anschaulichkeit eines Gänseblümchens gewahren wir den Abgrund, der wir sind: gewahren wir, dass der Abgrund nach uns ruft. Es gibt ein unsem Wesen eingepflanztes "Kreatürlichkeitsapriori" (was bloß eine andere Art ist, den Primat des Geistes anzuzeigen)." Strasser, Gehirn 93
514. "Das verzweifelte Anklammern an die Idee des ewigen Lebens, des Lebens im Heiligen Geist und bei Gott - ist nicht diese Idee das haarsträubende Symptom unserer bodenlosen Angst vor jener Seite des Abgrunds, die nichts weiter bedeutet als Auslöschung?" Strasser, Gehirn 93
515. "Und darin mag die tiefste Wahrheit des Menschlichen liegen, dass wir im Leben nicht bloß vom Abgrund umgeben sind - warum reden wir vom Tod, wnn es um den abyssus, die bodenlos lockende Tiefe geht? - sondern immer schon im Abgrund leben...In jeder Gestalt lebt ein Abgrund, dessen Name - laut Chesterton - "Wunder" ist. Alle Dinge, die uns, den ichhaften Wesen, begegnen, verlangen nicht bloß danach, in einen Zusammenhang aus Kausalität und Funktionalität eingeordnet und daraus abgeleitet zu werden; tiefer noch ist der kleine selige Schwindel der Bodenlosigkeit, der uns erfasst, sobald wir an den Dingen jenes Schöpfungswundermoment gewahren, welches jedes Einzelne in das Ganze auflöst, ohne ein Stäubchen konkreter Realpräsenz zu zerstören. Die einzig wahre - gewahrende - Posie ist Ausdruck jener Abgründigkeit namens "intime Transzendenz"." Strasser, Gehirn 96
516. "Der ewige Schlaf?...Gott ist ein lauter Nichts..Vielen dieser Bilder, Gleichnisse, Metaphern eignet eine Kälte, die uns nicht anspricht. Sie führen uns vor einen Abgrund, der zwar, in Umkehrung seiner Lage, sich nach oben öffnet. Von dorther, wo Gott angeblich wohnt, weht uns indes eine eisige Indifferenz entgegen. Wir suchen als Bildsucher des Absoluten intuitiv nach dem Geheimnis, das uns dem Ewigen zuneigt, ohne zu gefrieren zu lassen. Unser Abgrund soll uns bergen, einbergen in das Absolute: wir sind darauf angelegt, uns nach einer unverlierbaren Heimat, die uns durch und durch auftaut, uns grundexistentiell wärmt, zu sehnen. Nur so können wir uns innerlich befrieden. Nur so wird uns der je eigene Tod nicht zur Panik vor dem Absturz ins Nichts. Strasser, Gehirn 97
517. "Wir sind nicht in der Lage, uns den Abgrund als ein Friedensbild anzueignen, wenn es mit dem Sturz in die Bewusstlosigkeit des Todes assoziiert wird. Unten ist stets die Hölle, in welcher Reflexionsform auch immer, es mag schließlich vom Höllenbrand noch noch das Nichts übrigbleiben." Strasser, Gehirn 97
518. "In den Abgründen scheint nichts als Verheerung zu wesen. Im Absturz, dem Bodenlosen zu - dem Bodenlosen, das keinen Halt, keine Geborgenheitsgrund kennt -, wird das Menschliche zerstört." Strasser, Gehirn 97
519.  "Nach dem Moment der Bewusstseinserweiterung stehen wir orientierungslos vor dem Abgrund. Unser Reaktionsvermögen nimmt ab, bricht möglicherweise zusammen, und unsere Leistungsfähigkeit geht gegen null." Piccard, Flughöhe 188
520. "Allein beim chemischen Molekül angekommen, fand man sich bereits in der Nähe eines Abgrunds, der weit mysteriöser gähnte als der zwischen dem Materiellen und dem Nichtmateriellen. Denn das Molekül setzte sich ja aus Atomen zusammen, und das Atom war bei weitem nicht groß genug, um auch nur als außerordentlich klein bezeichnet werden zu können...In der Tat verlangte die Kluft zwischen Materie und Nichtmaterie ebenso dringlich, ja noch dringlicher nach Ausfüllung als die zwischen organischer und unorganischer Natur." Mann, Zauberberg 378
521. "Heute überspannt eine kühne Stahl- und Bergseilkonstruktion den schwarz gähnenden Abgrund." Lindenmayr, Eislueg 11

 

 

Momentan ist "Madame Bovary" von Gustave Flaubert der Roman mit den meisten "Abgrund"-Wörtern. Von irgend einer Naturhöhle ist man, landschaftsbedingt, weil er sich im Norden Frankreichs abspielt, sehr weit entfernt. Damit wird eher in den Seelenhintergrund einer echten, erfundenen, Frau geleuchtet. Frau und Abgrund - ein tiefgründiges Thema.

Auch als Adjektiv gibt es den Abgrund als "abgründig":

1. "Wie abgründig die Erde auch war, stets zogen Vögel hoch oben über alle Hindernisse und Fallen hinweg; heiter, schwerelos überließen sie sich den Luftwirbeln, warfen sich aus dieser scheinbaren Überwältigung plötzlich auf den Wind, stießen in der Tiefe und stiegen wieder auf, als sei ihr Flug eine einzige variantenreiche Verspottung der Erdgebundenheit und des aufrechten Ganges."  Ransmayr, Die letzte Welt 172
2. "(Victor Hugo, Rigi) In einer Felsspalte saß, mit baumelnden Beinen auf einem großen Stein, ein Idiot, ein Mann mit einem Kropf, mit schmächtigem Körper und ausladendem Gesicht, und lachte ein blödes Lachen, den Kopf voll von der Sonne beschienen, sah er einfach so vor sich hin. Oh abgründige Tiefe! Die Alpen boten ein Schauspiel, und der Zuschauer war ein Einfaltspinsel." Reichler, Entdeckung einer Landschaft 236
3. "Hugos Einbildungskraft greift zurück auf die Klischees über die Alpen und macht daraus eine ebenso weite wie erhabene, abgründige Landschaft, die jederzeit in ihrer Beziehung zum Betrachter strukturiert wird." Reichler, Entdeckung einer Landschaft 236
4. "Abgründig ist die Welt, weil wir - obwohl es Wahrheit gibt - niemals wissen und auch nicht wissen können, ob wir sie erreicht haben. Wie Blinde,g die aus einer dunklen Höhle den Weg ins Helle suchen, können wir nie mit Gewißheit sagen, ob wir wirklich schon draußen sind." Podak 1
5. "Das Schiff aus Kalkstein, Basalt,
als wäre die arabische Schönheit gekommen,
wir bewundern Signorellis Liebe zum Detail
abgründiger Menschennatur, während
draußen auf den Bildschirmen sich fortsetzt...
Nendza, Jürgen, Mikado-Geäst, Pegaresische Fenster V., S. 55
6. "Thomas von Aquin antwortet auf die Meinung, dem Beschluß der Klugheit, die doch eine "intellektuelle Tugend" sei, müsse auch "die Gewißheit der Wahrheit" zukommen: die Gewißheit der Klugheit kann nicht so groß sein, daß die Sorge völlig aufgehoben sein könnte. Ein abgründiger Satz! Der Mensch kann also nicht, um zu dem "Schluß" eines Beschlusses zu kommen, die theoretische Gewißheit zwingender Konklusionen erwarten und abwarten wollen: dann käme er niemals zu einer Entscheidung..." Pieper  34
7. "Denn das Erhabene, wie es in den ästethischen Theorien des 18. Jahrhunderts entworfen wird, betrifft vorzüglich Erscheinungen der Natur. Charakteristische Züge sind abgründige Tiefe und Dunkelheit - "the great ought to be dark and gloomy",, schreibt Burke, und die Tiefe stellt für ihn die eindrucksvollste Grössendimension dar. "The dark unbottom'd infinite Abyss", "the void profound of unessential night...wide gaping..... that abortive gulfe", die Miltons Hölle darstellen, entsprechen deshalb bis in die Vokabeln den burkeschen Anforderungen an die erhabene Szenerie." Platthaus 36, Burke, E., Origin of our Ideas of the Sublime and the Beautiful
8. "Am Ende eines wieder sehr wechselvollen Abends, der nicht ohne Tränen blieb, stand fest, dass Ben....mit der Schwarzwaldbahn dorthin fahren würde, wo der Rhein bei Konstanz aus dem Schwäbischen Meer hinausströmt und wo am Hafen die legendäre Hure "Imperia" ihre schönen langen Arme hebt und lustvoll Weisungen und Signale zu senden scheint, offensichtlich Zeichen, die vielfach ineinander verwickelt waren und alle in irgendwelche tieferen "Zusammenhänge" verbunden ebenso mit niederträchtigen Vergangenheiten wie mit noch abgründigeren Zukünften." Lodemann, Fessenheim 53
9. "Zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen apollinischer Verklärung und dionysischem Walten, zwischen erotischem Entzücken und abgründigem Trieb angesiedelt und damit zur Einheit des Gegensätzlichen stilisiert, tauchten Frauen kaum noch in klar umrissener Gestalt, sondern nebulös und andeutungsweise - in Spielarten der Unschärfe auf." Ulrich, Unschärfe 47
10. "Im Namen des Sohnes wurde die Legitimität des Illegitimen unvergeßlich gemacht, während zugleich ein ständig aktualisierbarer Verdacht aufkam, wonach sich im Herzen des offiziell Legitimen eine abgründige Illegitimität verberge." Sloterdijk, Schreckliche Kinder 309
11. "Es scheint plötzlich viel klarer zu werden, was "Ende" und "nichts" bedeuten, schrecklich klar, unendlich traurig, abgründig. Doch dann schließen wir das Buch und sagen uns, es war schließlich nur ein Märchen." Wurm, Vergewisserung
12. "Fähigkeit zur Transzendenz....oft geht sie aus abgründigen Erfahrungen hervor und baut Brücken über Abgründe, indem sie die Fülle der Möglichkeiten und die schöpferische Kraft eines immer neuen Werdens vor Augen führt." Schmid, Leben Sinn geben 327
13. "Mitunter wirkt der Thriller etwas zu konstruiert, er hat aber eine ausreichende Zahl an geheimnisvollen oder abgründigen Figuren." Fischer, Der Abgrund 20
https://www.hoerverlag-serials.de/der-abgrund
14. "Der moderne Nationalstaat ist gleichursprünglich mit der Demokratie, der Konstruktion eines Volkswillens, das macht ihn so abgründig." Seibt, Zorn und Zeit 12
15. "Im ersten Stadium des Abenteuers dieser Art verläßt der Held das Reich des Bekannten, über das er ein gewisses Maß von Kontrolle besitzt, und kommt an eine Schwelle, sagen wir an den Rand eines Sees oder Meeres, wo ihm ein Ungeheuer der abgründigen Tiefe begegnet." Campbell, Mythen 172
16. immense profundus, unermeszlich tief: got hat ein vollkommen einsehen in sich selber und abgrundiges durchkennen sich selbs mit im selber. Tauler Leipz. 1498, 5a; abgründige verzuckung. Fischart Garg. 112a. GRIMM
17. "Die abgründige Illusionslosigkeit hatte sich wie ein Abszess nicht zuletzt auch am Wissenschaftsoptimismus des 19. Jahrhunderts entzündet." Kaeser, Die Welträtsel 211
18. "Man steht vor einem hoffnungslos undurchdringlichen Dunkel, dessen abgründige Leere nun plötzlich ausgefüllt wird durch die sichtbare Vision oder fühlbare Gegenwart eines fremdartigen, aber hilfreichen Wesen, wie sich ja auch in lang dauernder großer Einsamkeit die Stille oder das Dunkel sichtbar, hörbar und fühlbar belebt und das eigene Unbekannte in unbekannter Gestalt an uns herantritt." C.G. Jung, zitiert in Piccard, Flughöhe 225

Nietzsche verwendet den "Abgrund" auch als "abgründlich" und das gleich in der Steigerungsform::

1. "Die Juden sind es gewesen, die gegen die aristokratische Wertgleichung (gut = vornehm = mächtig = schön = glücklich = gottgeliebt) mit einer furchteinflößenden Folgerichtigkeit die Umkehrung gewagt und mit den Zähnen des abgründlichsten Hasses (des Hasses der Ohnmacht) festgehalten haben, nämlich "dieElenden sind allein die guten, die Armen, Ohnmächtigen, Niedrigen sind allein die Guten, die Leidenden, Entbehrenden, Kranken, Häßlichen sind die einzig Frommen, die einzig Gottseligen, für sei allein gibt es Seligkeit - dagegen ihr, ihr Vornehmen und Gewaltigen, ihr seid in alle Ewigkeit die Bösen, die Grausamen, die Lüsternen, die Unersättlichen, die Gottlosen, ihr werdet auch ewig die Unseligen, Verfluchten und Verdammten sein!"" Nietzsche, Geneologie der Moral 294
2. "Bei dem anderen, den Zarathustra einen "verschlafenen Wurm" schilt, handelt es sich um den "abgründlichen Gedanken" auf den er sich schon zweimal bezogen hatte und den er jetzt wie einen Dämon oder Geist aus seiner Tiefe heraufbeschwört. Zarathustra ruf dich, der Gottlose! Ich, Zarathustra, der Fürsprecher des Lebens, der Fürsprecher des Leidens, der Fürsprecher des Kreises - dich rufe ich, meinen abgründlichsten Gedanken!" Meier, Was ist 144
3. gleichviel. der vater der abgründlichen barmherzigkeit. Luther 2, 79b. br. 2, 139; ein abgründliche und grundlose weisheit gottes. 8, 342a; nach abgrundlichem reichthumb. briefe 2, 220. GRIMM

und in der Substantivform:

1. "Vergewisserung ist ein lebenswichtiger und lebenserhaltender Mechanismus zur Bewältigung "schrecklicher Wahrheiten", zur Distanzierung des Negativen, des Unerträglichen, des Abgründigen. Selbstverständlich-Machen bewältigt das vielleicht Wahre, aber Undienliche, die schrecklichen und die schädlichen Wahrheiten nicht durch Verbot, Tabuisierung oder Verdrängung, sondern durch ihr kulturelle Aufhebung." Wurm, Vergewisserung 
2. "Das ist das Paradox des Abgründigen, und so wird die Zuversicht dessen verständlich, der sich von Gott verlassen fühlt: "Harre!" Strasser, Gehirn 86
3. "Ist nicht der Tod die unausdenkbare, schauerliche, die unglücklichste Kehrseite des Abgründigen aller Schöpfung?" Strasser, Gehirn 93

und als "abgrundwärts":

1. "Zarathustra müht sich eine "Berg-Pfad" aufwärts, während ein Alp, "halb Zwerg, halb Maulwurf", auf ihm lastet und dem Wanderer, ihn unablässig "abwäts", "abgrundwärts" ziehend, "lahm" und "lähmend", "Beitropfen-Gedanken" ins Gehirn träufelt." Meier, Was ist 11
2. adv. und rief ich weinend, wütend abgrundwärts. Lenau.  

Auch "Abgründigkeit" wurde schon verwendet, wenn auch selten:

1. "Zögernd machen sich die aktuellen Kulturwissenschaften bewußt, daß scheinbar zu Ende gedachte Grundbegriffe wie Generation, Filiation und Erbe von ihr noch nie mit dem Ernst durchdrungen wurden, den die Abgründigkeit der Sache verlangt." Sloterdijk, Schreckliche Kinder 47
2. "Weil wir nicht vom Tod "umgeben", sondern von Abgründigkeit durchdrungen sind, erweist sich das Leben nach dem Tod dadurch, dass wir danach fragen, als Teil unserer Lebendigkeit. Mehr läßt sich nicht sagen, tiefer nicht blicken." Strasser, Gehirn 97

"abgrundtief" gehört auch hierher:

1. "Kaum stieg eine Welle im Heranrollen empor, als sie schon wieder zurückwich und zu einem wirbelnden, abgrundtiefen Strudel wurde." Mishima, Die Brandung 275
2. "Von Neumann" Dabei war er kein blutrünstiger Militarist. Doch abgrundtiefer Pessimismus verleitete ihn zu seinem Vorschlag, der jeglicher Moral und selbstverständlich auch dem Völkerrecht zuwiderlief: Er hielt Rechtsempfinden und Mitleid für Illusionen, die Menschen jederzeit aufgeben würden, sobald ihnen das nütze." Klein, Alles Zufall 159
3. "Vielleicht, denkt man in einer Stunde tintenschwarzer, besser gesagt: löwenzahngelber, weißkleehafter, wegerichartiger, jedenfalls ob des sprießenden Umkrauts im malträtierten Post-Winter-Rasen abgrundtiefer und eigentlich auch nicht mehr vertikulierbarer Verzweiflung vielleicht weiß ja der Allmächtige Rat und Tat." Matzig, Einfach wachsen lassen 45!"
4. "Warum sind sie nach Santiago gegangen?....es fiel mir schwer, diese Frage zu beantworten. Es war kein Zeichen von Scham, sondern vielmehr von abgrundtiefer Ratlosigkeit." Rufin 20
5. "Keiner jener Politiker, die in Brüssel und anderswo ihre Gipfelbeschlüsse verkünden, scheint von alledem gehört zu haben. Weshalb eine derart abgrundtiefe Ignoranz diese Leute für Spitzenpositionen qualifizieren sollte, ist nicht ganz klar." Enzensberger, Z, 107
6. "Folgt man dem schweizerisch-israelischen Philosophen und Psychologen Carlo Strenger, der an der Universität Tel Aviv lehrt, dann gilt es jedoch, Positionen, die man abgrundtief falsch, dumm oder irrational findet, nicht mit krampfhafter Toleranz, sondern mit strikter Ablehnung zu begegnen." Lührs, Freiheit 20
7. "Dem noch nicht hundertprozentig perfekten Perfektionsstand seines eerzeugten Seins geschuldet. Es starrt aus dem Fenster, das an die Wand projiziert ist, und in ihm herrscht eine abgrundtiefe Leere. Immer wenn diese abgrundtiefe Leere in ihm herrscht, das umfassende Gefühl, nicht real zu sein, stellt es sich einen Amoklauf vor." Berg, GRM 561

und "abgrundhäßlich"

1. "Die Mißachtung von Menschen, die sich um den Erhalt von Natur und "Heimat" nicht nur gesorgt, sondern hierfür gekämpft haben, gehört - ja, geht's noch, Herr Landrat? - wohl zum speziellen Verhalten derer, die so nah am "rechten Glauben" und der Gnadenmutter Bayerns sind wie dieser Politiker, dessen Stündchen mit dieser abgrundhäßlichen Äußerung - für meine Begriffe - geschlagen hat" Gärtner, Prof. Dr. Hans, Leserbrief "Hässliches vom Landrat" in: Süddeutsche Zeitung Nr. 236, 12./13.10.2019, R18

 

 

Auch den "Meeresabgrund" gibt es schon:

1 "Die freischwebend überhängende Fläche springt so weit vor, daß ein Selbstmörder, der vom äußersten Rand sich in den vierhundet Meter tiefer gelegenen Meeresabgrund stürzt, im Wasser verschwinden kann, ohne von einer Klippe verletzt zu werden. Nach Knabenart will Stephan zum Rande vorlaufen." Werfel, Musa Dagh 25

und den "Licht-Abgrund":

1 ""Vor Sonnen-Aufgang" beginnt mit dem Lobpreis: "Oh Himmel über mir, du Reiner!" Tiefer! Du Licht-Abgrund". Dich schauend schauere ich vor göttlichen Begierden." Meier, Was ist 120
2.  "Der "Himmel", den Zarathustra dreimal als "Du Licht-Abgrund!" anspricht, ist der Himmel der einhelligen, unterschiedlosen, durchscheinenden Dunkelheit vor Sonnenaufgang, ohne Mond und Sterne, ohne leuchtende oder strahlende Körper. Zarathustras Lobpreis gilt dem Abgrund, der alles Licht in sich aufnimmt und alles Licht freigibt. Um in die höchste Höhe des Himmels und in die tiefste Stelle der Seele zu steigen, um über sich und die Sonne hinauszugelangen, um den Gipfel zu erreichen, von dem aus er auf sich und seine Sterne "hinabzusehen" vermag, geht Zarathustra zu dem zurück, was jeder Artikulation vorausliegt." Meier, Was ist 121
3. "Dabei weiß Zarathustra, der dem Himmel die "Schwester Seele" zu seiner Einsicht zuspricht, vor Augen zu führen, wie der "Licht-Abgrund" zu den Attributen Schönheit und Weisheit kommt, wie ihm Liebe und Scham zuwachsen." Meier, Was ist 121

 

Gut paßt der Begriff des "Bodenlosen" / "Bodenlosigkeit"

1 ..diese Leichtigkeit der Seide, die dich abstreift
ins Bodenlose, wenn der Wind dein Verschwinden
nachzeichnet und ich mich frage, welche Einsamkeits
spricht aus dem Verrückten der Stühle an einem Tag...
Nendza, Dein Nachthemd, S. 74
2 "Anders als in dem mittelalterlichen Kosmos mit seinem klar hierarchisch gegliederten Verweisungszusammenhang, der in dem ultimativen Signifikat Gott gipfelt, stürzt bei Borges die referentielle Bewegung der Zeichen in die Bodenlosigkeit. Die vertikale Ebenentrennung von Himmel und Hölle kollabiert in einem Raum der reinen Immanenz ohne jede Ausdehnung des Aleph, das als pervertierter kabbalistischer Buchstabe zugleich für die Priorität der Texte gegenüber der Welt und für die reine Selbstbezüglichkeit der literarischen Fiktionen steht."  Platthaus 18
3 "..(Capri) dort gibt es einen Punnkt, wo die Felsen dreihundert Meter tief zum Meer abfallen. Man glaubt fliegen zu können, wenn man hinuntersieht. Dorthin stellte Totò seine Braut und betrachtete sie durch die Linse. Und dann bewegte sich plötzlich etwas auf dem Boden; die Gesellschaft h"Vesatte eine kleine Schlange aufgestört. Die Braut schrie auf und wich einen Schritt zurück. Totò drückte auf den Auslöser. Die Braut stürzte ins Bodenlose. Aber auf Totòs Film schien sie zu schweben..." Martin Mosebach, Die schöne Gewohnheit zu leben, BvT 2. Auflage 2007, S. 42"
4 "Die Erforschung der inneren Komplexität wird hier unabschließbar, die Natur der Dinge unauslotbar, weshalb jede Einsicht in die Natur des Natürlichen mit einer sich noch verbergenden Natur zu rechnen hat, die in das Natürliche noch nicht zutage getreten ist. Gerade für die Betrachtung der inneren, affektiven Natürlichkeit des Menschen bedeutet eine solche Bodenlosigkeit etwas zutiefst Erschreckendes." Hampe, Tunguska 264
5 "..um nicht verrückt zu werden
In den Zustand der Unsicherheit
der Bodenlosigkeit
der Zügellosigkeit zu verharren gnädige Frau
das ist es...
Bernhard, Die Jagdgesellschaft 418
6. "Dieser persönliche Niedergang ist der Topos des Scheiterns schlechthin: nicht nur in den kunstschaffenden Bereichen, sondern überall dort, wo das Ich Risse bekommt und schließlich nutzlos wird. Wo das objektive Ungenügen auf mein innerstes Bewußtsein übergreift und jede Distanznahme untergräbt. Ich stürze ins Bodenlose: Der Raum gibt nach, meine Überzeugungen krachen ein. Ich muß erkennen, dass ich die längste Zeit in Chimären gelebt habe. Dass meine Gewissheiten nicht standhalten. Dass mein Leben umsonst war. Im Blick zurück gibt es plötzlich keine Bestände und keine Gültigkeit mehr. Nichts, an das ich anknüpfen kann und das sich fortführen ließe. Keine tröstende Erzählung, in der ich mich wiederfinde." Alby, Scheitern 56f.
7.  "Dabei bemerkt man, daß diese Abwendung vom Marxismus das Leben in der Bodenlosigkeit besiegelt....Es war der Verlust des Glaubens an den Marxismus doch ein bewußtes Auf-sich-Nehmen einer radikalen Irreligiosität, was dem Verzicht auf jede grundlegende Erklärung der Dinge und der Ereignisse gleichkommt." Flusser, Bodenlos 32
8. "Die Feuerprobe auf die Fähigkeit, bodenlos zu leben, war durch den Kriegsausbruch gegeben." Flusser, Bodenlos 32
9. "Dabei hatte es keinen Sinn darauf hinzuweisen, daß man das direkte Gegenteil von Nazi, herzlos oder Marxist sei. Überrascht merkte man, daß man in seiner Bodenlosigkeit allein war." Flusser, Bodenlos 34
10.  "War also der Zusammenbruch allen Bodens nicht ein objektives Ereignis, sondern ein subjektives Erlebnis? So begann man langsam, am eigenen Zusammenbruch des Bodens die individuellen von den sozialen Dimensionen zu unterscheiden." Flusser, Bodenlos 35
11. "Wollte man die Kunst des bodenlosen Lebens meistern, mußte man also lernen, die eigene Bodenlosigkeit selbst vor den scheinbaren Schicksalsgenossen zu tarnen." Flusser, Bodenlos 35
12. "So hatte die Bodenlosigkeit den Verlust jeder metaphysischen Überlegung zur selbstverständlichen Folge, und ein radikalisierter Kant begann, sich auf dem gedanklichen Horizont immer klarer abzuzeichnen." Flusser, Bodenlos 37
13. "Dieser Zwiespalt der Einstellung, diese Dialektik zwischen existenzieller Bodenlosigkeit und biologischer Verankerung im tierischen Leben stellte das Meistern des bodenlosen Lebens in Frage. Man mußte diesen Zwiespalt beiseite schaffen, wollte man weiter spielen. Man mußte weiter wandern.." Flusser, Bodenlos 38
14. "Das Wort "absurd" bedeutet ursprünglich "bodenlos", im Sinn von "ohne Wurzel. Etwa wie eine Pflanze bodenlos ist, wenn man sie pflückt, um sie in eine Vase zu stellen." Flusser, Bodenlos 9
15. "Das Wort "absurd" bedeutet in der Regel "bodenlos", im Sinne von "sinnlos". Flusser, Bodenlos 9
16. "Es ist die religiöse Stimmung. In ihr sind alle Religionen entstanden, denn Religionen sind Methoden, in der Bodenlosigkeit einen festen Halt zu bieten." Flusser, Bodenlos 10
17. "Kein Wunder, daß dieses Bild des Menschen die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen anrührt. Denn hier scheinen deren Bodenlosigkeit und innere Gefährdung die tiefere philosophische Deutung und zugleich die Aussicht auf einen im Denken gerechtfertigten Ausweg zu erhalten." Heidegger, in Weischedel 278
18. "Er müht sich leidenschaftlich darum, die zerbrochene Metaphysik neu zu bauen und das verlorene Wissen um den Schöpfer wiederzuerhalten, und er gewinnt dabei die Überzeugung, daß die Gottesgewißheit ebenso ursprünglich zum Menschen gehört wie die Selbstgewißheit; aber in bedrohlicher Nähe zu solcher Gewißheit Gottes steht der Zweifel, der sich zuletzt gegen den Schöpfer selber wendet und der die Freiheit des Ich der Bodenlosigkeit auszuliefern droht." Descartes, in Weischedel 124
19. "...die Wahnsinningen. Ihnen sind tiefere Ahnungen gegeben als den Leuten auf dem Bürgersteig, aber sie haben keinen Schlüssel und kein Steuer dazu, und sausen ins Bodenlose." Hesse, Demian 127
20. "Gustav Klimt...Schlank aufragende Bäume werden zu Metaphern der aristokratischen Einsamkeit des Mannes, dunkle Sümpfe und Weiher zum Gleichnis des Vergänglichen, aber auch des verführerischen Zaubers, den das Bodenlose aussendet." Fliedl, Klimt, 173
21. "In dieser Abwehr des "positiven" Opfer-Begriffes kippt das Opfertum also in das Gegenteil dessen, was es sich in der Nachkriegszeit erobert hatte. Dieses bodenlose Opfertum steht in einer merkwürdigen Gleichzeitigkeit, in einer spiegelverkehrten Parallelität zu einem anderen Kippen des Opfertums - der Opfer-Ermächtigung." Charim, Ich und die Anderen, 187
22. "Kierkegaard ruft und verkündet: "Wenn der Mensch kein ewiges Gewissen hätte, wenn am Grund aller Dinge nichts anderes wäre als eine wilde brodelnde Kraft, die alles, das Große und das Geringe, aus dem Strudel dunkler Leidenschaften hervorbrächte, wenn unter den Dingen sich die bodenlose, durch nichts zu füllende Leere verbärge - was wäre dann das Leben anderes als Verzweiflung?" Camus, Sisyphos 39
23. "Seit der spektakulären Lossagung des jungen Franziskus von Piero Bernardone ist der genealogische Faden auf dem Boden des Abendlandes, das sich anschickt, Europa zu werden, erneut an einer empfindlichen Stelle gerissen - der Hiatus klafft gefährlicher auf denn je, die Monstren in Kindesgestalt regen sich im Bodenlosen, und sämtliche von nun an unternommenen Bemühungen um die Sicherung der familiären Kontinuitäten, um die Konstanz der kulturellen Muster, um die Legitimität eines bevollmächtigten Erbes und seine Weitergabe an die kommenden Generationen erweisen sich als permanente Reparaturunternehmen von allenfalls vorübergehender Wirksamkeit." Sloterdijk, Schreckliche Kinder 344
24. "Sterben. Der Begriff war das reine Grauen, die kalte Bodenlosigkeit. Don verlor die Kontrolle über ihre Blase. Urin lief an ihren Beinen herunter." Berg, GRM 137
25. "Das ist das Großartige an der Kunst, dass sie uns die Bodenlosigkeit der Wirklichkeit zeigen kann und wir durch ihre "Anleitung" auch in unserem Alltag für Momente wahrnehmen können, wie wir in dieser Bodenlosigkeit der Welt einfach vorkommen, ohne in ihr "zurecht"- oder "voran"kommen zu müssen." Hampe, Die Wildnis 305

das "Grundlose"

1. "Das Meer kann ja nur in der Welle sichtbar erscheinen. Seine grundlose Tiefe aber wird erst Erlebnis, wo die Welle sich selbst nicht zu ernst nimmt und sich von ihrem Grund her versteht,
icht aber als etwas, das in sich selber besteht - und so auch der Mensch!
 und 

und der "Schlund" / Schlünde

1 "Seid ihr hingestiegen um zu lauschen
An des wunderbaren Berges Mund,
Höret ihr es furchtbar unten rauschen
In dem finstern unermeßnen Schlund..."
Ludwig I, Der Untersberg, zitiert nach: H. Fielhauer", Sagen vom Untersberg, in: Salzburger Höhlenbuch Band 1
2 "Er nahte sich verwundert dem unbekannten Schlund,
Es hauchte kalt und schaurig ihn an aus seinem Grund;
Er wollte zaghaft fliehen, doch bannt' ihn fort und fort
Ein lüsternes Entsetzen an nicht geheuren Ort."
Adalbert von Chamisso, Die Männer im Zobtenberg, zitiert nach Röder 99
3 "Der Löwe stand auf einer schönen und hohen Säule am Schlund eines Tales. Wir fuhren in diesen Schlund hinein, gleichsam immer schneller, je enger er wurde, wir beschleunigten und bohrten uns hinein wie Wasser in einem Trichter." Bitow 124
4 "Ist das der Eingang in die Tanarischen Schlünde? Sind dies die Seelen, die zur Unterwelt fliegen.." Hammer-Burgstall 70, in KATALOG Reise
5 "Sprühend fallen die Funken in den Schlund der Nacht: dies sind die Sterne des Erebus; so schwammen einst Sonnen im Grausen des Chaos." Hammer-Burgstall 70, in KATALOG Reise
6 "Auf einmal gähnt im tiefsten Felsengrund
Uns eine Höhle an, vo rderen finstern Schlund
Ein prasselnd Feuer flammt. In wunderbaren Gestalten
Ragt aus der dunklen Nach das angestrahlte Gestein,
Mit wildem Gebüsche versetzt, das aus den schwarzen Spalten
Herab nickt und im Widerschein
Als grünes Feuer brennt.   OBERON
Hammer-Burgstall 70, in KATALOG Reise
7 "Bei Regenwetter war der Schlund manchmal blitzartig erhellt durch die Funken, die von den Strombügeln stoben, wenn die Bahn sich kreischend und bedrohlich schwankend in die Kurven legte. Laßt alle Hoffnung fahren, voi ch'entrate! Das waren, dies spürte man, seltene Augenblicke der Ausgesetztheit, und wer sie bewußt erlebte, der hielt vor Spannung den Atem an, als wäre dort draußen etwas Verbotenes und unwiederbringlich Verlorenes im Gange. Unmöglich, in solcher Frühe Einzelheiten der Geisterwelt hinter den Straßenbahnfenstern auszumachen. Nur nur waren die Scheiben verschmiert wie Brillengläser, auch auch war das Dunkel historisch bedingt und blieb die meiste Zeit über undurchdringlich." ...in diesem Dresdner Tunnel Grünbein, Zoo 94
8 "Die Herrschaften schlafen in weichen Betten und hören nichts von dieser Stimmung, auch sie sind konserviert in der Vorstellung. Im Herzen des Hauses, da gibt es einen Schlund. Wie in jedem Haus, das ich kenne. Dieser Schlund öffnet sich erst spaltbreit, hernach immer weiter und steht klaffend wie ein Anklage nun offen. Der Schlund ist gefüllt mit allem, was geredet wurde, was zerbrochen ist und ungewollt war. So einen Schlund kennt jedes Haus.." Gomringer 138
9 "Wenn die Callas als Tosca dem gemeinen Barone Scarpia den Brieföffner in die Halsschlagader stach und mit der Klinge in der Wunde herumrührte, bis der Schuft zu zucken aufhörte und das Glas, das seine Hand umkrampfte, auf den Boden fiel, dann sang sie nicht mehr, dann röchelte sie ein schauriges "Muori!" "Muori!". Das waren Laute, die aus einem Erdschlund zu dringen schienen." Mosebach 56
10 Dass dieser Abend aus dem Bauch des Theaters selbst kommt und gewissermaßen aus historischem Schlund, macht schon der Anfang deutlich: Aus der Tiefe der weit gerissenen, ihre Züge und Streben offenlegenden Bühne zuckelt ein Holzkasten nach vorne, der aussieht wie ein übergroßer Pappkarton. Ein Guckkasterl im Guckkasten für das Spiel im Spiel." Dössel, Pures Spiel 9
11 Ich hatte noch keinen Blick in den unergründlichen Schlund getan, in den ich hinabsteigen sollte. Der Augenblick war gekommen. Verne, Mittelpunkt 156
12. Und hinab und alles hinab, der Altar, der Taufstein, die Kanzel, die Glocken - alles hinab in den grenzenlosen Pfuhl, in die finstere Tiefe......Laß dir melden, o Herr, zu Sankt Maria im Torwald ist die Kirche versunken. Die Kirche mitsamt der Gemeinde, den Lebendigen und den Toten. Aus dem Schlunde steigt stiller Rauch, aus dem Schlunde fliegt ein weißes Vögelein..." Rosegger, Das Ewige Licht 260
13. "Der Jammer ist vielleicht sogar das Chasma, "jener widrige, modrige Schlund" bei Hesiod, darin die Erde sich öffnet, und Mensch und Nichts steigen herauf wie ein Paar." Strauss, Oniritti, 143
14. "Ich richte mich zu meinem Grund: in mich gekehrt immer bohrender, immer schlundsüchtiger. Wie anders sollte Verenden sein?" Strauss, Oniritti 146
15. (Rucu-Pichinca, Peru).."Keine Sprache hat Worte, um auszudrücken, was wir sahen. Man glaubt, eine zerstörte Welt zu erblicken, ohne Aussicht, jemals als Aufenthaltsort für Lebewesen dienen zu können. Ich fühle noch beim Schreiben dieser Zeilen Beklemmung, ich sehe mich wieder über diesem entsetzlichen Schlund hängen." Alexander von Humboldt, zitiert in: Biermann, Quito 43
16. "Dem zweiten sangen und logen
Die tausend Stimmen im Grund
Verlockend' Sirenen, und zogen
ihn in der bühlenden Wogen
Farbig klingenden Schlund."
4. Strophe aus J.v.Eichendorffs Gedicht: Die zwei Gesellen (1818)"
17. Nehmen wir als Muster den von Martel publicierten Durchschnitt des Aven (sprich Awenn) de Jean Nouveau, so sehen wir einen senkrechten Erosionsschlund von 193 Meter Tiefe, dessen oberste Mündung durch metereologische Einflüsse trichterförmig erweitert ist." Kraus 110
18.  Die primären Einsturzschlünde sin dzum größten Theile Schlünde von größeren Dimensionen, deren Grund entweder schon durch die Menge des Deckenbruchmateriales soweit aufgefüllt worden ist, daß ihre ursprüngliche Tiefe sehr reducirt ist oder in die wegen der geringen Mächtigkeit ihrer einstigen Decke nur geringe Mengen von Einsturzmaterial gelangen konnten, weshalb in solchen Abgründen auch häufig entweder nach einer Seite hin, oder auch nach beiden Seiten, die Fortsetzung des Höhlenganges noch zugänglich bleibt."  Kraus 113
19. Die wesentlichsten Typen der reinen Erosionserscheinungen sind:
3. Erosionsschlünde, welche gleich den Einsturzdolinen auch häufig Naturschachte genannt werden, eine Bezeichnung, die man eigentlich nur bei engeren Schlünden von wirklicher Schachtform anwenden sollte. 
Kraus 121
20. "In meiner bescheidenen Art, Vergleiche zu verknüpfen, finde ich es nicht unlogisch, im Hinblick auf jenen Gott der unterirdischen Feuer, den die Heiden Vulkan nannten und der auf dem die Stadt überragenden Berg thront, die Stadt Neapel mit dem Dorf Ascona zu vergleichen. Der Vesuv mit seinem Schlund, aus dessen Krater heftige Rauchfahnen, Asche und manchmal Lavaströme steigen, der Monte Verita in Ascona - erlaubt die Übertreibung - unser Vulkan, aus dessen Auswurf Legenden, Volkssagen, Gedichte, eigenartige Begebenheiten, Originale .... ausgespien wurden und sich verbreitet haben."  Szeemann, Monte Verita 12
21. "Er teilte ihm das Zeichen mit und versank vor seinen Augen in den Schlund, jenen aber brachte der Dämon zurück." Hesse, Besuch in der Hölle  42
22. "Am tiefsten Grund der Hölle, in die Jack nach dem Ende seiner Missetaten hinabfährt, geleitet von einem Führer namens Verge...wartet nämlich noch einmal ein besonderer Schlund. Er leuchtet rötlich aus tiefster Tiefe, er ist ungefähr so groß wie die Leere, die derzeit in Lars von Triers Seele klafft, und er ist absolut bodenlos. Wer einmal dort eingesogen wird, für den gibt es keine Wiederkehr mehr." Kniebe, Der tiefste Grund der Hölle 9
23. "...einer Art von Revolution, die in diesem Bergmassiv stattgefunden haben könnte, sodass die Gebirgsbäche, die alle von rechts nach links flossen, auf einmal von der Erde verschwunden und in den sich unter ihnen öffnenden Schlund hineingeflossen sind." Reichler, Entdeckung einer Landschaft 61
24. "(Beatushöhle/Wolf) Die räumliche Aufteilung ist nicht dieselbe, den Eingang der Höhle sieht man diesmal von vorn, als riesigen schwarzen Schlund, der die Mitte des Bildes einnimmt und den Blick des Betrachters auf sich zieht... Das zweite Motiv ist der offene Schlund jener Höhle, das Mysterium eine Angst auslösenden Einladung ins Innere, aus dem eine Quelle hervortritt." Reichler, Entdeckung einer Landschaft 137
25- "(Rousseau, Nouvelle Heloise) Langsam und zu Fuß0 stieg ich recht steile Pfade empor....Bald riss mir zur Seite ein ewig rauschender Sturzbach einen Schlund auf, dessen Tiefe die Augen nicht zu ergründen wagten." Reichler, Entdeckung einer Landschaft 221
26. "Doch nun hatten die Triebe die Oberhand, der Wille versank in einem Schlund, der schwärzer war als die Nacht und tiefer als der Tod." Saramago, Claraboia 162
27. "Dem zweiten sangen und logen
Die tausend Stimmen im Grund
Verlockend Sirenen, und zogen
Ihn in der buhlenden Wogen
Farbig klingenden Schlund."
V. Eichendorff, Gedichte, Die zwei Gesellen, 1818
28. "Poe..Maelström....Die mahlende Bewegung des Wasserschlunges hat alle Geräusche verstummen gemacht, mit ihnen die Angst. Unfähig, sich zu rühren, treibt er in isch verengenden Spiralen der Tiefe zu. Grauen und Lockung fließen in eins." Heinrich, Versuch 137
29. "In langem Zug legen die Frauen von Raspo weinend, jammernd, betend, immer wieder den Weg vom Dorfe bis zum Eingang des Schlundes zurück, begleitet von verstört dreinschauenden Kindern und Männern mit versteinerten Gesichtern, als wenn sich ihr Inneres gegen das unerbittliche Schicksal aufbäumte, das ihrem Fleich und Blut widerfahren ist." Petritsch, Welt ohne Licht 254
30. "Am Rande des Trichters, der den Zugang zum Schlunde bildet, angekommen, läßt sie sich auf die Knie nieder; lauter steigen die Klagerufe zum Himmel!" Petritsch, Welt ohne Licht 254
31. "Was durftet(s) aus dem kolossalen Mund!
So wohl kanns nicht im Paradiese riechen,
Und dieser wohlgebaute Schlund
Erregt den Wunsch hineinzukriechen.."
Goethe, Faust I, Walpurgisnacht,  zitiert nach Liessmann, Philosophie 101
32. "Wer ist der Mensch, dem also alles Schwerste, Schwärzeste in den Schlund kriechen wird?" Meier, Was ist 116
33. "Denn Zarathustra bezieht sich auf die Vision von Hirt und Schlange, wenn er bestätigt, daß "jenes Unthier" - die Höflichkeit gegen seine Schlange und seinen Adler wahrend, spricht er nicht länger von einer Schlange, auch nicht von einem Tier - "mir in den Schlund kroch und mich würgte! Aber ich biss ihm den Kopf ab und spie ihn weg von mir." Meier, Was ist 147
34. "Aus der Schlucht wehte der Wind in eisigen Strudeln herauf; er wehte fortwährend, als käme er von allen Seiten, drang bis auf die Knochen und verlor sich sausend in den Schlünden der Kamine." Levi, Christus 199
35. "Wäre es da nicht möglich, so fragt er, daß durch Erschütterungen etwa eines Erdbebens, "der noch weiche Fels dadurch Klüfte bekommen".. und "dahero die eindringenden Wasser den mürben Stein ausgespühlt haben"...Durch die solcherart entstandenen Schlünde hätten sich sodann vielleicht "die Fluthen nach der Tiefe gestürzt und sich da verlaufen." Heller, Zoolithenhöhle 18 / Esper
36. "Nur geht das nicht: hör selbst, wie deine Rede ins Ungewisse sich verläuft, so wie seine sich verlief, in eine Art von Erraten, ungefähr: er füllt den Mund; seine Größe muß er also in etwa haben; nur nachdem dessen Inneres, ich weiß nicht was ist, eine Höhle von großer Höhe, vielleicht ist Grotte das bessere Wort, weil mit einem Mal erfüllt von Farben oder auch Reflexen, die sich an ihrer Decke spiegeln, und dann wieder nicht mehr; dahinter oder auch darunter, schwer zu sagen, eine Rutschbahn, in der das alles verschwindet, verschluckt wird, man nennt sie Schlund, es ist darin nicht recht geheuer, es ist dunkel, es rumort, es arbeitet, wie in einer Schmiede oder auch einer Fabrik, nur was stellt sie her, in einer unterirdischen Gegend, man könnte fürchten, die Hölle liegt nicht allzufern - also ich wäre da lieber nicht, sagst du, ich bleibe, solange ich kann, in der Grotte, und wenn anderswohin, dann ganz sicher ins Offene und nicht dort hinunter." Enzensberger, Christian, Nicht Eins 199
37. "Trotz der kurzen Besichtigung hatte ich mir aber doch gemerkt, wie der Schlund aussah. An seinen fast senkrecht abfallenden Wänden gab es zahlreiche Felsvorsprünge, die das Absteigen erleichtern mußten." Verne, Mittelpunkt 96
38. "Zuerst verschwand der Eidejäger im Schlund des Kraters, dann mein Onkel. Ich machte den Schluß." Verne, Mittelpunkt 97
39. "Auch nach drei Stunden Kletterei konnte ich den Boden des Schlundes noch nicht erkennen." Verne, Mittelpunkt 98
40.  "Der Schlund hatte sich geöffnet." Verne, Mittelpunkt 352
41. "Plötzlich stieß man Onkel einen Schrei aus. Ich glaubte, er habe den Halt verloren und falle in einen der drei Schlünde hinab. Aber nein..." Verne, Mittelpunkt 152
42. "Ich hatte noch keinen Blick in den unergründlichen Schlund getan, in den ich hinabsteigen sollte. Der Augenblick war gekommen." Verne, Mittelpunkt 156
43. "Auf seine Anordnung verpackte Hans die nicht zerbrechlichen Dinge zu einem Paket, verschnürte es fest, und dann wurde es in den Schlund geworfen. Mit lautem Getöse fiel es nach unten." Verne, Mittelpunkt 158
44. "Wahrscheinlich sang er einfach die ersten Worte, die ihm spontan einfielen - tja, und jetzt raten Sie mal, welchen Text er zum besten gab. Es waren genau die Worte, die Harding am Tag zuvor bei seiner Nazi-Rede von sich gegeben hatte. "Der Schlund!" brüllte er. "Der Schlund der Verdammnis. Der tiefe Schlund der Verdammnis!" Er wiederholte das Ganze ohne Unterlaß, wie eine Beschwörungsformel, während der Guitarrist und der Schlagzeuger immer erbarmungsloser ihre Instrumente malträtierten, bis Philip sich vor ihnen aufbaute und versuchte, dem ganzen Irrsinn Einhalt zu gebieten - ohne den geringsten Erfolg.....Es war die Geburtssstunde der ersten Punkband an unserer Schule - von da an hieß sie The Maws of Doom, der Schlund der Verdammten, und obwohl all das zum Totlachen war, fühlte ich mich auch ein bißchen traurig.." Coe, Erste Riten 211

(The Rotter's Club)

45.   "Das Essen war fertig. Professor Lidenbrock verschlang es gierig, denn durch das ihm aufgezwungene Fasten an Bord war sein Magen zu einem tiefen Schlund geworden." Verne, Mittelpunkt 93
m. haustus, gula, zum verbum schlingen, vorare, älter schlinden gehörig, mhd. slunt, gen. slundes, ahd. slunt, gen. sluntes und slundes Graff 6, 798. 799, alts. slundos, plur. haustus Haupts zeitschrift 15, 524, 381, nnd. slund (selten) ten Doornkaat Koolman 3, 216a, slunk Schambach 196a. schlund hat im gewöhnlichen sinne von gula bis in die heutige schriftsprache den alten dental gewahrt, der sich bei dem zugehörigen verbum in einen guttural umgesetzt hat. im verbalen und concreten sinne von haustus, schluck, wo der zusammenhang mit dem verbum noch deutlich gefühlt wird, verzeichnen Adelung und Campe schlung, und so wird das wort in dieser anwendung auch heute lauten, falls es überhaupt die sprache wirklich noch so verwendet. das der späteren umbildung des verbums angepaszte schlung begegnet in älterer sprache und in heutigen mundarten nicht selten, doch ist es hier durchaus nicht auf die bedeutung haustus beschränkt: merslunc, sirtis voc. von 1420 bei Lexer mhd. handwb. 2, 991, schlung, faux Clajus gramm. (1578) 33, 11 neudruck, gula Dief. 271a (von 1587), schlung et schlund, gula, guttur, fauces, et vorago, dicitur etiam frumen, larynx, et oesophagus Stieler 1853. Steinbach 2, 454 verzeichnet schlund (der, quasi dicas schlund, idem significans), gula, oesophagus, fauces und schlung (der) gula, vorago, haustus, erkennt also wol die bedeutung haustus der form schlund nicht zu. überhaupt scheint diese in solcher anwendung in der ganzen nhd. zeit nicht mehr üblich gewesen zu sein (vgl. die unter 1 gegebenen belege). nach Adelung ist schlunk im sinne von gula oberpfälzisch, doch bieten in gleicher anwendung schlung Schm.2 2, 528, schlunk 529 (neben schlund 526), schlung, schlunk Frischbier 2, 290b, schlung Hügel 139b, schlunk Frommanns zeitschr. 5, 459 (Iglau). Albrecht 203a. Pfister 257. Kleemann 19b. Jecht 96b. Liesenberg 196, schlonk, feiner schlunk Schmidt 192. Kehrein 1, 354. schles. wird schlung wie 'schluck' gebraucht Weinhold 84b, während im kärnt. schlunt neben der gewöhnlichen auch noch diese bedeutung hat Lexer kärnt. wb. 221 (dort lautet das verbum allerdings auch noch schlinten 220). über den in diesen formen zu tage tretenden wechsel von muta und media vgl. DWB schlingen, formales. die ahd. formen slunta, slunda Graff 6, 799 und das oben erwähnte alts. slundos lassen das wort als a-bildung erscheinen, so dasz der heute gewöhnliche und schon mhd. vorhandene umlaut im pl. durch analogie zu erklären wäre. nach Frischbier 2, 290b gebraucht man in Ost- und Westpreuszen schlunk, schlung als masc. und fem., und auch die ältere sprache kennt anscheinend das wort als fem.: da ist das möhr eyngepfrengt, ungefär vier meil breyt, zwischen bergen, das man die schlund des mörs heyszt. Franck weltb. (1542) 186b (oder ist hier unumgelauteter

[Bd. 15, Sp. 832
plur. anzunehmen?). ein schwaches fem. oder masc. kann in folgender stelle vorliegen:

den tîefel er (Christus) gibant,warf im einen bch in den munt,
daʒ deme selben gûlealzane stê offen daʒ mûle,
so wir vone suntenchomen in sîne slunten,
daʒ der ubil huntni mege z luchin den munt. genesis in
Hoffmanns fundgr. 2, 78, 38 (vgl. 109, 29 ff. Diemer).

in Wien nennt man den schlund des rindviehs schlunken, f. Hügel 139b, niederl. heiszt der schlund schlonde, f. bedeutung und gebrauch.
1)im sinne von schluck, haustus, so ahd. slunt (in glossen Graff 6, 798. 799), ebenso mhd. slunt (s. die belege), nhd. meist schlung Adelung. Campe, kärnt. schlunt Lexer kärnt. wb.
a)verbal, das schlucken, besonders einmaliges schlucken: und ist ifg. letzter schlung hanisch bier gewesen. Schweinichen 3, 129; ey das ist versehen dasz ich bei der letzten kanne bier nicht gröszere schlünge gethan. causenmacher 73;

von ûren und von elhen
wart solher slünd nie getân (wie vom weinschwelg). weinschw. 11 Lucä;

dô huob er ûf unde tranc
einen trunc von zweinzec slünden. 19;

da eyner dem glasz nur gab ein schwunck
und soffs herausz auff einen schlunck.
H. Sachs 1 (1558), 495a;

mit einem trunckin einem schlunck
thu ich dir nun das bringen.
Mittler volksl. 1350, 3 (von 1570, auch Garg. 87a);

dieser schlung,
dieser trunck
geht auf das vergnügen
derer, die
schoosz und knie
fein gemächlich fügen.
Günther 932.

ainslunt oder slunt als bestimmte art zu schlucken aufgefaszt, im gegensatze zu swelher: (der beichtvater frage) utrum bibat magnos haustus qui dicuntur ainslunt (ain slunt?), vel parvos multos qui dicuntur seber, vel magnos et multos qui dicuntur swelher. quelle bei Schm.2 2, 526. doch erscheint das wort nicht allein auf trinken bezogen:

dô wart maneger slunt
mit trinken und mit eʒʒen.
Heinr. v. Neustadt Apoll. 2209.

personificiert:

bruder Slunt fürt vor den rayen,
sîn geselle her Trunk den staup begeuʒet.
H. v. Trimberg renner 9405;

swer vrô wil sein und lang gesunt,
der meide euch zwên, her Frâʒ und her Slunt. 10137.

das schlingen, fressen, saufen als laster: geradten ist zu einer faulheyt, geytz, hoffart, pracht, reichthumb, unnd groszen schlung, der hellische verfurung, des teuffels sewstellen unnd hurenheusern. Agricola sprichw. (1534) 24.
b)concret, soviel man auf einmal verschlucken kann: schlung essig quelle von 1718 in Zachers zeitschr. 20, 488;

und stüende ein slunt (wein) drîʒec,
ich wil iu gerne gelten.
Helbling 1, 360.


2)der anfang der speiseröhre im halse, auch allgemeiner der hintere theil der mund- und nasenhöhle und die ganze speiseröhre, ahd. slunt, guilla, palatus, rumen, ruma, os gutturis, quo cibus devoratur (in glossen) Graff 6, 798. 799, mhd. ebenso (s. die belege), nhd. schlundt, gurgulio Dief. nov. gl. 199a (von 1468), schlund, rumen 322a, faux Dasyp., rictus, fauces Maaler 357a, schlung Clajus (s. das formale), schlund, faux Corvinus fons latinit. (1660) 251a, gula 306b. Schottel 1402, schlung, schlund Stieler 1853. Steinbach 2, 454 (s. das formale), schlund Frisch 2, 202c. Adelung und so heute in der schriftsprache unumstritten, doch mundartlich noch vielfach schlung, schlunk (s. d. formale).
a)beim menschen: et lingua mea adhesit faucibus meis, unde min zunga haftet ze minemo slunde. Notker 21, 16; die speysz im schlung. Lindener schwankb. 182 Lichtenstein; er (der lasersaft) hilft der alten rauheit und schärffe des schlundes und halses. Tabernaemont. (1664) 210c; (gurgeln mit einem absud von fünffingerkrautwurzel) machet den rauhen scharpffen schlund und lufftröhrlein widerumb lind und glatt. 358h; Dioscorides schreibet, dasz der honig gut sey, wider die gebrechen des schlunds, der mandeln und die halsgeschwür, so man sich darmit gurgelt, und den mund darmit auszwäschet. 1526e;

endlich, weil sie bisz in den tod,
nur fressen wollen frembdes brot,
wird jhn verknüpfft jhr schlung und hals,
die raben fressen sie nachmals.
Rollenhagen froschm. (1595) Y 1b;

[Bd. 15, Sp. 833]
so hab ich ein weits maul und schlunck,
das hat auszgeschlagen nie kein trunck.
Ayrer 123, 10 Keller;

du hast dafür was schlund und bauch begehrt.
Göthe 41, 70.
b)bei thieren: wie auch daʒ sei, daʒ er (der walfisch) der grœst sei ob allen vischen, iedoch hât er ainen klainen slunt, und dar umb verslint er neur die klainen visch. K. v. Megenberg 247, 26; als das, wie Busbequio erzehlt, ein Venetianischer goldschmid, so zu Constantinopel wohnte, kaum desz volcks wütigkeit entflohen ist, weil er einem vogel den schlund desz langen schnabels, mit hinein gethanem stecken voneinander gethan hätte. Schuppius 755;

wenn er (der kranich dem wolf) auszzög ausz seinem halsz,
den knochen der von seinem essen
ihm gefehrlich den schlung besessen.
Rollenhagen froschm. (1595) Q 2a.


c) besondere verbale verbindungen: etwas in den schlund laufen lassen: nachdem er von Ferrario ein groszes glasz wein bekommen, und selbiges, um die ermattete zunge zu erquicken, in den schlund laufen lassen. Happel acad. roman 17; durch den schlund gehen lassen, verprassen: unde des sîn hûsfrouwe unde sîn kint etelîcheʒ iemer verdorben sint, daʒ læt er eine durch sînen slunt gên unde læt sîne hûsfrouwen hungeric unde sîn kint frostic iemer sîn. Berthold v. Regensburg 1, 431, 25. den schlund füllen:

wie ist nur ein sieden und braten,
da mag uns auch ein schantz geraten,
das wir auch füllen unsern schlundt.
H. Sachs 3 (1561), 1, 94d.

scherzhaft den schlund schmieren:

schneid ab vom faisten braten,
damit schmir deinen schlunk!
Uhland volksl.2 465 (nr. 230), 4.

einem den schlund verschwellen, anschwellen machen, durch übermäszig viel speise:

ich fülle in pisz auf den grunt
und verschwell im seinen schlunt. fastn. sp. 607, 24 Keller.

der erkrankte schlund verschwillt, schwillt an. krankheit fällt in, auf den schlund: es haben aber ifg. aber nichts hinderbringen (hinunterschlucken) mögen, denn der flusz war ifg. so stark in den schlung und brust gefallen. Schweinichen 3, 129; diese resolution humorum so es felt auff die lungen, schlung, oder auff die meatus aëreos, als dann macht er suffocationem, das apoplexia geheiszen wirt, und ist nichts anders als ein verstopffung der meatuum desz luffts. Paracelsus 1 (1616), 672 B. einem verläumder wird gewünscht:

der teuffel fahr jm in sein schlundt!
H. Sachs fastn. sp. 4, 12, 311 neudruck.

in Ost- und Westpreuszen sagt man: schäm dî ön dîne schlunk! Frischbier 2, 290b.
d)lob und tadel des schlundes. der schlemmer lobt den weiten schlund:

mînen slunt ich prîse:
mih würgt niht ein gans sô ich si slinde.
Steinmar 1, 5, 6 Meiszner.

in seinem sinne spricht Hugo v. Trimberg spottend von des slundes künichreiche:

swer under sein kinne drei vinger leit,
der hat schier gemeʒʒen, wie preit
des slundes künichreiche sei. renner 10100.

tadelnd heiszt es:

der selbe slunt hât manic pfunt
verzert, in der helle grunt
manic sêle versenket. 10102;

gnomisch: der schlund richtet viele zu grund. Wander 4, 249.
e)in bildlichen wendungen: quam dulcia faucibus meis eloquia tua super mel ori meo, uuieo suoʒʒe minemo slunde diniu gechose sint. Notker ps. 118, 103; da ist nicht einer der gutes thu, auch nicht einer. jr schlund ist ein offen grab, mit jren zungen handeln sie trüglich, otterngifft ist unter jren lippen. Röm. 3, 13; andere ort, so auch vor desselben veinds schlund in fehrlichkeit stehen. quelle von 1522 bei Diefenbach-Wülcker 841;

wie oft hat mich got ausz gefahr,
und ausz der mörder schlund gezogen?
Weckherlin 118.

des todes schlund:

ach, risz aus des todes schlund
mich darum das geschick?
Gotter 2, 407;

ich will harren, ich will bleiben,
gähnte weit des todes schlund.
Grillparzer 6 (1887), 174.

[Bd. 15, Sp. 834]



f)der unrechte schlund heiszt volksmäszig die luftröhre in wendungen wie: es ist ihm in unrechten schlund, sive käle kommen, guttur devio cibo ei exasperatur, cibus deerravit in alienum tramitem Stieler 1853; etwas kommt in den unrechten schlund. Adelung (oberd.). Lexer kärnt. wb. 221. Sartorius 180. Hügel 139b (schlung). im scherz wird die luftröhre in solchen fügungen auch feiertagsschlund genannt Schöpf 623.
g)übertragen auf andere öffnungen, zunächst von solchen, die den menschen zu verschlingen geeignet erscheinen, wie der schlund die speise, dann überhaupt von unheimlichen, tiefen, dunklen öffnungen. den bedeutungsübergang vermitteln fügungen gleich der folgenden, in der die vorstellung einer persönlichkeit durchschimmert:

die erde thu sich auf und reisze mich
in ihren schlund hinab, wenn ich das lüge!
Schiller Turandot 4, 9.

vielleicht ist schon die glosse slunt, baratrum Graff 6, 798 in diesem sinne gemeint, weiter so, wie abgrund, tiefe slunt, offenunge, thuffe, vorago Dief. 629a (13. und 14. jahrh.), slunt, lama voc. von 1420 bei Lexer mhd. handwb. 2, 991, schlund, ein grosz tieff ort oder loch, barathrum, chasma, gurges, abyssus, vorago Maaler 357a, meeresschlund, abyssus maris Stieler 1853, seeschlund, vortex, vorago, Scylla, Charybdis. ebenda, schlund, figürlich ein tahl oder tiefe, fauces regionis vel montium Frisch 2, 202c, die tiefe des meeres, wegen des vielen verschluckens, vorago. ebenda; schlund einer höhle, eines feuerspeyenden berges, eines kamines, tiefe stelle in einem flusse, in dem meere, wirbel, strudel. Adelung, enges thal Stalder 2, 332. Schmidt 192 (schlonk, schlung): auszerdem machte das wasser in dem schlunde ... in der stillen nacht ein solches gräszliches getöse, dasz meine ohren mehr als zu verdrüszlich wurden, selbiges anzuhören. Felsenb. 3, 311; ich sah in den schlund hinab, der mich jezt aufnehmen sollte, es erinnerte mich dunkel an den abgrund der hölle, woraus keine erlösung mehr ist. Schiller 4, 77; der todesarten, welche man den verbrechern in Athen zuerkannte, waren dreierlei. entweder man stürzte ihn in einen schlund, auch in das meer hinunter, oder man richtete ihn mit dem schwerd hin, oder gab ihm schierling zu trinken. 9, 172;

wer wagt es, rittersmann oder knapp,
zu tauchen in diesen schlund? werke 11, 220;

hört, wie der abgrund toszt, der wirbel brüllt,
so hats noch nie geraszt in diesem schlunde! Tell 4, 1;

und wo im felsengrunde
der eingeklemmte flusz
sich schäumend aus dem schlunde
auf räder stürzen musz.
Göthe 3, 47;

du muszt des felsens alte rippen packen,
sonst stürzt sie (die windsbraut) dich hinab in dieser schlünde gruft. 12, 206;

die zwerge führen den groszen Pan
zur feuerquelle sacht heran,
sie siedet auf vom tiefsten schlund,
dann sinkt sie wieder hinab zum grund. 308;

dem und jenem schlund
aufwirbelten viel tausend wilde flammen. 311.

des meeres schlund:

alls alle wasser haben grund
flus aus des meres slund.
O. v. Wolkenstein 26, 234;

meeresschlund, abyssus maris Stieler 1853, seeschlund, vortex, vorago, Scylla, Charybdis. ebenda. schlünde, abgründe, eines flusses:

hier in meine (des Rheines) schlünde
werfet eure sünde!
Rückert 1 (1882), 127.

schlund der erde, des gebirges, der klüfte, des abgrunds:

der klüfte schlund
brüllt dumpfig.
E. v. Kleist (1771), 2, 69;

wie seltsam glimmert durch die gründe
ein morgenröthlich trüber schein!
und selbst bis in die tiefen schlünde
des abgrunds wittert er hinein.
Göthe 12, 205;

magst du im schlund der erde sie verstecken,
lasz tausend todtengrüfte sie bedecken,
sie bringen deine übelthat ans licht.
Schiller Turandot 4, 2;

wenn sich Boreas naht vom nördlichen schlund des gebürges,
schont er die blüten am baum?
Platen 49a.

schlund eines feuerspeyenden berges. Adelung, der krater. in gleichem sinne feuerspeiender schlund: wenn man bedenkt, dasz die öffnungen, wodurch das unterirdische feuer ausgang sucht, nirgends anders, als in den gipfeln der berge sind, dasz man niemals in den ebenen feuerspeiende schlünde wahrgenommen hat. Kant 9, 43 und schlund allein:

[Bd. 15, Sp. 835]

den andern (schlemmern) dampfft es aus dem munde,
wie um den schlund bei Tänara.
Günther 165.

der helle slund. quelle bei Lexer mhd. handwb. 2, 991, höllenschlund, orci rictus Frisch 2, 202c; schlund des Orcus:

schaudre rückwärts, zu des Orcus schlunde,
stolzer weiner!
Schiller räuber schausp. 4, 5.

schlund, öffnung, mündung einer höhle Adelung. ähnlich eines kellers:

stand jetzt die furchtsame zofe
vor dem schlunde des kellers.
Zachariä (1772) 1, 292.GR

eines ofens (im eisenhammer):

und grinsend zerren sie den mund,
und deuten in des ofens schlund.
Schiller 11, 254.

eines kamins Adelung (landschaftlich heiszt nach ihm auch der ganze kamin schlund), einer kanone: ein gewisses grab öffnete sich dem waghälsigen stürmer in seinen (des Lechs) wellen, und am entgegenstehenden ufer zeigten ihm die feindlichen kanonen ihre mördrischen schlünde. Schiller 8, 230. schlund wie 'abgrund' in bildlicher verwendung:

aus diesem tieffen schlund', aus dieser schwartzen gruft,
hab' ich so offt' und offt', o herr, zu dir gerufft.
Fleming 25 (ps. 130 anfang);

ein öffentliches spielhaus ist ein schlund, welcher das vermögen unerfahrner jünglinge verschlingt. Stosch bei Campe. schlund des chaos: bis ein weites grab sie (die menschen) insgesammt .. verschlingt und sie, die da glauben konnten, endzweck der schöpfung zu sein, in den schlund des zwecklosen chaos der materie zurückwirft. Kant 7, 337; des nichts: er rief sie (gott die welt) aus des nichts nur ihm folgsamem schlunde. Lessing 1, 100. mit epexegetischem gen. einer verbal- oder zustandsbildung: hierinnen solten nu keiser, könige, fürsten und herrn wachen, jr land und leute ansehen, das sie rieten und hülffen, von dem grewlichen schlund des wuchers. Luther 1, 198b; gedenck wie sich unser schöpffer und richter also gar entblöszt hat, uff das wir nach sinem ebenbild nit nachhengten dem bodenlosen schlunt der gytigkeit. Cyrillus speculum sapientiae verdeutscht (1520) 57b.
h)mit anderer übertragung wie land- oder meerenge: Morea, ein gar edle landschafft, .. hat ein engen eyngang oder schlund gegen der statt Corinthen, der wird Isthmus Corinthiacus genent. Stumpf 1 (1606), 6b (cap. 4); Java ... machet an der west-eck mit Sumatra einen engen schlund, welchen sie Sunda nennen. Olearius beschr. etl. oriental. insuln (1696) 147a.
i) persönlich, im sinne von schlemmer, in älterer sprache: schlund, ardelio, homo vorax. quelle bei Schm.2 2, 526;

kein slunt wirt nimmer wîse gar.
Tanhauser hofzucht 241;

schement euch slünde und frêʒe,
die tage und naht ir leibe wenent,
daʒ si sich von einander denent.
Hugo v. Trimberg renner 9551.

auch von einer frau:

du kupplerin, geitiger schlunt und nasenrimpf. fastn. sp. 255, 17.

mit objectivem gen. verbunden:

(von Christus:) er viurfrâʒ, stahel kiunder munt,
er berges slunt, swenne er beginnet wüeten.
Marner 13, 41 Strauch.

ost- und westpreusz. noch so in den zusammensetzungen, nd. twelfschlunk, der für zwölf iszt, und drachtschlunk, der eine tracht, zwei eimer voll iszt. Frischbier 2, 290b.
k)technische und rein mundartliche gebrauchsarten:
α)im bergbau ist schlund die bezeichnung der klüfte, die viel länger als breit sind. Jacobsson 7, 242a.
β) heiszt so die öffnung, durch die das wasser in das gefälle des mühlgerinnes läuft. 3, 634a.
γ)in der botanik die öffnung der röhre bei einblättrigen, rachenförmigen kronen Campe. in der zoologie der der mündung nächste theil der höhlung bei gewundenen schnecken. Illiger bei Campe.
δ)der schwarze schlund, name einer meerschnecke, strombus luhuanus Nemnich.
ε)in Schwaben ist schlund auch die bezeichnung kurzer überstrümpfe, die vom schuh bis zu den waden reichen, gamaschen Schmid 469.

GRIMM

 

"Hier beginnt das Schaurigschöne dieses Schlundes - das trübe Grubenlicht beleuchtet gespensterhaft die glatten, feuchten Wände, die entschlossenen Gestalten der kecken Eindringlinge - nur wie ein matter Schimmer dringt das Tageslicht in spärlichem Strahl herein - unter uns die, wie es scheint, grundlose Tiefe - alles ist danach angetan, das Schreckliche, Grausame der Situation zu erhöhen. Petritsch, Der Hades 105

eine Steigerung, der "Feuerschlund"

1. "Wundergärten kennt, und keinen
Fluß, wie er sich träg durch
Feuerschlünde windet, und
keinen Kubla Khan. Grammatik"
Marcel Beyer, Sprache im grauen Bereich 32

und die Unergründlichkeit / unergründlich

1. "Wo warst du, als ich die Erde gründete? Sag's mir, wenn du so klug bist!" Der Schöpfer stellt dem Verzweifelten die Fülle und Unergründlichkeit seiner Schöpfung vor. Hiob beugt sich und vestummt." Clausen, Ein Frömmigkeitstest 14
2. "Hermann Melvilles Roman Moby Dick....Alle sichtbare Gestalt, Mann, ist nichts sonst als papierne Maske..Zuschlagen willst du? Du mußt durch die Maske schlagen!...Wie anders könnte der Gefangene nach außen dringen, als indem er die Mauer durchstößt? Für mich ist diese Mauer der Weiße Wal....Dies Unergründliche vor allem hasse ich." Strigl, Krambambuli 110
3. "Zarathustra spottet des Geistes der Schwere, indem er sich uns seine Rede von der Unergründlichkeit zum ersten Gegenstand des Spottes macht. Zu Beginn und am Ende des Liedes bekennt er, daß er sich "in's Unergründlich" zu sinken schien, wenn er dem Leben ins Auge schaute. Es war das Leben selbst, das Zarathustra "mit goldner Angel" aus dem Unergründlichen herauszog und das ihm von -Zarathustra verliehene Epitheton mit Spott überzog: "So geht die Rede alle Fische, was sie nicht ergründen, ist unergründlich. / Aber veränderlich bin ich nur und wild und in Allem ein Weib, und kein tugendhaftes."" Meier, Was ist 70
4. "Dieses unergründliche Geschöpf trug ein schmutziges, zerrissenes, auf der Brust offenes Hemd, und auch dort hatte er keine Haare, dagegen ein hervorspringendes Brustbein, wie Vögel es haben." Levi, Christus 73

Auch "Grundlosigkeit" wurde schon verwendet:

1. "Ein "Zurück zur Natur!" verspricht auf eine elegante Weise die gleichzeitige Steigerung der Sicherheit und Unsicherheit, von Reduktion und Erhöhung von Komplexität, und bedeutete schon bei Rousseau - und bedeutet es heute wieder: "Vorwärts zur neuen Gesellschaft!" und damit "Noch tiefer hinein in die Grundlosigkeit der Moderne - In den Worten von Hermann Hesse: "Mit dem 'Zurück zur Natur' geht der Mensch stets einen leidvollen und hoffnungslosen Irrweg...Der Weg führt nicht zurück, sondern vorwärts, nicht zum Wolf oder Kinde, sondern immer weiter in die Schuld, immer tiefer in die Menschwerdung hinein." Treml, Zurück zur Natur? 813

 

Von "verborgenen Untiefen" steht etwas in dem Artikel "Hinter dem Mond" in der Süddeutschen Zeitung Nr. 3, 4. Januar 2019, S. 13: und an anderen Literaturstellen

1. "So sehr, dass Martin Suter in seinem Roman "Die dunkle Seite des Mondes" gar keine Himmelskörper vorkommen lassen musste. Das Raunende dervers Formulierung reicht aus, um sie auf die verborgenen Untiefen in der Psyche seiner Hauptfigur zu beziehen. Konkreter wird das Dunkel in dem teilweise durch Crowdfunding finanzierten Low-Budget-Film "Iron Sky." Hildebrand, Hinter dem Mond 13

Durs Grünbein verwendet das selten verwendete Adjektiv "abyssal"

1 "Anders als die Eiswüsten am Polarkreis und selbst die Oberfläche des Mondes sind diese abyssalen Regionen noch immer fast unberührt." Durs Grünbein, Galilei vermißt Dantes Hölle, Frankfurt a.M. 1996, Kapitel "Zeit der Tiefseefische" 237
2. "Über den jungen Vulkanismus des Tyrrhenischen Raumes... Sehr wahrscheinlich stiegen die Schmelzen, ohne einen Zwischenaufenthalt in einer Kammer zu nehmen, auf abyssalen Spalten direkt aus der Tiefe zur Oberfläche auf." Pichler, Italienische Vulkan-Gebiete III 70

Abyssus ist das lateinische Wort für Abgrund:

1 "abyssus vocat abyssum"..das Unheil beschwört weiteres Unheil herauf.. Strasser, Gehirn ohne Geist 86
2. "Aus der Tiefe, dem Abyssus allen Seins, dem ich anheimgegeben bin und aus dem ich hervorkroch, schleicht sich in meine Seele eine Stimmung, die dem Christentum als Todsünde galt und gilt: acedia, Trägheit, Überdruck, Ekel angesichts der Tatsache, dass dem Menschen - so scheint es - nichts anderes bleibt, als weiterzumachen: ohne Hoffnung, dass zum Schluss doch nicht alles vergebens war." Strasser, Gehirn 94

Martin Mosebach benützte einmal den Ausdruck "danteske Höllenschlucht":

1 ""Italien - das Land des totesten Marmors, des Friedhofmarmors schlechthin. Aus Carrara, dieser dantesken Höllenschlucht, der wie ein mondgroßer Kuchen brutal zersägten Berglandschaft, kommt jener weiße Stein." Mosebach, Martin, Die schöne Gewohnheit zu leben, BvT 2. Auflage 2007, S. 13

Die "Seelenschlucht" finden wir bei Peter Sloterdijk:

1 "Die zweite ist der innere andere, das noch immer entfesselbare Tier, das den Abstieg in die eigenen Geheimnisse und Seelenschluchten wagt - in die farbigen Schlünde der animalischen Lust." Sloterdijk, Zynische Vernunft 483

Auch die Formulierung "Kluft, über die kein Fittig trägt" paßt hierher... und andere "Klüfte":

1 "Emil du Bois-Reymond: Allein es tritt nunmehr, an irgendeinem Punkt der Entwicklung des Lebens auf Erde, den wir nicht kennen und auf den es hier nicht ankommt, etwas Neues, bis dahin Unerhörtes auf, etwas wiederum, gleich dem Wesen von Materie und Kraft, Unbegreifliches. Der in ne:gativ unendlicher Zeit angesponnene Faden des Verstandnisses zerreißt, und unser Naturerkennen gelangt an eine Kluft, über die kein Steg, kein Fittich trägt: Wir stehen vor der anderen Grenze unseres Witzes. Dies neue Unbegreifliche ist das Bewußtsein."  Willemsen, Roger, Wer wir waren 29
2. "Sie nehmen von mir: aber rühre ich noch an ihre Seele? Eine Kluft ist zwischen Geben und Nehmen; und die kleinste Kluft ist am letzten zu überbrücken!....Mit der Kluft, die sich durch Intention und Interesse zwischen Geben und Nehmen öffnet, kehren die Affekte der Soziabilität wieder." Nietzsche, Zaratustra, Meier, Was ist 68
3. "Mit der "schönsten Narrethei" des Sprechens "tanzt der Mensch über alle Dinge". Doch sie setzt ihn auch in den Stand, die Aufmerksamkeit auf das Trennende zu lenken und die Kluft zu zeigen, die sie verdeckt." Meier, Was ist 145
4. "Sie müssen keine Brücken bauen, da sie nichts von Kluft und Abgrund wissen: "das kommt und reicht sich die Hand und lacht und flieht - und kommt zurück." Meier, Was ist 146

Und wie ist es mit dem Eindruck, daß "einem der Boden unter den Füßen weggezogen" oder gar "weggerissen" wird? 

1 "Die Suche nach sich selbst führt so zuletzt in die Ausweglosigkeit; jeder Halt wird fraglich; es ist dem Menschen, als werde ihm "der Boden unter den Füßen weggezogen". Die Grenzsituationen sind "wie eine Wand, an die wir stoßen"." Jaspers, in Weischedel 270
2. "Und dann kamen wieder Informationen, die Ihnen buchstäblich den Boden unter den Füßen wegrissen." Peer Steinbrück, in: Bullion et al., Macht und Ohnmacht 3

"In den Brunnen fallen", das hat doch auch mit dem Abgrund zu tun:

1 "Heutzutage scheint diese Hegemonie eine Tatsache und Lyotards Kind, die Postmoderne, ein für alle Mal in den Brunnen der Geschichte gefallen." Weidner, Jenseits des Westens, S. 116

Und der "Schacht der Finsternis" klingt auch schon ziemlich abgründig:

1 "Oft litt er an Angst, an Schwermut, oft lag er im Schacht der Finsternis gefangen." Hesse, Klingsor 101

Walter Benjamin hat in einem Essay namens "Souterrain". Darin geht es um ziemlich kriegerische Ereignisse, bei denen die Fundamente freigelegt werden. Und da ist von den "tiefsten Schächten" die Rede, ein Begriff, der auch hierher gehört.

1 "Was war nicht alles unter Zauberformeln eingesenkt und aufgeopfert, welch schauerliches Raritätenkabinett da unten, wo dem Alltäglichsten die tiefsten Schächte vorbehalten sind." Benjamin, Einbahnstrasse 10

Der "Urschlund" paßt sicherlich auch in diese Aufzählung: 

1 "Rotkäppchen....Sie hat sich und ihre Geschichte dem Dunklen verraten, ist gleichsam in den Urschlund zurückgesunken und mußte so lange dort unten verharren, bis der Jäger sie mit seinem - phallischen - Messer aus der animalischen Höhle befreite; wir vermögen den Spannungs-Bogen nicht länger zu ertragen, wenn uns auf unserem Weg zum Erinnern das Weder-Noch der Leere begegnet." Roden, Sich selbst, 107

und in "unerreichbare Tiefen hinabgestürzt":

1. "Was dort unten zerschmettert im Schatten lag, war nur mit Seilen zu bergen. Philomela, hieß es damals, mußte wohl durch einen dieser schwarz aufklaffenden Risse am Grund der Schlucht in unerreichbare Tiefen hinabgestürzt sein.....Und nun war sie hier, war sie wie der Tod selbst in der eisernen Stadt erschienen, ein verstümmeltes, zum Schweigen gebrachtes Opfer, das in Procnes Armen wimmerte und keine Frage zu verstehen schien und kein besänftigendes Wort." Ransmayr, Die letzte Welt 244

Auch der "Rand der Welt" gehört zu diesem Thema:

1. "So will ich schon noch ein Leben, Schlamm an den
Schuhen, Rettich und Apfel in meinem Korb,
verkrümelte Ewigkeit, hundert Meter weiter
beginnt der Rand der Welt, pass auf, Träumer,

du stürzt ab wie ein Stein."
Nooteboom, Mönchsauge 59

..."der äußerste Rand":

1. CAMPBELL:
"Die Wissenschaft bricht soeben in die Dimensionen des Geheimen durch. Sie hat sich selbst in die Sphäre vorgeschoben, von der der Mythos spricht. Sie ist an den äußersten Rand gelangt.
MOYERS:
Mit äußerstem Rand meinen Sie -
CAMPBELL:
Die Grenzfläche zwischen dem, was erkannt, und dem, was niemals aufgedeckt werden kann, weil es ein Geheimnis ist, das alles menschliche Forschen übersteigt. Der Ursprung des Lebens - was ist er? Kein Mensch weiß das. Wir wissen nicht einmal, was ein Atom ist, ob eine Welle oder ein Teilchen - es ist beides. Wir haben keine Ahnung, was diese Dinge sind.
Aus diesem Grund sprechen wir vom Göttlichen..."
Campbell, Mythen 158

Bei Jens Hillenkamp heißt es einmal (Nichts unter ihnen):

1. "Zwei Dinge versetzen sie (die Menschen, die unter permanenter Sehnsucht und Scham leiden) in permanente Unruhe: die Unendlichkeit über ihnen und das Nichts unter ihnen, in das sie jederzeit stärzen können. Alle Zusammenhänge, in die der Mensch sich begeben kann, drohen permanent mit Kündigung....die freien Menschen balancieren täglich zwischen weltberühmt und arbeitslos". Hillenkamp, Müde 9

Ein typisches Gefühl gegenüber dem Abgrund, beschreibt z.B. einmal Rilke, das Abgrundgraun

1. (Capri) Täglich stehst du mir steil vor dem Herzen....
Aber dein unbewältigter Willen
zieht die Pfade zusamm wie Alaun,
bis sie, als alte haltlose Rillen,
sich verlieren im Abgrundsgraun...
Rilke, Erste Improvisation
2. "Der Neologismus "Abgrundsgraun" ist indes nicht nur negativ im Sinne einer absoluten Gefahrenstelle zu verstehen; er erinnert vielmehr auch an die mystische Vorstellungswelt des Dominikaners Johannes Tauler, wonach der Mensch Gott gerade im Abgrund findet: Der Abgrund ruft den Abgrund, d.h. der Mensch erfährt Gott gerade im Abgrund. Das Abgrundsgraun bietet also den Raum für eine existentielle, mystische Grenzerfahrung." Luca, Prina de 82

Immer wieder ist auch die "Tiefe" im Zusammenhang mit dem Abgrund zu sehen:

1. In Ecce homo von Nietzsche heißt es an einer Stelle über die Deutschen: "Und wenn man nicht einmal reinlich ist, wie sollte man  T i e f e  haben? Man kommt beim Deutschen, beinahe wie beim Weibe, niemals auf den Grund,  e r  h a t  k e i n e n : das ist Alles. Aber damit ist man noch nicht einmal flach." (S. 361) Luca, Prina de 82
2. "Es war eine Sehnsucht nch dem Unbegrenzten und die Faszination, Bedeutungen zu folgen, di ein geheimnisvoll-entzogene Tiefen führen, was Symbolisten und Okkultisten, Rembrandt-Jünger und Fotografen der "unscharfen Richtung" zur Zeit der Jahrhundertwende miteinander verband." Ullrich, Unschärfe 51

 In Max Frischs "Stiller"-Roman findet sich noch eine Steigerung: "tiefere Tiefen"

1. "Ich schaute nach der Pforte empor, nach dem Licht des Tages, doch unterdessen war es Nacht geworden auch über der Erde; ich sah ein paar Sterne, ein paar scheinlose Funken in unendlicher Ferne, ringsum die nahe Schwärze des Gesteins, und indem ich mich wieder an das kollernde Geröll erinnerte, das in immer tiefere Tiefen verhallt war, wagte ich auch nicht mehr rückwärts zu gehen; jeder Schritt schien mir, bedeutete Sturz in den Tod." Frisch, Stiller 160

 

 

Irgendwo habe ich auch schon den Ausdruck "Abgrundforscher" gelesen. Wo das war, weiß ich nicht mehr. Ein Blick auf Google brachte sogar Ergebnisse. Die meiten waren nicht das, was ich suchte, denn in folgendem Zusammenhang etwa, wollte ich den Ausdruck nicht wissen: "Menschheit vor dem Abgrund - Forscher warnen vor Folgen des Wohlstandes". In folgendem aber schon: "Natürlich ist Bill Callahan immer schon ein Abgrundforscher gewesen (wie sein Landsmann John Darnielle von den falbelhaften Mountain Goats), aber mindestens ebenso wichtig sind ihm die aufregenden Wege aus selbstgewählten Gefängnissen hinaus." https://www.manafonistas.de/bill-callahan-apocalypse/
oder so: "Scardanelli: „Entgeisterung. Seltene Erden“ Ein Jahr nach seinem Mammutwerk „weltruhe. atlas des todes“ (cyanpress) präsentiert der  „Abgrundforscher im Selbstversuch“ hier aktuelles lyrisches Material.  Scardanelli vermisst die Welt immer wieder neu und bewegt sich doch in den Strudeln eines Mahlstroms: „eine art völligen ausgeliefertseins / hat dich besetzt“." https://www.galerie-schmalfuss.de/index.php/finissage-und-lesung/


Im Zusammenhang mit dem BREXIT Großbritanniens fiel 2016 in einem Fernsehkommentar der Ausdruck "leap into the dark", der ja auch mit dem Abgrund zu tun hat., gemäß dem Longman DCE 1995: "something you do, or a risk that you take, without knowing whatwill happen as a result", sehr passend. 

EMPEDOKLES, eine Gestalt der Antike. Stürzte sich in den Ätna! Literarisch meisterhaft aufgenommen in einem Gedicht von Hölderlin.

Inhaltlich ist der Abgrund auch in folgender kurzer Passage aus Thomas Bernhards Stück "Ritter, Dene, Voss" enthalten, ohne daß er erwähnt ist:

"Ein Erdbeben wirkte sich allerdings
verheerend aus..
..ich wünschte dieses Land
verschwände eines Tages
oder noch besser
urplötzlich in der Nacht
durch ein Erdbeben
vom Erdboden
dieses scheußliche Vaterland.." (S. 334)

 

 


Ausführlich geht der Dictionnaire de Trévoux auf das Wort "Abyme" oder "Abîme" oder, nach Meinung des Autors, am besten "Abysme" ein: https://fr.wikisource.org/wiki/Dictionnaire_de_Trévoux/6e_édition,_1771/ABYME_ou_ABÃŽME

Von Charles Baudelaire stammt der Klassiker: "Le Gouffre" in den Fleurs du Mal:

"Tout est abime"

Deutsche Übersetzung unter: https://gutenberg.spiegel.de/buch/die-blumen-des-bosen-1361/106


Abgrund/Abgründe nicht es nicht nur der "Verdoppelung" (Armin Nassehi) der Welt als Daten in der Form von Sprache, wie es hier im Vordergrund steht, sondern auch als "Kunstwerk".

Beispiele:

2017 Biennale in Venedig

 


Literatur

Abromeit, Lars Rettung aus tiefster Not, GEO 7-2019, 48-80
Alby, Moritz Was heisst hier Freiheit? Reflexionen eines ehemaligen Gefängnisinsassen, Hohe Luft 2/2015, S. 58ff.
Alby, Moritz Scheitern - Schiffbruch des Lebens, Hohe Luft 6 / 2015, S. 53ff.
Arnu, Titus Teilchenphysik, Süddeutsche Zeitung Gesellschaft 8./9. Oktober 2016, Nr. 233, S. 46
Aubarbier, J.L., Binet, M., Bouchard, J.P., Guichard, G. Liebenswerte Prähistorie im Périgord, édition ouest-France, 1989
Bachmann, Ingeborg Malina, suhrkamp, Frankfurt a.M. 1971
Bailly, Jean-Christophe Fremd gewordenes Land, Berlin 2017
Barthes, Roland Fragmente einer Sprache der Liebe, Erweiterte Ausgabe, Suhrkamp, Frankfurt 2015
Baudelaire, Charles Der Mensch und das Meer, in: Von Meeren und Menschen, Hapag-Lloyd-Cruises, erschienen im Carl Hanser Verlag
Beck, Sebastian Gemeinsam einsam, Süddeutsche Zeitung Nr. 189, 18./19.08.2018, BAYERN, R 13
Benjamin, Walter Einbahnstraße, Bibliothek Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1955
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Zielcke, Andreas Die Nomaden der Lust und ihre Gegner, SZ Nr. 99, 30. April/1.Mai 1997, 13
+3 Wie entsteht Vertrauen, in: +3 Beilage zur Süddeutschen Zeitung 23. November 2018

Links:

Podcast: https://www.hoerverlag-serials.de/der-abgrund

Bühnenstück: "Abgrund" von Maja Zade https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buehne-und-konzert/thomas-ostermeier-inszeniert-abgrund-von-maja-zade-16122820.html

Roman: Bernhard Kegel: "Der Abgrund" https://www.mare.de/abgrund-8251

Fernsehfilm / Bozenkrimi: "Am Abgrund" https://www.daserste.de/unterhaltung/film/der-bozen-krimi/sendung/der-bozen-krimi-am-abgrund-104.html

Buch: Roderick Gordon "Abgrund" https://www.amazon.de/Abgrund-Roderick-Gordon/dp/3401062751

https://wiki.yoga-vidya.de/Abgrund

https://www.youtube.com/watch?v=uGlTeO6aEXo Der Abgrund in uns / Fernsehsendung

Buch: Michael Grumley "Am Abgrund" https://www.randomhouse.de/Paperback/Am-Abgrund/Michael-Grumley/Heyne/e521286.rhd

https://www.gutzitiert.de/zitatebysearch.php?search=abgrund


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