Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Das Feuertalsystem, Totes Gebirge, A


 

 


Der unten stehende Text ist längst Geschichte: Die Höhlen gehören inzwischen alle zum Schönberghöhlensystem, momentan die längste Höhle der EU. (2012)

Am Westrand des Toten Gebirges liegen zwei sehr große, sehr bedeutende Höhlensysteme, die eines Tages vielleicht einmal zusammengeschlossen werden - die Raucherkarhöhle und das Feuertalsystem. Das Ziel der zweiten HÖPHO-Fotoaktion, wo sich Höhlenfotographen zusammentun, um gemeinsam gute und noch bessere Höhlenfotos zu schaffen, war diesmal dieses große alpine Höhlensystem.

1921 wurde der erste Teil davon entdeckt, die Feuertal-Eishöhle. 1931 wurde sie zum ersten Mal von Linzer Speläologen befahren. Dann dauerte es 45 Jahre bis sich wieder Höhlenforscher für das Gebiet interessierten. Französische Speläologen waren es, die dort die neu eingeführte Single-Rope-Technik erfolgreich einsetzten. Innerhalb kurzer Zeit war man im "Gouffre Quelli" oder "Kacherlschacht" bis in 913 m Tiefe vorangekommen, damals Österreichs zweittiefste Höhle. Das horizontale Potential hatte man damals kaum erkundet. Dem widmeten sich ab 1983 österreichische Expeditionen, die große Gangsysteme auf etwa 1630 und 1500 m Seehöhe entdeckten und vermaßen. 1,3 km ist jetzt die Horizontalerstreckung unter dem westlichen Körper des Schönbergs vom Wildkar bis zum Feuertal.

Dorthin zog es vom 20.-22. Juli 2000 11 Höhlenfotographen als Deutschland und Österreich incl. ihrer Helfer. Ein paar Bilder von der Tour...


Das plötzliche Ende unserer Höhlenfototour im Juli war schon etwas frustrierend gewesen. Deswegen haben wir Ende September eine Neuauflage gemacht - im kleinsten Kreis. Fünf waren wir diesmal. Vom 30.9.-1.10.. Unterwegs trafen wir auf jede Menge weiterer Höhleninteressierter. Drei davon waren sogar zur AKH unterwegs. Sie waren die Speerspitze der Forschung und blieben bis zum nächsten Morgen in der Höhle. Einen schönen Erfolg brachten sie auch mit: 1 km Neuland und einen neuen Durchstieg in die tiefen Teile, der den Zugang dorthin erheblich einfacher macht.


Wir fünf waren in viel kleinerer Mission unterwegs. Wir fotographierten ein bißchen, stießen über den Juli-Endpunkt vor. Eine neue Leiter ist inzwischen dort installiert, auch ein neues Seil. Umkehrpunkt unserer Tour war an einer ganz markanten Stelle: plötzlich war da wieder Schnee in der Höhle, lagen Latschennadeln und Latschenzapfen herum. Da mußte ein Zugang sein! Wie wir dann später hörten war da ein 200 m hoher Schlot bzw. Schacht, der bis hinauf zur Schönbergflanke reicht. Durchgekommen ist hier allerdings noch keiner. Der Schneepropfen war immer zu dick.

 
 


Der Feuertaleingang


Literatur:

Links:

 


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