Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle
Landschaft und Höhlen im Toten Gebirge
Das größte Karstplateau der Ostalpen, das Tote Gebirge, erhebt sich zwischen den Flußtälern der Traun, der Enns und der Teichl. Zwei Bundesländer teilen sich die Fläche. In der Steiermark liegt der größere Teil, ein vor allem höhlenkundlich sehr wichtiger Teil befindet sich in Oberösterreich.
Das Gestein entstammt zum Hauptteil dem Mesozoikum, besonders dem Trias und Jura, das dort im Zeitraum zwischen 210 und 135 Mio Jahren abgelagert worden ist. Damit liegen ideale Bedingungen für die Höhlenbildung vor und tatsächlich enttäuscht der Gebirgsstock in keinster Weise. Auf englisch heißt das so schön lautmalerisch, daß wir hier ein Region vor uns haben, die "honeycombed with caves" ist.
Zwei Höhlen sind inzwischen bekannt, die in die Klasse von über 50 km Gesamtganglänge einzureihen sind, die Schönbergsystem, das inzwischen die längste Höhle Österreichs ist (2009 130 km Länge), und die Schwarzmooskogelhöhle. Zwei Höhlen haben schon einen Gesamthöhenunterschied über 1000 m, DÖF-Schacht und die Schwarzmooskogelhöhle, und es ist überhaupt nicht auszuschließen, daß da in den nächsten Jahren nicht noch mehr erforscht werden. Riesige unterirdische Hallen hat man gefunden, Eishöhlen-, Tropfstein- und bedeutende Wasserhöhlen. Ein Paradies für Höhlenforscher.
Mehrere lokale Höhlenforschergruppen gibt es, die Obersteirer, die Oberösterreicher, die Ebenseer. Aber auch aus dem Ausland kamen und kommen oft schon seit vielen Jahren Menschen, die sich der oft sehr mühsamen Forschungsarbeit widmen. Aus England (Cambridge), Frankreich (Doubs), Belgien, Deutschland (Grabenstetten, Kirchheim, Nürnberg, eine zeitlang kamen sie auch aus München).
Am nördwestlichen Rand: der Traunsee bei Traunkirchen, 6.9.2004
Pießlingursprung
Literatur:
Krenmayr, Ludwig, Rabeder, Gernot und Gisbert |
Totes Gebirge , Rother-Verlag, 3. Auflage, München 1982 |
| Fritsch, Erhard | Die Höhlen des Toten Gebirges, in: Totes Gebirge, Krenmayr, Ludwig, Rabeder, Gernot und Gisbert, Rother-Verlag, 3. Auflage, München 1982 |
| Pfarr, Theo, Stummer, Günter | Die längsten und tiefsten Höhlen Österreichs, Wissenschaftliche Beihefte zur Zeitschrift "Die Höhle" 35, Wien 1988 |
| KUFFNER, D. | Höhlenniveaus und Altflächen im Westlichen Toten Gebirge, 1998 |
| Trimmel, Hubert | Österreichs längste und tiefste Höhlen, Wissenschaftliche Beihefte zur Zeitschrift "Die Höhle", Wien 1966 |
Links:
http://www.bergnews.com/touren/europatouren/totesgebirge.htm
http://www.steiermark.com/de/poi/wandertour-6-seen-wanderung-auf-der-tauplitzalm_29590
http://www.nhm-wien.ac.at/nhm/Hoehle/lth.htm
http://cucc.survex.com/cucc/index.shtml
Landesverein
für Höhlenkunde in Obersteier
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