Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Der Schafberg und seine Höhlen, A


In der St.-Wolfganghöhle


"Bei der Endstation spuckt die Bahn die Horden aus, die wie ferngesteuert Richtung Gipfel wanken. Ja, und dann steht man also da oben auf dem Schafberg - und ist zuerst einmal überwältigt. Diese Berge! Der Himmel! Die Seen! Die Weite! Für Augenblicke glaubt man, die ganze Welt sehen zu können."  (Freund, S. 84)


Die St.-Wolfgangshöhle

Die Adlerhöhle


Wer auf der Autobahn Salzburg - Linz - Wien fährt, der sieht in der Gegend des Mondsees den Klotz des Schafbergs aufragen. Der noch im Salzburger Land liegende Gipfel ist 1.782 m hoch und bietet einen grandiosen Fernblick auf die Berge und Seen des Salzkammerguts.

Das erste Berghotel Österreichs entstand schon 1862 in Form des Hotels Schafbergspitze ganz oben. Der größte Teil davon brannte 1906 wieder ab. 1892 begann man mit dem Bau einer Zahnradbahn, die 1893 in Betrieb ging. Damit entfiel die Geschäftsgrundlage für einen damals florierenden Dienstleistungszweig am Wolfgangssee weg, den der Sesselträger. Neben dem Hotel liegt die privat betriebene Himmelspforthütte. Am unteren Ende der Gipfelfläche liegt die die bewirtschaftete Schafbergalm.

Die sich in Talnähe befindliche St.-Wolfgangshöhle ist seit Jahrhunderten der Bevölkerung bekannt gewesen und soll eine der meistbesuchten Örtlichkeiten für Pilger im Mittelalter gewesen sein. Man mag das heute kaum glauben, aber die schriftlichen Quellen deuten darauf hin. 1865-66 wurde das Wetterloch in Gipfelnähe von dem St. Wolfganger Jäger W. Grömer entdeckt, 1892 erstmals vermessen und ein Plan vorgelegt, 1895 erschloß man sie als Schauhöhle. 1906 hörte man mit dem Betrieb dann wieder auf, weil der Betrieb nicht rentabel war. Verschiedene Forschungen haben die Gesamtganglänge auf mehrere Hundert Meter inzwischen gebracht. Grömer hat auch den Eingang zur Adlerhöhle auf der Suche nach einem verwundeten Fuchs gefunden. Der wurde 1892 so erweitert, daß ein leichterer Zugang möglich wurde.

   
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
< Höllengebirge
     
> Vom Gipfel südwärts auf die Osterhorngruppe geblickt, 1998
     

Literatur:

Freund, René Aus der Mitte - Skizzen aus dem Salzkammergut, Picus Lesereisen, Wien 1998
Landesverein für Höhlenkunde in Salzburg Salzburger Höhlenbuch, Band 5, Salzburg 1992

 

Links:

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Landschaft und Höhlen im Land Salzburg


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