Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Höhlen im Tösstal, Region Zürich, CH


Hagherrenloch


Der alte Stollen bei Kollbrunn, CH


Das Tal der Töss liegt im Osten von Zürich in der Schweiz. Sie entspringt am Tösstock und fließt dann westlich, über Fischenthal, Bauma, später dann durch Winterthur und am Ende in den Rhein.

Höhlenkundlich ist vor allem das Obere Tösstal relevant, weil sich dort in den Nagelfluhwänden durch die Arbeit des Wassers hinter den Wasserfällen zahlreiche sog. "Gubeln" gebildet haben, eine interessante Variante des Themas "Höhlen hinter dem Wasserfall". Die Mergelschichten unterhalb der starken Nagelfluhbänke wurden die Erosion und den Frostbruch, aber auch durch Korrosion durch Sickerwasser ausgehöhlt.

Einige dieser Gubeln sind für die Öffentlichkeit richtig erschlossen und mit Hinweistafeln versehen, andere muß man sich mühsam "erringen", in dem man den Bächen etwa um Fischenthal aufwärts folgt, bis an den Felsstufen die oft überraschend großräumigen Hohlräume hinter den Wasserfällen auftauchen.

Herausragend ist das Hagheerenloch mit 36 m Länge und 17 m Breite bei Bauma. Ein markierter Weg führt direkt am Eingang vorbei. Eine reiche Folklore umgibt es. Es soll einstmals den Burgherren als Gefängnis bedient haben, eine besondere Gemeinheit, weil der Ort nun wirklich nicht zum Aufenthalt einlädt. Und den Wiedertäufern soll es als Zufluchtsort gedient haben. Dann müssen die Verhältnisse einstmals vollkommen anders als heute gewesen sein, denn dann müßten die Gläubigen zum Großteil sich im feuchten Schlamm befunden haben. Von den Höhle aus soll es Geheimgänge gegeben haben - zur Burg Sternberg bei Sternenberg und nach Wardegg bei Hittnau. Der menschliche Geist ist einfach unschlagbar  - in seiner (Er)findungsgabe.

Hagherrenloch
     
 
     
 
     
   

Auf dem Weg zum Hagherrenloch kommt man einer prachtvollen Gubel vorbei.

 
     
 

Eine besonders große Anzahl an Gubeln gibt es in der Umgebung von Fischenthal. Die Greiselgubelhöhle ist eine Aushöhlung unter einer 30 m hohen Felswand. Sie ist ca. 12 m hoch, 30 m breit und 20 m tief.

Noch größer ist die Wissengubel. Sie offenbar so populär, daß man sich amtlicherseits gezwungen sah, den Zustrom an Personen, die am Fuße ein Fest veranstalten wollten, zu begrenzen. Man muß sich vorher anmelden, einen Verantwortlichen angeben, dafür sorgen, daß passende sanitäre Einrichtungen da sind usw.. Auch wer übernachten will, muß sich das heute (2014) genehmigen lassen. Sie ist in wenigen Minuten Fußmarsch vom Parkplatz am Ortsrand von Gibswil leicht zu erreichen.

 
     
 
     
 
     
 

Nördlich von Gibswil verbirgt sich in einem Seitental ein weiterer Gubel. Man muß einfach dem Bächlein solange folgen, bis es nicht mehr weitergeht. Von oben stürzt der Bach mit einer Felsstufe von oben. So haben sich zwei Gubeln übereinander ausgebildet. Daher der Name: Doppelgubel. Die obere ist etwas mühsam und im glitschigen Gelände zu erreichen.

 
     
 
     
  Sinterbildung

Bei Kollbrunn zweigt das Bänntal ab. Einem Weg folgend kommt man erst an der Abzweigung zu den sehenswerten Tüfels Chilen, einem Kalktuffvorkommen, das ehemals abgebaut worden ist und jetzt wieder mehr Ursprünglichkeit zurückgewinnt, vorbei. Weiter schluchtaufwärts führt dann kein Weg an der Bänntal-Gubel vorbei, die man seitwärts auf einer Metalltreppe überwinden kann.

 Tüfels Chilen

Literatur:

   

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