Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Das Lattengebirge und seine Höhlen



von oben / Steinerne Agnes



Wer von Reichenhall südwärts Richtung Berchtesgaden fährt, sieht rechterhand einen Bergzug aufragen, der bis obenhin bewaldet ist, das Lattengebirge. Im Vergleich zu den großen Gebirgsstöcken rundum, dem Untersberg, der Reiteralm, dem Hochkalter, dem Watzmann, da fällt er kaum auf. Eher ruhig geht es dort zu, sind ja keine große "Attraktionen" dort vorhanden. Von Reichenhall kann man mit der Predigtstuhlbahn zum Gipfel des gleichnamigen Berges sich einfach hochkutschieren lassen. Von hier aus kann man dann auf einfachen Wegen wieder zu Tale steigen oder einige leichte Wanderungen auf sicheren Wegen über einige Gipfel bis hinauf zum höchsten, dem Karkopf, machen.

Besonders reizvoll ist eine Überquerung. Dazu sollte man am Wachterl ein zweites Auto haben, mit dem man am Ende leicht wieder zurück zum Ausgangspunkt fahren kann. Viele Stunden stiller einfacher Wanderung liegen vor einem durch bewaldetes Berggelände. Nur selten wird man auf Leute treffen.

Höhlenmäßig ist im Lattengebirge im Vergleich zu den umliegenden Gebirgsstöcken nicht sehr viel los. Zusammenhängen tut diese Situation mit dem geologischen Aufbau, dem Überwiegen von Dolomit und dolomitischen Kalken. Der langgestreckte Nord-Süd verlaufende Hauptkamm fällt gegen Osten mit steilen Wänden ab, gegen Westen dacht er in die sanft geneigte Hochfläche ab. Diese fällt dann ihrerseits mit Steilhängen gegen das Saalachtal und das Schwarzbachtal ab.

Es gibt hauptsächlich ein paar kleine Schächte von oben und ein paar, meist kleinere Wasserhöhlen unten. Die längste Höhle des Gebietes mit inzwischen die Totengrabenhöhle mit ihren 250 m Gesamtganglänge, wovon ein großer Teil davon normalerweise nur Tauchern zugänglich ist. Als tiefste Höhle gilt noch immer der Predigtstuhlschacht mit seinen 150 m Tiefe.

Landschaft

Predigtstuhlbahn und -gipfel

 

Karkopf

Bergwachthütte und Umgebung

Eine vermüllte Höhle
   

Rötelbachgraben

 

Moosenalm

Das Windbruchgebiet

Anthauptenalm

 

 

Abstieg Richtung Wachterl

Höhlen

Karkopfschacht
 
 
Erdkeller II
25.4.1978
 
Eisloch
15. Juni 1974
   
Lueggrabenhöhle
19. Juni 1993
Quellschacht
18. Juni 1972
  Schneiderloch

November 1975
Schusterloch

19. Mai 1973
und
November 1975
 
  Nach einer Tour
ins
Schusterloch
  Stadtkanzelschacht
  Wasserfallhöhle
mit Christian Deubner
19. Mai 1973

Das Lattengebirge von verschiedenen Seiten aus gesehen...

< Unterhalb der Plainburg Richtung Lattengebirge geschaut 2013

 

Oberhalb von Ramsau Richtung Dalsenalm geschaut

 

 

 

     

Eine Besonderheit ist das Teufels- oder Sonnenloch 200 m direkt oberhalb der Steinernen Agnes. "Einmal im Jahr scheint die Sonne durch das Sonnenloch. Es ist der Sonnwendtag." (Limpöck, S. 87). Die Sonne scheint sicherlich öfters als nur zu diesem Zeitpunkt durch das Loch, aber dann wäre das ja nicht so spektakulär herauszuheben. Man muß ja immer nur Ausschau halten, wo gerade das Loch ist und wo gerade die Sonne steht. Für das Gebiet der Hochburghöhe bei Großgmain gibt Limpöck die Zeit vom 19. bis 23. Dezember in der Zeit zwischen 13.15 Uhr bis 13.30 Uhr an.

Ich habe es einmal im Dezember 2013 probiert. Spektakulär war da wenig. Kein langer Lichtstrahl war zu sehen, der irgendwo aufgetroffen wäre. Die Sonnenscheibe war viel viel größer als das winzige Loch in der Kammlinie des Lattengebirges. Man braucht schon ein starkes Teleobjektiv, um da auch photographisch etwas herauszuholen. Trotzdem, den Versuch war es wert.

 
     
 
     
   

 

Südostenseite Lattengebirge 2108 von der Straße Wachterl - Hintersee


Literatur:

Beilner, T., Forster, P. Lattengebirge, DER SCHLAZ 117-2011, S. 19-75
Bohnert, Jürgen Neue Forschungen im Schusterloch, Mitteilungsheft der Höhlenforschungsgruppe Blaustein, Jg. 14, Nr. 2, S. 39-40
Eichner, Hanni Weitsicht einer Dame - Die "Steinerne Agnes" im Lattengebirge bei Berchtesgaden, in: Look, Ernst-Rüdiger, Feldmann, Ludger, Faszination Geologie - Die bedeutendsten Geotope Deutschlands, Stuttgart 2006
Forster, Peter Befahrung der Klauswandhöhle und Recherche Befahrung der Preissenlochhöhle mit Fuchslochhöhle und Umgebung, DER SCHLAZ 109 - 2006, S. 55f.
Görlitz, Yamun Dolinen auf der Eheblössalm, DER SCHLAZ 109-2006, S. 52
Klotz, Stephan Erforschung und Vermessung des Sonnwendschlotes in der Nähe der Lugerhaushöhle, DER SCHLAZ 71-1993, S. 44f.
Kreuß, Markus Zwei kleinere Objekte im südlichen Lattengebirge, DER SCHLAZ 109 - 2006, S. 55
Kreuß, M. Zwei kleinere Objekte im südlichen Lattengebirge, DER SCHLAZ 109-2006, S. 55
Landesverein für Höhlenkunde in Salzburg Salzburger Höhlenbuch Band 1, Salzburg 1975
Landesverein für Höhlenkunde in Salzburg,
Gesamtredaktion Walter Klappacher
Salzburger Höhlenbuch Band 6, Salzburg 1996
Limpöck, Rainer Magisches Berchtesgadener Land - Ein Wanderführer zu den vergessenen und neuen Kraft- und Kultorten rund um den Untersberg, Berchtesgaden 2012
Lindenmayr, Franz Lattengebirge, Reiteralm, Hochkalter, Untersberg, in: Münchner Höhlengeschichte, hrsg. vom Verein für Höhlenkunde in München, 1982, S. 109ff,
Lindenmayr, Franz Bemerkungen und Ergänzungen zu einigen Höhlen im Salzburger Höhlenbuch Band 1, in: Der Schlaz 28, Mai 1979, S. 10-12
Lindenmayr, Franz Stille Tage im Lattengebirge, Der Schlaz 25, Juli 1978, S. 3-5
Lindenmayr, Franz Auf der Spur von SR und HW, Der Schlaz 47, Oktober 1985, S.11-17
Meyer, Ulrich In den Tiefen des Lattengebirges 1339, in: Münchner Höhlengeschichte II, hrsg. vom Verein für Höhlenkunde in München, 2004, S. 252ff.
Steudte, Hartwig, Paulick, Thomas Zaglers Zeckentour oder Neuland im Lattengebirge, DER SCHLAZ 71-1993, S. 47
Yamun Dolinen auf der Eheblössalm im Lattengebirge, DER SCHLAZ 109 - 2006, S. 52ff.

Links

Tourismusverein Bischofswiesen im Berchtesgadener Land | Bergtouren im Lattengebirge

Almen vom Watzmann bis zum Lattengebirge

Predigtstuhlbahn Bad Reichenhall

Reichenhaller Wetter .de | Ein projekt der Firma ChrisCommunications

Landschaft und Höhlen im Berchtesgadener Land

Landschaft und Höhlen der Bayerischen Alpen


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