Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Die Höhle von Vilenica


Aus dem "Cosmorama Pittorico"


Die Höhle von Vilenica im Karst nördlich von Triest, 6 km von Sezana und 2 km von Lipica entfernt, gilt als die älteste Schauhöhle Europas. Das ist immerhin ein "Rekord", den ihr keine andere Höhle nehmen kann. Andere sind inzwischen gefunden und erschlossen worden, die "größer" und "schöner" und "aufregender" sind, als diese heute sehr in den Hintergrund getretene Tropfsteinhöhle, aber zu vergessen ist sie auch nicht..........

Sie hat im Höhlenkataster von Venezia Giulia, der dem Klassiker "Duemila Grotte" zitiert wird, die Nummer 19, was auch das lange Bekanntsein der Höhle dokumentiert. Im Jahre 1633 betraute der damalige Besitzer, ein Graf Petazzi, die Pfarrei von Lokev mit ihrer Verwaltung. Als 1748 J.A. Nagel im Auftrag des damaligen Kaisers Franz I. durch die Gegend des Karstes reiste und insgesamt 17 Höhlen besuchte, kam er natürlich auch in diese Höhle. Nach seinem Dafürhalten war sie die schönste allen, was etwas heißen muß, hatte er doch einen sehr guten Vergleich. Den Höhepunkt der Besucherzahlen erreichte man Mitte des 19. Jahrhunderts, als von Triest und Rijeka her die Touristen nur so strömten, nichtzuletzt Schiffsreisende, die einen Landausflug unternahmen. Um die Attraktion der Höhle noch zu erhöhen, schuf man im ersten großen Raum der Höhle eine Tanzfläche und organisierte auch dort Tanzveranstaltungen. Ob da wirklich gute Stimmung aufkam, wenn in der kalten Höhle die Musik erschallen ließ?
Im Jahre 1830 sprengte man das damalige Höhlenende frei und gelangte so in schöne neue Teile, die vor allem eine Besonderheit hatten: Sie waren noch nicht so stark vom Ruß der Fackeln geschwärzt wie die schon lange bekannten Räume. So kamen die natürlichen Farben der Höhle viel stärker durch. 1963 gelang dann Höhlenforschern ein weiterer Coup und sie fanden die "Fabris' Höhle", der noch heute nur Höhlenforschern mit entsprechender Ausrüstung zugänglich ist und der noch die schönsten unzerstörten Höhlenformen aufweist. 1926 waren die speläometrischen Daten noch 126 m Tiefe und 542 m Länge, Wenn es noch stimmt, dann gelten heute 180 m Tiefe und 1.300 m Länge als gegenwärtiger Wert.

Im Herbst findet alljährlich eine Literaturtagung statt. Die Verleihung der Preise geschieht im Tanzsaal der Höhle.

Zugänglichkeit:

from 1st May to 30th September: every Sunday at 10h, 15h, 17h

from 1st Oktober to 30th April: every Sunday at 15h

for organised groups also during the week; for reservation call: +386 51 648 711
or write e-mail to
vilenica@siol.net"

 

Die "Tanzenden Feen"
in der Höhle

aus: Vilenica. Slovenska
ljudska pripoved

Die Vorlage stammt
wahrscheinlich von
Alberto Rieger und
wurde um 1850
erstmals gedruckt
Das Original dazu
ist eine Lithographie
von Alberto Rieger
und wurde um 1850
erstmals gedruckt
Die "Höhle von Corniale"

J.A. Nagel in der Höhle,
1748
   
Die Steinplastiken von Marco Pogacnik
vor der Höhle - der Eingang ist
zwischen Steinen im Hintergrund
 
Ein Blick nach draußen
13. Oktober 1973
 
Im Bild: Christian Deubner
 
 
 
Im Teil jenseits der
Schauhöhle
1. November 1992
 
 
 
Februar 2010
 
 
 
 
Die Landschaft in der Umgebung

Literatur:

Radacich, Maurizio LE CARTOLINE A SOGGETTO SPELEOLOGICO DELLA GROTTA DIE CORGNALE (VILENICA), TUTTOCAT Dicembre 2003, Trieste 2004, p 27ff.
Bertarelli, L.V., Boegan, E Duemila Grotte, TCI, Milano 1926, S. 332
Hofmann, Peter und Gabi KRAS - Wege im Klassischen Karst Teil VII, Jama Vilenica, DER SCHLAZ 83-1997, S. 30ff.
Agapita, G. La grotta di Corgnale, Trieste 1802
Gams, Ivan Vilenica and Dimnice, Postojna 1965
Choppy, Jacques cavernes et légendes, Mémoire du Spéléo-club de Paris n° 28, Paris 2004

 

Links:


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