Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Landschaft und Höhlen in Irland


Burren

Caves of Maghera

Höhlen zwischen Loch Corrib und Loch Mask

Brandungshöhlen am Slea Head


Irland sei heute ein Land geworden, das vom "fröhlichen Prosperieren" gekennzeichnet sei, so der Herausgeber des neuesten MERIAN-Heftes über Irland, Holger Schnittgerhans. Überall entstehen neue Schnellstraßen, entstehen Industriegebiete, Siedlungen. Hier gleicht es sich immer mehr dem Trend in der übrigen Welt an. Auch hier wandert die alte Kultur langsam ab in eigens dafür geschaffene "heritage centers", wo man sie, neu aufgebaut, wieder bewundern kann.

Was nicht transportierbar ist, das ist die Landschaft, das Meer, der Himmel. Die sind immer noch da, wo sie immer waren - und können noch immer den Naturfreund begeistern.

Wer sich für "Höhlen" begeistern kann, der an einigen Stellen der "Grünen Insel" Plätze, wo es sich lohnt zu halten. Am leichtesten sind die Schauhöhlen zu finden, die es verstreut über die ganze Insel inzwischen gibt. Richtige "Höhlenforscher" wird es vor allem in zwei Regionen ziehen, in den Burren im County Clare und in die Region Fermanagh/Cavan im Norden.

Und wer einen etwas weiteren Höhlenbegriff hat, der auch "Körperhöhlen" einschließt, für den gibt es an so mancher Kirchen- und Schloßmauer Überraschungen, die sheela-na-gigs.

Aktueller Anlaß für diese Webseite war mein Kurztrip nach Limerick Ende Februar 2004. Mein Sohn Michael studiert zur Zeit dort an der Universität und ich habe ihn dort im Kilmurry Village besucht. Ein wunderbares Wetter, das zwischen Schneesturm und sunny spells hin und her schwankte, trug sehr dazu bei, daß ich nur wehwütig wieder von dort Abschied nahm. Von Einzelheiten dieser Reise wird auf den Spezialseiten zu lesen sein.

Die günstige geographische Lage führte dazu, daß ich bei Schauhöhlen vorbeischauen konnte, Crag Cave und Mitchelstown Cave.

Auf dem Weg zur Dingle-Peninsula zeigen große Wegweiser heute deutlich, wohin man fahren muß, will man zu dieser noch relativ jungen Schauhöhle fahren. Im Februar hatte sie aber noch zu, so daß ich nur etwas von den Außenanlagen mitbekam. Sie verkauft sich als "Ireland's Most Exciting Showcave", was immer das sein soll.

 

In der Mitchelstown Cave war ich schon einmal 1976 gewesen. Sie hat das ganze Jahr über geöffnet, und so kam es, daß wir, das waren Michael, mein nach einem Sportunfall noch immer sehr gehbehinderter Sohn auf seinen Krücken, ich, zwei andere Touristen und unser Führer, der zugleich derjenige war, dem die Höhle gehörte, sich für eine Stunde in den Untergrund aufmachten, der durchaus einen Besuch verdient. Eduard Martel ist auch schon mal dagewesen und hatte einen Plan von ihr gemacht, erfuhren wir von relativ jungen Führer. Ein dickes Manko gabs und darüber haben sich schon mehr Leute aufgeregt. Jochen Dukeck hat sogar eine Webseite über dieses Thema, angeregt durch seinen Besuch dieses Lochs, geschrieben. Worum es geht? Das Höhlenfotographierverbot!

Dabei war die Mitchelstown Cave für mich immer das Paradebeispiel für eine Höhle gewesen, wo eine Höhlenführungskultur gepflegt wurde, die wohl weltweit einmalig gewesen ist. Sie wurde aber vom Vater gepflegt, der heute führende Sohn ist wieder zurückgefallen in die "höhlenführerische Steinzeit". "The ups and downs of life" - in diesem englischen Spruch spiegelt sich die Erfahrung, daß es nicht immer nur aufwärts auf dieser Welt geht! Auch hier.

Was war so besonders? Alleine schon das Finden der Höhle war ein Kunststück. Nirgends wiesen Schilder auf sie hin. Es war schon ein rechtes Herumsuchen, und erst mit viel Glück fand ich ganzzuletzt ein Schild, das auf die Höhle hinwies, als ich schon unmittelbar davorstand. Viele Besucher waren es auch damals nicht. Als ich fragte, ob ich fotographieren dürfte, war die Antwort selbstverständlich: "Yes, of course." Und der Führer hielt mir sogar den Blitz, damit auch die Ausleuchtung noch stimmte. Auf meine leise Anmerkung hin, daß seine Höhle nicht gut zu finden gewesen war, kam als Antwort von ihm: Ich solle doch froh sein, daß das so sei. lhm liege gar nicht daran, daß immer mehr Leute kommen würden. Je weniger es seien, desto mehr Gelegenheit sei vorhanden, sich den einzelnen Besuchern zu widmen. Mir zum Beispiel den Blitz zu halten. Verblüfft war ich, ich gebs zu. Das war richtig noch "Irische Ökonomie", Wirtschaft mit menschlichem Antlitz, die nicht darauf aus war, möglichst viel Geld zu scheffeln in möglichst kurzer Zeit, unsere pervertierte Form der alten "Hauswirtschaft", sondern auch den "nichtmonetären" Faktoren hohen Wert beimißt, z.B. einem guten Gespräch mit einem Fremden und einem Eingehen auf seine Wünsche, wenn es einem möglich ist.

Dort klingelt man, um zu fragen,
ob man in die Höhle kann.

Der Weg zum Eingang
Das Foto einer Höhlenhochzeit
Der Eingangsbereich
Der Eingang
Blick vom Eingang nach draußen
Das Schild des Anstoßes
Noch so eines
Gleichen sich nicht viele Höhlenfotos?

Egal, wo und wie sie aufgenommen wurden!

Eine Versteinerung in der Höhlenwand

Literatur:

Jones, Gareth LI et al The Caves of Fermanagh and Cavan, The Lough Nilly Press, Florencecourt 1997
Coleman, J.C. The Caves of Ireland, 1965
Oldham, Tony The Caves of Co. Cork

Links:

http://www.cavingireland.org/

http://www.cragcave.com/

http://www.irish-net.de/

http://www.irlandguide.de/

 

Eine Literaturempfehlung


Ist die "grüne Insel" wirklich ein Patchwork unverdorbener Landschaften? Hat jedes Dorf einen Pub? Was blieb von den Kelten? Diesen und anderen Fragen ist unser Autor nachgegangen. Dabei ist ein Buch entstanden, das dem Leser ermöglicht, die guten Erfahrungen teilen zu können und die schlechten nicht selbst zu machen.
  Braun, Ralph-Raymond, Irland, 760 Seiten, 6. Auflage, 24,90 €
 

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