Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

 Speläologisches in Frankreich


Grande Chartreuse / gouffre Pierre, Meuse, 1996


Frankreich - Links


"Tout est l'abîme." Baudelaire in Fleurs du mal


Frankreich, La France

.. das erste Land, in dem ich Ferien machen durfte und das etwas weiter weg gewesen war als die österreichischen Nachbarn, an der Côte-d-Azur bei Nizza am Meer um 1960 mit dem Zelt zu fünft im VM-Cabrio mit dem Onkel und seiner Famlie, später eine Trampreise, solo, per Anhalter bis nach Marseille ins Hafenviertel und schnell wieder hinauf, über die duftende Ardéche, nachts unter einer Brücke mir das Nachtlager mit Ratten teilend,......wunderbare Nächte unter freiem Sternenhimmel am Lagerfeuer an einem Fluß mit Freunden, dessen Namen wir nicht einmal kannten, gastfreundlichst aufgenommen wurden von französischen Höhlenforscherfreunden, später mehrere Wochen hindurch zu Fuß auf dem Jakobsweg unterwegs von Genf bis zur Grenze in den Pyrenäen in 4 Abschnitten, ein Bild hinter alle Kulissen, und immer gute Erfahrungen gemacht.. Auch ein schlechtes Gewissen bekommen.... im Resistancemuseum im Vercors beim Blick auf den Schreibtisch mit den Folterinstrumenten zum Beispiel....Frankreich ein Mikrokosmos...

Ein knapper Vergleich:

  Deutschland Frankreich
Fläche 357 000 km²                                  632 000 km²
Bevölkerungszahl 83 Mill². 67 Mill. 
Bevölkerungsdichte 233 Einwohner pro km² 106 Einwohner pro km²
Politische Gliederung 16 Bundesländer Einheitsstaat
Ballungsgebiete/Agglomeration Berlin 3,6 Mio, Hamburg 2,8 Mio, München 2,2 Mio Paris 12, 5 Mio, Lyon 2,3 Mio, Marseille 1,7 Mio.
Wirtschaftsleistung 4,6 Bil USD 3,2 Bil USD
Höchster Berg Zugspitze 2963 m ü. NHM Mont Blanc 4.810 m ü. NHM

45 Prozent der Landfläche Frankreichs ist verkarstungsfähig, in allen Departements Frankreichs findet man Höhlen. Von Höhlen, die bis weit unter den Spiegel des Mittelmeeres führen, reicht die Palette bis zum Mont Blanc mit seinen Gletscherhöhlen. Neben den vielen Höhlen im Kalkgestein finden wir auch solche in vulkanischen Gesteinen, im Granit, im Sandstein, im Gips, in metamorphen Gesteinen wie Schiefer, Gneiss und Quartzit und im Eis der Gletscher.

Ein Blick in die "Hitliste", lt. Bob Gulden, im Januar 2021:

Die Längsten

Reseau Felix Trome/Henne-Morte / Coume Quarnede Haute-Garonne 105 767 m  / 1 004 m
Gouffre de la Pierre Saint Martin -gouffre des Partages Pyrenees-Atlantiques / Pierre Saint-Martin 83 649 m / 1 408 m
Reseau de l'Alpe Isere / Savoie / Chartreuse 67.272 m / 655 m

Die Tiefsten:

Gouffre Mirola / Lucien Bouclier Haute Savoie / Samoens 13.000 m / 1 626 m
Reseau Jean Bernard Haute Savoie / Haute-Giffre 25.512 m / 1.602 m
Gouffre de la Pierre Saint Martin -gouffre des Partages Pyrenees-Atlantiques 83 649 m / 1 408 m

Da Höhlen in manchen Gegenden ubiquitär sind, sind sie auch schon immer von Menschen aufgesucht und genutzt worden. An vielen Plätzen finden sich Spuren schon aus der Frühzeit des Menschen als Wohn- und Kultplatz. Viele viele Höhlen mit Bildern an den Wändern sind inzwischen wieder bekannt.

1765 fand eine der frühesten schriftlich überlieferten Befahrungen einer französischen Höhle statt, der grotte de Miremont (Dordogne), bei sogar schon ein Plan gezeichnet wurde. Auf den 28. Juni 1888 wird gerne der Geburtstag der französischen Speläologie verlegt, der Tag, an dem es Eduard Martel und seinem Team die erste erfolgreiche Durchquerung der Bramabiauhöhle gelang. Viele weitere bedeutende Höhlenforscher folgten: L. Armand, Robert de Joly, Louis Balsan, Norbert Casteret, Pierre Chevalier, Felix Trombe...

1895 wurde der erste französische Dachverband der Höhlenforscher von Martel gegründet, der 1963 mit einer zweiten Organisation, der Societe Speleologique de France fusioniert wurde, und nun als Fédération Francaise de Spéléologie, FFS, agiert. In 450 Clubs sind die ca. 6.000 Mitglieder organisiert.

1981 erschien eine erste moderne Gesamtdarstellung der größten französischen Höhlen von C. Chabert, Les Grandes Cavités Francaises, die 2.000 Objekte umfaßte. Inzwischen hat sich da schon wieder viel geändert.

In einem reichen Kulturland wie Frankreich ist es kein Wunder, daß auch der Mensch IN der Erde seine Spuren hinterläßt. Vereinfacht spricht man von der Welt der "Künstlichen Höhlen". Von einzelen kurzen Stollen bis zu ganzen Städten unter der Erde gibt es fast alles. Eine Gruppe von Spezialisten dafür hat sich unter dem Kürzel "SFES - Société Francaise d'Etude des Souterrains" organisiert und veranstaltet jährlich einmal ein Kongreß in einem anderen Landesteil. Interessenten können sich jederzeit dorthin wenden.

Ein kleiner Bildspaziergang durch die Höhlenwelt Frankreichs..

Ardèche

Bei Vallon

 

goule de Foussoubie

 

Ariège

Bei Tarascon

 

Mas d'Azil

Doubs

 

 

Bournois

Dordogne

Vezere-Tal

Lascaux IV

Drôme

Vercors-Plateau

Brudour

 

 

Essonne

Fôret de Fontainbleau

Coquibus

Gard

Bei Collias am Gard

Cocalière

Hérault

 

Demoiselles

Isère

Charmant Som

Réseau de Dent de Crolles

Korsika

Sabara

grotte de Brando

Meuse

Trois-Fontaines

Rupt-du-Puits

 

..in Vorbereitung

 

 

 


Einzeldarstellungen.

  Süden Frankreichs, Streifzüge durch den
  Streifzug durch die Pyrenäen - drüber und drunter
  Doubs, Landschaft und Höhlen im Departement
  Jura , Landschaft und Höhlen im Departement
  Ile-de-France, Landschaft und Höhlen in der
  Korsika, Landschaft und Höhlen auf
  Elsass, Landschaft und Höhlen (auch künstlich) im
  Lot, Landschaft und Höhlen im Département
  Dordogne, Landschaft und Höhlen im Département
  Puy-de-Dome, Landschaft und Höhlen im Département
  Alpen, Landschaft und Höhlen in den Französischen
Meuse, Speläologisches im Departement
Loire, Höhlenwohnungen an der
   
  Etretat - im Schatten der großen Naturbrücken
  Huelgoat - ein Granithöhle in der Bretagne
  Wo der Sand rieselt: Grotte de Sainte Barbe, Lothringen
  Grotte de Nichet, Ardennen
  Arcy-sur-Cure, Yonne
  Les Grottes Pétrifiantes de Savonnières, Indre-Et-Loire
  Grotte de l'Observatoire, Monaco
Les Grottes de La Balme, Isère

     
     

Literatur:

Aellen, V., Strinati, P. Die Höhlen Europas, München 1977
Audra, Philippe, responsable d'édition Grottes & karsts de France, KARSTOLOGIA Mémoires 2010, Nr. 19
Chabert, Claude LES GRANDES CAVITÉS FRANCAISES; 1981
Chabert, Claude Atlas des Cavités non calcaires du Monde, UIS 1997
Courbon, Paul, Chabert, Claude Atlas des Grandes Cavités Mondiales, UIS FFS, 1986
Gauchon, Christophe Des cavernes & des hommes, KARSTOLOGIA mémoires n° 7-1997, Chambéry 1997
Martel, Eduard La France ignorée, 1928
Minvielle, Pierre Guide de la France souteraine, Tchou, Éditeur, 1970
Minvielle, P. Grottes et Canyons, Ed. Denoel, Paris 1977

Links:

https://www.france-voyage.com/frankreich-tourismus/grottes-panorama.htm

https://www.komoot.de/guide/209751/hoehlen-in-frankreich

https://www.suedfrankreich-netz.de/165/Hoehlen-und-Grotten.html

https://ffspeleo.fr/ FFS - Französischer Dachverband

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