Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Karstwanderungen im
Dachsteingebiet


"..alles ist rhizomatisch - wirr aber zusammenhängend, einander verbunden, auch im eis des dachsteingletschers findet man sand aus der sahara.." Aus dem Covertext von Hubert von Goiserns CD "Ausland"


Der Dachsteinhöhlenpark


Wie hoch ist der "Dachstein"? Früher haben wir gedacht, daß es nichts Unveränderlicheres geben würde, als die Berge. Darauf fußte unser Gottesbild!

Im Religionsunterricht hatte man uns den Spruch von Petrus "beigebracht", daß er der Fels sei, auf den man gar eine Kirche errichten könne. Also darf man doch erwarten, daß wenigstens die Höhenangabe für den höchsten Punkt dieses großen Kalkgebirges an der Grenze von Oberösterreich und der Steiermark ein solches solides "Datum" ist - oder etwa nicht? Jedenfalls habe ich auf einer Tafel an der Krippensteinseilbahn auf einmal den Wert "3.003" als Höhenangabe für den Gipfel gefunden, was mich doch einigermaßen überrascht hat. Denn schon der Blick auf die Freytag&Berndt-Karte des Dachsteins zeigt mir 2.995 m als Referenzwert. Hat man auf einmal vielleicht die Spitze des Gipfelkreuzes aus Konkurrenzgründen als Richtwert genommen? Um sich auch bei den Höhenangaben etwas höher positionieren zu können im knallharten Wettbewerb um die modernen Geldkühe, die Touristen?

Auch unter der Erdoberfläche ist der Dachstein "erste Sahne". Mit der Entdeckung der heute weltweit bekannten Höhlen bei der Schönbergalm, der Rieseneishöhle und der Mammuthöhle um 1910, und deren Erschließung für den Tourismus, hat man eine Goldgrube geöffnet. Nicht weit davon entfernt wurde dann die Hirlatzhöhle erforscht, die dann bis zum Beginn des neuen Jahrtausends Österreichs längste bekannte Höhle mit ihren über 100 km war, ehe sie vom Schönbergsystem im nahen Toten Gebirge "entthront" wurde. Neueste Forschungen in der schon lange bekannten Südwandhöhle geben zu größten Hoffnungen Anlaß, daß bislang nur ein kleiner Teil der Unterwelt dieses großen Karstgebirges bekannt ist. Keiner weiß heute, was sich da im Innern eines der klassischen Höhlengebiete der Erde in Wirklichkeit noch verbirgt.


Es folgen einige Berichte, die im Laufe der Jahre entstanden sind, als ich mit dem Dachstein in Berührung gekommen bin.


Vom Krippenstein zur Guttenberger Hütte, zur Brünner Hütte und zurück zum Krippenstein - Wege, glücklicherweise, (noch immer) zurück in die Stille.


Wanderung durch den Südostteil des Dachsteins vom Schladming aus / 2007


Vom Krippenstein zur Simonyhütte und über das Wiesberghaus hinunter nach Hallstatt / 1999


Karstriesenquellen am Nordwestfuß des Dachsteins / 2013


 

Höhlenforschungswoche am Hirlatzplateau 1985

Schaubergerschacht

in Vorbereitung


Literatur:

BAUER, F. Die unterirdischen Abflußverhältnisse im Dachsteingebiet, Graz 1989
Behm, Michael, Plan, Lukas, Seebacher, Robert, Buchegger, Gottfried Dachstein, in: Spötl, C., Plan, L., E. Christian (Hrsg.), Höhlen und Karst in Österreich. - Linz 2016 (Oberösterreichisches Landesmuseum): 569-588
BOCK, Hermann, Georg Lahner, Gustav Gaunersdorfer  Höhlen im Dachstein und ihre Bedeutung für die Geologie, Karsthydrographie und die Theorien über die Entstehung des Höhleneises. Dem Andenken weiland Prof. Friedrich Simonys gewidmet. Graz 1913.
Fink, Dr, Max H. Exkursion - Karstformen und Karstentwicklung, in: Höhlenkundliche Vereinsmitteilungen Hallstatt-Obertraun, Jahrgang 9 - Sonderheft 1982, S.32ff.
Freund, René Aus der Mitte - Skizzen aus dem Salzkammergut, Picus Lesereisen, Wien 1998
HARTMANN, W. Dachstein- Mammuthöhle: 50 km Länge erreicht (Kat.Nr. 1547/9a-n). –In: Die Höhle. 47. Jg. Heft 1, S. 1-7
HERLICSKA, H., LORBEER, G., et al. Pilotprojekt "Karstwasser Dachstein"- Band 1: Karstwasserqualität.- In: Monographien Bd. 41. (Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie). Wien 1994
Greger, Walter, Seethaler, Peter, Wimmer, Maximilian Die extreme Hochwassersituation Anfang August 2002 in der Hirlatzhöhle, im Vergleich mit hydrographischen Daten des Dachsteingebirges, Die Höhle 2004, S. 3ff.
Leutner, Norbert Der Stand der Höhlenforschung im Jahre 1982, I - 3
Mandl, Franz Dachsteinalmen. Gjaid und Taubenkar mit dem Hallstätter Gletschervorfeld. Oberösterreich, in: ALPEN Festschrift 25 Jahre ANISA Verein für alpine Forschung, Haus i.E. 2006, S. 159f.
Mandl, Franz Der Hallstätter Gletscher. Alte und neue in: ALPEN Festschrift 25 Jahre ANISA Verein für alpine Forschung, Haus i.E. 2006, S. 202f.Forschungen,
Mandl, Franz, Mandl-Neumann, Herta Wege in die Vergangenheit rund um den Dachstein, Wanderungen und Bergtouren, Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien 2009
Meyer, Ulrich, Hübner, Peter Neue Forschungsergebnisse aus der Hirlatzhöhle, Die Höhle 2004, S. 104
Pfarr-Stummer Die längsten und tiefsten Höhlen Österreichs.-Wiss.Beiheft zu "Die Höhle" Nr. 35, Wien 1988

Internetlinks:

Allgemein

Speläologisch:

 


 


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