Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Das Karstgebiet von Brislachallmet-Kaltbrunnental, CH


Im Eingang der Ibachhöhle, 26.5.2005


2005 In der Nähe von Zwingen, 20 km südlich von Basel, im Laufental, liegt ein reizvolles kleines Karst- und Höhlengebiet. Als letzte Stufe eines längeren Erforschungsprozesses ist dort offenbar geplant einen höhlenkundlichen Lehrpfad dort zu errichten. Erste Zeugen davon sind 3 Schautafeln, die an den entsprechenden Stellen den Wanderer genauestens über das informieren, was da zu sehen ist. Er sieht sogar noch viel mehr, weil die Frucht einer zähen und ausdauernden Arbeit ist, die dort in den letzten Jahren von Höhlenforschern geleistet worden ist. Sogar die Kilometergrenze wurde in einer Höhle dort schon überschritten, im Bättlerloch. All das wird dargestellt mit Plan, Beschreibung und Fotos.

Viele dieser Höhlen sind schon seit Urzeiten bekannt, weil sie leicht zu erreichen sind. Als man 1874 die Bahnstrecke von Basel nach Delémont anlegte, entdeckte man in einer Höhle bei Liesberg erstmals prähistorisches Material. Davon angeregt wurden 1883 in der Heidenküche im Kaltbrunnental Grabungen durchgeführt und ebenfalls Funde gemacht. 1969 begann die SGH Basel mit der Erforschung des Bättlerlochs. Nicht weit davon entfernt liegt im Wald eine Ponorhöhle, der Schällbachponor, der ständig das Wasser eines Bächleins aufnimmt. Bemerkenswerterweise kommt es aber nicht dort wieder zum Vorschein, sondern erst wieder im Kaltbrunnental. Färbeversuche mit einer Stelle im Felsen dort. Mittels Herrn Nobels Wundermittel wurde der Eingang zugänglich gemacht, Abpumpunternehmungen und Tauchversuche waren erfolgreich. Heute ist die "Versturzquelle" ein 500 m langes Höhlensystem. Auch in der Ponorhöhle kam man erst nach Einsatz harter Mittel vorwärts. Heute sind dort 1 km Gangstrecken bekannt.

Wer seine Augen aufmacht, der kann auf diesem Weg noch mehr reizvolle kleinen Höhlen sehen: die Kohlerhöhle, die Ibachhöhle, die Doppeldoline im Schäll usw..

Ein schöner erlebnisreicher Spaziergang, der (noch etwas schlecht beschildert ist im Moment - so habe ich früher einmal geschrieben!) seit 2013 als Karstlehrpfad Brislachallmet öffentlich ausgewiesen ist

Im Laufental
Am Weg zum Bättlerloch
Bettlerküche
Die Informationstafel

beim Bättlerloch

Auf der Brislachallmet

Kaltbrunnental
Die "Versturzquelle"
Die Kohlerhöhle
 
 

Ibachhöhle

Doppeldoline im Schäll
Der Schällbachponor

2018 Zur Vorbereitung eines Treffens der Interessengemeinschaft Höhle-Religion-Psyche waren wir unter der Führung Martin Heller wieder einmal in dem Gebiet. Für Martin war das ein tiefes Eintauchen in die Vergangenheit. Dort hat er schon viele echte Höhlenforschungstage verlebt und zusammen mit den Kameraden auch nennenswerte Erfolge erzielt. Es war nur wenig Zeit für ein gründliches Besuchen der Gegend, nur ein kurzes Hineinschmecken war möglich. Immerhin hatten wir einen prachtvollen Herbstnachmittag erwischt, wo die Sonne immer wieder kraftvoll in das Dunkel der Schlucht hineinleuchtete. Bei der Versturzquelle wurde umgekehrt, um rechtzeitig wieder beim Parkplatz zu sein. In ein paar kleine Höhlen haben wir hingeschaut, die Ibachhöhle und die Schindelbodenhöhle.

Für das nächste Jahr ist eine ausführliche Tour geplant.

Versturzhöhle
Schindelbodenhöhle

 


Literatur:

Bäuchle, Jörg & Volker Karstphänomene rund um Zwingen, Stalactite 52, 1, 2002, S. 15ff.
Bitterli, Thomas Höhlen der Region Basel-Laufen, Speläologisches Inventar der Schweiz Band III, 1996

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