Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Der Jakobsweg durch Spanien
- mit den Augen eines Höhlenforschers gesehen



San Juan de la Pena, Aragonien


"Friedrich Nietzsche unterschied zwischen den ersessenen Wahrheiten, die sich am Schreibtisch einstellen, und den ergangenen , die nur dem zufallen, der zu Fuß unterwegs ist." (Süddeutsche Zeitung 21./22. Mai 2011, S. 16 / Das Maß des weiten Raumes)


Spanien 1 Saint-Jean-Pied-de-Port bis Burgos Camino Francés

Spanien 2 Burgos - Santiagode Compostela


Es gibt ein speläologisches Highlight im Zusammenhang mit dem Jakobsweg in Spanien, das allerdings nicht an den heutigen Hauptwegen liegt: den Tunnel von San Adrián. Er ist ein entscheidendes Teilstück, wenn man auf der nördlichen Variante des Jakobswegs zwischen San Sebastian und Vitoria-Gasteiz unterwegs ist. Zwischen Zegama und Zalduondo kommt man einem Karstmassiv mit dem Namen "Aitzgorri" vorbei. Es bildet die Grenze zwischen den spanischen Provinzen von Gipuzkoa und Alava und stellt die einzige Möglichkeit dar, an dieser Stelle die Kalksteinmauern zu durchqueren.
 
Es geht durch eine 70 m lange Höhle. In der Höhle steht heute eine Kapelle, die Sancti Spiritu heißt und kaum 100 Jahre alt ist. Schon im 11. Jahrhundert soll es hier eine Kirche gegeben haben. Der Weg durch die Höhle war schon vom 11. bis zum 13. Jahrhundert eine beliebter Übergang für Jakobspilger. Bis ins 18. Jahrhundert war der Durchgang am einem der wichtigsten Verbindungswege zwischen Madrid und Spanien und entsprechend wichtig. Sogar Pferdegespanne wurden hier durchgeschickt. Entsprend wichtig war die Straßenerschließung. Noch heute existiert teilweise der einstmals gepflasterte Weg.

http://www.rutasdelalana.eu/mapa/detalle_recurso.jsp^rec_id=20.htm

http://aunamendi.eusko-ikaskuntza.eus/artikuluak/artikulua.php?id=eu&ar=103571


 

In Nordspanien im Juni 2011

Auf dem Weg
   
Ein "Pilgerhotel"
 
In  Atapuerca
 

Im Septemberg 2018 habe ich mich wieder aufgemacht, die "Reststrecke" von St. Jean bis Compostella etwas zu verringern. Das Jahr zuvor hatte ich das auch schon vorgehabt, aber da hat mich eine Augenoperation bewogen, lieber etwas ruhiger zu bleiben. Diesmal paßte aber wieder alles und fast 3 Wochen standen zur Verfügung. So bin ich losgezogen.... und heil wiedergekommen.

Im Frühjahr 2019 möchte ich die "Gestalt" vollenden - nach über 2000 km Fußmarsch von Gröbenzell bis nach Compostella. Ich kann es nur jedem empfehlen, auch etwas Ähnliches anzufangen. Jeder geht "seinen" Jakobsweg. Viele fangen an, hören wieder auf, machen weiter, mancher kommt bis zum Ziel. Aber was ist dann? Mancher geht zu Fuß wieder zurück. So mancher wiederholt den Weg. Manche beginnen, darauf zu leben. Ich habe einen Mann getroffen, der seit 11 Jahren sich dauernd darauf bewegt - hin und her. Eine Amerikanerin äußerte: "The camino is my home." Heimat ist da von einem definierten Ortsbegriff zu einer Lebensweise geworden. Wo führt das noch hin?


Literatur:

Büscher, Tobias, Höllhuber, Dietrich Spanischer Jakobsweg, DUMONT, Ostfildern, 4. Auflage 2018
Drouve, Andreas Der Jakobsweg, Insel Verlag, Frankfurt am Main und Leipzig 2005
Joos, Raimund Spanien: Jakobsweg Camino Francés, OUTDOOR, 19. Auflage 2016
Kasper, Michael Nordspanien: Jakobsweg durch den Tunnel von San Adrián Weg der Transhumanz, OUTDOORHANDBUCH, Welver 2005
Schulte-Kellinghaus, Martin, Spiegelhalter, Erich Abenteuer Jakobsweg, Stürtz-Verlag,

Links allgemein:

http://www.jakobs-weg.org/spanien/

http://www.jakobsweg.de/caminofrances/

Links speläologisch:

Arantzazu

Speläologisches am Jakobsweg


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