Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

 

Elmar Hammerschmidt gestorben!


 

Am 27. Juni 2016 ist Elmar verstorben. Auf der Verbandstagung Im Harz haben wir uns noch bestens unterhalten, jetzt mußte ich den kurzen Nachruf auf ihn auf der Homepage des Verbandes lesen! Keiner weiß wirklich, wann er gehen muß. Auch wir nicht, die wir noch am Leben sind. 

Ich hatte schon einmal ein sehr seltsames Erlebnis mit ihm. Es war anläßlich der Verbandstagung 1997 in Garmisch-Partenkirchen, als ich als Vorsitzender des Vereins für Höhlenkunde in München das Ganze organisatorisch hauptsächlich verantwortete. Ich hatte von einem Bekannten gehört, daß Elmar vor kurzem gestorben sei - und dann das "kleine Wunder", da stand er plötzlich wieder vor mir, höchst lebendig. Das war wie eine Wiederauferstehung. Die Nachricht war einfach falsch gewesen.

Elmar war genauso wie ich an der menschlichen Seite der Höhlenforschung sehr interessiert. Das führte dann auch 2008 dazu, daß er uns für die Tagung Höhle-Religion-Psyche einmal zur Dechenhöhle einlud. Er hatte alles bestens organisiert und die Begegnung wurde ein voller Erfolg > HÖREPSY 2008 bei der Dechenhöhle.

Nachdem er die Arbeit an der Dechenhöhle aufgegeben hatte, die ihn voll erfüllte, hätte er jetzt mehr Zeit gehabt, auch einmal wieder bei uns mitzumachen. Allein, es ist anders gekommen. Er ist uns nun einen großen Schritt voraus - das größte Rätsel am Ende des Lebens, der Tod, er kennt nun die "Lösung", falls es sie überhaupt gibt.

Im Juni 2016 kamen wir von einer Höhlentour ins Hagengebirge zurück. Eine Teilnehmerin in eine Höhlenforscherin aus Berchtesgaden. Sie wollte ihren Vater besuchen und erfuhr gerade noch rechtzeitig, daß ihr Vater seit 2 Tagen abgängig war. Wir fuhren sofort hin und kamen gerade noch rechtzeitig, bevor die Polizei und die Feuerwehr gewaltsam das mit dem Schlüssel von innen verriegelte Schloß der Eingangstür öffnete. Nach 1 Minute war klar, was passiert war. Der Vater war gestürzt und lag tot im Hausgang. Der Nachbar, der die Nothelfer verständigt hatte, war ein alter Bergwachtler und hatte schon bei mindestens 100 Rettungseinsätzen mitgewirkt. Als er gefragt wurde, ob er nicht ins treten wolle, um den Toten ein letzes Mal zu sehen, lehnte er höflich ab. Er wolle sich lieber eine Erinnerung bewahren, wo sein Nachbar noch lebendig gewesen war. Eine lebenskluge Entscheidung.

So bewahre auch ich mir ihn im Gedächtnis, als lebensfrohen, freundlichen Menschen.


Elmar  bei der Kartenkontrolle / Beim Klangsteinspielen in der Höhle

 

 



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