Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Dem gedruckten/geschriebenen Wort glauben?



Hier ist die Diskrepanz schnell sichtbar: Ein Berggipfel mit der Bezeichnung "Kluterhöhle (Westphalie)" aus: Adolphe Badin, Grottes & Cavernes 1876


"Und daher haben wir die Geschichte erfahren, die doch erlogen sein könnte, wenn sie auch gedruckt ist." H.C.Andersen, Der Wettspringer


Soll man dem, was da alles geschrieben und gedruckt wird, glauben? Eine gesunde Skepsis immer angebracht, auch den eigenen Werken gegenüber. Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten, daß man "aus falsche Gleis" gerät.

Es lohnt sich, ein paar dieser Fehlleistungen nachzugehen, auch in der höhlenkundlichen Literatur und der, die sich mit dem Thema "Höhle" beschäftigt.

Gründe für die Fehlleistungen:

- oberflächliches Arbeiten

- fehlende Sachkenntnis

- Schreibfehler

- ....absichtliches Fehlleiten......

 


Ein paar Beispiele dazu:

Quelle: Text Kommentar
 Sörgel, Stefan (2023): Im Interview: Fritzi und Jörg Obendorf - Schillernde Urgesteine der Höhlenforschung, Der Fränkische Höhlenspiegel 65-2023, S. 74 ff. "Leopold Wiener...Dieser ist in der Fürstenbrunner Quellhöhle ertrunken.."  Es ist egal, wie die Höhle unter uns heißt, wo Poldi einst ertrunken ist. Nur das, was da passiert ist, zählt. Aber es war im Scheukofen, nicht weit davon entfernt. Ich vergesse den Moment nie, denn ich war, leider, dabei. 
../hoehlen/A/sb/hagen/scheu/scheu.htm 
Römerreste und Bauernbrot - In der Gegend um Schöngeising lässt sich Geschichte erfahren, VAF, Süddeutsche Zeitung Nr. 191, 19. August 2016, Landkreis Fürstenfeldbruck, R8 "Wer auf den Spuren der Römer wandelnd noch Lust auf einen Abstecher in einen anderen Teil lokaler Geschichte hat, kann zwischen Schöngeising und Grafrath die Sunderburg besichtigen: Wo sind in der Bronzezeit eine Höhlensiedlung befand, wurde im Mittelalter eine Turmhügelburg errichtet. Während von den Mauern heute nichts übrig ist, lassen die Anhäufungen und Senkungen im Waldboden noch ein wenig von dieser Vergangenheit erahnen." Der Fehler besteht in einem einzigen Buchstaben, dem "l" in Höhlensiedlung. Es handelt sich nämlich um eine "Höhensiedlung", da war nie etwas unter der Erde angelegt. Auch im WIKIPEDIA-Beitrag steht: Höhensiedlung! 

siehe: http://www.kraftvolle-orte.de/uebersicht-der-kraftvollen-orte/burgen/sunderburg/

Zwischen Neckar und Donau - DuMont Kunst-Reiseführer
W. Dettelbacher, Schauberg 1976
"Vier größere begehbare Höhlen liegen zwischen Prunn und Kelheim, so die Kastlhänghöhle zwischen Prunn und Essing, die Klausenhöhle gegenüber Essing, die Fischleitenhöhle bei Mühlbach und die bekannteste, das Schulerloch bei Oberau oberhalb Kehlheim." S. 182 Um diesen Fehler zu bemerken, muß man sich auskennen. Die Fischleitenhöhle bei Mühlbach liegt nicht zwischen Prunn und Kehlheim, sondern viel weiter altmühlaufwärts zwischen Dietfurt und Riedenburg, bzw. etwas genauer, zwischen Mühlbach und Meihern. 
http://www.uf.uni-erlangen.de/wp-content/uploads/hattermann.pdf
Dr. Friedrich Oedl, Die Höhlen der Ostalpen, in: Die Höhle in Sport Wissenschaft und Kunst, Verlag Der Alpenfreund, München 1922 "Der zwar ebenfalls aus Triaskalken bestehende Hohe Göll ist auffallend höhlenarm. Es sind nur bekannt: die Durchgangshöhle am Wege zur Purtschellerhaus....die Malerwinkelhöhle am Malerwinkel des Königssees, die Lindwurmhöhle un ddie Abwärtsgrabenhöhle am Gotzenblock und in nächsten Nähe davon die Frauenhöhle."... Mit dem Göll durch das Torennerjoch verbunden, erstreckt sich nach Süden das schwer zugängliche, wildzerklüftete Plateau des Hagengebirges, von dem bisher keine Höhlen bekannt geworden sind..." S. 22 Wer das Gebiet kennt, der sieht sofort, daß Oedl leider keine Ahnung davon gehabt hat. Da sind sicherlich alte Unterlagen durcheinander gekommen und an persönlichen Kenntnissen war nichts da. Alles ab der "Malerwinkelhöhle" gehört zum Hagengebirge! Schon damals waren da einige Höhlen bekannt!
Dr. Friedrich Oedl, Die Höhlen der Ostalpen, in: Die Höhle in Sport Wissenschaft und Kunst, Verlag Der Alpenfreund, München 1922 "Hagengebirge...Salzach abwärts ist die Bruneckerhöhle mit verzweigten Gangsystemen zu nennen." S. 22 Da von der Bruneckerhöhle im Absatz über die Höhlen des Hagengebirges die Rede ist, ist sie diesem zugeordnet. Sie befindet sich allerdings im Gebirgsstock gegenüber, dem Tennengebirge!
mir unbekannter Autor, Die Höhle, München 1922 "Odelsteinhöhle bei Johnsbach...Für den Mineralogen mögen die Eisblüten von besonderem Interesse sein, die sich in der Schatzkammer in zierlich verästelten Gruppen bis zu 50 cm Durchmesser vorfinden." Es fehlen nur 2 Buchstaben: Nicht "Eisblüten", sondern "Eisenblüten"!.
Reithmaier, Sabine Wendelsteinhöhle
"Die Höhle liegt 1711 Meter über heutigem Flussniveau. Irgendwann vor 60 Millionen Jahren muss es hier - so haben Geologen herausgefunden - einen Fluss gegeben haben, der die Karsthöhle formte, existierte hier ein Tal, das 1200 Meter über dem jetzigen Inntal liegt."
Zauber der Zeitlosigkeit, Süddeutsche Zeitung Nr. 126, 5. Juni 2015 R5
Wer findet den Haken? "Über dem heutigen Flussniveau"....Das Inntal ist in 1200 m Höhe, die Angaben von Berghöhen werden auf den Meeresspiegel bezogen. Das tauchen die 500 m Differenz wieder auf!
https://www.l-net.de//b.mayer/gwunder.html Die Georg Wunder Höhle wurde 1722 vom damaligen Höhleninspektor Georg Wunder entdeckt und ist heute nach ihm benannt. Ihr Eingang liegt auf ca... Johann Georg Wunder wurde 1725 geboren...Er hatte sich eine eingehende Kenntnis der Naturerscheinungen im "Gebirg", einschließlich mancher Felsenlöcher erworben, unter anderem entdeckte er 1772 die nach ihm benannte Wundershöhle (C8)..." Illmann, Rosenmüllershöhle 133
Neischl, Adalbert, Die Höhlen der fränkischen Schweiz und ihre Bedeutung für die Entstehung der dortigen Täler, Erlangen 1903 Der jetzige künstlich geschaffene Eingang besteht erst seit 1830, bis dahin mussten die Besucher mittels dieser Leiter von einer Gesteinsspalte aus in die Höhle hinabsteigen. "Die Aufklärung findet sich in den Archivalien: hier wird die Anlage des unteren Einganges eindeutig für 1836 nachgewiesen.....irgendwann später muß jemand sich bei der vielleicht undeutlich geschriebenen Zahl verlesesn und daraus 1830 gemacht haben..." Illmann, Rosenmüllershöhle 135
Geyer, Ernest, Seebacher, Robert, Tenreiter, Clemns, Knobloch, Gerald, Totes Gebirge, in: Spötl et al, Österreich 2016, S. 613 Im Jahre 1978 entdeckten Mitglieder der Forschungsgruppe Höhle und Karst (FHKF) die Schneekegelhöhle und vermaßen sie auf 810 m Länge. Scheinbar makellos - und doch unvollständig und deshalb falsch. Es waren nicht nur die "Nürnberger" dabei, sondern auch die "Münchner" vom Verein für Höhlenkunde in München. Wir haben die Höhle gemeinsam gefunden, insbesondere weil ich den Weg zur Almberghöhle nicht gekannt habe. So kam ich auf die Idee von oben her zur Höhle herabzusteigen, was aber vollkommen daneben war - wie wir heute wissen, aber damals mit der Entdeckung einer ganz neuen Höhle belohnt wurde. 
../hoehlen/A/sm/totes/almberg/schnee/schnee.htm
Siehe auch: Münchner Höhlengeschichte, S. 159
Schubert, Pit, Sicherheit und Risiko in Fels und Eis, Band 2 "Dolinen - eine heimtückische Gefahr" "Eine Doline (veraltet Karsttrichter) ist eine unterirdische Höhle, deren Decke teilweise oder ganz eingebrochen ist." Schubert, Dolinen 31 WIKIPEDIA: Als Doline, Sinkhöhle oder Karsttrichter bezeichnet man eine schlot-, trichter- oder schüsselförmige Senke von meist rundem oder elliptischem Grundriss in Karstgebieten. Ihr Durchmesser schwankt meist zwischen 2 und 200 Metern, kann aber auch mehr als einen Kilometer betragen.
Was hier in Wirklicheit gemeint war, das ist "Schacht". Außerdem: Wer hat jemals das Gegenteil einer "unterirdischen Höhle" gesehen? Das ist wie ein "Weißer SchimKmel". Schimmel sind weiße Pferde. Und eine Höhle ist unter der Erdoberfläche. Das kann nicht gedoppelt werden.
http://www.weber-rudolf.de/steinamwasser.htm * Anm.: das lateinische Wort diluvium bedeutet eigentlich Überschwemmung. Diluvium ist der veraltete Name für Eiszeit, heute Pleistozän genannt. Mit Fauna wird die Tierwelt bezeichnet.) Zur Lektüre empfohlen:
Bolles, Edmund Blair Eiszeit - Wie ein Professor, ein Politiker und ein Dichter das ewige Eis entdeckten, Argon, Berlin 2000

"...Englische Geologen, allen voran William Buckland, hatten mehr als genug Spuren von etwas gefunden, was das Diluvium nannten, Überreste der Sintflut. Diese bestanden vor allem aus versprengten Felsbrocken, aus merkwürdigen Erdschrammen und dem vermeintlich von einer gewaltigen Überschwemmung zurückgebliebenem Gesteinsschutt. Um 1830 wurde es jedoch augenfällig, daß sich das Diluvium nicht Resultat eines einzigen, strapaziösen, 40 Tage währenden Ereignisses sein konnte. Mit der Widerlegung wesentlicher biblischer Stellen erlangte die Geologie langsam den Rang einer ernstzunehmenden Naturwissenschaft.." S. 50

WIKIPEDIA: Subterraneau fiction
https://en.wikipedia.org/wiki/Sub
terranean_fiction
Literature:
..."George Sand used the idea in her 1884 novel Laura, Voyage dans le cristal, in which grotesque monsters are found in the interior of the Earth"
Das Buch erschien schon im Januar 1864 und Jules Verne bediente sich am Plot der Geschichte, ohne Sand gefragt zu haben, um große Teile daraus in dem Meisterwerk "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" einfach wieder zu verwenden. Seine Arbeit erschien am 25. November 1864. 1865 notiert George Sand in ihrem Tagebuch: "Ich leses jetzt die RzMdE (sic). Bislang ähnelt das etwas zu sehr meiner Reise duerch den Kristall." Junkerjürgen, Verne 359
Mit der falschen Jahresangabe kommt man nie auf den Gedanken, daß es da einen Zusammenhang geben könnte.
Mattes, Johannes (2015): Reisen ins Unterirdische "Eindrucksvolles Beispiel für diese neue Exotisierung der Unterwelt stellte der 1846 von Jules Verne (1828-1905) erschienene Roman "Voyage au centre de la Terre" dar, welcher vom Leserpublikum begeistert aufgenommen wurde und auch nach der Höhlenmanie der Romantik in Europa eine regelrechte Faszination des Unterirdischen auslöste." Hier liegt einer der typischen Fehler vor, die schnell gemacht werden - ein Zahlendreher. Man hätte vielleicht selber daraufkommen können, aber das war nicht der Fall. 1828 geboren, 1846 ein Meisterwerk geschrieben, da wäre Verne ein Frühstarter gewesen, denn da wäre er gerade 18 Jahre alt gewesen. Und tatsächlich hat er einen guten Anteil des Plots der Geschichte noch nicht aufgenommen gehabt, um das schon einigermaßen plagiatsmäßig in seine Story einzubauen. Gemeint ist "Laura" von George Sand, der im Januar 1964 erschien schien > siehe obige Anmerkung WIKIPEDIA. 1864 nicht 1846.
Ein "Höhlenmensch" taucht wieder auf - Gespräch mit dem leidenschaftlichen Amateur-Forscher Franz Lindenmayr aus Gröbenzell, Fürstenfeldbrucker Tagblatt  12. August 1998, Nr. 184, S. 4 "1949 in der Oberpfalz geboren, wuchs Lindenmayr in München auf." Was stimmt hier nicht? Eigentlich unwichtig, aber solche Kleinigkeiten führen halt dauernd zu ... was auch immer. 1948 ist richtig. 5. November.
Etwas zu verbergen gibt es da nicht. 
Kayser, Emanuel, Lehrbuch der Geologischen Formationskunde, 1911 "Beispiele derartiger Knochenhöhlen in Deutschland sind die Gailenreuther und Muggendorfer Höhle im Fränkischen Jura, die Baumanns-, Biels- und Hermannshöhle bei Rübeland, die Dechenhöhle unweit Letmathe, die Balver und die Attendorner Höhle in Westfalen, zahlreiche Höhlen der Schwäbischen Alb (Hohlefels im Achtale u.a.) und des Juragebirges." Wer findet den Fehler? Materialreich wird der Begriff illustriert, nur bei "Muggendorfer Höhle" hat der Autor daneben gegriffen. Die gibt es nicht. Im Plural macht der Ausdruck Sinn, im Singular macht er keinen Sinn. Welche von den vielen Höhlen der Umgebung ist gemeint?
../hoehlen/D/fralb/fs/muggen/muggen.htm
Dawkins, Höhlen und die Ureinwohner Europas - die deutsche Übersetzung von "cave hunting" von 1874

 

Der Verfasser war wohl nie selber dort und hat nur aus verschiedenen Quellen etwas zusammengetragen. Die "berühmte Fingas-Höhle" liegt nicht an der Nordküste von Irland, denn sie ist identisch mit der von Staffa.
Klappacher, Walter, Gesamtredaktion, Salzburger Höhlenbuch Band 6, Salzburg 1996 Schlagloch im Weittal 1349/26
Basisdaten: Eh.: 1340 m / Gesamtlänge: 15 m, Horizontaldistanz: 10 m,...Fb.: 1985 / Forscher VH-München (P. Lammerer und Kameraden) - Deutschland
Da ist fast alles richtig. Bis auf den Namen P. Lammerer. Der Peter hat damals von mir die Unterlagen von unseren Forschungen bekommen, incl. des Höhlenplans. Es ist ja nur ein kleines Loch, aber immerhin existiert es. Angestoßen habe ich die Forschungen und sollte auch als Planzeichner eher erwähnt werden. Meines Wissens war Peter nie bei der Höhle.
Thein, Karl, Die schönsten Höhlen Europas, "Das höhlenreichste Gebiet liegt etwas südlicher (der "Northern Pennines", A.d.V.) in der Kette der South Pennines in Derbyshire." Zu diesem Satz habe ich mich bereits in "Eine Reise zu Herman the German" Teil 1 1984 ausgelassen. Wieder so ein Beispiel, wo jemand etwas durcheinander bringt und es nicht mehr korrigiert, weil ihm Sachwissen fehlt.
Kesselring, Thomas: Expedition ins Seeleninnere des Höhlenforschers "Nicht zufällig bieten Höhlen Verfolgten seit jeher Schutz vor ihren Verfolgern: Schon Saul hat sich vor David in einer Höhle gerettet;.." S. 35 Wer in der Bibel nachliest, wer sich vor wem versteckt hat, dann ist es genau umgekehrt - David versteckte sich vor Saul!
en Gedi-Höhle: https://www.bibleplaces.com/engedi/
cave of Abdullam: https://www.gotquestions.org/cave-of-Adullam.html
Fugger, E., Der Gollinger Wasserfall, in: Mitteilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins Band 10/1884 "Der Gollinger Wasserfall tritt bekanntlich an der nordwestlichen Ecke des Göllgebirges aus einer Grotte zu Tage, welche durch einen schönen Felsbogen überwölbt ist." Merkt jemand noch den "Fehler"? Auch wenn er schon über 150 Jahre alt ist? Die Abweichung von Beschriebenem und Geschriebenem. 
Fitch, Chris, Subterranea 2021 "Im Jahre 1818 auf dem Gebiet des Habsburger Reiches gelegen, zog die einige Hundert Meter tiefe Postojna-Höhle neugierige Touristen an. Aum April 1818 bereiteten sich die Einheimischen so auf die Ankunft des österreichischen Kaisers Franz I und seiner vierten Gattin Karoline Augsute vor. Sie wollten sich die beeindruckende Höhle auf ihrer Reise nach Dalmatien im heutigen Kroatien ansehen." 
  • "Einige Hundert Meter tief...", eher "lang".
  • Postojna in Kroatien? Ein Blick auf eine Landkarte würde den Irrtum schnell zeigen.
Toni Müller - mit Ergänzungen von Christian, Wendelsteinhöhle: Neuland?? Der Schlaz 123-2016, S. 48 "Die überlieferten Berichte der ersten Erkundungen von dem Münchner Kunstprofessor "Max Kleiber" aus dem Jahr 1921 sind dürftig - und Fotos der noch unberührten Strudeltöpfe existieren nicht (?)." Merkt es überhaupt jemand? Auszug aus der Erforschungsgeschichte:
"1882 Erste fachmännische Durchforschung urch den "Wendelsteinvater" Professor Max Kleiber aus München
   Der Salamanderklub aus München widmete sich der Erforschung und Zugänglichmachung der Höhle, angeführt von dem langjährigen Vorstand der Alpenvereins-Sektion München, Oberstleutnant Baumann. In diesem Zusammenhang war geplant, einen künstlichen Stollen aus den "Herzkammern" heraus zu bauen, um einen neuen Gipfelweg zu erschließen

- 1921 Forschungs-, Vermessung- und Phototour (4 Aufnamen) der "Gesellschaft für Höhlenkunde" am 13. Februar, Teilnahme von Robert Oedl und Alfred Asal. In der Höhle ist bereits das Kruzifix. 
Später Zugänglichmachung der Höhle für Besucher, Anbringen einer elektrischen Beleuchung, feierliche Eröffnung am 15. Juli.

Prantl, Dominik, Uhlendorf, Tim (2022): Auf der Spur des Drachen - Wie schon "Game of Thrones" wurde auch der Ableger "House of the Dragon" an spektakulären Orten gefilmt. Lohnt isch eine Reise dorthin? SZ Nr. 189, 18.8.2022, S. 20 REISE "Peak District..Als wäre das nicht genug, gibt es dazu mehrere natürliche und künstliche Höhlen, darunter die größte natürliche Höhlenöffnung Europas (Peak Cavern) und einen unterirdischen Fluss als Überrest eines horizontalen Minenschachts (Speedwell Cavern)." "100 feet wide, 60 feet high." heißt es in einer Beschreibung des Eingangs zur Peak Cavern, "the vast entrance to Peak Cavern" in einer anderen, im Höhlenführer Derbshire von Ford und Gill steht: "Entrance chamber is 330 feet x 102 feet x 60 feet high". Umgerechnet ist das für den Eingang: "31 m x 18 m".
Das ist nicht viel im Vergleich zu anderen Höhlenportalen in Europa, z.B. der Bournillon im Vercors, F, Höhe ca. 100 m. 
Michael Bothner, Am Sallerner Berg brodelt es, regensburg digital 27.9.2021
https://www.regensburg-digital.de/am-
sallerner-berg-brodelt-es-weiter/27092021/
Die BI Nord verweist darauf, dass laut dem Gutachten bisherige Vorkommnisse allerdings keine Folge natürlicher „Erdfallereignisse“ waren. Auch in Zukunft seien die „eher unwahrscheinlich“, urteilt das Ingenieurbüro. Dennoch könne es zu kleineren Schäden durch sogenannte Subrosions- und Suffosionserscheinungen kommen. Die Untersuchungen stellten unterhalb der Oberfläche künstlich geschaffene Hohlräume fest. Die seien etwa durch Sickerwasser und undichte Kanäle entstanden, also menschengemacht. Vergangene Erdfälle könnten hierauf zurückgeführt werden, schafft das Gutachten neue Klarheiten.

In einem Fall habe ein Gully im Keller eines Wohnhauses Feinsediment im Untergrund ausgewaschen. „Die Schadensfälle von 1994 (PKW-Einbruch), bzw. 2006 (Einbrüche der Asphaltbefestigung)“ im Bereich Hunsrückstraße und Erzgebirgstraße seien ebenfalls keine „geologisch bedingten Erdfälle“, sondern Folge solch „künstlicher Hohlräume“.

Wer mag an dieses Expertengutachten schon glauben? Man zieht sich hinter Fremdwörter zurück: "Subrosions- und Suffosionserscheinungen", daß es da halt Karst im Untergrund gibt und daß in ihm Hohlräume entstanden sind, die nimmt man einfach nicht wahr. Da kann es sogar gefährlich werden, wenn sich jemand "irrt".
Zaenker, Stefan, 12. Spezialisten der Dunkelheit - Tiere und Pflanzen in Höhlen, in: Kempe, Rosendahl, Höhlen - Verborgene Welten, S. 146 "Höhlenfische sind auf die Höhlen in Nordamerika, Südamerika, Asien, Afrika und Australien beschränkt....In Europa gibt es keine speziell an Höhlen angepasste Fischarten.." Stefan kann nichts dafür, daß nun doch etwas gefunden worden ist, in der Aachquelle...

Nicht nur dem, was auf Papier gedruckt ist, sondern auch allem, was auf einem Bildschirm zu sehen ist, sollte man mit einer gewissen Grundskepsis entgegensehen. Beispiele?

https://reise-zikaden.de/altsteinzeit-n
eandertaler-12-hoehlen-fundorte-in-bayern/
"Mensch und Höhle" von RAINER AHRWEILER???

Ich habe den Autoren der Webseite "reise-zikaden" schon ein Mail geschickt und gebeten, einmal zu überprüfen, wer wirklich für die Webseite "MENSCH UND HÖHLE" steht. Rainer jedenfalls nicht. Wer den Link betätigt landet auf meiner Startseite.

Bislang, (März/April 2022) jedenfalls bis jetzt, noch keine Reaktion. 

   

 

Ein besonderes Kapitel sind die falschen Autorenangaben bei Photos in Höhlenbüchern (und auch in anderen Bucharten). Für die Hersteller der Bücher ist es sicherlich nicht einfach bis unmöglich, immer wieder festzustellen, wer welches Bild tatsächlich gemacht hat. Da gibt immer wieder arge Fehlleistungen.

Beispiele?

1) Salzburger Höhlenbuch Band 3 

S. 346-349 Bilder aus den Höhlen des Eisgrabens im Hagengebirge / Überall steht Christian Deubner als Autor drin, aber die sind alle von mir, Franz Lindenmayr! Umgekehrt werde ich als Autor von Bildern genannt, die ich nie aufgenommen habe. Da kenne sich einer noch aus!

2) Karst und Höhle 2002/2003-Band

Ähnlich ist es Reinhard Kieselbach ergangen, der ein Photo der Schneevulkanhalle der Schwarzmooskogel-Eishöhle für den Karst und Höhle 2002/2003-Band zur Verfügung gestellt hatte. Ausgerechnet auf der Titelseite steht es. "Foto Oktar Guloglu", was nicht stimmt, weil es von Reinhard ist. Auf seine Intervention hin wurde ihm gesagt: "Nimm es doch sportlich." Keine gute Reaktion.

3) Lindenmayr, Franz (2021): The 19th International Symposium on Vulcanospeleology, UIS Commission on Volcanic Caves Newsletter No. 78, 20-31

Seite 28: Pitagora Cave (Photo Roberto & Olga Conti) / Sorry, aber das Bild stammt von mir

 

Ein wenig in diese Richtung weist, wenn man den Photographen eines Bildes kennt, ihn aber nicht nennt. Auch dafür gibt es leider genug Beispiele... Es ist wie ein Schwimmen gegen den Strom, solange man stark ist, macht man das, aber wenn man einmal nachläßt....

 

 

 


Literatur:

Ford, Trevor, Gill, David Caves of Derbyshire, Dalesman Books 1979
Illmann, Renate Die Geschichte der Rosenmüllershöhle - in historischen Dokumenten, Jahresmitteilungen der NGH 2010, Nürnberg 2011, 129-146
Junkerjürgen, Ralf Jules Verne, wbg Theiss, 
Kempe, Stefan, Rosendahl, Wilfried (Hg.) Höhlen - Verborgene Welten, Darmstatt 2008
Lindenmayr, Franz Eine Reise zu "Hermann the German", Der Schlaz 42-1984, S. 48
Mattes, Johannes Reisen ins Unterirdische, Böhlau Verlag, Wien Köln Weimar, 2015
Müller, Anton - mit Ergänzungen von Christian Wendelsteinhöhle: Neuland?? Der Schlaz 123-2016, S. 48
Spötl, Christoph, Plan, Lukas, Christian, Erhard Höhlen und Karst in Österreich, Linz 2016
Triller, Adolf (Schriftleitung) Münchner Höhlengeschichte, München 1982
Winkler, Robert Der Schwarzmooskogel, Karst und Höhle 2002/2003, München 2004

Links:

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