Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle
Landschaft und Höhlen bei Unken, Salzburger Land, A
Unken, eine 2000-Seelen-Gemeinde in Saalachtal, gehört zum Pinzgau. Seit dem Bau einer Umgehungsstraße in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts wälzt sich der ganze Verkehr Richtung Lofer-Zell am See - Kufstein aus dem Raum Salzburg nicht mehr mitten hindurch. Ringsum sind hohe Kalkberge, nach Osten zu die Reiteralm, nach Süden die Loferer Steinberge, nach Norden das Sonntagshorn.
Eine gute Fahrstraße führt in einigen Serpentinen hinauf ins
Heutal, einem beliebten Ski- und Wandergebiet. Offenbar versuchen
die Grundbesitzer aus ihrer Lage möglichst großen Profit
herauszuholen aus allen, die dorthin fahren. Überall ist das
Halten verboten, und wo man parken will, da werden sofort 3 Euro
abgenötigt als Parkgebühr. Was macht da ein
HARTZ-IV-Empfänger, der schon zu wenig zum Leben bekommt?
Schwarzparken vielleicht?
Wer speläologische Interessen hat, für den ist im Heutal ein
Schmankerl. Ich schreibe das mal hier ungeschützt. Am Ende wird
noch jemand kommen und eine Sammelbüchse aufstellen und 1 Euro
Anschaugebühr von den Besuchern wollen. Noch kostet es nichts,
das Naturschauspiel eines klassischen Bachponors hier bewundern
zu können. In wunderbaren Mäandern schlängelt sich das
Gewässer durch die Wiesenlandschaft und gurgelt dann in kleinen
Kaskaden bis zum Grund der Einsenkung in den Wiesen. Dort
verschwindet es dann irgendwo, ohne daß ein Hauptschluckloch
auszumachen wäre.
In einer Kehre der Fahrstraße tritt das Wasser als
"Unkelbachquelle" etwas tiefer wieder zutage.
Fährt man von Unken Richtung Steinpaß, dann zweigt kurz
zuvor nach links ein gesperrter Fahrweg ab. Der Parkplatz davor
ist für das Parken gesperrt, angeblich aus Umkehrgründen für
die Räumfahrzeuge. Aber was machen die im Sommer? Kehren die da
auch um?
Von hier geht es auf einem markierten Weg, später Steig,
hauptsächlich Richtung Sonntagshorn. In der ostseitigen Wand
führt der Höhlenkataster 4 kleine Höhlen an, alle im
Höhenbereich zwischen 600 und 630 m Seehöhe. In dem Wandgürtel
könne man die Höhle 2, 3 und 4 sehen. Die Höhle 1 sei dort, wo
die Felswand am tiefsten zur "Straße"
herunterreiche".
Ich habe im Juli 2010 mal versucht, sie aufzusuchen. Es regnete,
kein Mensch war unterwegs. Nicht einmal die Nummer 1 habe ich
gefunden. Sie soll immerhin eine Länge von 8 m haben, aber
alles, was ich gesehen habe, das reichte nicht einmal 2 Meter
unter die Außenkante. Da wäre man vielleicht nicht naß
geworden, wenn man sich drunter gestellt hätte, aber tiefer in
den Berg hinein? Bei dem Gestein, Dolomit, ist das ja auch kein
Wunder.
Beim Rückweg hab ich dann auch weit oberhalb ein Portal
ausgemacht. Wahrscheinlich war das eines der großen Portale, die
20 m breit und mal 3,5 m oder 6 m hoch sein sollen. Die Tiefen
sind nicht bedeutend, mal 8 m, mal 7 m.
Trotzdem. Wenn man da im Talgrund steht und hinaufschaut, dann
sieht man da ein großes schwarzes Loch heruntergähnen. Das
bringt das Herz eines bis ins Blut gefärbten Höhlenforschers
einfach dazu, ein wenig schneller zu schlagen. You never know -
oder erst, wenn Du selber im Eingang gestanden bist.
Literatur:
| Klappacher, Walter, Mais, Karl | Salzburger Höhlenbuch Band 1, Salzburg 1975 |
| Klappacher, Walter | Salzburger Höhlenbuch Band 6 - Ergänzungsband zu den Bänden 1-5, Salzburg 1996, S. 85 |
| Meyer, Ulrich | Die Staubbachqulle am Sonntagshorn, Münchner Höhlengeschichte II, S. 282 |
Links:
http://www.salzburger-saalachtal.com/de/Unken/Unken.htm
http://www.rsberge.de/touren/chiemgau/bg0115.html
Landschaft und Höhlen im Land Salzburg
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