Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Landschaft und Höhlen in Apulien, I


Grotte die Castellana

Grotta Palazzese in Polignano a Mare

Grotta di San Michele

Höhlen bei Altamura

Landschaft und Höhlen am Gargano


Im Jahre 1985 hatte der Höhlenkataster Apuliens über 1600 Höhlen verzeichnet, wobei die längste Höhle damals die Grotta die Castellana mit gut 3 km Länge und die tiefste die Grava die Campolata auf dem Gargano mit 303 m Tiefe waren. Sicherlich ist in den letzten Jahren noch einiges gefunden worden, und wenn man sich mal mit einigen Höhlenforschern dort unterhält, dann sind die noch voller großer Hoffnungen, daß noch ein großer Teil der apulischen Unterwelt bislang unerforscht und dem Menschen bislang noch unzugänglich ist.

Und daß es da große Überraschungen geben kann, das hat etwa die Entdeckung des Schädels eines "Neandertalers" in einer bis dahin unbekannten kleinen Höhle gezeigt, der für einige Zeit als der älteste bekannte Menschenfund in Europa gegolten hat. Wer weiß schon wirklich, was noch alles an Schätzen unter der meist flachen oder höchstens leicht hügeligen Oberfläche Apuliens verbirgt?

Das Innere eines Trullos

Bei Ceglie stießen wir auf Spuren einer früheren Schauhöhle. Überall im Ort verteilt hingen Hinweistafeln auf eine Schauhöhle. Als wir endlich den Hügel gefunden hatten, in dem sie eigentlich sein mußte, verließen uns die Wegweiser. Auf einmal gab es keine mehr. Eine hübsche Italienerin gab Auskunft: Wir mußten bis zum Hügelkamm hoch und dann nach rechts. Das war leicht zu finden, aber dann kam die Enttäuschung. Eine Sperrschranke, ein leerer Parkplatz im Schatten eines in die Gegend gepflanzten Großhotels, ein geschlossener hölzerner Verkaufsstand. Ein paar Treppen ging es noch runter, dann ein Gitter und eine versperrte Höhle. Hatte man sich da auch mal große Hoffnungen auf schnelles Geld gemacht, in dem man die xte Höhle ausgebaut hat, und wo dann die zahlenden Besucher ausblieben?

 


Literatur:

Carlone, Cristina, Manghisi, Vincenzo, Solito, Carlos Il Culto di San Michele nelle Grotte Pugliesi, Speleologia 41-1999, S. 53ff.

Carofiglio, Francesco

Touristisch-Kultureller Reiseführer für Apulien, Mario Adda Verlag, Bari 1988
Gobetti, Andrea L'Italia in Grotta, Gremese Editore, Roma 1991
Inguscio, Salvatore, Lorusso, Domenico, Pascali, Vincenzo, Ragone, Giovanni, Savino, Giuseppe, A cura di Grotte e carsismo in Puglia, Regione Puglia, 2007
Pagliara, C. La grotta Porcinara al Capo di S. Maria di Leuca, in: Annali di Universita di Lecce, VI, 1971-1973, p. 5-67
Paleses, S., Il santuario di S. Maria "De finibus terrae" di Leuca, (Giubileo 2000) 1999
Vittorio Verole Bozzello Le Grotte d'Italia, Bonechi Editore, Firenze 1970

Links:

http://www.alberobello.net/

http://whc.unesco.org/sites/787.htm

http://www.apulien-reisen.de/

Il Parco Archeologico e Naturalistico di Santa Maria D'agnano a Ostuni

 

Eine Literaturempfehlung:

Abwechslungsreich und bizarr ist die Landschaft von der Ebene des Tavoliere bis zum Salento, der lang gezogenen Stiefelferse Italiens. Badeurlaub vom Feinsten an den weißen Sandstränden des Gargano, Bummeln in Lecce, unzählige reisepraktische Tipps und viel Geschichte in Castel del Monte erwarten Sie!
  APULIEN
Haller, Andreas, 384 Seiten, 6. Auflage 2009, 19,90 €
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