Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Altbekannte Höhlen


Schaut man sich das Kapitel "Physische Geographie" in dem in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts geschaffenen Bank "Logik, Physische Geographie, Pädagogik" von Immanuel Kant an, dann stößt man da auf eine Aufzählung der "merkwürdigsten" Höhlen, die damals schon bekannt waren. Dazu zählen:

Damit steht Kant in einer Reihe mit vielen anderen Wissenschaftlern und Schriftstellern, die Aufzählungen von damals bekannten Höhlen geliefert haben. Man bekommt so einen kleinen Überblick darüber, was für Höhlen früher sehr bekannt waren, welche noch gar nicht.

Dies soll eine kleine Untersuchung dieses Themas werden, die allmählich wachsen wird. Was dabei am Ende herauskommt, das weiß ich noch nicht, aber das ist halt auch ein Zeichen echter "Forschung", daß man eine gewisse "Ahnung" vielleicht hat, aber noch kein rechtes "Wissen". Man sucht halt herum und findet mal hier, mal da etwas. Ob das am Ende einen richtigen "Sinn" ergibt, vielleicht.

Weitere Quellen:

 

Physikalisches Wörterbuch, neu bearbeitet von Brandes. Gmelin ..., Band 1;Band 5

1829

 

  Erwähnung sehr vieler verschiedener Höhlen, z.B.
Diderot, Encyclopédie / Stichwort "grotte"

http://encyclopédie.eu/index.php/naturelle/624290500-GROTTE
Standardwerk der Aufklärung Speziell behandelte Höhlen:
- Baumannshöhle
- Höhle auf Antiparos
- Höhle von Arcy
- grotte du Chien, grotta del Cane bei Neapel
- grotte de Corycie in Kilikien
- grotte  du désert de la tentation in Palästina
- grotte de Naples
- grotte de Notre-Dame de la Balme, Dauphinè
- grotte de Quingey, Franche-Comté
- grotte de la Sibylle beim Averner See
- grottes de la Thébaide, Ägypten
- künstliche Höhlen, z.B. grotte de Versailles
Happel, Eberhard Werner
Größte Denkwürdigkeiten der Welt
zwischen 1683 und 1691
Happels Werk ist eine Zusammenfassung vieler Zeitungsartikel. Happel galt am Ende des 17. Jahrhunderts als beliebtester Schriftsteller Deutschlands, fiel später aber wieder vollkommen in Vergessenheit.
Daß es Zeitungsrtikel sind merkt man an der Kürze der Beiträge und ziemliche Nebeneinandergestelltsein der einzelnen Themen.
Speziell behandelte Höhlen sind:
- Höhle im Zottenberge bei Schwenitz
- Höhle bei Augst/Schweiz
- Höhle bei Lauenburg/Kassubien
- Höhlenkloster bei Kiew
- Breitenwinner Höhle
- Höhle zwischen Hausen und Ober-Hausen/Schwäbische Alb
- Reinsteinische Höhle bei Blankenburg/Harz
- Höhlen im Hörselberg/Thüringen
- Heidelberger Höhle
- Baumannshöhle
- Klettenburger Höhle unweit von Ellerich
- Lippoldshöhle
und weitere Höhlen
Lang, Carl, Gallerie der unterirdischen Schöpfungs-Wunder und des menschlichen Kunstfleißes unter der Ende, 2 Bände, Leipzig 1801

http://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=uc1.$
b532511;view=1up;seq=4
  - Erdmannshöhle bei Hasel
- Petershöhle bei Maastricht
- Höhle von Antiparos
- Castelton Cave
- Eldonhöhle
-.Speedwell Mine
- Pooleshöhle
und andere
Rheinisches Konversationslexikon von 1837 Das Lexikonstichwort definiert "Höhlen", neben Grotten und Schlotten, als "von der Natur hervorgebrachte hohle Räume in der festen Erdrinde" (S. 672)

Aufgezählt werden die unterschiedlichsten Höhlenarten:
Drusenhöhlen, Aeoulushöhlen, Gypshöhlen....

Speziell genannte Höhlen sind:
- Gaillenreuther Höhle (wegen der vielen in ihr befindlichen zerbrochenen Thierknochen, Stücken von Kohlen, Trümmern von Urnen u. drgl.)
- Baumannshöhle (sehr viele Stalaktiten und Tropfsteingebilden)
- Höhle von Arcy unweit Auxerre (247 Toisen lang..)
- Höhle de la Balme in Savoyen (..in ihrer Mitte eine brunnenähnliche Grube von solcher Tiefe, daß man einen hineingeworfenen Stein erst nach langer Zeit auf den Grund fallen hört)
- Kristallhöhle im Canton Bern (besitzt sehr helle Bergkystalle.)
- Adelsberger Höhle (..eine der größten, auch wohl die größte von allen..)
- Abaligetherhöhle
- Aggtelekerhöhle
- Castletonhöhle in Derbyshire
- Eldonhöhle
- Poolshöhle
- Höhle auf der Insel Antiparos
- Fingalshöhle
- Surthöhle auf der Insel Island
- "Lavahöhle" auf St. Michael
- Labyrinthe auf Kreta oder Kandia
- Höhle im St. Petersberg bei Mastricht
Verne, Jules, Der grüne Blitz, 1882 Der Roman kann auch als eine Liebesgeschichte gelesen werden, wo die "flügge" gewordene junge Frau den richtigen Partner findet. Der Höhepunkt der Handlung spielt auf der Insel Staffa mit ihrer Fingalshöhle. Die Besuchergruppe übernachtet in der Clamshell Cave gleich daneben. Am Ende des Kapitels mit einer Beschreibung von "Staffa" stehen da Gedanken über "eine ganze Reihe berühmter  Höhlen", wobei die These aufgestellt wird, daß sich "doch die meisten in vulkanischen Regionen befinden". Das wird im Zusammenhang mit der in der wissenschaftlichen Geologie herrschenden Streit gebracht, ob die Ursache für sie "neptunisch" oder "plutonisch" ist (Verne 221). Speziell genannte Höhlen:
- Höhlen von Crozon in der Bretagne
- Höhlen von Bonifacio auf Korsika
- Höhle von Torghatten in Norwegen
- Höhle von Saint-Michel in Gibraltar
- Höhle von Scratchell an der Küste der Isle of Wight
- Höhle von Tourane in den Marmorklippen der Küste von Cochinchina

 

Literatur:

Happel, Eberhard Werner Größte Denkwürdigkeiten der Welt oder Sogenannte Relationes Curiosae, Rütten und Loening, Berlin 1. Auflage 1990
Kant, Immanuel Kants Werke Akademie Textausgabe IX Logik, Physische Geographie, Pädagogik, Walter de Gruyter & Co,  Berlin 1968
Kempe, Stephan The Baumann's Cave at Rübeland/Harz, Germany, Scientific Annals, School of Geology Aristotle University of Thessaloniki, Special volume 98, 2006, 213-220
Rheinisches Konversationslexikon Erschienen 1837
Verne, Jules Der grüne Blitz, mare, Hamburg 2013

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